Ziel der Arbeit ist es Sperrmüll als Ressource zu erschließen und zu Wertstoff zu transformieren.
Udo ein aus 100% Sperrmüll gefertigtes Objekt, welches keine spezifische Nutzung vorgibt, jedoch durch seine Form- und Farbgebung sowohl skulpturale als auch funktionale Aspekte vereint.
So eignet sich UDO z.B. als Sitzgelegenheit, Tisch oder – wenn man UDO stapelt – als Regal. Die flexible Nutzung trägt zu einer Beschäftigung mit dem Objekt bei, was in einer Welt mit immer spezifischeren Produkten, einen spielerischen Umgang und eine flexiblere Sichtweise in Bezug auf die Nutzung von Objekten fördern soll.
Da Sperrmüll eine äußerst heterogene Materialquelle darstellt, werden unterschiedlichste Dekore und Farben – aus ehemals eintönigen Schränken und Regalen – zu einer stets einzigartigen Bricolage vergangener Farbtrends zusammengeführt. Eine handwerklich hochwertige Verarbeitung steht dabei der Minderwertigkeit des Ausgangsmaterials gegenüber und verändert dessen Wertschätzung.
Kategorie: mixed
Cary
In der initialen Auseinandersetzung mit dem Einfluss des demografischen Wandels wurden Bedürfnisse der verschiedenen Alters- und Gesellschaftsgruppen in Alltagsprozessen untersucht. Das Bewältigen einer Treppe in verschiedenen Situationen und mit individuellen Ressourcen bildet schlussendlich den Kern des Entwurfs. Cary stellt eine neue Art von nachrüstbarem Treppenlift dar. In der Nutzung als Steighilfe sollen individuelle Kompetenzen erhalten bleiben, als Lastenlift ist es möglich schwere Alltagsgegenstände sicher zu transportieren und als Personenlift können die Treppen vergleichbar zu einer Rolltreppe bewältigt werden. Im Gegensatz zu bestehenden Lösungen werden somit altersgruppenübergreifende Bedürfnisse angesprochen, um eine umfassendere Unterstützung für mehr Personen anzubieten.
PRO/CESS
PRO/CESS ist ein gendersensibler, vollständig individualisierter und additiv gefertigter Fahrradsattel. Das Konzept umfasst im Gegensatz zu determinierten Produkten einen offenen und lernbereiten Prozess, der die partikularen Bedürfnisse von Nutzer*innen fokussiert und geschlechtliche Standards verwirft. Als ergonomische Vorlage wird über eine App mithilfe einfacher Bilderkennungstechnologie ein 3D-Modell des eigenen Hinterns erstellt. Zusammen mit weiteren Angaben zu Körpereigenschaften und Präferenzen werden darauf basierend Form, Größe, Polsterung und Look des Sattels im parametrischen CAD-Modell angepasst. Entsprechende Daten für die Fertigung im FDM und SLS 3D-Druck sind frei zugänglich und können wahlweise eigenständig, community-based oder in Microfactories hergestellt werden.
Neben dem individuellen Produkt soll das Projekt einen gendersensiblen Design- & Produktprozess aufzeigen, der Partizipation anregt und sich fluide und kontinuierlich weiterentwickelt.
Handwerkerauto der Zukunft
Trotz der fortschrittlichen Technologie im Bereich der Transportmittel und Nutzfahrzeuge, sind wenig Angebote zu finden, die eine nennenswerte Entlastung für den/die Arbeiter*innen bieten.
Idealerweise muss ein Ausgelich zwischen Ästhetik, Funktionalität, Brauchbarkeit, Benutzer- und Umweltfreundlichkeit gefunden werden, um den Berufsstand durch das Handwerkerfahrzeug zukunftsgerecht zu machen.
Der Sachverhalt gab den Impuls, dieses Problem zu lösen und die Handwerker*innen bei der Hantierung mit dem Auto zu entlasten und das Handwerkerauto als ganzes attraktiver und aufregender zu gestalten.
Die Reduktion der physische und psychische Belastung im Zusammenhang mit dem Handwerkerfahrzeug soll sich daraufhin positiv auf den gesamten Arbeitsablauf auswirken und das Erscheinungsbild das Interesse für diesen Berufsstand erhöhen. Die Ausarbeitung beruht auf fachmännischen Expertisen und beinhaltet eigene Analysen aus der Beobachterperspektive. Ergeben hat sich eine Gestaltung, die die technischen Eigenschaften und deren Vorteile aus unterschiedlichen Sphären kombiniert und sie auf ästhetische, funktionale, benutzer- und umweltfreundliche Art und Weise vereint. Die Interaktion mit dem Auto erweckt Begeisterung bei dem Handwerker und zusammen mit dem äußeren Erscheinungsbild wird Interesse bei außenstehenden Betrachter hervorgerufen.
Museum of Alternate History
Was wäre, wenn sich Europa nicht vor dem Hintergrund des Patriarchats, sondern eines Matriarchats entwickelt hätte? Welche Geschichten würden seine historischen Artefakte erzählen? Wie würden sie aussehen und welche Aktionen würden sie unterstützen? Und könnten sie uns dazu inspirieren, unsere gesellschaftlichen, historischen, sozialen und politischen Strukturen kritisch zu re-evaluieren?
“Im Wiedererzählen der Ursprungserzählungen untergraben die Cyborg-Autorlnnen die zentralen Mythen vom Ursprung der westlichen Kultur.” (Donna Haraway)
Das Museum of Alternate History behandelt die Geschichtsfiktion eines europäischen Matriarchats. Es kommentiert unter anderem die patriarchalische Einordnung von Körpern in zwei “gegensätzliche” Geschlechter und die Unterwerfung weiblicher und nicht-hetero-normativer Individuen. Sechs Objekte und ihre beschreibenden Texte fordern so die Auseinandersetzung mit vielseitigen politischen, sozialen und kulturellen Themen.
Vertrau mir
Zu Beginn des Projektes habe ich mich mit Massenmedien auseinandergesetzt und deren Darstellung von Informationen. Dabei setzte ich meinen Recherchefokus auf Geschichten, bei denen die Autor*innen bestimmte Informationen übertrieben betont haben [oder weggelassen]. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild der wahren Geschichte und wirft die Frage auf, inwieweit diese Wahrheit darin überhaupt noch vorhanden ist, oder ob sie so verändert wurde, dass etwas Neues entstanden ist, mit einer neuen Geschichte. Bleibt die Geschichte dabei die gleiche Geschichte?
analog (be)greifbares digitales Design
Das Projekt setzte sich mit der zunehmenden Digitalisierung von Gestaltungsprozessen im Design auseinander und dessen Auswirkungen auf die komplexen Wahrnehmungen von Designer*innen. Untersucht wurde, ob die Rückbesinnung auf analoge, physische Gestaltungsmethoden durch ein intuitives Moment zu mehr Begreifbarkeit verhelfen kann.
Entworfen wurde ein auf analoge Gestaltungsprinzipien beruhendes, experimentelles Werkzeug – kurz »Spielraum«. Es bildet einen dynamischen und flexiblen Gestaltungsraum in dem dreidimensionale, physische Objekte entstehen. Das Erscheinungsbild der Belegstücke wird direkt und intuitiv modifiziert.
Im Fokus dieser Arbeit steht der gestalterische Prozess und der Dialog zwischen Material und Designer*in. »Spielraum« wirkt den zunehmend digital konditionierten Bewegungen durch physische und taktile Erfahrungen entgegen. Es entsteht ein Wechselspiel zwischen Wissen und physischen Erfahrungen.
KUBO – Die Kunstbox
KUBO ist ein modulares System aus stapelbaren Holzboxen mit fluoreszierenden Acrylglaseinsätzen die einzeln herausnehmbar sind. Die Deckel der Boxen funktionieren gleichzeitig als Schablonen oder Raster. Zusätzlich zu den thematisch abgeschlossenen Boxen bietet eine Archivbox Platz für Skizzenbücher und Papier. Jede Box enthält eine Auswahl an festen und flüssigen Farben, ein Begleitheft, in dem das Material erklärt wird und Anregungen zu Techniken und Methoden zum selbstständigen Arbeiten gegeben werden, sowie 10 Kunstpostkarten zum jeweiligen Themenbereich. Sie stellen einen Bildfundus dar, Fragekarten bieten eine Reflexionsebene, um ein Vokabular zu entwickeln, um über Bilder zu sprechen. Durch eine Kooperation mit Kremer Pigmente kann KUBO eine hochwertige Qualität des Materials gewährleisten. Denn mit gutem Material macht Kunst am meisten Spaß! KUBO ist seriell angelegt, thematisch erweiterbar und zu 100% nachhaltig.
Switch2
Switch2, ein funktionales Stuhldesign, schafft eine persönliche Interaktion in unserem Arbeits- als auch Privatleben. Mit einem Wechsel der Sitzposition und der Perspektive bietet er die Chance bewusst eine Veränderung zu erzielen und sich in der aktuellen Situation einzurichten. Der Stuhl sorgt sowohl mit seiner vergleichbar kürzeren Sitzfläche und längeren Lehne für eine aufrechte Sitzposition, als auch umgedreht für eine entspannte Haltung: ein klassischer Stuhl umkonfiguriert zu einem Lounge Chair. Mit einem einfachen Handgriff, fast magisch ohne Kraftanstrengungen, lässt sich die Sitzfläche und Lehne in einer rollenden Halbkreisbewegung „umswitchen“. Stufenlos kann er beliebig eingestellt werden, ohne dem Nutzer eine bestimmte Haltung für seine Tätigkeit vorzuschreiben. Klassische Materialen und ein schlichtes Design, vereint mit einer funktionalen Anwendungsmöglichkeit, schaffen ein modernes Möbelstück in unserem Alltagsleben.
HUDDLE
Huddle ist ein Möbelset für Büro- und Coworking-Spaces, das den Anwendern eine leicht anpassbare Lösung sowohl für die individuelle als auch für die kollaborative Arbeit bietet.
Das Set besteht aus einem Schreibtisch und einem Regal, das als Ablage und Stehtisch dient. Beide Elemente haben hohe Rückenrahmen für die Montage von Akustikplatten, die sich nahtlos in die Metallstruktur einfügen. Diese Kombination des horizontalen Raums mit einer vertikalen Fläche erhöht neben der Maximierung der verfügbaren Arbeitsfläche den Komfort des Benutzers, indem sie Privatsphäre in einem offenen Raum bietet.
Der industrielle Charakter der Werkstatteinrichtungen wird durch langlebige Materialien in einer modernen Ästhetik referenziert. Huddle-Möbel eignen sich nicht nur für Werkstätten oder Büroräume, sondern können auch als Basis für die gemeinsame Arbeit verschiedener Haushaltsmitglieder dienen – eine “Arbeitszone”, die in den Rest des Interieurs zu Hause integriert ist.