On the Edge: Revealing the Unseen

Ein Buchstabe kippt – je nach Blickwinkel noch lesbares Zeichen, oder bereits reine Form. „On the Edge: Revealing the Unseen” nutzt die Outline als Werkzeug, um Schrift zu untersuchen: ihre Kontur wird extrudiert, einzelne Segmente zu modularen, 3D-gedruckten Objekten die gestapelt werden – zwischen Funktion und Abstraktion.

Ausgangspunkt ist die These, dass Konturen verborgene Muster offenbaren in Gesellschaft, Natur und Kultur. Eine Outline ist im Kern nichts weiter als der Umriss, der die Gestalt eines Artefakts definiert. Angewendet auf Schrift macht sie sichtbar, wann ein Buchstabe noch als Zeichen funktioniert und wann er in eine abstrakte Form kippt.

Die 3D-Objekte sind Teil einer raumgreifenden Installation/Ausstellung, die diese These über mehrere Dimensionsstufen durchspielt: von 2D-Siebdruckplakat über Textil bis zur räumlichen Anordnung selbst, eine begehbare Versuchsanordnung an der Grenze zwischen Form und Leere, Sichtbarem und Unsichtbarem.

Wenn viel zu viel zu viel ist

“Wenn viel zu viel zu viel ist” entstand aus der Beobachtung unserer Gegenwart, in der alles gleichzeitig passiert. Das Projekt setzt sich mit dem Gefühl auseinander, dass die Welt dichter wird, als wir sie verarbeiten können, und fragt, wie Gestaltung einen Zustand sichtbar machen kann, der oft eher gefühlt als benannt wird.

Entstanden ist ein experimentelles Buch, das sich dem „Zuviel“ aus emotionaler, gesellschaftlicher, politischer und körperlicher Perspektive nähert. Mithilfe von Typografie, Hochdruck und materieller Gestaltung werden verschiedene Formen der Überfülle erforscht und zwischen Verdichtung und Leere, Reiz und Ruhe sowie Festhalten und Loslassen übersetzt.

So wird das „Zuviel“ nicht nur beschrieben, sondern physisch und visuell erlebbar gemacht.

Kühle Köpfe

Jugendliche stehen heute vor wachsenden emotionalen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Gleichzeitig nehmen analoge Erfahrungen ab, während Stress, Reizüberflutung und impulsive Reaktionen zunehmen. Da psychische Belastungen bei jungen Menschen stark ansteigen und Suizid zu den häufigsten Todesursachen der 10- bis 25-Jährigen zählt, haben wir das Kartenset „Kühle Köpfe“ entwickelt. Im Austausch mit der Psychologin Chantal Abt entstanden Übungskarten zur Förderung emotionaler Selbstregulation auf Grundlage der DBT-Skills.

Das Spiel unterstützt Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene dabei, Gefühle einzuordnen, Stress zu bewältigen und Konflikte konstruktiv zu lösen. Es eignet sich sowohl für den therapeutischen Einsatz unter Anleitung, als auch für Familien und Freundeskreise. Klare Übungen fördern Konzentration, Reflexion und Austausch.

Eine begleitende App erweitert das analoge Konzept durch Barrierefreiheit, Übersetzungen und Fortschrittsdokumentation.

(un)sichtbar – Muttersein in der Kreativbranche

Eine räumliche Installation, die die Rolle von Müttern in der Designbranche und ihrer (Un-)Sichtbarkeit in einem selbsternannt progressiven Arbeitsumfeld kritisch reflektiert. Die Arbeit hinterfragt Strukturen, die Gleichberechtigung beanspruchen, sie jedoch nicht konsequent leben. In fünf Soundcollagen teilen vier Mütter persönliche Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven. Im Fokus stehen Care-Arbeit, Choice-Feminismus und Chancengleichheit.

Von der Decke abgehängte Kopfhörer laden dazu ein, in die akustischen Beiträge einzutauchen. Quadratisch angeordnete Fragestellungen strukturieren den Raum. Ein typografisch gestaltetes Stoffbanner sowie ein Overheadprojektor eröffnen die Möglichkeit, eigene Gedanken einzubringen und die Installation partizipativ zu erweitern.

Die Natur in Dir – Nachhaltige Partizipation am Worringer Platz

„Die Natur in Dir“ beschäftigt sich mit Partizipation und wie diese die soziale als auch kulturelle Entwicklung öffentlicher Räume nachhaltig fördern kann. Am Beispiel des Worringer Platzes in Düsseldorf wurde untersucht, wie kulturelle Aufwertungsmaßnahmen zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen können und wie sich der Platz historisch entwickelt hat. Anhand von Interviews mit Akteur*innen aus Stadtverwaltung, Wohlfahrt, Kultur und Zivilgesellschaft wurden die Entwicklungen vor Ort untersucht und in Verbindung mit einer interaktiven Spiegel-Installation, die auf der Werkschau von den Besucher*innen mitgestaltet werden konnte, ausgestellt. Dabei wurden unterschiedliche Nutzungsansprüche lokalisiert, die in Form eines Buches festgehalten wurden. Die Arbeit verbindet Stadtforschung mit partizipativem Design und thematisiert die Teilhabe an Stadt, sowie deren nachhaltiger Entwicklung an der Schnittstelle von Stadtplanung, Kunst und Partizipation.

Hedonismus: Austern, Angst und Widerstand

„Hedonismus: Austern, Angst und Widerstand” untersucht Genuss als kulturelle, soziale und politische Frage. Ausgangspunkt ist ein Bild, das sich festgesetzt hat: Austern auf glitzerndem Eis, perfekt ausgeleuchtet in den Instagram-Stories meiner Freund*innen.

Das sinnbildliche Essen des Exzesses und ein Versprechen. Das Buch bewegt sich durch Vergnügen als etwas Zerbrechliches, Politisches und zutiefst Menschliches. Hedonismus gilt als laut, oberflächlich, unpolitisch. Aber Lust ist nie nur privat: Wer genießen darf, ohne Konsequenzen zu fürchten, hängt von Klasse, Geschlecht, Körper und Sicherheit ab. Das 96-seitige Buch kombiniert rund 50 Bleistiftzeichnungen mit zwölf essayistischen Texten und nähert sich dem Thema dabei aus unterschiedlichen Richtungen: philosophisch, neurologisch, ökonomisch, politisch. Es geht nicht um Exzess, sondern um leisere Fragen: nach Freiheit, Zugang und einem lebbaren Leben.

Entstanden 2026 als Abschlussarbeit an der Universität der Künste Berlin.

Das Koffertheater

Das Koffertheater

Entdecke, erfinde und erschaffe Welten im Koffertheater.

Aus einem Holzkoffer wird mit wenigen Handgriffen eine Miniatur Bühne. Die Bühne kann für Aufführungen, freies Spiel alleine oder gemeinsam bespielt werden. Die Figuren und Kulissen, welche sich im Koffer befinden sind aus Papier und in Anlehnung an historisches Papiertheater mit Offset Lithografie gedruckt. Durch die Herstellung mit analogen Druckverfahren schaffen sie eine Verbindung zwischen alt und neu, und geben dem Spielmaterial eine Wertigkeit.

Die Unterwasserwelt „Nautronika“ ist im Koffer als Grundset vorhanden. Es sind Figuren, Kulissen und Requisiten, die spielende dazu auffordern und inspirieren sollen sich ihre eigene Geschichte zu der Welt auszudenken. Sie zeigen, was alles möglich ist und geben somit auch eine gute Grundlage um die Welt der eigenen Geschichte anzupassen und neu zu erfinden. Werde selbst kreativ, schreibe ein Stück und erfinde Welten im Koffertheater.

Concepts Trouvés – Ein interkultureller Reiseführer durch die visuelle Zeichenwelt der Metropole Peking

Das Buch „Concepts Trouvés“ (gefundene Konzepte) versammelt Fotografien und Texte aus dem gleichnamigen Forschungsprojekt der HAWK Hildesheim. Es präsentiert englischsprachige Marketingbegriffe, die im Stadtraum Beijings mit dem Smartphone eingefangen und von Studierenden in persönlichen Texten reflektiert wurden. So treffen globale Marketingsignale auf individuelle Perspektiven.

Konzeptionell wirkt das Buch zunächst wie eine Blackbox: Sein Inhalt erschließt sich erst beim Entdecken und Blättern. Das Öffnen des Buches symbolisiert somit das Aufbrechen dieser Blackbox und markiert den Moment, in dem die verborgenen Zusammenhänge zwischen Bildern, Begriffen und persönlichen Geschichten sichtbar werden.

Im Sinne einer „Stadtwahrnehmungsaufgabe“ dient das Buch als eine Art Reiseführer, der von den Leser:innen unterwegs punktuell gelesen werden kann, ihren kritischen Blick nach außen schärft und zur bewussten Wahrnehmung des eigenen Stadtraums anregt.

Einsam oder Allein

Diese Masterarbeit untersucht die Formgenerierung pneumatischer Luftkissen unter externen Einschränkungen sowie deren Potenzial für interaktive Anwendungen. Das Zusammenspiel von Materialeigenschaften, innerem Luftdruck und einfachen Steuerstrukturen ermöglicht kontrollierbare, reversible und offene Formveränderungen.

Anhand systematischer Form- und Interaktionsexperimente wird untersucht, wie passive externe Einschränkungen aus Steuerleinen und Röhrchen das Formverhalten pneumatischer Strukturen beeinflussen und neue gestalterische Möglichkeiten eröffnen.

Die Forschung zeigt grundlegende Prinzipien der Formbildung sowie neue Aspekte der Material Agency, darunter Plastizität, Formstabilität und gelenkartige Bewegungen. Pneumatische Luftkissen werden dabei als generative und interaktive Struktursysteme verstanden, deren Potenzial für Produkt- und Interaktionsdesign erweitert wird.

Zwischen den Zeilen des Alltags – Einblicke in das Leben mit Depressionen

Was auf den ersten Blick unsichtbar bleibt, verbirgt sich oft zwischen den Zeilen. In Momenten der Stille, hinter einem Lächeln, im Alltag, der völlig normal erscheint.

Dieses Buch ist eine visuelle und konzeptionelle Auseinandersetzung mit Depressionen – entstanden als Bachelorarbeit im Studiengang Grafikdesign. Ziel ist es, sichtbar zu machen, was meist im Verborgenen bleibt.

Neben einem einführenden Text über die psychische Erkrankung selbst enthält die Arbeit ehrliche und bewegende persönliche Berichte von Betroffenen. „Zwischen den Zeilen des Alltags“ richtet sich insbesondere an junge Menschen, an Depressionen Erkrankte und deren Angehörige.

Es möchte informieren, Stigmata abbauen und Mut machen – durch Design, Sprache und die Kraft der gemeinsamen Erfahrung. Ein leises Buch über eine laute Wahrheit – und ein Beitrag zu mehr Offenheit im Umgang mit mentaler Gesundheit.