Sound Wave

Gabriela Neumann and Victor Gonzalez

April / April - 2018

Universität der Künste Berlin

Was ist es?

Sound Wave ist eine interaktive multisensorische Installation, in der Musik, Bewegung und physikalische Prinzipien verschmelzen, um eine dynamische Freiformfläche zu erschaffen.

Über ein intuitiv zu bedienendes Interface können zwei Impulse gleichzeitig erzeugt werden: Klang und Bewegung, die in Synergie unerwartete visuelle Effekte erzeugen.

Was ist das Thema?

Wie ist es möglich, Klang in eine kinetische Form zu verwandeln? Stell dir vor, du gestaltest deine Umgebung während du musizierst oder Musik komponierst derweil sie visuell übersetzt wird. In der Natur, in der Mathematik, bildenden Kunst und Musik finden wir ähnliche Muster. Sie sind Proportionen, die in unserem Geist mitschwingen und uns ein Gefühl der Harmonie geben. Einfache harmonische Beziehungen, sowohl visuell als auch akustisch, beeinflussen unsere Emotionen positiv. Daher wurde die Beziehung zwischen unseren visuellen und akustischen Wahrnehmungen untersucht, wobei Harmonie durch das Entwerfen einer interaktiven Installation basierend auf den biomechanischen Prinzipien in der Natur hervorgehoben wird.

Warum sieht es so aus?

Mit der Idee, als endgültige Installation, einen Raum in Form einer Spirale zu entwickeln, in dem der Benutzer eintritt und den Effekt einer sich ständig verändernden Kammer erleben kann, während er/sie kontinuierlich Musik spielt, wurde erstmal eine kinetische Fläche innerhalb eines planaren Rahmens gebaut, die auch als Bildschirm wirken könnte. Um eine Oberfläche zu entwickeln, die sich entsprechend der Tonhöhe speziell ausgewählter Noten, Akkorde und Arpeggios bewegt, wurde ein parametrisches Design konzipiert, bei dem eine Oberfläche aus finiten Elementen (Streifen) besteht, die so miteinander verbunden sind, dass es möglich ist, einen zu kontrollieren und die anderen direkt zu beeinflussen.

Was ist das Besondere?

Wie komponiert man Musik, nicht nur nach ihrem Klang, sondern auch nach ihrem Aussehen? Um akustische und visuelle Harmonie gleichzeitig zu erforschen, wurden reinste Klänge und mathematische Beziehungen untersucht. Eine der frühesten Forschungen zu Musik und Mathematik befasst sich mit Pythagoras. Er entdeckte, dass die schönsten musikalischen Beziehungen auch einfache mathematische Beziehungen sind. Er erzeugte die harmonische Intervalle, die sich aus Klängen zusammensetzen, die auf der ganzen Welt und seit Beginn der Menschheit zu finden sind. Jedes gespielte Pad (oder Intervall, z. B. die Oktave 2:1, die Quinte 3:2, usw.) ändert die Form der Oberfläche, indem die Mitte der führenden Streifen nach oben oder unten verschoben werden. Die geometrische Beziehung zwischen der oberen und der unteren Kurve dieser Streifen steht in direktem Verhältnis zum gespielten Musikintervall und drückt daher harmonische Intervalle nicht nur akustisch, sondern auch visuell kontinuierlich aus, wodurch ein Gefühl einer Zeitachse entsteht.

Was ist neu?

Die Aktion des Interakteurs wird immer variieren. Das ist es, was die Installation als ein sich ständig veränderndes Element definiert, bei dem jede neue Intervention anders ist als die vorherige. Unabhängig vom Alter des Betrachters sollte dieser überraschende Moment die Neugier und die Kreativität des Interakteurs anregen. Es ist möglich, dass die Wahrnehmung der gespielten Musik durch zwei Sinne gleichzeitig ein ungewöhnliches emotionales Erlebnis hervorruft. Sound Wave ist eine explorative Installation, die im öffentlichen und privaten Raum in Bereichen wie Musik, bildende Kunst, Wissenschaft und Bildung sowie als visuelles Erlebnis für Menschen mit Hörbehinderungen eingesetzt werden könnte.