Fungaria

Fungaria ist ein illustriertes Pop-up-Buch, das die Geschichte eines jungen Mädchens namens Nan erzählt, das nach dem Verzehr eines sporenhaltigen Brotes in eine fantastische Welt aus Pilzkulturen gelangt. In Fungaria stößt sie auf ein Gesellschaftssystem, das stark von Vorurteilen und starren Rollenbildern geprägt ist.

Durch Freundschaften, Herausforderungen und kleine Veränderungen versucht Nan, bestehende Grenzen zu hinterfragen und gemeinsam mit anderen Bewohnern neue Wege zu finden. Das Buch thematisiert soziale Ungleichheit und lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, über Vorurteile nachzudenken.

Durch die Verbindung von fantasievoller Erzählung, detailreichen Illustrationen und interaktiver Pop-up-Technik bietet Fungaria einen Zugang zu komplexen gesellschaftlichen Themen – spielerisch, visuell und berührend.

Depot for Waste Deenactment

Ein materieller Gegenstand ist nicht von sich aus „Müll“, sondern wird erst durch seinen räumlichen und sozialen Kontext als solcher definiert. Die Symbolik von Gesten wie dem Wegwerfen oder dem Verstauen in Tüten und Mülleimern entwertet Materialien, indem sie unkenntlich, unsichtbar und zu einer undifferenzierbaren Masse aufgehäuft werden.

Das Depot for Waste Deenactment (DfWD) kehrt diese Gesten und ihre sozialen Zuschreibungen um und verarbeitet entsorgtes Material zu spezifischen Objekten zurück. Alle Objekte durchlaufen hierzu ein Protokoll materieller Fürsorge: inspizieren, sortieren, reinigen, dokumentieren, katalogisieren und lagern. Diese Schritte fungieren als produktive Rituale, die den Zustand der einzelnen Objekte als Abfall auflösen und ihre Potenziale wieder sichtbar und zugänglich machen – ohne sie dabei selbst zu verändern.

Was sehen wir also, wenn wir versuchen, „Müll“ als Kategorie zu verlernen und den Dingen, aus denen er besteht, noch einmal neu zu begegnen?

MindCo: Supporting Stroke Survivors and Families – Connecting, Cooperating, Collaborating

MindCo ist eine Plattform, die durch Stärkung familiärer Unterstützung und Zusammenarbeit von Patient*innen, Angehörigen und medizinischem Fachpersonal Schlaganfallbetroffene und ihre Familien bei Post-Stroke-Depression und der Rehabilitation unterstützt. Durch emotionale Interaktion, besseres Krankheitsverständnis und Austausch medizinischer Informationen entsteht ein Netzwerk.

Patient*innen verfolgen ihren Genesungsverlauf, verstehen ihre Erkrankung besser und nehmen aktiv an der Rehabilitation teil. Das stärkt ihr Selbstwirksamkeitserleben und senkt das Risiko einer Post-Stroke-Depression. Angehörige werden darin unterstützt, emotionale Begleitung zu leisten, medizinische Informationen zu erhalten und sich an Entscheidungen zu beteiligen – so werden sie verlässliche Unterstützer*innen.

Durch die gestärkten emotionalen Bindungen und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entsteht ein Netzwerk, das die psychische Gesundheit fördert und die Rehabilitation effektiv unterstützt.

CLUTTA

Unordnung kann mehr als nur ein ästhetisches Problem sein – sie kann die psychische Gesundheit, kognitive Kapazität und unsere Lebensqualität stark beeinflussen. Meine Arbeit soll die Akzeptanz von Unordnung fördern und eine Alternative zum Minimalismustrend bieten, während auf die individuellen Bedürfnisse von Nutzer:Innen eingegangen wird. Durch das Schaffen eines harmonischen Wohnumfeldes soll die Lebensqualität, insbesondere auf begrenztem Wohnraum, verbessert werden.

CLUTTA verbindet transparente Latexstreifen mit einer schwarzen MDF-Platte zu einem schlichten und funktionalen Design. Darin wird Unordnung vorübergehend gesammelt und der Raum strukturiert. Die Gestaltung fördert eine Auseinandersetzung von Nutzer:Innen mit ihren Besitztümern, ohne eine radikale Reduktion von Gegenständen zu fordern.

WASTED BEAUTY

WASTED BEAUTY ist ein visuelles Editorial-Projekt, welches sich mit Nachhaltigkeit, Konsumkritik und gesellschaftlicher Verantwortung in der Modebranche auseinandersetzt. In aussagekräftigen Bildstrecken wie Plastic Couture oder Re:NEW Nature wird Mode aus Abfall, recycelten Materialien und Biodesign neu gedacht – als künstlerischer und kritischer Ausdruck zugleich. Das Magazin verbindet Fotografie, Editorial Design und Storytelling zu einer ästhetischen Plattform, die aktuelle Themen wie Diversität, Gender Equality und Feminismus integriert. Dabei steht nicht nur die Frage im Raum, was wir tragen, sondern auch: Warum, wie und auf wessen Kosten? WASTED BEAUTY ist ein Appell, Mode als Medium des Wandels zu verstehen – kreativ, bewusst und mutig.

Reviving Traditional Crafts in the Digital Age

Dieses Projekt untersucht, wie das traditionelle Schuhmacherhandwerk durch digitale Technologien neu belebt werden kann. Mithilfe von 3D-Scans, virtuellem Prototyping und Augmented Reality entsteht ein hybrider Arbeitsablauf, der Handwerkskunst nahtlos mit modernen Werkzeugen verbindet. In Zusammenarbeit mit dem Schuhmachermeister Korbinian Ludwig Hess zeigt die Forschung, wie digitale Methoden traditionelle Techniken unterstützen, statt sie zu ersetzen — und so eine Zukunft gestalten, in der Handwerk und Innovation harmonisch koexistieren.

Im Zentrum dieses Workflows steht eine digitale Plattform, die Echtzeit-Designvisualisierung, Materialscans und AR-gestützte Überprüfungen ermöglicht und so eine nahtlose Verbindung zwischen digitaler Kreation und handwerklicher Fertigung schafft. Ziel ist es, die Kunst des Schuhmacherhandwerks zu bewahren und gleichzeitig die Effizienz und das kreative Potenzial neuer Technologien zu nutzen.

Dieses Projekt geht über das reine Schuhdesign hinaus — es geht darum, neu zu denken, wie wir gestalten, zusammenarbeiten und sicherstellen, dass jahrhundertealte Fertigkeiten auch in Zukunft inspirierend bleiben.

Let’s talk about Sorgearbeit und Altersarmut!

Unbezahlte Sorgearbeit, Alterssicherung und das Risiko von Altersarmut stehen in einem engen Zusammenhang, der im deutschen Rentensystem jedoch kaum berücksichtigt wird. Mithilfe der interaktiven Workshop-Materialien rückt diese unsichtbare Sorgearbeit in den Fokus. Die Teilnehmenden setzen sich mit ihren eigenen Biografien in Bezug auf Sorgearbeit auseinander, erleben in einem „Lebensspiel“ die Auswirkungen von Beruf, Familie und unbezahlter Sorgearbeit auf die Altersvorsorge und diskutieren gemeinsam gerechtere Zukunftsmodelle. Das Toolkit vereint Bewusstseinsbildung, spielerische Wissensvermittlung und kritische Auseinandersetzung. Es schafft einen emotionalen Zugang zu dem komplexen Thema Rente. Ziel ist es, aufzuklären und individuelle wie kollektive Handlungsspielräume sichtbar zu machen – für eine faire Alterssicherung, echte Gleichstellung und eine breite gesellschaftliche Debatte über den Wert unbezahlter Sorgearbeit.

Liminal Transition Method

Pubertät, digitaler Wandel oder Change Management – das Leben verläuft in Übergängen, in Zeiten, in denen das Vertraute endet und das Neue noch nicht sichtbar ist. Liminalität beschreibt diesen Schwebezustand zwischen zwei Welten: Durch das Trennen vom Alten (Trennungsphase) öffnet sich ein Raum der Unsicherheiten (Schwellenphase / Liminale Phase), in dem Neues entstehen kann (Angliederungsphase). Die Liminal Transition Method ist ein kreatives Werkzeug, das hilft, diese Übergänge bewusst zu gestalten. Sie verbindet existenzielle Ressourcen mit kreativen Techniken und schafft einen sicheren Rahmen, um Wandel aktiv zu nutzen. In sieben Schritten ermöglicht die Methode, Grundsätzliches zu reflektieren, eigene Ressourcen zu entdecken und bewusst neue Wege einzuschlagen. Sie stärkt die Fähigkeit, liminale Phasen zu erkennen, zu verstehen, zu akzeptieren und für eine langfristige personale Entwicklung zu nutzen. Ein Future-Skill in der sich wandelnden Welt.

MaterialSpace

„MaterialSpace“ ist eine digitale Lösung für Produkt- und 3D-Design und ersetzt klassische bzw. physische Materialproben durch eine digitale Version, welche sich in den jeweiligen 3D-Tools verhält wie das Original. Ich möchte damit unnötigen Materialeinsatz, welcher über die verschiedenen Iterationen der Produktentwicklung entsteht, vorbeugen und ein Bewusstsein dafür schaffen, ab wann es notwendig ist, eine physische Probe in Anspruch zu nehmen und wann nicht. Um die Materialien im digitalen Raum besser darzustellen, habe ich mich für ein starkes Storytelling mit interaktiven Elementen entschieden. Der User betritt den „MaterialSpace“, eine Galaxie voller Materialproben, mit denen interagiert werden kann. Die einzelnen Materialien werden als Planet oder Asteroid dargestellt, um Oberfläche, Reflektion und weitere Materialeigenschaften anwendungsbezogen abzubilden. Die Seite lässt sich über Filter oder vorgeschlagene Gruppen navigieren.

Analoge Konfigurationen des Rohstoffes Keratin

Hair as a material. It is flexible, elastic, a carrier of human information, personal data, and emotions. H. Zhou uses hair as a material in her jewellery. It is hair from herself, from friends, and from strangers ordered on the World Wide Web. Inspired by Chinese traditions of different dynasties, she creates connections through the artisanal techniques of weaving. The hair is processed into fabrics with the finest precision. Her jewellery stores both objective data and the embodiment of the romantic relationship between two people.