Tenderly

Das Cocoon_bed vereint zwei Techniken, deren Ursprung aus einem therapeutischen Kontext stammt – Lagerungstechniken und den Tiefendruck.
In diesem Entwurf wurde damit experimentiert, diese Praktiken auf ein Möbelstück zu übertragen.
Inspiriert ist das lange Schlauchkissen des Cocoon_beds an der Lagerungstechnik aus dem Pflegebereich.
Die Berührungen bei verschiedensten Lagerungen werden von unserem Tastsinnessystem wahrgenommen und erinnern an die Lage im Mutterleib. Es entsteht ein Gefühl von Geborgenheit.
Cocoon_bed greift dieses Thema auf und setzt es in einen neuen Kontext.
Die einzelnen Deckenteile des Daybeds sind mit feinen Glaskugeln gefüllt und wirken mit ihrem Gewicht auf das vegetative Nervensystem. Dieser Druck hat eine entspannende und beruhigende Wirkung und regt die Produktion des Glückshormons Serotonin an.
Cocoon_bed ist ein Ruhepol in unserm schnelllebigen und stressigen Alltag, es biete ein Rückzugsort, Entspannung und Geborgenheit.

Visual Relations

„Visual Relations“ untersucht die Rolle digitaler Bilder bei der Wahrnehmung, Konstituierung und Verarbeitung unserer Welt. Bilder sind die Grundlage unserer Seherfahrung geworden. Sie nehmen eine unwahrscheinlich wirkmächtige Funktion ein, denn sie sind das Medium durch welches wir unsere und andere Welten wahrnehmen. Bilder sind wesentlicher Bestandteil unseres Alltags, ob wir wollen oder nicht. Fremde Bilder prägen sich ein, werden Teil unserer eigenen Erinnerung und Vorstellungen und damit zu Instanzen, die unsere Perspektive, Identität und Handlungen steuern. Die digitalen Inhalte werden in innere Bilderwelten integriert, auf die unsere Imagination unbewusst zugreift. „Visual Relations – Die Bilder in meinem Kopf“ betrachtet die Migration visueller Informationen in die Vorstellungen und deren Einflussnahme auf kreative Prozesse. Dabei zeichnet die Arbeit das Wirken eines gestalterischen Unbewussten nach, das die visuellen Provokationen produktiv verarbeitet.

NIEE

Freezing of Gait ist eine belastende Bewegungsblockade, die bei bis zu 80% aller Parkinsonerkrankten auftritt. Sie beschreibt das Gefühl am Boden festzukleben, trotz der Absicht zu gehen. NIEE ist ein elegantes, unaufdringliches Hilfsmittel, um diese Blockade zu lösen. Ohne zusätzliche Therapien, ohne stigmatisierende Hilfsmittel und Methoden. Beidseitig anwendbar wird die Manschette unter der Kniescheibe getragen. Ein Ring am Zeigefinger fungiert als Auslöser. Bei seiner Betätigung gibt die Manschette einen elektrischen Impuls an die Patellarsehne ab. Durch die Kontraktion des Muskels kann der Weg ungehindert weitergeführt werden.

From A to B

Unsere Städte sind im Wandel hin zu klimafreundlichen lebenswerten Orten. Dies bedarf neuer Formen sozial gerechter und ökologischer Mobilität. Mit OTO haben wir ein elektrisches Kleinfahrzeug spezifisch für die Nutzung mit Sharing-Plattformen entworfen. Die zentrale Idee war ein für alle zugängliches, sicheres, günstiges und agiles Mobilitätsmittel. OTO schließt Lücken im städtischen Mobilitätsnetz und ermöglicht Bürger*innen die Ersparnis des privaten PKWs. OTO ist leicht, sparsam und lädt sich selbst über Sonnenenergie auf. OTO bringt Passagiere sicher, trocken und komfortabel ans Ziel. Große Scheiben und eine aufrechte Sitzposition ermöglichen ein weites Sichtfeld und Kommunikation auf Augenhöhe. OTOs geringe Masse und eine der Stadt angemessene Antriebsleistung machen den Verkehr sicherer. Das Dienstleistungskonzept sieht die Einrichtung von Mobilitätsstationen an Quartiersrändern vor: In den Quartieren können Flächen entsiegelt werden und es entsteht neuer Raum für Begegnung.

HOLO Group Dynamic

HOLO Group Dynamic misst die soziale Dynamik einer Gruppe anhand von ‘ehrlichen Signalen’ und gibt den Teilnehmer*innen Echtzeit-Feedback. Das Ziel dabei ist, die soziale Intelligenz der Gruppe zu stärken.
Das HOLO Badge basiert auf dem ‘Soziometer’, welches von Dr. Sandy Pentland am MIT Human Dynamics Lab entwickelt wurde. Es liefert zum ersten Mal Daten über bisher unmessbare Interaktionen und Werte. Anhand der dazugehörigen App kann nachvollzogen werden, welche Art der Interaktion für den Teamspirit und die Effizienz der Gruppe hilfreich ist. So kann soziale Intelligenz trainiert werden, in der Hoffnung, die Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken.
Vermutlich jede*r kennt Situationen, in welchen eigene Ideen zurückgehalten wurden, aus Unsicherheit, ob sie gut ankommen. In der Summe ist das viel verlorenes Ideen-Potential. Das HOLO Badge könnte dies ändern, und Psychologische Sicherheit und soziale Intelligenz zum Alltagsgespräch machen.

BIONT

BIONT ist eine alternative Währung für Waldökosysteme, die den Wald als aktiven Akteur in das Eigentumsmodell integriert. Ein nachhaltiger Token ermöglicht ein geteiltes Eigentumsmodell, welches an ständige ökologische Verbesserungen der Biodiversität und Bodenqualität geknüpft ist. Crowdfunding finanziert die von lokalen Forstbetrieben ausgeführten Maßnahmen in einem wechselseitigen Finanzsystem, so dass gesunde Wälder auch für zukünftige Generationen möglichst erhalten bleiben.

MateriaLab

MateriaLab ist ein System von Experimentierkästen zum Thema Abfall und Recycling. Es bietet Kindern die Möglichkeit, verschiedene Recycling- und Abfallprozesse selbst durchzuführen. Unterstützend zum konventionellen Unterricht in der Grundschule eingesetzt, soll es die Theorie erfahrbar machen. Das so erzeugte größere Bewusstsein für den Wert von Abfall und führt zu einer verantwortungsbewussten Erzeugung wie auch Entledigung von diesem. Das System besteht aus vier Holzkisten: Die Inhalte der Papier-und der Kunststoff-Kiste ermöglichen es, Recyclingprozesse mit speziell Werkzeugen durchzuführen und kleine Scheiben aus Wertstoffen zu erzeugen. Im Biokunststoff-Experiment wird ebenfalls eine solche Scheibe aus einem Stärke-basierten Biokunststoff hergestellt. Im Biomüll-Experiment werden die Proben mithilfe von Würmern in einem zweimonatigen Langzeitversuch auf ihre Haltbarkeit getestet. Die produzierten Scheiben können als Bausteine oder als Erinnerungsmedaille verwendet werden.

der Fixateur / the Fixateur

Das Projekt untersucht Arbeit, Ressourcenfragen und den Wert von unbrauchbarem Zeug prozesshaft in Form eines fiktiven Berufsbildes.
Mit standardisierten Arbeitsabläufen und Einheitslösungen stellt der Fixateur den Gebrauchswert kaputter Möbel wieder her. Dafür verwendet er Fixaturen, die wie bei Knochenbrüchen beschädigte Stellen stabilisieren.
Das Verfassen von Anamnese- und Operationsberichten fordert eine individuelle Auseinandersetzung mit beschädigten Möbeln aller Art trotz professioneller Gleichgültigkeit ein.
Der Fixateur ist ein Experiment – der Versuch, berufliche Autorität und Selbstverständnis sowie empfundene Verantwortung zu erfinden.

KANTINE VIER.NULL

Steigende Fallzahlen an gesundheitlichen und mentalen Überlastungen, verursacht durch Überarbeitung, sind heute allgegenwärtig. DOZE ist ein Sitzmöbel, das zur bewussten und physischen Entspannung im Kontext der Arbeitspause beiträgt. Der Einfluss der Betriebsgastronomie auf die Unternehmenskultur wird bislang unterschätzt. DOZE ist ein auf Betriebskantinen zugeschnittenes Konzept, das die Potenziale dieses Ortes ausschöpft und auf die ursprüngliche Funktion der Arbeitspause eingeht. Das Arbeiten in Büros wird für viele Erwerbstätige zunehmen. Da ein ausgeglichenes Arbeiten in New Work-Konzepten immer relevanter wird, entsteht die Notwendigkeit, sich gezielter und intensiver mit der regenerativen Pause auseinanderzusetzen. Die Integrierung eines Möbelstücks in der Kantine, das Schaffen eines konkreten Angebots an zusätzlicher Regeneration innerhalb der Arbeitspause, folgt dem enormen Bedürfnis nach temporären Auszeiten und verleiht der Ruhepause den verdienten Moment und Anlass.

Empowerment von Frauen am Beispiel Südafrika

Die Menstruation und sexuelle Aufklärung sind in Südafrika nach wie vor Tabuthemen. Das vorliegende Konzept wurde zusammen mit Frauen, die Zuflucht in Frauenhäusern in Südafrika suchten, im Rahmen von vier Workshops erarbeitet und bietet die Möglichkeit einer leicht verständlichen Aufklärung zum Menstruationszyklus für Frauen und Mädchen. Die Aufklärung erfolgt anhand verschiedener Elemente: 1. durch die Integration eines Designworkshops als festen Bestandteil des Bildungsprogramms von Frauenhäusern in Südafrika, 2. mit Hilfe eines analogen Zykluskalenders für Frauen sowie 3. mit einem Kinderbuch für Mädchen. Ziel ist es, dass sich Frauen und Mädchen in ihrem eigenen Körper sicher fühlen können, wenn sie es schon nicht in ihrem eigenen Umfeld tun können. Denn aufgrund der politischen Situation und dem fehlenden Respekt gegenüber dem weiblichen Geschlecht ist die Sicherheit von Frauen dort nicht gewährleistet.