Clima hortus

Etwa ein Drittel aller Lebensmittel wird u. a. aufgrund fehlenden Wissens zur Lagerung weggeworfen – besonders Obst und Gemüse verlieren dabei schnell an Haltbarkeit und Nährwert.

Clima Hortus setzt genau hier an und stellt einen alltagstauglichen, nutzerfreundlichen Ansatz zur fachgerechten Lagerung von Gemüse und Obst im Haushalt dar. Basierend auf dem „Lagerungs-ABC“ von Marina Klein wurden sechs Gefäße mit unterschiedlichen Klimazonen entwickelt, die gezielt Temperatur, Feuchtigkeit, Licht und Ethylen berücksichtigen.

Die Gefäße nutzen die traditionelle Kühlmethode der Verdunstungskälte mittels Ton und dessen Eigenschaften in geschrühter oder glasierter Form. Dadurch stellen die Gefäße selbst unterschiedliche Klimazonen im Inneren her. Der modulare Aufbau und verschiedene Größen erlauben eine flexible Integration in unterschiedliche Kontexte, und das Farbsystem ermöglicht eine einfache Zuordnung von Gemüse und Obst zum jeweiligen Gefäß und erleichtert so die fachgerechte Lagerung ohne Vorkenntnisse.

Personal Fit Socket

Personal Fit Socket ist ein neuartiges Schaftsystem für Oberarmprothesen, das erstmals Komfort, Funktion und Eigenständigkeit in einem anpassbaren Design vereint. Ein integriertes BOA-Drehverschlusssystem ermöglicht es Anwender:innen, den Schaft flexibel und in Echtzeit an Volumenschwankungen des Stumpfes anzupassen – einfach, selbstständig und ohne fremde Hilfe. Strategisch platzierte Auflageflächen und gezielte Freiräume verbessern die Luftzirkulation, reduzieren Schwitzen und fördern Hygiene. Durch generativ gestaltete Strukturen und modulare Bauweise entsteht ein funktionales, leichtes und ästhetisches Produkt. Additive Fertigungsverfahren ermöglichen eine präzise, individuell angepasste Herstellung für jede:n Nutzer:in. Das Projekt setzt neue Maßstäbe in der Prothetik – für mehr Lebensqualität, Selbstbestimmung und Akzeptanz im Alltag.

Klassik?

Ausgangspunkt meiner Thesis war meine Liebe zur Klassik und der Wunsch, diese Musik in einem gestalterischen Rahmen zu erkunden und zu reflektieren. In einem zunächst ergebnisoffenen Prozess analysierte ich bestehende Bild- und Sprachwelten sowie institutionelle Strukturen der klassischen Musik. Im Spannungsfeld zwischen Gestaltung und Musik sowie zwischen Humor und Ernsthaftigkeit erkundete ich unterschiedliche Wege der Musikvisualisierung. Es entstand eine Sammlung assoziativer Bilder und Geschichten, die Klassik sowohl analytisch als auch spielerisch verarbeitet. Aus diesem Material entwickelte sich schließlich ein Kampagnenentwurf für das Anhaltische Theater Dessau (ohne konkrete Beauftragung), der klassische Musik für ein jüngeres Publikum visuell neu kontextualisiert und aktiv zum Diskurs im Konzerthaus einlädt. Mit dieser Arbeit versuche ich, eine Brücke zwischen Gestaltung und kultureller Vermittlung zu schlagen und neue Menschen für klassische Musik zu begeistern.

Oneless

Junge Erwachsene erleben beim Übergang in ein selbstständiges Leben eine euphorische, aber herausfordernde Phase. Viele entfernen sich von ihrem bisherigen Umfeld und haben Schwierigkeiten, neue Beziehungen aufzubauen. Damit einher geht oft das Gefühl von Einsamkeit. Hier setzt „Oneless“ an: ein modulares Produktsystem, das sich flexibel an verschiedene Alltagssituationen junger Erwachsener anpassen lässt.

Im Hochschulkontext begegnet Studierenden „Oneless“ subtil im Alltag, durch bedruckte Servietten, Teebeutel mit Impulsen zur Selbstreflexion oder Glückskekse mit Botschaften. Ein Booklet in der Campustüte spricht aktiv an und informiert. Ziel ist es, Einsamkeit zu entstigmatisieren und niedrigschwellige Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten – ohne dabei medizinische Maßnahmen zu ersetzen. Die Bedürfnisse der Zielgruppe wurden durch Experteninterviews, Gespräche, User-Testings und designethnographische Methoden erfasst. Diese wurden in Konzeptentwicklung und Gestaltung integriert.

Crafting Waste

Aus Reststoffen Wert schöpfen. Flexfolien stellen eine problematische Abfallquelle dar, die durch ineffiziente Verarbeitungstechniken im digitalen Textildruck entsteht (80 % Verschnitt). Julia Linnig geht in ihrer Bachelorarbeit entschieden gegen diese Materialverschwendung vor, indem sie eine Recyclinglösung anbietet und auf die leider immer noch weit verbreitete Unterschätzung des Wertes von Kunststoff hinweist. terrazzoflex ist ein innovatives, flexibles Recyclingmaterial, das ohne jegliche Zusätze hergestellt wird und sich durch seine Vielseitigkeit und ansprechende Ästhetik auszeichnet. ONE BAG ist die daraus entwickelte Produktfamilie, die das Potenzial von terrazzoflex eindrucksvoll demonstriert.

pop up FIXation

Die pop up FIXation ist eine mobile Fahrradselbsthilfewerkstatt, die mit einem Lastenrad Werkzeug und Reparaturmaterial direkt in den öffentlichen Raum bringt. Nach der vorübergehenden Schließung des „radraums“ – Selbsthilfewerkstatt und Treffpunkt für Fahrradkultur in Offenbach – entstand das Bedürfnis, den Fortbestand durch Pop-up-Events zu sichern. Aus dieser Erfahrung entstanden ein modularer Werkstattwagen mit klarer Ästhetik, robusten Materialien und einfacher Handhabung, der niedrigschwellige Reparaturmöglichkeiten bietet. Über das Reparieren hinaus fördert pop up FIXation ein offenes, integratives Umfeld, in dem Menschen voneinander lernen, Wissen austauschen und sich aktiv in ihre Gemeinschaft einbringen können. Durch den vereinfachten Zugang zu Fahrradreparaturen fördert das Projekt nachhaltige urbane Mobilität und soziale Teilhabe. Es zeigt, wie Design, Mobilität und Engagement eine umweltfreundliche, vernetzte Stadt fördern können.

Edna’s Call – Triptychon

„Wann immer wir denken, dass wir Erinnerungen produzieren, sind wir in Wirklichkeit mit Formen des Werdens beschäftigt.“ — Deleuze & Guattari

Das experimentelle Filmprojekt Edna’s Call erforscht transgenerationale Verbundenheit und die Vater-Tochter-Beziehung zu Lebzeiten. Die deutsch-amerikanische Kathrin und ihr US-amerikanischer Vater Daniel (seit 1974 als Schreiner/Tänzer in Deutschland) erkunden das unheimliche Haus der verstorbenen (Groß-)Eltern in den USA. Die Reise ermöglicht durch Erinnerungsstücke und gemeinsame Erlebnisse eine tiefere Verbindung zum Ort, zueinander und zu (Groß-)Mutter Edna (*1919), die 1944 in New York Schauspielerin werden wollte.

Drei Videos zeigen verwebte Ebenen: Narrationen ergänzen sich, laufen an anderer Stelle auseinander, finden wieder zusammen. Verknüpft wird Archivierungsarbeit mit künstlerischer Inszenierung, um Familiengeschichte, Identität und die reintegrierende Kraft der Versöhnung zu erleben.

Believing in Together

In Zeiten globaler Krisen wird es immer wichtiger, nach alternativen Arbeitsmodellen zu suchen, die nicht auf einem Gegen-, Unter- oder Übereinander basieren. Obwohl es Kollektive schon sehr lange und in allen Arbeits- und Lebensbereichen gibt, werden sie noch immer stark unterschätzt.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich eine Reise nach Mexiko, Chile, Australien und Indonesien unternommen, um dort sechzehn Kollektive in unterschiedlichen Kontexten kennenzulernen und von ihnen zu lernen. Das Ergebnis dieses partizipativen Forschungsprojekts zielt nicht darauf ab, Theorien kreativer Zusammenarbeit zu erklären, sondern zeigt aus verschiedenen Perspektiven, was geschieht, wenn Menschen an das Miteinander glauben.

Es ist ein spielerisches Manifest dafür, mutig Türen ins Unbekannte zu öffnen – und die eigenen weit offen zu lassen, damit auch andere Menschen (und Katzen!) eintreten können.

Eden OS

In einer Welt, die von Informationen überflutet und von sich ständig verändernden digitalen Landschaften geprägt ist, bleibt unsere Interaktion mit Computern überraschend fragmentiert. Die Werkzeuge, die wir nutzen, stehen oft nicht im Einklang mit der Art und Weise, wie wir denken, gestalten und die Welt verstehen. Wir stecken fest in Systemen aus einer anderen Ära — jonglierend mit Apps, Tabs und Dateistrukturen, die sich seit Jahrzehnten kaum grundlegend verändert haben.

EdenOS ist eine Antwort darauf — eine Neugestaltung der persönlichen Computerumgebung als Raum, der das Denken verstärkt und kreative Verbindungen fördert. Anstelle starrer Hierarchien und voneinander getrennter Apps ermöglicht es, dass Informationen fließende, kontextbezogene Formen annehmen — geprägt von der Art, wie wir tatsächlich arbeiten und denken. Es ist dafür gemacht, sich entwickelnde Ideen zu unterstützen, nicht nur fertige zu speichern — ein System, das mit dir wächst, wie ein Garten.

Das Projekt verbindet Designforschung, hochauflösendes Interface-Prototyping und ein Konzeptvideo, um diesen neuen Ansatz für digitale Arbeitsumgebungen zu vermitteln.

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Ein spekulatives Design-Research-Projekt, das sich mit der aktuellen Debatte um Big Data und Künstliche Intelligenz auseinandersetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verwendung und die Entstehung von Daten – deren Sichtbarkeit, vor allem aber auch deren Unsichtbarkeit.

Exemplarisch durch Gender Data Gap, Reproductive Rights und Künstliche Intelligenz wird der komplexe Begriff und die weitreichende Bedeutung von Daten gestalterisch untersucht.

Als Ergebnis dieser Untersuchung wird der vielschichtige Research-Prozess dargestellt und daraus abgeleitete physische Props gezeigt, die als Requisiten die Daten-Kapitel visuell unterstützen.

Zu diesen Props gehören unter anderem Thermo-Slips und Thermo-Ringe, die als alternative Verhütungsmethoden nach DIY-Anleitungen hergestellt wurden. Zudem werden weiter ausgestaltete Thermo-Slips gezeigt, die in einem experimentellen, gendersensiblen Entwurfsprozess unter Einbeziehung von Künstlicher Intelligenz entstanden sind.