Flex-POC

Christian Bax

April / April - 2019

Hochschule für Gestaltung Offenbach

Was ist es?

Flex-POC ist ein hochleistungsfähiges in-vitro-Diagnosesystem für den mobilen Einsatz.

Was ist das Thema?

Flex-POC als kompaktes in-vitro-Diagnosegerät für Blutproben am “Point of Care”, dem Ort der Behandlung, kann zur dezentralen medizinischen Versorgung und damit zum Wohlergehen vieler Menschen beitragen. Das Gerät bringt umfangreiche Labortechnologie zum Patienten. Ausgestattet mit modernster Mikrofluidik, Pumpen zum Vermengen des Blutes mit Zusätzen und opto-chemischer Analysetechnologie erlaubt es durch seine kompakten Ausmaße und sein Design den mühelosen Transport und eine optimierte Handhabung. Flex-POC verfügt über fortschrittliche Kommunikationstechnik zum Datentransfer und ist somit die Spitze der Diagnosetechnologie für ländliche Gegenden, die nun für umfangreiche Diagnostik erschlossen werden können.

Warum sieht es so aus?

Auf einer Folie sind alle notwendigen Bestandteile für die Analyse vorhanden, inklusive Lanzette und Blutentnahmepad. Die Folie wird zur besseren Handhabung in einen Träger gelegt. Nun kann der komplette Analysevorgang an der Folie vorgenommen werden. Der Träger wird geklappt und verfügt über eine Barriere zum Schutz vor Infektionen. Das Design ist für die flexible und mobile Nutzung optimiert. Ein Gummi-Bumper umfasst das Case des Gerätes und schützt dieses vor Beschädigungen. Das Touch-Display ist auf der Oberseite des Gerätes platziert, welche leicht schräg ist, somit dem Nutzer zugeneigt und Schmutz ablaufen lässt. Dynamische Leuchtstreifen visualisieren Diagnoseprozess und -ergebnis für den Patienten.

Was ist das Besondere?

Flex-POC antizipiert die zukünftige Entwicklung von Folien als fortschrittliche und effiziente Bauweise für Blutanalysen. In der Folie sind Mikro-Kanäle, Reservoire, Pumpen und elektrische Leiter sowie Lanzette und Blutentnahmepad integriert. So kann die gesamte Interaktion an der Folie geschehen und manuelles Pipettieren wird vermieden. Die Vorbereitung der Analyse wird stark vereinfacht und das Infektionsrisiko für die handhabende Person deutlich reduziert. Zur Analyse wird zunächst mit der Lanzette in den Finger eingestochen, anschließend das Blut mit dem Entnahmepad in die Folie gegeben und die Folie mitsamt Träger in den Analyseslot des Gerätes gesteckt. Nun wird die Analyse per Touchscreen gestartet. Da das Gerät in der unmittelbaren Umgebung des Patienten genutzt wird, verfügt es über Statusleuchten, um diesem das Diagnoseergebnis zugänglich zu machen.

Was ist neu?

Flex-POC nutzt ein opto-chemisches Analyseverfahren, welches universell zur Analyse einer Vielzahl von Parametern in Blutproben genutzt werden kann. Es kombiniert dieses Verfahren mit einer materialsparenden Folienbauweise, wodurch das automatische Vermengen des Blutes mit chemischen Zusätzen sowie die Analyse automatisiert werden. Die Folie ist enorm dünn und reduziert den Materialverbrauch und späteren Abfall gegenüber aktuell verwendeten Kartuschen aus Spritzgussteilen. Die Folie muss nach der Analyse aus hygienischen Gründen entsorgt werden, da von dem in ihr befindlichen Blut ein Infektionsrisiko ausgehen kann. Neben der Analyse kann das Gerät durch Vernetzung auch als Datenbank-Netzwerk dienen, um Krankheitswellen zu überwachen.