ALUMINIUM FO(A/R)M

ALUMINIUM FO(A/R)M inszeniert Aluminiumschaumplatten (ASP) im Kontext Möbel, um dort die positiven kreislaufwirtschaftlichen Eigenschaften des Materials geltend zu machen. Diese beziehen sich auf die Verwendung hoher Anteile Recycling-Aluminium im Herstellungsprozess sowie den materialsparenden Charakter des Werkstoffs.

Der entworfene Beistelltisch zeigt eine konstruktive Lösung, die es ermöglicht, ASP mit anderen Bauteilen zu verbinden. Eine Struktur wird dazu mittels Aluminiumguss stoffschlüssig mit der ASP verbunden. Nach Bearbeitung der Struktur kann der Verbund – hier als Tischplatte – in ein Konstruktionssystem integriert werden.

Der Entwurf verbindet dabei klassisches Gießereihandwerk mit digitaler Fabrikation. Hierzu wird zuerst die Porenstruktur der ASP analysiert und basierend darauf der Zuschnitt des Plattenmaterials optimiert. Resultat ist dann ein Objekt mit variabler Form, das einer Logik der nicht standardisierten Serialität folgt.

Wilde Wurzel

Die entwickelte Produktmarke „Wilde Wurzel“ bringt Menschen die regionale Flora und Fauna näher. Ziel ist es, Wildpflanzen durch eigene Anzucht, Konsum und Wiedererkennung im Alltag erlebbar zu machen und damit Bewusstsein für Biodiversität zu schaffen. Das Konzept umfasst drei Produktkategorien: Saatgutboxen mit Pflanzanleitung, Sammelsteckbrief und Pflanzschild; getrocknete Wildpflanzenteile wie Tees oder Gewürze; sowie fertige Produkte wie Chutney oder Pesto. Illustrierte Rezepte begleiten das Sortiment und regen zur eigenen Verarbeitung an. Die Gestaltung verbindet Naturästhetik mit edukativem Mehrwert. Durch Herkunftstransparenz, regionale Produktion und gestalterische Zugänglichkeit wird ein nachhaltiges, sozial faires und bewusstseinsschärfendes Konsumerlebnis geschaffen.

Greyline – Glossar der Nacht

Unsere Welt befindet sich in absoluter Wachheit. Pausenlos wird produziert, konsumiert und mitgeteilt. Und das auch bei Nacht. Städte werden von künstlichen Lichtern erhellt und überstrahlen den natürlichen Nachthimmel. Licht kriecht förmlich in unsere intimste, privateste Sphäre.
Die Publikation verfolgt die tiefwirkenden Spuren von Licht, die im Anthropozän seit Erfindung der Elektrizität gezogen werden. Der Mensch entsagt sich seinem natürlichen Biorhythmus und befeuert durch Lichtemission die ökologische Krise.
Das Glossar lässt in die tiefdunkle Nacht eintauchen, in der zu Sinnlichkeit, Naturerfahrung und einer neuen Wahrnehmung angeregt wird. Es bildet eine Sammlung aus literarischen Bezügen, Begriffen und Fotografien, die die Vielseitigkeit der Nacht aufzeigen.
Das Glossar der Nacht setzt den Impuls, den eigenen Status von Abrufbarkeit in unserer 24/7-Gesellschaft zu hinterfragen und sich mit den Wechselwirkungen von Mensch und Natur auseinanderzusetzen.

Woher kommst du wirklich?

Woher kommst du wirklich? Diese Frage begleitete mich als Adoptivkind mein ganzes Leben und führte mich dazu, das traditionelle Familienbild infrage zu stellen. In meinem Buch „Emotion trifft Tradition“ setze ich mich mit der Vielfalt von Familienformen auseinander und zeige, dass Bindung nichts mit Genetik zu tun hat. Adoption ist ein zentraler Teil des Projekts und verdeutlicht, dass Familie nicht durch Blutsbande, sondern durch Liebe, Vertrauen und Verlässlichkeit definiert wird. Der begleitende Film mit Interviews von Menschen, die in anderen Familienstrukturen leben, hinterfragt gesellschaftliche Normen und sensibilisiert für die Vielfalt von Familie. Das Projekt räumt mit Vorurteilen auf und zeigt, dass wahre Familie dort entsteht, wo Geborgenheit und Vertrauen wachsen – unabhängig von Herkunft und traditionellen Erwartungen.

Olympia der Zukunft–Deutschland 2040

Mein Bachelorprojekt beleuchtet ein Zukunftsmodell möglicher Olympischer Spiele in Deutschland 2040 zum Thema „50 Jahre Wiedervereinigung“.
Wie sollte eine Olympiade in 15 Jahren aussehen? Wie kann ein solches Großevent den Aspekt der Nachhaltigkeit erfüllen?
Aufkommende Probleme oder Fragen bzw. Diskussionsthemen habe ich anhand von Forschungen bzw. Eigenentwicklungen vertieft und spekulativ eine Olympiade für die Zukunft entstehen lassen, die zum einen nachhaltig, aber auch vereinend sein soll.
Experimentell entwickelte ich darüber hinaus Logogestaltungen, die die gemeinschaftliche Zukunftsidee symbolisieren sollen, und stelle eine Corporate Identity auf, die sich von der Gestaltung bis hin zur letztendlichen Veranstaltung durchzieht und auf diese Weise eine spekulative Vision für eine Olympiade schafft, die nicht nur nachhaltig, sondern auch zukunftsweisend ist.

Fragments

Mit experimentellen Ansätzen im traditionellen keramischen Gießen erkundet die Serie FRAGMENTS die faszinierende Ästhetik von Zerstörung und Erneuerung. Jedes Gefäß fängt das fragile Gleichgewicht zwischen Enden und Neuanfängen ein – wie ein Phönix, der aus der Asche steigt.
Das Zusammenspiel unregelmäßiger Oberflächen, scharfer Kanten und markanter Ecken verleiht jedem Stück seine charakteristische rohe Schönheit. Formen und Texturen entstehen durch die gezielte Zerstörung fester Gipsformen und vereinen dabei sowohl Gewalt als auch Zufall.
Geleitet von einem stark taktilen und experimentellen Ansatz wird jede Oberfläche individuell gestaltet, sodass unverwechselbare skulpturale Unikate entstehen.
Die Gefäße werden mittels eines modularen Systems gefertigt, bei dem einzelne Formelemente zu unzähligen einzigartigen Konstellationen gestapelt werden – so zahlreich und vielfältig wie die Sterne am Himmel.
FRAGMENTS spiegelt einen Prozess wider, der im Machen, Berühren und Erleben verwurzelt ist – ein Dialog zwischen Hand, Material und Transformation.

Capturing Fluids

Capturing Fluids erforscht das Vergehen von Zeit durch fotografische Experimente mit schmelzendem Eis und sensorischen Verformungen. Die zentrale Frage lautet, ob und wie das Vergehen der Zeit sichtbar gemacht und in Form gebracht werden kann und wie es möglich ist, etwas so Ungreifbares wie die Zeit zu materialisieren. Durch analoge und digitale Übersetzungsprozesse entsteht eine Schmuckkollektion aus 925er Sterlingsilber, Acrylglas und Bergkristall, die eine Faszination für den ständigen Fluss und die Vielschichtigkeit der Zeit verkörpert. Inspiriert von den Formen schmelzenden Eises hält jedes Schmuckstück einen flüchtigen Moment fest.

Zeitgefühl

Kann Schmuck therapeutisch sein? Im Austausch mit einer an Rheuma erkrankten Person wurde diese Frage zum Ausgangspunkt eines gestalterischen Prozesses.
Entwickelt wurde eine ergonomische Uhr, die durch einen speziell konstruierten Verschluss und ein Band aus gewebtem Pferdehaar auf die individuellen Bedürfnisse der erkrankten Person eingeht.
Die Gestaltung berücksichtigt sowohl funktionale als auch emotionale Aspekte. Ziel ist nicht die Heilung, sondern die persönliche Unterstützung im Alltag. Das Objekt soll den Umgang mit Einschränkungen erleichtern und gleichzeitig als Zeichen der Wertschätzung verstanden werden. Es zeigt, wie Gestaltung zur alltäglichen Entlastung beitragen und dabei soziale Sichtbarkeit für Betroffene schaffen kann.

Designed by Mycelium

Wir befinden uns in einem neuen Material-Zeitalter, in dem die Erforschung biobasierter Werkstoffe zunehmend an Bedeutung gewinnt – und zugleich vor großen Herausforderungen steht. Besonders Materialien wie Pilzmyzel stoßen trotz ihres ökologischen Potenzials häufig noch auf gesellschaftliche Skepsis, fehlende industrielle Standards und technische Unsicherheiten.

Dieses Buch lädt dazu ein, Myzel als Material der Zukunft zu entdecken – eines, das uns ermöglicht, nachhaltiger zu denken, zu bauen und zu leben. „Designed by Mycelium“ vermittelt erste Einblicke über Pilzmyzel, bricht bestehende Vorurteile auf und zeigt die Vielfalt bereits realisierter Projekte aus dem Bereich des Produktdesigns und der Architektur.
Es ist ein Einstieg in ein noch junges, aber vielversprechendes Feld – und ein Plädoyer für Neugier, Mut und Materialwandel.

Hass hinter Glas

Gewalt im Internet kann viele Formen annehmen. Sie wird als Werkzeug genutzt, um besonders Frauen oder marginalisierte Personengruppen in ihrer gesellschaftlichen/politischen Teilhabe einzuschränken. Das Glossar soll einen Überblick geben, welche Formen Gewalt online annimmt. Es soll aufklären und Sichtbarkeit schaffen. Neben der sachlich erklärenden Ebene soll ergänzend eine emotionale Ebene geschaffen werden, in der die Begriffe illustrativ dargestellt werden. Ziel ist es, so Menschen für das Thema zu sensibilisieren, im Optimalfall Täter*innen abzuschrecken, aber zumindest Opfern eine Sprache zu geben.