Schlaglicht

Schlaglicht verbindet Illustration, Druckgrafik und urbane Beobachtung zu einem Künstlerbuch über die Beziehung zwischen Mensch und Stadt. Das Buch umfasst 66 Linolschnitte, die Menschen, Straßen und architektonische Räume Berlins zeigen. Die kontrastreiche Schwarz-Weiß-Sprache reduziert die Szenen auf klare Formen und lenkt den Blick auf urbane Strukturen und alltägliche Situationen des Berliner Stadtlebens.

Jeder Linolschnitt wird von einer im Bleisatz gedruckten Schlagzeile aus Berliner Nachrichtenmedien begleitet. Diese greifen politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen der Stadt auf. Bild und Text erzeugen offene Assoziationen und Raum für individuelle Interpretationen. So entsteht ein subjektives Gesellschaftsbild Berlins.

Das Buch wurde vollständig in analogen Druckverfahren produziert, von Hand gedruckt und in einer limitierten Auflage von 15 Exemplaren handgebunden. Schlaglicht versteht sich als Gegenpol zur schnelllebigen Bild- und Nachrichtenkultur.

OБLIK

OБLIK ist ein prozessorientiertes Designprojekt über Migration, Identität und Transformation. Ausgangspunkt ist meine eigene Migrationserfahrung seit 2019. Innere Zustände werden dabei nicht direkt erzählt, sondern über Material, Form und Prozess sichtbar gemacht. Im Mittelpunkt steht keramischer 3D-Druck mit dem LUTUM 4.6. Ton wird als aktiver Dialogpartner verstanden: Er reagiert auf Druck, Kälte, Bewegung, Rhythmus, Mischung und manuelle Eingriffe. Risse, Verformungen, Fehler und Kontrollverlust werden bewusst zugelassen und als gestalterische Qualität genutzt.

Eine wiederkehrende Grundform dient als Träger verschiedener Kapitel. Durch Experimente mit Keramik, Papiermaché, Projektion, Sounddaten und Mehrmaterialdruck entstehen Objekte, die Zustände wie Übergang, Instabilität, Warten, Resonanz und Neuordnung verkörpern.

Ziel ist es, Migration nicht erklärend, sondern atmosphärisch und materiell erfahrbar zu machen.

Wer zuerst lacht. Eine Wanderung duch Berge und Täler des Lachens.

Echo⁺: Adaptive Schnittstelle für eine empathische Gesellschaft untersucht, wie gesundheitliche Zustände und Notlagen im öffentlichen Raum verständlicher kommuniziert werden können. Das Projekt macht unsichtbare Körpersignale sichtbar und übersetzt sie in visuelle, akustische und haptische Impulse. Ziel ist es, die Lücke zwischen individuellem Erleben und gesellschaftlicher Wahrnehmung zu schließen.

Im Zentrum steht ein tragbares Leitsystem, das körperliche Veränderungen erkennt und für das Umfeld nachvollziehbar macht. In kritischen Situationen erweitert ein SOS-Ballon die Kommunikation und vermittelt durch intuitive Symbole wichtige Erste-Hilfe-Informationen. So werden komplexe gesundheitliche Zustände in klare Handlungsimpulse übersetzt.

Echo⁺ verbindet Gesundheitskommunikation, Inklusion und systemisches Denken. Die Arbeit zeigt, wie Design Unsichtbares sichtbar machen, Orientierung schaffen und Empathie in konkretes Handeln übersetzen kann.

BRANDED FOR LIFE.

BRANDED FOR LIFE. ist ein typografisches Buchprojekt über den Duisburger Stadtteil Marxloh. In Form eines alphabetisch geordneten “Glossars” untersucht es Begriffe und Zuschreibungen, die den Stadtteil prägen – von Armut und Asozialität bis Zusammenhalt und Zwangsräumungen. Ziel der Arbeit ist es, die Diskrepanz zwischen medialen Darstellungen und gelebter Realität sichtbar zu machen sowie Mechanismen urbaner Stigmatisierung zu hinterfragen.

Dafür werden historische Hintergründe, statistische Daten, dokumentarische Fotografien und persönliche Stimmen von Bewohner*innen miteinander verknüpft.

Entstanden ist ein vielschichtiges Porträt, das sowohl die Folgen von Armut, Leerstand und Ausgrenzung als auch Nachbarschaft, Humor, migrantische Ökonomien und lokale Initiativen sichtbar macht. Das Projekt versteht Marxloh nicht als Symbol oder Problemfall, sondern als komplexen Lebensort mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven.

留学生 Ryuugakusei – Mein Sommer als Design-Studentin in Japan

In der Arbeit „Ryuugakusei“, was auf Japanisch übersetzt „Auslandsstudent:in“ bedeutet, berichte ich mit Collagen aus eigenen Zeichnungen, aber überwiegend aus Flyern, Fotos, Eintrittskarten, Verpackungen, etc. über meine Zeit vom Sommersemester 2024, als ich in Nagaoka (Japan) studieren durfte.

Das Endprodukt zeigt viele kleine Momente aus meinem japanischen Alltag, die über einen klassischen Urlaub hinausgehen und die ich mit lieb gewonnenen Freunden und Bekannten teilen konnte, mit denen ich noch heute in Kontakt stehe.

GREIFBAR

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelte Laura Pietsch das Erscheinungsbild der fiktiven Boulderhalle „GREIFBAR“: Ein ganzheitliches Konzept, das Boulderhalle und Bar als Ort für Bewegung und Austausch verbindet. Ausgangspunkt ist das „Greifen“ als zentrale Bewegung des Boulderns, sowie als Symbol für Erreichbarkeit und den Mut, nach Neuem zu greifen.

Daraus entstand ein flexibles System mit Wort- und Bildmarke, Farbkonzept, Plakaten, Piktogrammen, uvm. Die Typografie übersetzt Bewegungsabläufe des Boulderns: Die Zeichen greifen, strecken und bewegen sich. Ein variables Raster, inspiriert von Schraublöchern und Routenbau, ermöglicht vielseitige Layouts. Ergänzt wird das Konzept durch dynamische Fotografien, die Bewegung fragmentieren, überlagern und sichtbar machen.

So entsteht ein Gestaltungskonzept, das über Ästhetik hinaus Bewegung als sozialen Prozess versteht, Gemeinschaft stärkt, Zugänglichkeit fördert und Sport als gesellschaftlich relevanten Raum sichtbar macht.

Realms of Play: The Gambit of Moves & Constraints

Ein Feld zu weit und der nächste Zug setzt matt. In meinem Bachelorprojekt „Realms of Play: The Gambit of Moves & Constraints“ wird das Schachfeld zu einem taktilen Spielraum erweitert. Auf modularen Interaktionsflächen, die das Schachbrett künstlerisch abstrahieren, lassen sich 3D-gedruckte Elemente ertasten, stecken und verschieben. Ihre Formen greifen skulpturales Spielplatzdesign auf: organische Topografien, Hügel und Geländeformen treffen auf die klare Ordnung des Schachbretts und die figurative Präsenz der Spielfiguren.

Mit jeder Verschiebung verändert sich das Spielfeld: neue Wege entstehen, andere Bewegungen werden blockiert. Das Projekt untersucht, wie Regeln und Einschränkungen spielerisches Verhalten formen und wie vorausschauendes Denken körperlich erfahrbar wird.

So entsteht eine räumlich-skulpturale Spielplatzlandschaft, in der Spiel durch Risiko, Orientierung und Entscheidung sichtbar wird.

NEED A RIDE?

Der Fahrstil spiegelt Emotionen und das innere Selbst wider. NEED A RIDE? inszeniert ein fiktives Rennen gegen sich selbst und übersetzt sechs Facetten in unterschiedliche Fahrstile. Geprägt von Umständen und Emotionen werden wechselnde Persönlichkeiten zu Rennfahrer*innen, die persönliche Höhen und Tiefen widerspiegeln. Inspiriert wurde die Kollektion unter anderem von Michèle Mouton, einer der bekanntesten Frauen im Motorsport.

Die Silhouetten greifen Elemente der Motorsportbekleidung auf und übersetzen deren Dynamik durch Drapagen und Dekonstruktionen in die Kollektion. Das ikonische Hahnentrittmuster zieht sich als wiederkehrendes Element durch die Looks und erzählt mithilfe von verschiedenen Techniken, wie dem Rollendruck, Laserdetails oder Applikationen die unterschiedlichen Fahrstile.

Materialien wie schweres Leder, feine Wolle und eleganter Taft unterstreichen dabei die Verbindung von Sportlichkeit, Eleganz und emotionaler Spannung.

RapidProsthetics

RapidProsthetics untersucht, wie digitale Werkzeuge und additive Fertigung den stark manuellen Herstellungsprozess von Armprothesen verbessern können. In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Münster (UKM) und den Orthopädietechniker*innen von UKM ProTec entstand ein praxisnaher Workflow, der gemeinsam mit Patient*innen und klinischen Fachkräften entwickelt wurde.

Ein zentrales Problem ist die wochenlange Wartezeit. RapidProsthetics verkürzt den Weg vom Abdruck bis zur tragbaren Prothese auf unter 48 Stunden. Die klinische Expertise der Fachkräfte bleibt erhalten: Der Stumpf wird klassisch abgeformt, um Gewebeverhalten und gezielte Kompression zu berücksichtigen. Anschließend wird der Abdruck digitalisiert und ein passender Innen- und Außenschaft modelliert.

Die Schäfte werden mit den additiven Verfahren FFF und SLS hergestellt. So entsteht eine robuste, hygienische und individuell angepasste Prothese, die Fachkräfte entlastet, Material spart und spätere Anpassungen vereinfacht.

Zeitgeister – Fotografie als multiperspektivischer Zugang für generationsübergreifende Kommunikation

Zeitgeister ist ein fotografischer Gedichtband, der einen Dialog zwischen Generationen eröffnet. In der Begegnung zwischen der Lyrik meiner Großmutter und meinen fotografischen Arbeiten sowie Fragen entsteht eine visuelle und poetische Annäherung, die starre Vorstellungen von Beziehung, Identität und Generationsrollen hinterfragt. Ausgehend von persönlichen Alltagsbeobachtungen greift das Buch Themen wie Körperbilder, Geschlechterrollen, Diskriminierung, Beziehungsformen, normative Gesellschaftsstrukturen sowie Erfahrungen marginalisierter Gruppen auf. Die Kombination aus Poesie, Fragen und Fotografie schafft einen offenen Denkraum, der Verbindung ermöglicht und gesellschaftliche Spaltungen reflektiert.