Fragments

Mit experimentellen Ansätzen im traditionellen keramischen Gießen erkundet die Serie FRAGMENTS die faszinierende Ästhetik von Zerstörung und Erneuerung. Jedes Gefäß fängt das fragile Gleichgewicht zwischen Enden und Neuanfängen ein – wie ein Phönix, der aus der Asche steigt.
Das Zusammenspiel unregelmäßiger Oberflächen, scharfer Kanten und markanter Ecken verleiht jedem Stück seine charakteristische rohe Schönheit. Formen und Texturen entstehen durch die gezielte Zerstörung fester Gipsformen und vereinen dabei sowohl Gewalt als auch Zufall.
Geleitet von einem stark taktilen und experimentellen Ansatz wird jede Oberfläche individuell gestaltet, sodass unverwechselbare skulpturale Unikate entstehen.
Die Gefäße werden mittels eines modularen Systems gefertigt, bei dem einzelne Formelemente zu unzähligen einzigartigen Konstellationen gestapelt werden – so zahlreich und vielfältig wie die Sterne am Himmel.
FRAGMENTS spiegelt einen Prozess wider, der im Machen, Berühren und Erleben verwurzelt ist – ein Dialog zwischen Hand, Material und Transformation.

Capturing Fluids

Capturing Fluids erforscht das Vergehen von Zeit durch fotografische Experimente mit schmelzendem Eis und sensorischen Verformungen. Die zentrale Frage lautet, ob und wie das Vergehen der Zeit sichtbar gemacht und in Form gebracht werden kann und wie es möglich ist, etwas so Ungreifbares wie die Zeit zu materialisieren. Durch analoge und digitale Übersetzungsprozesse entsteht eine Schmuckkollektion aus 925er Sterlingsilber, Acrylglas und Bergkristall, die eine Faszination für den ständigen Fluss und die Vielschichtigkeit der Zeit verkörpert. Inspiriert von den Formen schmelzenden Eises hält jedes Schmuckstück einen flüchtigen Moment fest.

Zeitgefühl

Kann Schmuck therapeutisch sein? Im Austausch mit einer an Rheuma erkrankten Person wurde diese Frage zum Ausgangspunkt eines gestalterischen Prozesses.
Entwickelt wurde eine ergonomische Uhr, die durch einen speziell konstruierten Verschluss und ein Band aus gewebtem Pferdehaar auf die individuellen Bedürfnisse der erkrankten Person eingeht.
Die Gestaltung berücksichtigt sowohl funktionale als auch emotionale Aspekte. Ziel ist nicht die Heilung, sondern die persönliche Unterstützung im Alltag. Das Objekt soll den Umgang mit Einschränkungen erleichtern und gleichzeitig als Zeichen der Wertschätzung verstanden werden. Es zeigt, wie Gestaltung zur alltäglichen Entlastung beitragen und dabei soziale Sichtbarkeit für Betroffene schaffen kann.

Hass hinter Glas

Gewalt im Internet kann viele Formen annehmen. Sie wird als Werkzeug genutzt, um besonders Frauen oder marginalisierte Personengruppen in ihrer gesellschaftlichen/politischen Teilhabe einzuschränken. Das Glossar soll einen Überblick geben, welche Formen Gewalt online annimmt. Es soll aufklären und Sichtbarkeit schaffen. Neben der sachlich erklärenden Ebene soll ergänzend eine emotionale Ebene geschaffen werden, in der die Begriffe illustrativ dargestellt werden. Ziel ist es, so Menschen für das Thema zu sensibilisieren, im Optimalfall Täter*innen abzuschrecken, aber zumindest Opfern eine Sprache zu geben.

Wilde Wurzel

Die entwickelte Produktmarke „Wilde Wurzel“ bringt Menschen die regionale Flora und Fauna näher. Ziel ist es, Wildpflanzen durch eigene Anzucht, Konsum und Wiedererkennung im Alltag erlebbar zu machen und damit Bewusstsein für Biodiversität zu schaffen. Das Konzept umfasst drei Produktkategorien: Saatgutboxen mit Pflanzanleitung, Sammelsteckbrief und Pflanzschild; getrocknete Wildpflanzenteile wie Tees oder Gewürze; sowie fertige Produkte wie Chutney oder Pesto. Illustrierte Rezepte begleiten das Sortiment und regen zur eigenen Verarbeitung an. Die Gestaltung verbindet Naturästhetik mit edukativem Mehrwert. Durch Herkunftstransparenz, regionale Produktion und gestalterische Zugänglichkeit wird ein nachhaltiges, sozial faires und bewusstseinsschärfendes Konsumerlebnis geschaffen.

Designed by Mycelium

Wir befinden uns in einem neuen Material-Zeitalter, in dem die Erforschung biobasierter Werkstoffe zunehmend an Bedeutung gewinnt – und zugleich vor großen Herausforderungen steht. Besonders Materialien wie Pilzmyzel stoßen trotz ihres ökologischen Potenzials häufig noch auf gesellschaftliche Skepsis, fehlende industrielle Standards und technische Unsicherheiten.

Dieses Buch lädt dazu ein, Myzel als Material der Zukunft zu entdecken – eines, das uns ermöglicht, nachhaltiger zu denken, zu bauen und zu leben. „Designed by Mycelium“ vermittelt erste Einblicke über Pilzmyzel, bricht bestehende Vorurteile auf und zeigt die Vielfalt bereits realisierter Projekte aus dem Bereich des Produktdesigns und der Architektur.
Es ist ein Einstieg in ein noch junges, aber vielversprechendes Feld – und ein Plädoyer für Neugier, Mut und Materialwandel.

Olympia der Zukunft–Deutschland 2040

Mein Bachelorprojekt beleuchtet ein Zukunftsmodell möglicher Olympischer Spiele in Deutschland 2040 zum Thema „50 Jahre Wiedervereinigung“.
Wie sollte eine Olympiade in 15 Jahren aussehen? Wie kann ein solches Großevent den Aspekt der Nachhaltigkeit erfüllen?
Aufkommende Probleme oder Fragen bzw. Diskussionsthemen habe ich anhand von Forschungen bzw. Eigenentwicklungen vertieft und spekulativ eine Olympiade für die Zukunft entstehen lassen, die zum einen nachhaltig, aber auch vereinend sein soll.
Experimentell entwickelte ich darüber hinaus Logogestaltungen, die die gemeinschaftliche Zukunftsidee symbolisieren sollen, und stelle eine Corporate Identity auf, die sich von der Gestaltung bis hin zur letztendlichen Veranstaltung durchzieht und auf diese Weise eine spekulative Vision für eine Olympiade schafft, die nicht nur nachhaltig, sondern auch zukunftsweisend ist.

TimeEgg

TimeEgg ist eine innovative Hilfe für das Eierkochen mit einem Topf und vereint Funktionalität mit modernem Design. Die integrierte Funktion zur Messung von Temperatur und Gewicht der Eier ist entscheidend für das Gelingen eines perfekt gekochten Eies. Durch die präzise Bestimmung der Kochdauer kann ein wiederholbares Garergebnis erzeugt werden. Der integrierte Timer bietet ein akustisches Signal, welches zusätzlich dazu beiträgt, dass die Eier zum optimalen Zeitpunkt aus dem Topf genommen werden können. Die beiden kapazitiven Tasten und das Grafikdisplay mit Klartextanzeige sorgen für eine einfache Bedienbarkeit. Durch die interne Stromversorgung ist eine sofortige Inbetriebnahme möglich. Das Gerät ist einfach reparabel, da alle Bauteile durch lösbare Verschraubungen ersetzbar sind.

Balance von Ornament und Körper

Die Arbeit Balance von Ornament und Körper sucht Wege, ein Erscheinungsbild für Bekleidung zu erschaffen, welches den skulpturalen Aspekt des Körpers aufgreift und mit den Prinzipien der Ornamentik experimentiert.

Durch das Spiel mit der Darstellung von Abstraktion und Körperbezug entstehen Formensprachen und Ausdrucksformen, welche die Balance und Akzentuierung der ausgewogenen Verteilung am Körper untersuchen.

Der Fokus liegt dabei auf einer in sich schlüssigen Komposition des Erscheinungsbilds.
Anhand der technischen Umsetzung der textilen Flächengestaltung in der Strickerei wird nach Möglichkeiten gesucht, den entworfenen Ornamenten eine weitere Facette ihres Ausdrucks zu verleihen und die Entwürfe im Gesamtbild ihrer Erscheinung im Textil zu veranschaulichen.

Effektivität von Entsorgungshinweisen auf Lebensmittelverpackungen

Da ein erheblicher Teil des Recyclingpotenzials durch fehlerhafte Entsorgungen in privaten Haushalten verloren geht, tragen zunehmend mehr Lebensmittelverpackungen Entsorgungshinweise. Diese Arbeit untersucht quantitativ, ob solche Hinweise tatsächlich das Potenzial besitzen, das Trennverhalten zu verbessern. Dafür wurden vier Hinweise für die Verpackung einer Schokoladenpraline entworfen und in einer Studie mit 120 Teilnehmenden getestet. Die Varianten unterscheiden sich hinsichtlich der Informationsdarstellung (Piktogramme und/oder Text) sowie farblicher oder keiner Hervorhebung. Zwei der Varianten führten deutlich häufiger zu einer korrekten Entsorgung als die Basisvariante ohne Hinweis. Die Ergebnisse liefern erste evidenzbasierte Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Gestaltung von Entsorgungshinweisen. Zudem lassen sich erste Empfehlungen zu Gestaltungselementen ableiten, die jedoch in Folgeuntersuchungen genauer betrachtet werden sollten.