For Real Music Lovers

Mitten in der Aschaffenburger Fußgängerzone steht ein unscheinbares Gebäude aus den 1930er Jahren – doch hinter diesen Mauern verbirgt sich ein Ort, der über Jahrzehnte hinweg zum kulturellen Mittelpunkt einer ganzen Stadt geworden ist: der Colos-Saal.
Dieser Ort prägt die Musik- und Kulturszene der Stadt, zieht Künstler aus aller Welt an und wird von ihnen als zweites Wohnzimmer beschrieben.

Dieser Bildband gibt exklusive Einblicke hinter die Kulissen – in den Alltag der Menschen, die mit Leidenschaft hier arbeiten, und in die besonderen Momente der Künstler, die auf ihrer Tournee im Colos-Saal ankommen.
Ergänzt wird dies durch persönliche Texte von Claus Berninger, dem Gründer des Colos-Saals, seiner Frau Jutta Schaadt-Berninger sowie unter anderem von Mitgliedern der Bands Boppin’B und Café del Mundo.

Real Music Lovers ist in Kooperation mit dem Colos-Saal Aschaffenburg entstanden. Eine Hommage an einen einzigartigen Ort, der weit über Aschaffenburg hinausstrahlt.

Trotzdem machen

Bayern und Hessen führen im Mai 2024 das Genderverbot ein. Genderneutrale Sprache mittels Sonderzeichen wird in öffentlichen Institutionen untersagt. Damit wird ein Thema politisiert, das von vielen Entscheidungsträger*innen selbst als vermeintlich unbedeutend angesehen wird. „Trotzdem machen“ zeigt, wie und warum genderneutrale Sprache in Wort und Schrift weiterhin Bestandteil unserer Gesellschaft bleiben muss.

In Form eines Hardcovers ist eine Erörterung entstanden, die die Kontraseite als das vermeintliche Problem und das „Was jetzt“ aufgreift. Ergänzend dazu wurden ein Softcover, eine beiliegende Postkarte mit den Hard Facts sowie eine Animation entwickelt, um dem Thema auch in anderen Medien Kontext zu geben.

Decode Diversity

Decode Diversity
Das Spiel zur Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identität

In diesem interaktiven Gruppenspiel erkunden Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse spielerisch die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten. Gemeinsam hören die Jugendlichen Audioaufnahmen, in denen Personen sich selbst beschreiben, und versuchen anhand von Hinweisen, die Identitäten der Personen in fünf Kategorien einzuschätzen: Zugewiesenes Geschlecht, Geschlechtsausdruck, Geschlechtsidentität, romantische und sexuelle Orientierung. Runde für Runde platzieren die Jugendlichen ihre Tipps auf dem Spielbrett, bis die Identität und das dazugehörige Profilbild enthüllt werden.
Ein Spiel, das Empathie, Kommunikation über Sexualität und Verständnis für Diversität fördert!

Trash-to-Cash: Der intelligente Mülleimer –

Was wäre, wenn es eine Art Pfandsystem für Verpackungsmüll gäbe? Trotz des Trennsystems und der vermeintlich guten Recyclingquoten in Deutschland gehen im Verpackungsmüll viele wertvolle Materialien verloren. Die zentrale Frage dieser Arbeit zielt daher darauf ab, ob eine frühe, materialbasierte Trennung von Verpackungsmüll – auf Haushaltsebene – das Recycling steigern kann und über ein nutzerfreundliches Rückgabesystem zu einem doppelten Wert führt: Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.

Das Schulbuch – gedruckter Anachronismus?!

Die Gestaltung von Schulbüchern spielt eine zentrale Rolle im Bildungsprozess. Sie prägt, wie Lerninhalte präsentiert und wahrgenommen werden, und beeinflusst maßgeblich die Motivation und den Lernerfolg. Betrachtet man den deutschen Schulbuchmarkt, fällt jedoch auf, dass trotz der zentralen Bedeutung dieser Medien die visuelle Gestaltung von Schulbüchern sich sehr langsam weiterentwickelt und wenig mit dem zu tun hat, wie aktuelles Grafikdesign unsere Medienlandschaft prägt. Die Masterthesis untersucht die Entstehung, Funktion und Gestaltung deutscher Schulbücher und entwickelt darauf aufbauend ein Gestaltungskonzept für ein modernes Schulbuch. Der praktische Teil setzt dieses Gestaltungskonzept exemplarisch in der Neugestaltung des Schulbuches Terra Geografie 8 vom Ernst Klett Verlag um. Ziel der Arbeit ist es, zu zeigen, welchen Anteil die visuelle Gestaltung zur Schulbuchentwicklung beitragen kann und welchen Unterschied ein gut gestaltetes, zeitgenössisches Bildungsmaterial macht.

Rebound

Rebound ist eine kritische Reflexion über unsere schnelle, technisierte Welt und ihren Einfluss auf die wertvollste aller menschlichen Ressourcen: Lebenszeit. Der Begriff Reboundeffekt beschreibt den Umstand, dass die effizientere Nutzung einer Ressource paradoxerweise oft zu einem Mehrverbrauch führt. Digitale Werkzeuge sollen unser Leben erleichtern; sie versprechen Komfort und Zeitersparnis. Doch in Wirklichkeit fühlen wir uns zunehmend gestresst und erschöpft. Liegt das daran, dass Effizienz im Kapitalismus stets als Anlass gilt, mehr zu leisten? Dabei stoßen wir längst an menschliche Grenzen. Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen nehmen zu. Anstelle von Freiheit und Leben treten Selbstoptimierung und ständige Erreichbarkeit.
In sechs Arbeiten beschäftige ich mich mit verschiedenen Aspekten unserer kapitalisierten Existenz, in der unsere Zeit längst zur Ware geworden ist – nützlich, verwertbar, selten für uns selbst bestimmt.

ne(s)t

Das modulare Produktsystem „ne(s)t“ schafft auf versiegelten Flächen neue Lebensräume für Fluginsekten und Vögel, indem es Nistplätze und Nahrungsquellen in einer flexiblen, stapelbaren Struktur vereint.
Vier kombinierbare Module aus recycelbarer Keramik lassen sich standortspezifisch anpassen und kombinieren. Durch gezielte Bepflanzung und variable Nisteinsätze entstehen artgerechte Lebensräume, die isolierte Biotope verbinden und den genetischen Austausch fördern.
Das autarke, wartungsarme System benötigt keine zusätzliche Bewässerung und ist vollständig kreislauffähig. Die Kombination aus Habitat und Nahrung, nachhaltigem Materialeinsatz und funktionalem Design macht „ne(s)t“ zu einem innovativen Beitrag für urbane Artenvielfalt.
Der Fokus liegt nicht auf menschlicher Nutzung, sondern auf dem Wohl anderer Lebewesen – ein Beispiel für zukunftsweisendes, environment-centered Design und ökologisches Bewusstsein im Stadtraum.

Balance von Ornament und Körper

Die Arbeit Balance von Ornament und Körper sucht Wege, ein Erscheinungsbild für Bekleidung zu erschaffen, welches den skulpturalen Aspekt des Körpers aufgreift und mit den Prinzipien der Ornamentik experimentiert.

Durch das Spiel mit der Darstellung von Abstraktion und Körperbezug entstehen Formensprachen und Ausdrucksformen, welche die Balance und Akzentuierung der ausgewogenen Verteilung am Körper untersuchen.

Der Fokus liegt dabei auf einer in sich schlüssigen Komposition des Erscheinungsbilds.
Anhand der technischen Umsetzung der textilen Flächengestaltung in der Strickerei wird nach Möglichkeiten gesucht, den entworfenen Ornamenten eine weitere Facette ihres Ausdrucks zu verleihen und die Entwürfe im Gesamtbild ihrer Erscheinung im Textil zu veranschaulichen.

Capturing Fluids

Capturing Fluids erforscht das Vergehen von Zeit durch fotografische Experimente mit schmelzendem Eis und sensorischen Verformungen. Die zentrale Frage lautet, ob und wie das Vergehen der Zeit sichtbar gemacht und in Form gebracht werden kann und wie es möglich ist, etwas so Ungreifbares wie die Zeit zu materialisieren. Durch analoge und digitale Übersetzungsprozesse entsteht eine Schmuckkollektion aus 925er Sterlingsilber, Acrylglas und Bergkristall, die eine Faszination für den ständigen Fluss und die Vielschichtigkeit der Zeit verkörpert. Inspiriert von den Formen schmelzenden Eises hält jedes Schmuckstück einen flüchtigen Moment fest.

Fragments

Mit experimentellen Ansätzen im traditionellen keramischen Gießen erkundet die Serie FRAGMENTS die faszinierende Ästhetik von Zerstörung und Erneuerung. Jedes Gefäß fängt das fragile Gleichgewicht zwischen Enden und Neuanfängen ein – wie ein Phönix, der aus der Asche steigt.
Das Zusammenspiel unregelmäßiger Oberflächen, scharfer Kanten und markanter Ecken verleiht jedem Stück seine charakteristische rohe Schönheit. Formen und Texturen entstehen durch die gezielte Zerstörung fester Gipsformen und vereinen dabei sowohl Gewalt als auch Zufall.
Geleitet von einem stark taktilen und experimentellen Ansatz wird jede Oberfläche individuell gestaltet, sodass unverwechselbare skulpturale Unikate entstehen.
Die Gefäße werden mittels eines modularen Systems gefertigt, bei dem einzelne Formelemente zu unzähligen einzigartigen Konstellationen gestapelt werden – so zahlreich und vielfältig wie die Sterne am Himmel.
FRAGMENTS spiegelt einen Prozess wider, der im Machen, Berühren und Erleben verwurzelt ist – ein Dialog zwischen Hand, Material und Transformation.