On Economic Development and Social Welfare in the Third World: A Community Research Project in Jhimpir, Pakistan.

Konouz Saeed

Juli / July - 2018

Hochschule für bildende Künste Hamburg

Was ist es?

Eine Bildprojektion (gefolgt von einem Beschreibungstext).

Das Foto wurde in einer Wüstenregion in Sindh, Pakistan aufgenommen. Ursprünglich war es Zweck der Aufnahme, Wirksamkeit und Umsetzung einer CSR-Maßnahme einer internationalen Entwicklungs- und Finanzinstitution zu belegen. Die Maßnahme war Teil und Voraussetzung für ein finanzielles Investment in einen Windpark vor Ort.

Was ist das Thema?

Die Arbeit befasst sich mit kritischer Reflexion, Empathie und unserem Verständnis für Communities, die sich mit westlichen Interventionen auseinandergesetzt sehen. Insbesondere in Entwicklungsländern ist das Ziel dieser Interventionen meist, die Lebensbedingungen dieser Communities zu "verbessern". Daher ist es eine fundamentale Frage für transnational agierende Designer, Künstler, Aktivisten und Institutionen, zu reflektieren wie wir Andere wahrnehmen und wahrgenommen werden. Dies bedingt, wie wir uns in das soziale und politische Gefüge fremder Communities einfügen und inwiefern wir kritisch auf die Auswirkungen unseres Handelns schauen.

Warum sieht es so aus?

Foto und Text setzen die Auswirkungen solcher Interventionen gemeinsam in Kontext. Das Foto kann als Versuch der Community verstanden werden, eine Realität zu repräsentieren, die unseren westlichen Erwartungen entspricht. Um den Eindruck einer formell konstruierten Gesellschaft zu vermitteln, werden Autorität (im Bild repräsentiert durch Vertreter von Polizei und Armee) und "fortschrittliche" Objekte (repräsentiert durch den Computer), im Bild positioniert. Der Computer nimmt dabei ausschließlich eine repräsentative Funktion ein: Seine Anwendung wird nicht thematisiert.

Was ist das Besondere?

In Zeiten der Globalisierung nimmt das Bewusstsein für sozioökonomische Probleme ebenso zu wie die Möglichkeiten transnational intervenieren und investieren zu können. Diese Interventionen können – trotz bester Absichten – negative Auswirkungen haben. Häufig ist ein Mangel an Empathie und Verständnis der Grund hierfür. Armut kann als klassisches Beispiel für ein solches, sogenanntes "Wicked Problem" gesehen werden: Häufig wird Armut auf den ökonomischen Aspekt reduziert, jedoch ist das Problem weitaus komplexer und sollte soziale Faktoren (z.B. die Ausgrenzung bestimmter Gruppen) sowie politische Faktoren (z.B. fehlende politische Vertretung dieser Gruppen) mit einschließen. Wenn wir Armut jedoch nur als einen Mangel an Einkommen und Ressourcen verstehen, ignorieren wir zugrundeliegende Faktoren wie soziale Hierarchien, Machtmissbrauch und Ausgrenzung und können daher das Problem nicht effektiv angehen.

Was ist neu?

Mein Ziel ist es, zur Reflexion fremder Lebensumstände und gesellschaftlicher Realitäten anzuregen. Nur wenn wir die kulturellen, politischen und sozialen Umstände einer Community verstehen, können wir ihre Probleme identifizieren und konstruktive Lösungen dafür schaffen.