Sicher ist sicher – Gestalterische Untersuchung, Konzeption und Umsetzung von Risikokommunikation für Krisen und Katastrophen

Wie gut sind wir als Bevölkerung auf Krisen und Katastrophen vorbereitet? Was tun, wenn plötzlich der Strom ausfällt, evakuiert werden muss oder ein Unwetter droht? Und was, wenn Ängste und Sorgen Überhand gewinnen? Nicht erst der Stromausfall in Berlin im Januar 2026 hat gezeigt: Wir sind nicht vorbereitet, erst recht nicht analog. Die Arbeit untersuchte zunächst Medien der Risikokommunikation in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Das anschließend entwickelte Gestaltungskonzept berücksichtigt Erkenntnisse aus der Farb- und Wahrnehmungspsychologie und der Stressforschung. Entstanden ist ein reiß- und wasserfestes Karten-Bundle mit dem Ziel, für Gefahrensituationen zu sensibilisieren und der Bevölkerung so zu mehr Handlungsfähigkeit zu verhelfen. Die Karten zeigen übersichtlich, verständlich und mit Hilfe von Illustrationen, was in verschiedenen Ernstfällen zu tun ist. Mit dem Karabiner hängen sie direkt am Notfallrucksack — oder sind griffbereit in der Jackentasche.

Circular Exo Belt

Exoskelette können körperliche Belastungen in der Arbeitswelt reduzieren. Aufgrund hoher Anforderungen bestehen sie häufig aus unterschiedlichen Materialien und schwer trennbaren Komponenten. Die Arbeit untersucht am Beispiel eines Schulterexoskeletts, wie sich Circular Design mit ergonomischen und funktionalen Anforderungen verbinden lässt.

Grundlage waren eine Lebenszyklusanalyse sowie eine Demontage- und Recyclingbewertung. Dabei zeigte sich Potenzial in den textilen Komponenten hinsichtlich Reparierbarkeit und Reinigung. Darauf aufbauend wurden Konzeptideen entwickelt und prototypisch getestet.

Das finale Konzept ist ein demontagefreundlicher, additiv gefertigter Hüftgurt, welcher Materialien und verschleißanfällige Bauteile schnell zugänglich und austauschbar macht. Die additiv gefertigten Polster vereinfacht die Reinigung, wodurch sich über fünf Jahre bis zu 32 % der Emissionen reduzieren lassen. Zudem entsteht neues Potenzial für mehr Individualisierung und Ergonomie.

K 2073 4

Das Schweinehochhaus Maasdorf ist ein verlassenes Monument industrieller Tierhaltung und steht im Zentrum dieses Kooperationsprojekts. Visuelle Inszenierung verschleiert systematisch, was hinter Produkten liegt: Orte der Produktion, die in keiner Außendarstellung vorkommen. Das Projekt macht diese opaken Räume sichtbar. Durch visuelle Ethnografie, typologische Fotografie und Objektinventarisierung werden die Mechanismen der Unsichtbarkeit offengelegt.

Inszenierte Fotografie dreht die Verhältnisse um. Mensch statt Tier in beengten Räumen macht Kontrolle und Entfremdung körperlich erfahrbar. Gemeinsam konfrontieren beide Ansätze Betrachtende mit einem System, das im Alltag verborgen bleibt.

Cop Culture

Die Arbeit befasst sich mit Polizeigewalt auf Demonstrationen, Kundgebungen und politischen Aktionen. Ein Blick in die sozialen Medien zeigt eine spürbare Diskrepanz zwischen gewaltvollem Fehlverhalten und konventioneller medialer Berichterstattung. Wie schaffen wir es diesem Thema die notwendige Öffentlichkeit zu geben? In Form von Interviews wurden verschiedene Perspektiven aufgezeigt, Ursachen erforscht, Kritik geäußert und Verbesserungen erdacht. Die so entstandenen Gespräche wurden fotografisch und typografisch in Szene gesetzt.

Dafür wurden Demonstrationen dokumentarfotografisch begleitet und die Körperhaltung der Polizist*innen, in eskalativen Situationen, in ein nutzbares Schriftsystem übersetzt. Durch persönliche Erfahrungsberichte, gepaart mit Auszügen aus verschiedenen Studien, eröffnet die so entstandene Wandzeitung einen öffentlichen Disskusionsraum über staatliche Gewalt und deren Rechtmäßigkeit.

KI-Kompetenzaufbau für Frauen* – Untersuchung zu Wirkfaktoren und strategischen Design-Interventionen zur Verbesserung der verantwortungsvollen Adoption generativer KI durch Frauen*

Aktuell nutzen Frauen* Generative Künstliche Intelligenz (GenKI) rund 20% seltener als Männer. Sie sind außerdem eher von negativen Auswirkungen von KI-Transformationen bedroht: So sind sie etwa 3 Mal häufiger von Stellenstreichungen durch KI-Automatisierung betroffen als männliche Mitarbeitende. Die Gender-KI-Gap ist damit nicht nur ein wirtschaftliches, sondern vor allem ein gesellschaftliches Risiko.

Gutes UX/UI-Design für GenKI-Systeme und entsprechend damit verwobene Maßnahmen zum Aufbau von KI-Kompetenzen können die mit der Gender-KI-Gap einhergehenden Risiken adressieren und verringern.

Diese Thesis untersucht dazu insbesondere die Ursprünge des Gender-KI-Gap und ihre konkreten Auswirkungen auf Frauen* im Kontext aktueller designwissenschaftlicher Erkenntnisse. Das Ergebnis sind designbasierte Prozess-, Forschungsempfehlungen, die als Grundstein genutzt werden können, um inklusives und intersektionales Design für (generative) KI voranzutreiben und weiter zu erforschen.

Wie man unperfekt mit Perfektionismus umgeht

„Wie man unperfekt mit Perfektionismus umgeht“ ist ein Workbook für alle, die keine Lust mehr haben, sich vom Perfektionismus die Laune verderben zu lassen. Es verbindet Wissen und Beispiele mit Kreativ- und Journaling-Aufgaben. Dadurch wird zum einen zur Aufklärung über Perfektionismus, seine Ursachen und den Umgang damit beigetragen.

Gleichzeitig bietet es einen offenen Raum: Es lädt dazu ein, eigene Muster zu erkennen, Denkanstöße mitzunehmen und kleine Übungen auszuprobieren, die mehr Leichtigkeit, persönliche Reflexion und kreative Entfaltung ermöglichen. Das Workbook soll ermutigen, Unperfektes zuzulassen.

Bist du bereit Loszulassen?

Paradoxon – Entwicklung von Markenstrategien im Spannungsfeld von Widersprüchen am Beispiel veganer Ersatzprodukte

Tiere mögen und dennoch essen? Paradoxien prägen das Konsumverhalten rund um pflanzenbasierte Ernährung und eröffnen einen Blick auf widersprüchliche Wünsche und Werte, die Konsumierende bei ihren Entscheidungen leiten. „Paradoxon“ untersucht diese Spannungen mithilfe von Interviews und Markenanalysen und versteht Konsumverhalten als Zusammenspiel dessen, was Menschen denken, sagen und tatsächlich tun.

Werden diese Ebenen miteinander verglichen, entstehen sogenannte „Gaps“ – Lücken zwischen Anspruch und Realität im Verhalten. Durch das Clustern der Gaps wurde deutlich, dass sie nicht nur als Problem zu verstehen sind, sondern als Grundlage für strategische Handlungsempfehlungen genutzt werden können.

Daraus entstand das Modell „Dealing with Gaps“, das fünf Wege aufzeigt, wie Marken veganer Ersatzprodukte Konsumierende im Spannungsfeld erreichen können.

Ich spüre was, was du nicht siehst

Kommunikation prägt unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Wetschätzende Kommunikation kann Konflikte entschärfen und gegenseitiges Verständnis fördern. Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, Gefühle und Bedürfnisse klar wahrzunehmen und auszudrücken. Dieses Projekt übersetzt die von Marshall B. Rosenberg entwickelten Prinzipien in eine zugängliche visuelle Form.

Entstanden sind ein Arbeitsheft und ein Kartenset, welche die Auseinandersetzung mit Gefühlen, Bedürfnissen und zwischenmenschlicher Kommunikation unterstützen. Die Materialien können sowohl im pädagogischen, therapeutsichen als auch im privaten Kontext eingesetzt werden.

Durch eine klare visuelle Sprache, humorvolle Illustrationen und interaktive Elemente entstehen Materialien, die Orientierung bieten und den Dialog über Bedürfnisse erleichtern. Komplexe emotionale und soziale Themen werden verständlich, nahbar und handlungsorientiert vermittelt.

Partizipative Konzepte zur Musikunterrichtsgestaltung

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit „Partizipative Konzepte zur Musikunterrichtsgestaltung“ entstand ein modulares Musikinstrumentensystem, das über 50 Bauteiltypen umfasst, aus denen verschiedene elektroakustische Musikinstrumente gebaut werden können. Es wurde für fächerverbindenden Unterricht zwischen Musik und MINT-Fächern, konkret Physik- und Informatiklehrinhalten, entwickelt. Die Instrumente werden ausgehend von Lehrplaninhalten der 8. bis 10. Klasse in den genannten Fächern unter Begleitung der Lehrkräfte durch Schüler*innen hergestellt und anschließend zum Musizieren genutzt.

Begleitend zum physischen Produktdesign habe ich ein ausführliches Kartensystem mit Bauteilinformationen, Bauanleitungen und Schaltplänen zu den über 50 Modulen sowie einen exemplarischen Lehrplan gestaltet, der einen strukturierten Überblick zur Arbeit mit dem System bietet.

Unabhängig vom Unterricht können die Module auch genutzt werden, um Musikinstrumente nach eigenen Vorstellungen zu entwerfen.

Patent ausstehend

Mit Hermes und den Göttern durch Athen – Konzeption und Gestaltung eines Mit-Mach-Reiseführers für Kinder

Städtereisen stellen Familien mit Kindern vor die Herausforderung, historische und kulturelle Inhalte spannend und altersgerecht zu vermitteln. Diese Bachelorarbeit untersucht, wie Informationen für Kinder im Alter von acht bis elf Jahren aufbereitet werden können, um deren Motivation und kulturelles Interesse zu fördern.

Am Beispiel Athens wurde ein Kinder-Reiseführer entwickelt, der die griechische Mythologie nutzt, um Kultur und Sehenswürdigkeiten spielerisch und interaktiv zu vermitteln. Dabei führen die olympischen Hauptgötter als erzählende Begleiter durch elf Stationen und regen mit Aufgaben, Rätseln und Stickern zum eigenständigen und aktiven Entdecken der Stadt an.

Die Basis des Projekts bildete der menschzentrierte Gestaltungsprozess, entwicklungspsychologische Grundlagen sowie eine Analyse bestehender Kinder-Reiseführer. Zwei Kapitel wurden exemplarisch ausgearbeitet, in einer formativen Evaluation mit Grundschulkindern getestet und anschließend überarbeitet.