Leathercoding bezeichnet eine neuartige Umgehensweise mit Leder. Mithilfe von modernen Technologien wie CAD, CNC und CAM bietet eine Testreihe den Vorreiter für künftige Lederprodukte und auch den zukünftigen Umgang mit Leder im industriellen Kontext.
Das Material, seine Wertschätzung, Verarbeitung und auch Geschichte sind Knotenpunkte für einen alternativen und moderneren Umgang in der Manufaktur, im Vertrieb oder auch für die Verbraucher*innen. Knotenpunkte wie Haptik, Patina und Nachhaltigkeit bestimmen ein geeignetes Verfahren für die gezielte Verarbeitung. Abschließend wird ein ausgewähltes Verfahren vorgestellt, ein Konzept für dieses entwickelt und das darauf entstehende Leathercode_Cushion exemplarisch als Botschafter vorgestellt. Leathercoding wird als geeignetes Mittel für die Lederverarbeitung nähergebracht. Es geht um die Verbreitung der Idee als solche und dem Umdenken von Produzent*innen, Käufer*innen und Nutzer*innen von Leder sowie Lederprodukten.
Author: Jean Claude Granval
GrieZeil
Die Einkaufsmeile Zeil ist zu einer reinen Konsummeile verkommen – unattraktiv, versiegelt und ohne Aufenthaltsqualität. Der Mittelstreifen bleibt durch den Baumstand ungenutzt, während sich die Fußgängerströme nur an den Rändern der Geschäfte bewegen. Klassische Einkaufsstraßen sind nicht mehr zeitgemäß und erfüllen nicht mehr den Zweck eines Stadtzentrums.
Das Projekt GrieZeil will dies radikal ändern: Die Zeil soll zu einem lebendigen, inklusiven Stadtraum werden, der Natur, Begegnung und Entschleunigung in den Vordergrund stellt. Eine durchgehende Wiese mit individuell geführten Wegen ersetzt die Betonwüste. Erhöhte Sitz- und Liegeflächen, Wasser und Bepflanzung laden zum Verweilen ein.
Der Konsum tritt in den Hintergrund – stattdessen stehen Gemeinschaft, Interaktion und Vielfalt im Fokus. Die historische Idee der Zeil als Flaniermeile aus dem 17. Jahrhundert wird neu interpretiert: als grünes Herzstück Frankfurts, welches entschleunigt und die Vielfalt Frankfurts widerspiegelt.
contactile
Wären unsere Städte grüner, wenn wir öfter barfuß laufen würden? Es ist gefährlich, ohne Schuhe zu laufen, aber nur durch eine tiefere Verbindung zur Natur erkennen wir unsere Verantwortung für die Umwelt und ihre Ressourcen. Unsere Verbindung zum Untergrund spiegelt sich aufgrund der Schwerkraft in unseren Füßen wider. Eine 3D-gedruckte Schuhsohle aus kreislauffähigem Austernfilament mit einer gangunterstützenden Struktur könnte die Bodenwahrnehmung verbessern und das Umweltbewusstsein stärken. Das Konzept ist eine nachhaltige und visuell ansprechende Sohle, die den Fuß schützt und gleichzeitig ein natürliches taktiles Erlebnis bietet.
KONSUM | GUT.
In meiner Bachelorarbeit „KONSUM | GUT.“ untersuche ich, wie Konsum im Designkontext neu gedacht und verantwortungsvoll gestaltet werden kann. Ausgangspunkt ist die Frage, wie ein Konsumgut – konkret die Tasche – zu einem sogenannten Impact-Produkt wird: funktional, ästhetisch und mit positiver, bewusster Wirkung. Theoretisch analysiere ich Konsumverhalten, Bedürfnisstrukturen und kapitalistische Wachstumslogiken. Modelle wie Maslows Bedürfnispyramide und Konzepte wie die Donut-Ökonomie bilden den Rahmen. Die Modebranche dient als Spiegel aktueller Konsummuster. Gestalterisch setze ich diese Erkenntnisse in eine Taschenkollektion um, die ökologische, funktionale und emotionale Nachhaltigkeit vereint – durch langlebige und natürliche Materialien, Modularität und die Möglichkeit zur Selbstgestaltung und Reparatur. Ein ergänzendes Workshopkonzept stärkt die Beziehung zwischen Konsument*in und Produkt. Mein Ziel ist ein Designansatz, der Freude am Konsum mit Verantwortung verbindet.
TubeSlicer
Bisher war CNC-gesteuertes Plasmaschneiden von Metallrohren der Industrie vorbehalten. Dieses Projekt ermöglicht es, passgenaue Verbindungen aus Rohren auch auf engem Raum oder direkt auf der Baustelle zu schneiden.
Der CNC-Plasmaschneider wurde für Handwerker*innen, Prosumierende und Maker entwickelt. Ähnlich wie bei bestehenden Open-Source-Maschinen können die Bauteile in einem lokalen Fablab gefertigt werden, und Materialien, Elektronik und Software sind leicht verfügbar und kostengünstig.
Zudem kann die Maschine von jedem Benutzer verbessert und erweitert werden, da die 3D-Daten kostenlos zur Verfügung stehen und weitergegeben werden können.
Die archetypischen Werkzeuge wurden mit der Maschine hergestellt und hinterfragen die Beziehung zwischen Mensch und Technik.
Werte und Kitsch
Kitsch wird oft als geschmacklos, sentimental oder oberflächlich abgewertet – obwohl er Emotionen, Teilhabe und Zugänglichkeit ermöglichen kann. Die Bachelorarbeit „Werte und Kitsch“ untersucht diese Diskrepanz und legt offen, inwiefern gesellschaftliche Normen und Machtverhältnisse zu dieser Abwertung beitragen. Dazu werden die tatsächliche Wirkung sowie die Inhalte und Qualitäten von Kitsch analysiert. Auf dieser Grundlage entsteht eine Sammlung aus fünf kommunikativen Objekten und ein Manifest, das Kitsch als politischen Ausdruck neu verhandelt. Die Arbeit versteht Design als gesellschaftliches Werkzeug: nicht nur zur Problemlösung, sondern als Mittel zur Reflexion, zum Infragestellen und Sichtbarmachen. Sie zeigt, dass Gestaltung dann wirksam ist, wenn sie Emotionalität zulässt, Vielfalt fördert – und veraltete Denkstrukturen aktiv hinterfragt, statt sie weiterzutragen.
Zoo: Upgrade oder Aus?
Mein Buch hinterfragt die idealisierte Sicht auf Zoos, die oft als Bildungsstätten gelten, aber ethische Probleme und Einschränkungen für Tiere verbergen. Es ermutigt besonders Kinder und Jugendliche, die „zoologische Idylle“ zu reflektieren. Ziel ist ein interaktives Erlebnis, das Wissen über Funktionen und Probleme moderner Zoos vermittelt und individuelles Denken fördert. Neben Geschichten und Informationen gibt es Mitmachseiten, Selbsttests und eine QR-Code-Schnitzeljagd, die reales Lernen ermöglicht. Das Konzept integriert multimediale Elemente und verschiedene Lehrmethoden, um unterschiedliche Lerntypen anzusprechen. Illustrierte Inhalte und Zitate machen komplexe Themen verständlich und regen zur kritischen Auseinandersetzung an. Die QR-Codes sorgen für Praxisbezug und fördern Empathie und Engagement für Tierwohl.
Der Wurm in unserem Herzen
Im Laufe der letzten Jahrhunderte rückte der Tod zunehmend aus dem gesellschaftlichen Blickfeld, und der bewusste Umgang mit der eigenen Sterblichkeit verschwand. Neue Entwicklungen wie der Rückgang religiöser Rituale und neue Lebensstile machen deutlich, wie wichtig es ist, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Künftige Generationen werden ihn neu gestalten müssen. Im Rahmen einer Thesis entstand die Box „Der Wurm in unserem Herzen“, die Impulse bietet, die eigene Sterblichkeit zu erkunden. Mit verschiedenen Tools und Anleitungen regt sie einen bewussten Umgang sowie Austausch an. Kernstück ist ein Kartenset mit 60 Karten zu den Themen „Wissenswert“, „Innehalten“, „Vorsorge“ und „Kommunikation“. Ergänzt wird die Box durch ein Notizbuch, ein Würfelset mit eingravierten Begriffen und ein Begleitheft. Webseite und Social-Media-Kanal bringen das Thema zusätzlich in den Alltag.
CARBOGEM
85% of the world’s oyster reefs have disappeared due to human-induced pollution, overfishing, climate change, and ocean acidification. This is alarming, as reef biodiversity hotspots are essential to marine ecosystems. Coastal communities also rely heavily on the health of oyster reefs, which provide critical ecosystem services such as water filtration and protection against flooding and erosion.
Fortunately, numerous initiatives are working to restore these vital ecosystems using artificial reefs, most commonly made from concrete. However, conventional concrete has a high CO₂ footprint, further exacerbating the issue.
CARBOGEM is a reef restoration module made from a novel bio-based concrete developed in collaboration with the Fraunhofer Institute. It incorporates oyster shell waste, an algae-derived binder, and biocementation facilitated by photosynthetic cyanobacteria, making the concrete 100% renewable with the potential to actively capture CO₂. Turning carbon into gems.
Lyuma
Die Abschlussarbeit beleuchtet das Spiel Lyuma als interaktives Medium zur Erforschung von Kommunikation, subjektiver Wahrnehmung und fragmentierter Wahrheit. Im Zentrum stehen die Figuren Lyuma, Nikolai und Victor, die unterschiedliche Perspektiven auf Wahrheit verkörpern und soziale wie kulturelle Themen widerspiegeln.
Durch das Sammeln von Tarot-Karten beeinflussen SpielerInnen aktiv die Deutung von Ereignissen und gestalten ihre individuelle Wahrheitskonstruktion. Lyuma verwebt narrative Spielmechaniken mit slawischer Mythologie und schafft so eine ästhetisch und thematisch dichte Erfahrung.
Die Arbeit untersucht, wie das Spiel gesellschaftliche Normen reflektiert und kulturelles Erbe zugänglich macht, indem es Interaktivität als künstlerisches Ausdrucksmittel nutzt. Es zeigt auf, wie Spiele wie Lyuma nicht nur Unterhaltung bieten, sondern komplexe philosophische Fragen zu Identität, Wahrheit und Kommunikation erfahrbar machen.