What Goes Around Comes Around

In einer alternativen Realität, die von zwei Sonnen geprägt ist, untersucht Sophie Stanitzeks Projekt eine Welt, die von klimatischen Anomalien und menschengemachtem Umweltkollaps bestimmt wird. Unter unerbittlicher Hitze und chaotischem Wetter werden traditionelle Überlebensstrategien obsolet. Durch spekulative Low-Tech-Objekte wie schwimmende Flut-Liegen oder parabolische Bräunungsgeräte inszeniert sie die Absurdität apokalyptischer Freude und legt die Ungleichheiten zukünftiger Freizeitgestaltung offen. Diese Entwürfe reflektieren kritisch unser Verhältnis zu Naturgewalten und frei verfügbaren Ressourcen und machen Widersprüche sichtbar. Anstatt Lösungen vorzuschlagen, verstärkt die Arbeit Symptome des Zusammenbruchs, die sich bereits abzeichnen. Sie geht über die Vorstellung hinaus, dass Techno-Solutionismus der einzige Weg in die Zukunft ist, und zeigt auf, wie Komfort, Vergnügen und Resilienz zunehmend zu Privilegien der Reichen werden. So eröffnet das Projekt Raum für einen bewussteren und ehrlicheren Umgang mit den Kräften, die das Leben auf der Erde prägen.

CURLS & COILS

Black Hair Care ist mehr als eine funktionale Routine, sie ist tief verwoben mit: Identität, Geschichte & Widerstand.

In Deutschland fehlen passende Produkte, Infrastruktur und sichtbare Salonkultur. Braiding-Sessions finden oft im Privaten statt, aus Mangel an Alternativen.

Ziel meines Entwurfs ist es, Tools und Setups zu entwickeln, die funktional und emotional auf die Bedeutung von Afrohaarpflege eingehen.

Nicht angepasst, sondern spezifisch und explizit für die Community gestaltet!

Das Set besteht aus Tail Comb, Edge Brush sowie einem Setup-System – modular, individuell anpassbar & kompakt.

Der Entwurf ist auf der Grundlage von qualitativen Interviews mit Menschen aus der Community entstanden. CURLS & COILS Produkte ermöglichen strukturierte Arbeitsabläufe und temporäre Salonmomente im privaten Raum.

„Choosing to love Black hair as it grows from the scalp is an act of defiance.“ – Channing Gerard Joseph (2022)

mykra ≠ fast furniture

Mykra ist ein Möbelstück, das Design und Nachhaltigkeit vereint! Durch den innovativen Materialansatz, Myzel als Plattenwerkstoff zu nutzen, anstelle von Spanplatten, entsteht ein ganzheitlich neu gedachter Produktions- und Lebenszyklus. Angefangen bei der ressourcenschonenden Werkstoffherstellung, übergehend in neue Bauweisen, entsteht so am Ende ein durchdachter Lebenszyklus des Möbels von der Entstehung bis zur Kompostierung, der einen umweltfreundlicheren Ansatz in der Möbelindustrie bietet.

Hauptbestandteil sind Myzelplatten, die künftig mit regionalen Restströmen produziert werden. Sie halten im Innenraum bis zu 30 Jahre, sind biologisch abbaubar und können bei Verschleiß leicht ausgetauscht oder kompostiert werden. Der Bambus aus Gartenabfällen zur Stabilisierung wird zukünftig nicht mehr benötigt. Weitere Bestandteile des Möbels sind Stahl für Schrauben sowie das Untergestell, das bei Umnutzung wiederverwendet wird. Die Winkel sind derzeit aus Aluminium, welches ersetzt wird.

Áo Dài Xanh

Die Arbeit verbindet die filigrane Eleganz des vietnamesischen Áo Dài mit der strapazierfähigen Funktionalität von Denim – einem Material, das ursprünglich für Arbeitsbekleidung entwickelt wurde. Ausgangspunkt war die Frage, ob ein Kleidungsstück entstehen kann, das scheinbare Gegensätze wie Tradition und Moderne vereint. Ziel ist ein respektvoller Umgang mit kulturellen Symbolen und deren zeitgemäße Interpretation – ein Beitrag zu einem interkulturellen Designverständnis.
Das Konzept der Kollektion zielt auf die Entwicklung von Unisex-tauglichen Kleidungsstücken ab, die eine flexible Anpassung an individuelle Körperformen ermöglichen. Jeans-inspirierte Details wie Nieten, Knöpfe oder Schieberiemen ermöglichen variable Größenanpassungen. Ein zentrales Merkmal des Áo Dài ist der Mandarinkragen, der in jedem Entwurf erhalten bleibt. Beide Themen dieser Arbeit stehen exemplarisch für die Verbindung vietnamesischer und westlicher Einflüsse, die auch die eigene kulturelle Identität prägen.

finding traces and placing connections

„finding traces and placing connections“ ist eine interaktive Kunstinstallation und ein persönlicher Liebesbrief an das Material Kupfer. Die Arbeit zelebriert die Funktionalität, Vielseitigkeit und Schönheit des Kupfers.

Besucher*innen können die in den Teppich eingelassenen Kupferflächen durch fünf verkupferte Steine verbinden und kontrollieren dadurch Klang und Licht des Raumes.
Die Komposition für das Werk wurde aus Aufnahmen generiert, die durch Interaktion mit Kupferobjekten entstanden sind.
Jede aktivierte Fläche leuchtet auf und fügt eine Audiospur zur Komposition hinzu.
Dadurch entsteht nicht nur eine Interaktion mit der Arbeit, sondern auch eine Interaktion zwischen den Besucher*innen. Durch das Zusammenspiel entstehen individuelle Kompositionen und Kombinationen der Audiospuren und immer neue Abwandlungen des Klanges.

„finding traces and placing connections“ lädt ein, zu entdecken, zu hören.

Beyond

„Nimm sie beim ersten Date mit ins Schwimmbad …“ – dieser Satz aus einem Meme zeigt, wie tief gesellschaftlicher Druck rund um Make-up sitzt. Die Bachelorarbeit untersucht Make-up als Ausdrucksmittel jenseits oberflächlicher Schönheitsideale. Im Fokus steht eine kritische Auseinandersetzung mit normativen Erwartungen, sozialem Druck und der ambivalenten Rolle von Kosmetik im Alltag. Warum wird Make-up oft mit Oberflächlichkeit, Täuschung oder Unsicherheit verbunden?

Basierend auf theoretischen Analysen, Umfragen und Workshops wurde ein interaktives Spiel entwickelt, das Make-up als Mittel des Empowerments nutzt. Für 2–8 Spieler*innen fördert es durch kreative Aufgaben, Fragen und Austausch Reflexion und neue Perspektiven. „Beyond“ steht dabei für das Denken über das Sichtbare hinaus – eine gestalterische Einladung zur Auseinandersetzung mit Identität, Diversität und gesellschaftlichen Normen.

When You Back Home?

„When you back home?“ (Taiwanese Mandarin:你什麼時候回家, Nǐ Shén Me Shíhòu Huí Jiā) untersucht den Einfluss von Eltern auf ihre Kinder sowie den Kommunikations- und Versöhnungsprozess zwischen Familienmitgliedern. Die Geschichte dreht sich um eine fünfköpfige Familie, die nach dem Tod des Vaters die einst gefürchtete Mutter wieder neu konfrontieren muss. Durch offene Gespräche reflektieren sie über ihre Vergangenheit mit körperlichen Strafen und versuchen, die Beweggründe ihrer Mutter zu verstehen, um die durch Zeit und Missverständnisse zerbrochenen familiären Beziehungen zu heilen.

Adoptier ein schwarzes Tierheimtier.

Schwarze Tierheimtiere haben es schwerer – oft völlig zu Unrecht.
Durch Geschichte und Popkultur gelten sie als unheimlich, unfotogen, unscheinbar oder uninteressant. Diese Vorurteile führen dazu, dass schwarze Tiere bis zu viermal seltener adoptiert werden als andere.

Das Masterprojekt „Adoptier ein schwarzes Tierheimtier“ macht mit einer emotional erzählten, stilvoll gestalteten Kampagne auf dieses übersehene Problem aufmerksam – und schafft eine positive Gegenbewegung.
Umfragen und Interviews bilden das strategische Fundament. Daraus entstanden echte Geschichten, klare Botschaften und ein durchdachtes Design – umgesetzt in Plakaten, Illustrationen, Social-Media-Inhalten, Videos und Merchandise.

Das Ziel: Vorurteile abbauen, den besonderen Charme und Look schwarzer Tiere sichtbar machen und zu bewussten Adoptionsentscheidungen bewegen. Im Fokus steht, Herzen und das eigene Heim zu öffnen sowie eine Community für neue und langjährige Liebhaber schwarzer Tiere zu schaffen.

INNEN AUSSEN

Der Entwurf basiert auf der intensiven Beschäftigung mit der grundlegenden Raumbildung und Überlegungen zur Verbindung von Innen- und Außenräumen. Die Ausbildung eines Hofraumes beruht auf dieser Theorie und ist Entwurfsgrundlage. Der Gebäudekomplex liegt im Zentrum von Trier, innerhalb eines Blocks, der von zwei Fußgängerzonen begrenzt wird und einen toten Stadtraum bildet. Ziel des Projekts ist es, durch eine alternative Durchwegung eine Reaktivierung des Bereichs zu erreichen. Im Gebäude gibt es Räume, die öffentlich zugänglich und mietbar sind, mit Angeboten für Passanten oder Anwohner. Große Öffnungen der Fassade und des Daches belichten die Innenräume und machen die Nutzung auch von außen erlebbar. Der Erschließungskern bildet einen neuen Hofraum aus, der sich nach oben und hinten öffnet und als kleine, grüne Oase fungiert. Die Durchwegung zum Blockinnenbereich wird von einer sich durchziehenden Überbauung begleitet und führt an verschiedenen Höfen vorbei, die die Nutzungen von innen weiterführen.

CIRCULAR SPEAKER

Circular Speaker ist ein Gegenentwurf zu vielen aktuellen mobilen Lautsprechern, die durch Verklebungen und Materialverbunde kaum reparierbar und schwer recycelbar sind. Dabei wird das Potenzial vieler Geräte kaum ausgeschöpft – ihre oft kurze Lebensdauer steht im Widerspruch zur Aktualität und Beständigkeit der zugrunde liegenden technischen Basis. Ziel des Projekts ist es, durch ein reparaturfreundliches, transparentes Gehäusedesign die Nutzungsdauer deutlich zu verlängern. Dieses ist modular aufgebaut und lässt sich mit nur zwei Inbusschlüsseln vollständig zerlegen. Alle elektronischen Komponenten sind übersichtlich auf einem Mainboard angeordnet – nach dem Prinzip: Verschrauben statt Verkleben. Der Entwurf basiert auf einer Analyse aktueller Lautsprechermodelle, mehreren Nutzer:innen-Testings und gibt einen Ausblick darauf, wie ein verändertes Produktdesign zur nachhaltigeren Nutzung elektronischer Geräte und in weiterer Folge zur Reduktion von Elektroschrott beitragen kann.