DYSFEMINA

DYSFEMINA ist eine fragmentierte, fotografische Visualisierung des weiblichen Körpers in der androzentrischen Medizin. Hauptbestandteile der Arbeit sind Aussagen von überwiegend männlichen Persönlichkeiten, die die Medizin und Gynäkologie geprägt haben, genauso wie sie einen generellen, gesellschaftlichen Blick auf die Frau formten und widerspiegelten. Die Fotografien und Cyanotypien offenbaren die Brutalität, mit der das weibliche Geschlecht als abnormal betrachtet und behandelt wurde.

DYSFEMINA erscheint in Form eines Buches, welches sich mit 61 digitalen Fotografien und Cyanotypien und 33 Zitaten über 144 Seiten erstreckt.

feuerfest & hitzebeständig

Feuerwehren in Deutschland stehen vor einem wachsenden Problem: Die Mitgliederzahlen sinken, und viele Wehren haben Schwierigkeiten, ihre Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten. Dabei sind 93% aller Feuerwehren in Deutschland freiwillig – sie bilden das Rückgrat des Brand- und Katastrophenschutzes. Ziel meiner Arbeit ist es, neue Aufmerksamkeit für die Freiwillige Feuerwehr zu schaffen, Hemmschwellen abzubauen und Menschen auf eine zeitgemäße, humorvolle Art für das Ehrenamt zu begeistern. So entstanden im Rahmen meiner Bachelorarbeit über 20 Motive, die die vielfältigen Tätigkeiten der Feuerwehr in Szene setzen.

SEEK – Das Magazin über das Ich

SEEK ist ein konzeptionell und gestalterisch entwickeltes Magazin, das sich dem Thema Identität und der Suche nach dem eigenen Ich widmet.

Die erste Ausgabe richtet sich an junge Menschen, die sich vielleicht gerade in einer Lebensphase befinden, in der sie noch nicht genau wissen, wohin sie wollen oder was sie eigentlich wollen. In einer Zeit voller Optionen, Unsicherheiten und Umbrüche bietet SEEK Raum für Reflexion, Orientierung und das Gefühl: Du bist mit deiner Suche nicht allein.

Neben journalistischen und gestalterischen Inhalten lebt SEEK vom Austausch zwischen Generationen, von offenen Fragen zur partizipativen Auseinandersetzung mit Identität und von einer Bildsprache, die sowohl Nähe als auch Irritation zulässt.

PCOS – Hormonchaos verstehen

„PCOS – Hormonchaos verstehen“ ist eine visuelle Aufklärungskampagne zum Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS), einer der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen. Obwohl etwa jede 10. betroffen ist, bleiben rund 70 % undiagnostiziert. Symptome wie Erschöpfung, Akne oder Zyklusstörungen werden gesellschaftlich wie medizinisch häufig nicht ernst genommen. Hier setzt das Projekt an: Es unterstützt Betroffene dabei, ihre Beschwerden einzuordnen, sich verstanden zu fühlen und Zugang zu verlässlichem medizinischem Fachpersonal zu erhalten. Herzstück der Kampagne ist die Chaosbande – sechs Charaktere, die zentrale PCOS-Symptome verkörpern und Unsichtbares sichtbar machen: DOT, NEP, OVA, IRA, CHUB und HARI. Sie schaffen Identifikation und vermitteln die Botschaft: „Deine Beschwerden sind real. Du bist nicht allein.“

Alle Maßnahmen führen auf eine interaktive Scrollytelling-Website, die verständliche Informationen, Wiedererkennung und direkten Zugang zu medizinischem Fachpersonal bietet.

ButterBodies – Körperbilder im digitalen Zeitalter

Filter, Influencer:innen und extreme Bildbearbeitung in sozialen Netzwerken erschaffen Körperideale, die biologisch kaum existieren. Studien zeigen, dass Mädchen bereits im Grundschulalter beginnen, ihre Körper kritisch zu bewerten. ButterBodies setzt genau hier an.

Das Projekt ist ein analoges Kartenspiel, das Selbstakzeptanz spielerisch erlernbar macht. 52 Reflexionskarten und 12 Challenges schaffen einen sicheren Rahmen, um über Körperbilder, Selbstwahrnehmung und Schönheitsnormen ins Gespräch zu kommen — ohne therapeutisch zu überfordern.

Das Format richtet sich an Mädchen, Jugendliche und junge Erwachsene sowie an Fachkräfte in der Jugendarbeit. Es leitet bewusst weg von der digitalen Schnelligkeit hin ins hier und jetzt, legt den Fokus spielerisch auf innere Werte und senkt die Hemmschwelle, persönliche Themen anzusprechen.

ButterBodies wurde von der Stiftung Aufwind gefördert und in einer Auflage von 400 Exemplaren gedruckt.

Hitze

Wenn man heute von Hitze spricht, ist das selten ein gutes Zeichen. Hitze verändert alles, was sie berührt. Sie zerstört, doch sie erschafft auch. Genau dort, wo Hitze nicht mehr auszuhalten ist, beginnt etwas Neues. Im Handwerk schafft sie neue Formen, Nützliches und Schönes.

Dieses Buch richtet den Blick auf eine Praxis mit langer Geschichte und ungewisser Zukunft. Ein Blick auf das, was unsere Zivilisation entstehen ließ: Hitze und Handwerk.

Im Mittelpunkt stehen die Materialien Ton, Metall und Glas sowie die Menschen, die mit ihnen arbeiten. Kulturgeschichtliche Recherche und fotografische Einblicke in Werkstätten der Region München und Ammersee zeigen: Ohne die Menschen, die täglich mit Hitze arbeiten, kein Handwerk. Ohne Hitze keine neuen Formen.

In einer ruhigen, reduzierten Form verschränken sich Inhalt und Materialität zu einem Buch über Verwandlung und das Arbeiten mit dem Unkontrollierbaren.

Sofia Hand

Die Sofia Hand ist eine myoelektrische Handprothese, die durch Sensorik und künstliche Intelligenz intuitives Greifen ermöglicht. Anders als herkömmliche Prothesen, bei denen Nutzerinnen Griffarten manuell wählen, bestimmt hier ein intelligentes System automatisch die passende Greifstrategie.

Triangular angeordnete LIDAR-Sensoren erfassen kontinuierlich Form, Abstand und Struktur von Objekten im Nahbereich der Innenhand. Eine KI verarbeitet diese Daten in Echtzeit und ordnet passende Griffe wie Präzisions-, Schlüssel- oder Zylindergreif zu. Der Prozess orientiert sich an natürlichen Bewegungen und reduziert die kognitive Belastung. Die Sofia Hand erkennt Objekte und führt Bewegungen selbstständig aus, wodurch Handlungen flüssiger werden. Sie vereint Funktionalität mit minimalistischem, robustem Design.

Finger werden flach 3D-gedruckt und geformt, was Produktion beschleunigt und Stabilität erhöht. Das modulare System setzt neue Maßstäbe.

Lustobjekt

Das Buch zeigt einen Querschnitt surrealistisch-erotischer Literatur und Kunst. Objektifizierende Strategien der surrealistischen Bildsprache werden in sechs Typologien kategorisiert: Leblos, Dekonstruiert, Von hinten, Gesichtsverhüllt, Kopflos und Hybrid. Zu jeder Bild-Typologie gibt es ein typografisches System, das auf zufällig zugeordnete surrealistische Texte angewendet wird.

So wie in den Bildern die Identität der Frau unkenntlich gemacht wird, mache ich die surrealistischen Texte im „Lustobjekt“ unleserlich. Gleichzeitig werden objektifizierende Begriffe hervorgehoben, was eine Analogie zu den betonten Körpern der dargestellten Frauen ist. Das Buch ist ein ktitischer Kommentar zur selten hinterfragten Darstellung von Frauen im Surrealismus.

KILL YOUR DARLINGS

„KILL YOUR DARLINGS“ ist ein hybrides Buch- und Ausstellungskonzept, das die Frage stellt, wie wir mit Menschen umgehen, die als Vorbilder gelten, deren Handlungen jedoch nicht mit unseren persönlichen oder gesellschaftlichen Werten vereinbar sind. Das Projekt fordert dazu auf, Bewunderung kritisch zu hinterfragen und die eigene Haltung gegenüber Personenkult, parasozialen Beziehungen und Machtstrukturen zu reflektieren.

In Essays, Interviews, Fallanalysen und visuellen Beiträgen werden unterschiedliche Perspektiven auf Verantwortung, Kritikfähigkeit und gesellschaftliche Reifung eröffnet.

Die ausklappbaren Buchseiten können als Ausstellungselemente genutzt werden und ermöglichen eine flexible, einfach umsetzbare Ausstellung an verschiedensten Orten. Inspiriert von der Bildsprache klassischer Märchen verbindet KILL YOUR DARLINGS vertraute Motive mit zeitgenössischer Gestaltung und schafft einen zugänglichen Einstieg in komplexe gesellschaftliche Fragestellungen.

Soft Control

Soft Control befasst sich mit der Körperdysmorphen Störung und der Frage: Was bedeutet es, den Körper jenseits normativer Schönheitsideale zu denken? Die Arbeit versteht verzerrte Selbstwahrnehmung nicht als individuelles Phänomen, sondern als Ausdruck struktureller Körpernormierung, die sich aus gesellschaftlichen Schönheitsidealen speist. Zwischen Selbstbild und sozialem Blick entsteht ein dysmorpher Raum, der durch Entfremdung, Scham und Selbstkontrolle geprägt ist. Die gestalterische Praxis macht diesen Raum sichtbar.

Soft Control versteht Gestaltung als politische Praxis, die Normen reproduzieren oder herausfordern kann. Wie können wir Bilder schaffen, die nicht disziplinieren, sondern neue Räume der Sichtbarkeit und Akzeptanz eröffnen? Und was wäre, wenn wir endlich aufhören könnten, uns durch Bilder zu disziplinieren – und anfangen, durch sie zu verbinden? Wie real ist eine Wahrnehmung, wenn sie sich vom Sichtbaren radikal unterscheidet?