OASyS

Dieser Entwurf bietet eine innovative Lösung zur Bewältigung städtischer Hitzeinseln, indem er Regenwasser als Ressource für ein Kühlungssystem einsetzt. Im Kern des Systems steht eine unterirdische Zisterne, die Regenwasser speichert und gleichzeitig als Ausgangspunkt für die adiabate Kühlung dient.
Warme Umgebungsluft wird angesaugt, durch Kühlwaben im Zisterneninneren geleitet und abgekühlt wieder an die Oberfläche abgegeben. Ergänzend kommen Wassernebeldüsen zum Einsatz, die feinsten Wassernebel erzeugen, um die Umgebung durch Verdunstungskälte zu kühlen.
Die modularen Kühlobjekte sind flexibel einsetzbar und lassen sich in vielfältige städtische Kontexte integrieren. Die Nutzung von Regenwasser macht das Konzept ressourcenschonend und nachhaltig, da es Trinkwasser spart und auf natürliche Prozesse setzt.
Ziel des Entwurfs ist es, die Aufenthaltsqualität in urbanen Räumen zu verbessern und sowohl das Verweilen als auch das Passieren in heißen Sommermonaten angenehmer zu gestalten.

Nächster Halt: Heterotopie

Thema:
Michel Foucault prägte 1967 das Konzept der „Heterotopie“ – Räume, die sich in Funktion und Struktur vom Alltäglichen unterscheiden. Sie können bspw. durch eine andere Zeitwahrnehmung geprägt sein: Friedhöfe stehen für die Ewigkeit, Nachtclubs für das Flüchtige. Ziel war es, diese besonderen Raumeigenschaften gestalterisch zu erfassen und künstlerisch zu präsentieren.

Idee:
U-Bahn-Stationen in Hamburg, Hannover, Berlin und Wien können als Heterotopien betrachtet werden. Mittels analoger Fotografie und Buchgestaltung wird die Ästhetik & Dynamik dieser Gegenräume des Alltags dokumentiert. Die Kernfrage war: „Was braucht es, um abstrakte Konzepte designästhetisch festhalten zu können?“

Produkt:
Die analogen Fotografien wurden in vier Fotobüchern zusammengefasst, die jeweils eine der genannten Städte abbilden. Pro Buch wurde eine Person porträtiert, um den persönlichen Bezug zu stärken. Ein speziell angefertigter Schuber aus Stahl bündelt die Bücher als eine Einheit.

wool venture

wool venture – Molding of Nonwovens erforscht ein neuartiges Formungsverfahren für Wollfilz, bei dem Kleidungsstücke direkt im Nassfilzprozess geformt werden. Die einzelnen Formteile können anschließend durch ergänzende Filztechniken – ganz ohne Garn und Nähte – verbunden werden. Durch das Wegfallen klassischer Verarbeitungsschritte wie Spinnen, Weben oder Nähen werden Transportwege, Maschinenaufwand und CO₂-Emissionen deutlich reduziert. Ein eigens entwickelter, variabler Leisten ermöglicht das gezielte Formen von Kleidung in unterschiedlichen Größen. In einer Case Study entstand eine motorradinspirierte Jacke aus 100 % Wollfilz mit geformten Protektoren an Schultern und Ellenbogen. Die Kombination aus technischer Ästhetik, Monomaterialität und nahtloser Reparierbarkeit macht den Prototyp zu einem Beispiel für nachhaltige, zukunftsweisende Textilproduktion.

From Taylorism to Trello

In einer zunehmend digitalisierten und dezentralisierten Arbeitswelt verändert Projektmanagement-Software sowohl die Art und Weise, wie Arbeit organisiert wird, als auch die Arbeit selbst. Und obwohl sie unsere cloudbasierte Gegenwart in leuchtenden RGB-Farben repräsentiert, finden sich in ihren Interfaces zahlreiche Reminiszenzen an Kontrolltechniken vergangener Jahrhunderte.

In einer dokumentarischen Webanwendung wird diese Transformation der Arbeitsorganisation durch einen rekonstruierten Workflow erfahrbar, der das Interface und die Logik moderner Softwareanwendungen imitiert.
Nutzer*innen werden durch einen realistischen Ablauf aus Onboarding, Bearbeitung und anschließender Review von den Fabrikhallen der Industrialisierung bis hin zu modernen agilen Praktiken geführt. Visuelle Features wie Timelines, Kanban- und Retrospektiven-Boards veranschaulichen, wie historische Methoden die Koordination unserer Arbeit bis heute prägen.

Museen im digitalen Zeitalter

In meiner Bachelorarbeit beschäftigte ich mich mit Museen im digitalen Zeitalter. Inspiriert durch meine Tätigkeit als Konzeptdesignerin bei einer Agentur für mediale Szenografie wollte ich meine Erfahrungen reflektieren, eigenständig anwenden und meine Fähigkeiten weiterentwickeln. Dabei stellte ich mir die Frage: Wie können Museen digitale Technologien effektiv nutzen, um Inhalte interaktiv und zugänglich zu gestalten und dadurch das Besucher*innenerlebnis zu verbessern? Zur Beantwortung dieser Frage führte ich Interviews mit zwei erfahrenen Konzeptdesignerinnen und analysierte zwei Museen hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelte ich konkrete Leitlinien, auf denen dann der praktische Teil dieser Arbeit basierte. Dazu konzipierte ich ein Konzept für das Ägyptische Museum in Berlin. Zur Veranschaulichung erstellte ich ein Pitch-Video und fertigte 3D-gedruckte Objekte an, um die Idee besser greifbar zu machen.

Dream Base

DREAM BASE stellt eine Alternative zu handelsüblichen Matratzen dar. Die gängigen Matratzen sind mit vielen Problemen behaftet, besonders das Recycling und die Hygiene spielen dabei eine große Rolle. DREAM BASE besteht aus einer Stahlkonstruktion, über die Stoff gespannt wird, ähnlich wie bei einer Hängematte oder einem Feldbett. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die Härte des Untergrunds individuell eingestellt werden kann, was eine noch bessere Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse der Nutzer*innen ermöglicht. Das Produkt hat die gängige Matratzengröße von 140 x 200 Zentimetern, sodass es in handelsübliche Bettgestelle problemlos eingesetzt werden kann. DREAM BASE ist im Gegensatz zu handelsüblichen Matratzen komplett trennbar und vollständig recycelbar.

Regalsystem #1470

Knoten begleiten den Menschen seit jeher als Werkzeug und Hilfsmittel im Alltag.
Doch mittlerweile existiert eine Vielzahl von Ersatzprodukten, die den Knoten überflüssig erscheinen lassen. Dabei stellt der Knoten eine simple und nachhaltige Lösung für verschiedenste Verbindungsanforderungen dar und kann allein mit Hand und Seil erzeugt werden.

Das Regalsystem #1470 macht den Knoten als einfache, aber äußerst funktionelle Verbindung wieder sichtbar. Im Fokus steht der Blake’s Hitch, auch bekannt unter der Nummer #1470. Dieser Klemmknoten aus der Schifffahrt hält die Regalböden sicher in Position und ermöglicht eine stufenlose Höhenverstellung. Weitere Knoten sorgen für Stabilität und Erweiterbarkeit. Durch Seile und Knoten ist das Regal flexibel, modular und passt sich verschiedensten Raumsituationen an. #1470 zeigt, dass Knoten weit über ihre konventionelle Anwendung hinaus als zuverlässige Verbindungselemente im Industriedesign eingesetzt werden können.

Mind the gap

Im Rahmen des Klimawandels gewinnen öffentliche Verkehrsmittel zunehmend an Bedeutung. „Mind the gap“ denkt das Sitzen in Bus und Bahn neu und erkundet textile Flächenstrukturen, die selbst zum Sitzträger werden. So entsteht eine ressourcen- und umweltschonende Alternative zu herkömmlichen Sitzen, die erstmals Recyclingkreisläufe der Textilien im Transportsektor ermöglicht. Gleichzeitig wurden im Gestaltungsprozess wichtige funktionale Aspekte wie Brandschutz und Schmutzresistenz integriert. Der Fokus liegt allerdings nicht nur auf einer neuen Form der Anwendung, sondern ebenso auf der Entwicklung einer innovativen Ästhetik, die zu einer angenehmen und wertschätzenden Atmosphäre und somit zu einer positiven Nutzer:inneninteraktion beiträgt.

The Theatre of Domesticity

Indem ich Geschlecht als Filter nutze, durchdringt meine Arbeit das Zusammenspiel von Raum, Objekten und Gesellschaft — Kräfte, die in der stillen Choreografie des Alltags zu Hause miteinander verflochten sind und dabei oft einer kritischen Analyse entgehen.
Aufgewachsen in Pakistan, habe ich miterlebt, wie Traditionen wie die Aussteuervorbereitung den Lebensweg einer Frau vorbestimmen.
Welche verborgenen Bedeutungen liegen in diesem Brauch oder dieser Sammlung?
Meine Arbeit legt die grundlegenden Faktoren offen, die erklären, warum Frauen in meiner Gesellschaft dort verankert sind, wo sie sind, und zeigt auf, wie materielle und immaterielle Aspekte der Kultur miteinander verbunden sind — wie physische Objekte unsichtbare Bedeutungen tragen, die gesellschaftliche Erwartungen festigen.
Diese häuslichen Gegenstände überschreiten durch Design, Funktion und eingebettete Rituale ihre reine Form. Sie werden zu kraftvollen Symbolen — nicht nur zu Werkzeugen, sondern zu Instrumenten der Prägung, zu Erweiterungen des Körpers.
Durch das Entschlüsseln ihres symbolischen Gewichts rahme ich den häuslichen Raum neu als einen aufgeladenen Ort der Macht, an dem Widerstand entstehen kann und an dem die stummen Skripte von Geschlecht hinterfragt und neu gedacht werden können.

meet me halfway

In vielen Städten prägen Anonymität, Effizienz und Konsum den öffentlichen Raum. Spontane zwischenmenschliche Begegnungen werden seltener, obwohl das Bedürfnis nach sozialer Resonanz bleibt. “meet me halfway” ist eine Einladung zur Begegnung – mitten im urbanen Trubel. Mit dem Blick für geteilte Momente und dem Potenzial für nonverbale Interaktionen laden die Objekte dazu ein, sich gegenseitig wahrzunehmen und stärken das Gemeinschaftsgefühl im Alltag. Die erhöhten Ausguck-Trichter fordern eine bewusste Veränderung der Perspektive. Sie rahmen den Blick und ermöglichen unerwarteten Blickkontakt zwischen Fremden. Die Vierer-Wippe lädt zur spielerischen Interaktion ein und eröffnet Situationen, in denen geteilte Momente inmitten städtischer Distanziertheit möglich werden. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Gestaltung als Impulsgeber für zwischenmenschliche Resonanz wirken kann.