From Scraps to Sculpture

Ich suche oft nach Materialien in Kisten in alten Garagen oder Hinterhöfen, alten Tischplatten, Schrottplätzen oder nach Gegenständen, die auf der Straße entsorgt wurden, und verwandle das Zerbrochene wieder in etwas Ganzes. Indem ich diese Überbleibsel mit einem von mir entwickelten Silikon verbinde, möchte ich alten Objekten neues Leben schenken. Die Steine, die ich von Steinmetzbetrieben sammle, wurden möglicherweise aufgrund von Farb-, Qualitäts- oder Strukturfehlern aussortiert. Ein einzelner weggeworfener Stein kann leicht übersehen werden, doch wenn sie kombiniert und als Bausteine verwendet werden, spielt jeder Stein eine wichtige Rolle beim Entstehen der bleibenden Skulpturen. Die Belastung für die Umwelt durch den Transport von Steinen oder Materialien aus mineralreichen Regionen in Übersee ist enorm. Der Bergbau hinterlässt kahle und verschmutzte Landschaften, und wenn diese Steine dann nach Deutschland gebracht und anschließend entsorgt oder als ungeeignet für den kommerziellen Gebrauch eingestuft werden, hinterlässt das einen hohen ökologischen Fußabdruck. Die von mir entwickelte Technik ermöglicht es, diese Materialien in einem zeitgenössischen Kontext zur Geltung zu bringen.

MASK; THE CONTEXTUAL CRY

Dieses Projekt hinterfragt konventionelle Definitionen von Schmuck und positioniert sowohl Masken als auch Schmuckstücke als Werkzeuge zur Vermittlung von Identitätsveränderung und Selbstausdruck. Indem Schmuck als tragbare Maske betrachtet wird, untersucht die Arbeit, wie Schmuck als Brücke zwischen dem Physischen und dem Immateriellen dienen kann und es der Trägerin bzw. dem Träger ermöglicht, sich in einem kontinuierlichen Zustand der Metamorphose zu befinden.
In einer heutigen Welt, die durch Zeit, Raum und starre soziale Strukturen eingeschränkt ist, erlaubt Schmuck — wie auch die Maske — seinem Träger, diese Grenzen zu überwinden und einzigartige Identitäten besser auszudrücken. Verwendete Materialien sind Edelsteine, Holz und Gold.

A Sonic Graphic Experience

Was wäre, wenn Objekte in einer eigenen verbalen Sprache anfingen zu sprechen? Die Arbeit lässt eine Auswahl an allgegenwärtigen Grafikdesigns buchstäblich zu Wort kommen. Sie schlägt ein System vor, das zweidimensionale Formen in menschliche Laute übersetzt. Der Bouba/Kiki-Effekt diente als Startpunkt, um zwanzig Wörter zwischen Kiki und Bobo zu finden, die den Parametern geradlinig und gebogen sowie spitzwinklig und stumpfwinklig zugeordnet wurden. Betonungen der Wörter wurden anhand von bildlicher Komposition mithilfe der Drittelregel und des goldenen Schnitts hinsichtlich Pathos ermittelt. Die Stimmen liehen zwanzig prominente Persönlichkeiten, die je eins der gefundenen Wörter vor laufendem Mikrofon gesagt haben.

Für die Ausstellung wurde die jeweilige Rede eines Objekts basierend auf den festgelegten Regeln ermittelt. Per Augmented Reality konnte sie gehört werden. Die Rückseiten wurden mit designgeschichtlichen Informationen im Siebdruckverfahren versehen.

testnest

testnest ist ein haptisches Baukastensystem zur Gestaltung von physischen Userinterfaces. Der kompakte Koffer enthält verschiedene Bedienelemente in Modulform, CAD-kompatible Verbindungselemente sowie ein Kartenset mit visuellen Anleitungen und Maßvorgaben für die Detailgestaltung. Designer*innen können die Module direkt am z. B. 3D-gedruckten Prototyp durch einen LEGO-ähnlichen Steckmechanismus ausprobieren, Varianten vergleichen und Nutzerfeedback einholen. Durch integriertes haptisches Feedback vermitteln die Module ein realistisches Bediengefühl. Dank modularem Aufbau ist das testnest in Designstudios, Hochschulen oder durch spezialisierte Toolkits für die jeweilige Branche einsetzbar. Das verspielte Branding mit Vogelmotiv und der Name verbinden Testen mit Kreativität, Spaß und Technik. testnest macht haptische Interfaces anschaulich erlebbar, verkürzt den Zugriff auf Fachwissen und gibt dem physischen Gestalten im digitalen Zeitalter neuen Raum.

Perfect World

Die Kollektion „Perfect World“ ist inspiriert von den Erfahrungen von Diskriminierung, Ungerechtigkeit und Gewalt, denen FLINTA-Personen in der patriarchalen Welt, in der wir leben, ausgesetzt sind. Ihre vielfältigen Emotionen – wie Wut, Traurigkeit, Verletzlichkeit, aber auch Stärke, Befreiung und Selbstbestimmung – spiegeln sich in den Materialien, Oberflächen, starken Kontrasten, Silhouetten, Mustern und bedeutungsvollen Symbolen wider.

Die Kollektion lädt die Betrachter*innen zum (Um-)Denken ein und hinterfragt vorgefasste Vorstellungen und Stereotype über Geschlecht und Kleidung sowie deren einschränkende Auswirkungen auf Individualität und Selbstausdruck. Elemente wie umgedrehte Hemden, überlange Ärmel, fehlende Stücke und unvollendete Kanten stellen gesellschaftliche Erwartungen infrage und öffnen den Raum für alternative Möglichkeiten.
So fördert „Perfect World“ ein tieferes Verständnis von Vielfalt und Individualität als bereichernde und stärkende Kräfte für alle.

Grid Sense

Deutschlands Umstieg auf erneuerbare Energien erfordert ein Umdenken in unserem Stromverbrauch — wir müssen verstehen, wann Energie im Überfluss vorhanden ist und wann sie knapp wird, ein Prozess, der als „Netzbilanzierung“ bezeichnet wird. Viele Deutsche möchten diesen Wandel unterstützen, wissen jedoch nicht, wie. GridSense Home ist ein minimalistisches Ambient-Gerät, das die Überwachung von sauberer Energie für alle einfach macht. Mit einer stromsparenden LED und einem digitalen Display zeigt es an, wie viel der verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen stammt und korreliert dies mit der Netzverfügbarkeit, um die Bürger:innen auf die Zukunft vorzubereiten. Entwickelt für die 3,8 Millionen Mieter:innen Berlins, die weder über Platz noch Kapital für eigene Erzeugung verfügen, fördert es einen bewussten Energieverbrauch ohne die Komplexität von Smart-Home-Technologie. GridSense liefert intuitive Einblicke in Gemeinschaftsräumen und bietet eine Begleit-App zur detaillierten Nachverfolgung. Entwickelt wurde das System im Rahmen einer experimentellen Studie zur Mensch-Computer-Interaktion, um herauszufinden, wie Energiedaten am besten dargestellt werden können, um einen Wandel im Verbrauchsverhalten zu fördern.

Symbios

Die marine Biodiversität steht unter enormem Druck. Der Klimawandel und zunehmende menschliche Eingriffe bedrohen weltweit die marinen Ökosysteme. Mit dem Wachstum der Weltbevölkerung steigt auch der Druck, die Ozeane intensiver für die Landwirtschaft — insbesondere zur Nahrungsmittelproduktion — zu nutzen. Diese Arbeit stellt die Fragen: Wie können Mensch und Natur sich den Raum des Ozeans künftig teilen? Und wie lassen sich die Fehler der konventionellen Landwirtschaft im Ozean vermeiden?

Das Ergebnis ist Symbios – ein Bojensystem für den Seetang-Anbau in Nordeuropa. Das modulare System besteht aus einer zentralen Mutterboje, mehreren Tochterbojen und einem IoT-basierten Überwachungsgerät. Durch Teilernte und automatisierte Bewegung zwischen verschiedenen Wassertiefen ermöglicht Symbios den Landwirten eine ganzjährige Algenkultivierung und bietet gleichzeitig ein stabiles, dauerhaftes Habitat für marine Ökosysteme. Automatisierung und digitale Überwachung reduzieren kostspielige Fahrten zur Farm und minimieren Störungen des umliegenden Meereslebens.

Turning the Lights On

Dark Patterns sind böswillige, absichtliche und strategische Designpraktiken, die von digitalen Plattformen eingesetzt werden, um Nutzer*innen zu Handlungen zu verleiten, die sie sonst möglicherweise nicht vorgenommen hätten – etwa den Abschluss unerwünschter Abonnements, das Teilen persönlicher Daten oder unbeabsichtigte Käufe. Diese täuschenden Interfaces sind kein Zufall; sie werden sorgfältig gestaltet, um Unternehmen zu nutzen – auf Kosten der Nutzerautonomie und informierten Einwilligung.

Laut der Europäischen Kommission setzen alarmierende 97 % der beliebtesten Online-Plattformen und 40 % aller E-Commerce-Seiten weiterhin Dark Patterns ein (Europäische Kommission, 2022). Dies wirft dringende Fragen zur ethischen Verantwortung von digitalen Designer*innen und zur Rolle von Design bei der Steuerung des Online-Verhaltens auf.

Dieses Projekt zielt darauf ab, ein durchsetzungsfähiges technisches Werkzeug zu entwickeln, das aktiv Dark Patterns in digitalen Produkten identifiziert und reduziert. Durch die Kombination von Expertinnenkonsens mit KI-gestützten Mechanismen soll das Tool Designerinnen und Regulierungsbehörden bei der Bekämpfung von Dark Patterns unterstützen.

HYPERUNIFORMITY

Wie lässt sich abstraktes wissenschaftliches Wissen vermitteln, sodass es Neugier weckt, verständlich wird und zum Austausch anregt? Diese Frage steht im Zentrum der Diplomarbeit, die das wenig bekannte mathematische Konzept der Hyperuniformität – ein Ordnungsprinzip mit Potenzial für Biologie, Physik und zukunftsweisende Stadtplanung – einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen will.

Ziel ist es, abstrakte Wissenschaft im öffentlichen Raum durch ein breit angelegtes interaktives Ausstellungskonzept erfahrbar zu machen. Drei aufeinander aufbauende Exponate wurden realisiert: mathematische Grundlagen, die per Gestensteuerung erfahrbar sind („Verstehen“); interaktiv erkundbare Anwendungsbeispiele („Entdecken“); sowie das Einbringen eigener Perspektiven als Ausgangspunkt für neue Forschung („Weiterdenken“).

Die abschließende Evaluation zeigte, dass Interaktivität, Attraktivität und narrative Gestaltung die Besuchenden motivieren, sich engagiert und offen mit komplexer Forschung auseinanderzusetzen.

Soft Filament Winding

Polstermöbel sind ein etablierter Bestandteil eines jeden Wohnzimmers sowie des öffentlichen
Raums. Doch gerade, weil sich traditionelle Polster so flächendeckend durchgesetzt haben, ist
auch das Problem ihrer großen ökologischen Belastung sowie ihrer geringen Recyclingfähigkeit
aktueller denn je. Nichtsdestotrotz gibt es kaum etablierte Alternativen auf dem Markt. Ziel dieser
Arbeit war es, das Potential der industriellen Fertigungs- und Verpackungsmethode “Wickeln“ für
die Herstellung von Polstermöbeln zu erforschen. Im Rahmen der Analyse unterschiedlicher
Wickelmethoden aus Industrie und Handwerk sowie der Kunst und Kultur wurden diese zu einer
Taxonomie zusammengefasst. Im Zuge der Arbeit entstand dafür eine Reihe an Artefakten, die
sich den unterschiedlichen Qualitäten traditioneller Polstermöbel über verschiedene Ansätze
nähern. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für den Entwurf des Soft Bounce
Sofas, welcher die Möglichkeiten, exemplarisch veranschaulicht.