Elementum

Elementum ist ein Entwurf, der exemplarisch eine Methode zur dreidimensionalen Verformung von Holz untersucht. Das Holz wird dabei ausschließlich durch Spannung verformt – ohne den Einsatz von Dampfbiegen oder Formverleimen. Der Fokus des Entwurfs liegt auf der Erprobung und Evaluierung dieser Methode, die am Beispiel einer Liege untersucht wird.

Ein aus Holz ausgeschnittenes „Stadionrund“ bildet den Rahmen für eine textile Sitz- und Liegefläche. Der Rahmen wird mithilfe von Spanngurten in Form gebracht, auf ein Metallgestell montiert und anschließend mit Textil bespannt. Nach der Montage halten Bespannung und Gestell das Holz in Form – die Gurte sind nicht mehr nötig. Die Kurven des Rahmens wölben sich auf und zeichnen die Spannung nach. So entsteht aus dem flachen Holzrahmen ein Volumen. Diese Konstruktion ermöglicht es, die Liege flach zu verpacken und zu transportieren. Die Liege bietet Platz für zwei Personen und durch ihre gewölbten Kurven eine komfortable Kopfstütze.

Nachhaltiges Industriedesign

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit führte ich Interviews mit regionalen Industrieunternehmen, darunter Reiling Glasrecycling. Das Unternehmen gewährte mir Einblicke in die Herausforderungen der Glasverarbeitung, insbesondere in Bezug auf den Reststoff, der im Recyclingprozess anfällt und mit seiner Korngröße von 1–2 mm wie Sand wirkt. Glas kann nicht von der Natur abgebaut werden, daher muss es neu gedacht werden, um eine nachhaltige Nutzung zu ermöglichen und die Entsorgung auf Deponien zu vermeiden.

Ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit sind Experimente zur Umwandlung von Glasabfällen in wertvolle Ressourcen. Mein Ziel ist es, eine neue Ressource zu schaffen, die einen weiteren Lebenszyklus erhält und einen nachhaltigen Kreislauf etabliert. Das Konzept des Cradle-to-Cradle-Systems begleitete mich dabei.

Innerhalb der zehn Wochen meiner Bachelorarbeit konnte ich erste Platten aus recyceltem Glas herstellen. Daher wird die Forschung an diesem Material gezielt fortgesetzt.

Auf einer Leinenlänge

Meine Bachelorarbeit soll gezielt sensibilisieren und Bewusstsein für die Thematik der Hund-Mensch-Beziehung schaffen.

Die hohe Rücklaufquote von Hunden in Tierheimen zeigt, dass – trotz umfangreicher Informationsangebote – nach wie vor mangelndes Bewusstsein für das Thema Hund-Mensch-Beziehung und die damit verbundene Verantwortung besteht. Es besteht dringender Bedarf, Hundebesitzer*innen und potenzielle Hundehalter*innen besser aufzuklären und zu sensibilisieren.

Für folgende Fragestellung habe ich eine gestalterische Lösung in Form eines Designansatzes realisiert: Wie und in welcher Form kann Aufklärung ein Bewusstsein für die Bedeutung einer harmonischen Hund-Mensch-Beziehung schaffen, um Verantwortung und Selbstreflexion bei potenziellen Hundehalter*innen, Hundehalter*innen und in der Gesellschaft zu fördern? Entstanden sind mehrere gestaltete Aufklärungsinhalte in Printform, zusammengestellt in einem Ordner.

Muted By Nature

“Muted by Nature” erforscht das Potenzial von Wolle als nachhaltigen, porösen Schallabsorber und untersucht, ob sie als wirksame und biologisch abbaubare Alternative zu herkömmlichen, nicht biologisch abbaubaren Materialien dienen kann.

Das Konzept konzentriert sich auf Pre-Consumer-Wolle, insbesondere auf grobe Wolle, die oft als Abfall betrachtet wird. Das Material wird so eingesetzt, dass sein inhärenter Wert hervorgehoben und seine Entsorgung vermieden wird. Die monomateriale Gestaltung erlaubt einfaches Recycling und fördert nachhaltige Produktionsprozesse.

Zudem untersucht das Projekt die akustischen Eigenschaften von Wolle, um sie in schallabsorbierende Anwendungen zu integrieren und der Lärmbelastung in Innenräumen entgegenzuwirken. Das entwickelte Zwei-Elemente-Absorberdesign ermöglicht flexible Anpassung in Größe, Ästhetik und erforderlicher Lärmreduzierung, abgestimmt auf unterschiedliche räumliche Anforderungen und Gestaltungskonzepte.

Sicherheitshalber

Wie sieht ein produktives Verhältnis im Umgang mit den eigenen Unsicherheiten aus, und mit welchen Techniken und Strategien versucht der Mensch den Sorgen und Zweifeln entgegenzutreten, um der Sicherheit halber ins Handeln zu kommen?
Dieser Frage nachspürend, wirft das Projekt einen Blick auf die Subkultur des Preppens als eine spezifische Form der Krisenvorsorge und Perspektive zur Selbstermächtigung.
Die Konfrontation mit den im Prepping propagierten Bildern, Selbstverständnissen, Werten und Normen führt in ein Spannungsfeld von Sicherheit und Verletzlichkeit und regt zur Frage an, was Sicherheit in ihrer materiellen wie zeitlichen Dimension ausmacht, inwiefern dabei Erzählungen von Zukunft Realitäten schaffen und welche Ästhetik diese mit sich bringen.

In gestalterischer Auseinandersetzung diese Momente reflektierend, sind eine wärmende Powerstation, die Licht ins Dunkel bringt, ein tragendes Seil und ein portabler Wassersammler entstanden.

Play. Pause. Design.

Um der Bildsprache von Musik einen Ansatz zu bieten, der nicht nur Emotionen mit Melodie und Klang verbindet, sondern auch technische und physikalische Aspekte des Entstehungsprozesses und der Produktion berücksichtigt, wurde ein Musikstück analysiert und auf Basis der einzelnen isolierten Spuren eine Bildsprache entwickelt, die wie eine visuelle Übersetzung funktioniert.

Mithilfe von stem splitting wurde das Musikstück After Rain von Dermot Kennedy in seine einzelnen musikalischen Spuren aufgeschlüsselt: Gesang, Gitarre, Streicher, Bass und Drums. Jede Spur wurde isoliert betrachtet und grafisch herausgearbeitet. Aus der technischen Darstellung der vorhandenen Tonsignale wurde für jede Spur ein eigenes repräsentatives grafisches Element entwickelt. Abschließend wurden die Spuren entsprechend der Liedstruktur zu einem grafischen Gesamtgefüge zusammengesetzt, woraus sich eine visuelle Übersetzung des Musikstücks offenbart.

PLASTIC HUMANS

Das Projekt Plastic Humans untersucht die Präsenz von Mikroplastik im menschlichen Körper und fragt nach den langfristigen Folgen dieser unsichtbaren Belastung. In einem spekulativen Zukunftsszenario wird Mikroplastik bei der natürlichen Zersetzung des Körpers nach dem Tod freigesetzt. Um eine weitere Kontamination zu verhindern, werden die Körper eingeäschert, die plastikbelasteten Überreste analysiert und zu neuartigen Urnen geformt. Der Plastic Human setzt sich aus den drei stärksten Mikroplastikkonzentrationen zusammen, die ein Mensch in sich trägt. Jeder Kunststoff hat seine eigene Form. Die Kombination aus Wissenschaft, Design und spekulativer Narration macht die unsichtbare Bedrohung durch Mikroplastik sichtbar und soll zum Nachdenken über die möglichen Auswirkungen unseres Konsumverhaltens anregen. Plastic Humans ist eine kritische Auseinandersetzung mit den Spuren, die wir hinterlassen – und mit einer Zukunft, in der Menschen selbst zu Plastikprodukten werden.

Panta Rhei

Bahnhöfe sind zentrale Knotenpunkte unseres Alltags und prägen unser Zusammenleben im urbanen Raum. Die Fülle an Reizen und Informationen führt bei vielen Reisenden zu Stress und Überforderung. Um dem zu begegnen, entwickeln wir individuelle Strategien, die jedoch zunehmend zur sozialen Abschottung führen.

Panta Rhei setzt hier an und bietet einen Maßnahmenkatalog zur Vereinfachung der visuellen, olfaktorischen und auditiven Wahrnehmung in Bahnhöfen – exemplarisch angewandt am U-Bahnhof Alexanderplatz in Berlin.

Das modulare System lässt sich flexibel an räumliche Gegebenheiten anpassen und kann sowohl bei Neubauten als auch im Bestand angewendet werden. Das Leitsystem basiert auf der Anzahl der Ein- und Ausgänge und unterstützt eine intuitive Orientierung. Ergänzend verbessern Deckenmodule mit funktionalen Inlays die visuelle und olfaktorische Raumwahrnehmung.

Panta Rhei schafft neue Qualitäten für den öffentlichen Raum und stärkt so das soziale Miteinander.

AURA_1989: GEGENWART WIRD VERGANGENHEIT

Ausgehend von der Frage, was von einer vermeintlichen Ost-Identität nach 35 Jahren Wiedervereinigung geblieben ist, untersucht das Projekt erinnerungskulturelle Narrative jenseits der Verkürzung auf die SED-Diktatur. Die Arbeit zielt auf eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit gelebten Realitäten in der DDR und fragt nach ihrer Relevanz im heutigen Stadtraum. Oral-History-Interviews bilden die Grundlage für eine gestalterische Intervention am Marx-Engels-Forum in Berlin: ein Prototyp für eine augmentierte Erinnerungslandschaft, die sich über die ehemalige sozialistische Zentrumsfläche Berlins erstreckt. Die Artefakte der Ost-Moderne werden dabei als Träger subjektiver Erinnerungen neu kontextualisiert. Mit Blick auf neue Medienformate und Zielgruppen entsteht eine interaktive Form der Geschichtsvermittlung zwischen Stadt, Gedächtnis und digitaler Erweiterung – ein Raum für Erinnerung jenseits des binären Erzählens.

Textile Science + Fiction

Textilien sind das dem Menschen nächste Material und begleiten seit jeher seine kulturelle Entwicklung. Als ästhetische Gestaltungsdisziplin und kulturelle Praxis besitzt das Textildesign im Spannungsfeld zwischen Materialdesign und User-Experience das Potenzial, das um den Menschen zentrierte Anthropozän sowohl sinnlich zu erfahren als auch zu hinterfragen. Daher ist das Textile in den großen Narrativen der Zukunft nicht wegzudenken.
Zwischen dieser symbiotischen Welterfahrung und einer auf Technologie basierten Umweltrekonstruktion wird in der vorliegenden Arbeit der Einsatz von künstlicher Spinnenseide diskutiert.