CAM

Wie lässt sich ein Elektronikgerät so gestalten, dass es kreislauffähig und nachhaltig ist? CAM ist eine Kamera, die für die Nutzung im und um das eigene Zuhause konzipiert wurde. Dank ihres modularen Aufbaus lassen sich der Kamera alle nötigen Funktionen hinzufügen, um eine Vielzahl von Einsatzgebieten abzudecken: mögliche Beispiele sind Babyphone, Türklingel oder Webcam. Die Daten werden von einem Endgerät empfangen und mithilfe einer zugehörigen App verarbeitet. Bei der Gestaltung wurde der gesamte Produktlebenszyklus mit Aspekten wie der Zweitnutzung, der Reparatur und dem Einsatz nachhaltiger Rohstoffe berücksichtigt.

CLUTTA

Unordnung kann mehr als nur ein ästhetisches Problem sein – sie kann die psychische Gesundheit, kognitive Kapazität und unsere Lebensqualität stark beeinflussen. Meine Arbeit soll die Akzeptanz von Unordnung fördern und eine Alternative zum Minimalismustrend bieten, während auf die individuellen Bedürfnisse von Nutzer:Innen eingegangen wird. Durch das Schaffen eines harmonischen Wohnumfeldes soll die Lebensqualität, insbesondere auf begrenztem Wohnraum, verbessert werden.

CLUTTA verbindet transparente Latexstreifen mit einer schwarzen MDF-Platte zu einem schlichten und funktionalen Design. Darin wird Unordnung vorübergehend gesammelt und der Raum strukturiert. Die Gestaltung fördert eine Auseinandersetzung von Nutzer:Innen mit ihren Besitztümern, ohne eine radikale Reduktion von Gegenständen zu fordern.

Analoge Konfigurationen des Rohstoffes Keratin

Hair as a material. It is flexible, elastic, a carrier of human information, personal data, and emotions. H. Zhou uses hair as a material in her jewellery. It is hair from herself, from friends, and from strangers ordered on the World Wide Web. Inspired by Chinese traditions of different dynasties, she creates connections through the artisanal techniques of weaving. The hair is processed into fabrics with the finest precision. Her jewellery stores both objective data and the embodiment of the romantic relationship between two people.

Folded Sheets

Folded Sheets überträgt Prinzipien des Papierfaltens auf Stahlblech. Durch präzise Schnitte und Faltungen entstehen aus einem einzigen, rechteckigen Blech Möbel und Leuchten. Die Faltungen sorgen dafür, dass das flache Blech seine Steifigkeit und Tragfähigkeit erhält, sodass die Objekte ganz ohne zusätzliche Verstärkungen belastbar sind.
Die Oberfläche wird mit einem traditionellen Schwarzbrennverfahren behandelt, bei dem Leinöl eingebrannt wird. Das schützt den Stahl vor Korrosion und verleiht ihm eine warme, tiefdunkle Farbe mit dezenten Farbnuancen.
Das Projekt setzt auf ressourcenschonende Herstellung, arbeitet ohne Verschnitt und nutzt einfache Werkzeuge und Maschinen. Es zeigt, wie sich aus industriellem Flachmaterial im kleinen Maßstab dreidimensionale Objekte entwickeln lassen.

Auf einer Leinenlänge

Meine Bachelorarbeit soll gezielt sensibilisieren und Bewusstsein für die Thematik der Hund-Mensch-Beziehung schaffen.

Die hohe Rücklaufquote von Hunden in Tierheimen zeigt, dass – trotz umfangreicher Informationsangebote – nach wie vor mangelndes Bewusstsein für das Thema Hund-Mensch-Beziehung und die damit verbundene Verantwortung besteht. Es besteht dringender Bedarf, Hundebesitzer*innen und potenzielle Hundehalter*innen besser aufzuklären und zu sensibilisieren.

Für folgende Fragestellung habe ich eine gestalterische Lösung in Form eines Designansatzes realisiert: Wie und in welcher Form kann Aufklärung ein Bewusstsein für die Bedeutung einer harmonischen Hund-Mensch-Beziehung schaffen, um Verantwortung und Selbstreflexion bei potenziellen Hundehalter*innen, Hundehalter*innen und in der Gesellschaft zu fördern? Entstanden sind mehrere gestaltete Aufklärungsinhalte in Printform, zusammengestellt in einem Ordner.

Clima hortus

Etwa ein Drittel aller Lebensmittel wird u. a. aufgrund fehlenden Wissens zur Lagerung weggeworfen – besonders Obst und Gemüse verlieren dabei schnell an Haltbarkeit und Nährwert.

Clima Hortus setzt genau hier an und stellt einen alltagstauglichen, nutzerfreundlichen Ansatz zur fachgerechten Lagerung von Gemüse und Obst im Haushalt dar. Basierend auf dem „Lagerungs-ABC“ von Marina Klein wurden sechs Gefäße mit unterschiedlichen Klimazonen entwickelt, die gezielt Temperatur, Feuchtigkeit, Licht und Ethylen berücksichtigen.

Die Gefäße nutzen die traditionelle Kühlmethode der Verdunstungskälte mittels Ton und dessen Eigenschaften in geschrühter oder glasierter Form. Dadurch stellen die Gefäße selbst unterschiedliche Klimazonen im Inneren her. Der modulare Aufbau und verschiedene Größen erlauben eine flexible Integration in unterschiedliche Kontexte, und das Farbsystem ermöglicht eine einfache Zuordnung von Gemüse und Obst zum jeweiligen Gefäß und erleichtert so die fachgerechte Lagerung ohne Vorkenntnisse.

Elementum

Elementum ist ein Entwurf, der exemplarisch eine Methode zur dreidimensionalen Verformung von Holz untersucht. Das Holz wird dabei ausschließlich durch Spannung verformt – ohne den Einsatz von Dampfbiegen oder Formverleimen. Der Fokus des Entwurfs liegt auf der Erprobung und Evaluierung dieser Methode, die am Beispiel einer Liege untersucht wird.

Ein aus Holz ausgeschnittenes „Stadionrund“ bildet den Rahmen für eine textile Sitz- und Liegefläche. Der Rahmen wird mithilfe von Spanngurten in Form gebracht, auf ein Metallgestell montiert und anschließend mit Textil bespannt. Nach der Montage halten Bespannung und Gestell das Holz in Form – die Gurte sind nicht mehr nötig. Die Kurven des Rahmens wölben sich auf und zeichnen die Spannung nach. So entsteht aus dem flachen Holzrahmen ein Volumen. Diese Konstruktion ermöglicht es, die Liege flach zu verpacken und zu transportieren. Die Liege bietet Platz für zwei Personen und durch ihre gewölbten Kurven eine komfortable Kopfstütze.

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Ein spekulatives Design-Research-Projekt, das sich mit der aktuellen Debatte um Big Data und Künstliche Intelligenz auseinandersetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verwendung und die Entstehung von Daten – deren Sichtbarkeit, vor allem aber auch deren Unsichtbarkeit.

Exemplarisch durch Gender Data Gap, Reproductive Rights und Künstliche Intelligenz wird der komplexe Begriff und die weitreichende Bedeutung von Daten gestalterisch untersucht.

Als Ergebnis dieser Untersuchung wird der vielschichtige Research-Prozess dargestellt und daraus abgeleitete physische Props gezeigt, die als Requisiten die Daten-Kapitel visuell unterstützen.

Zu diesen Props gehören unter anderem Thermo-Slips und Thermo-Ringe, die als alternative Verhütungsmethoden nach DIY-Anleitungen hergestellt wurden. Zudem werden weiter ausgestaltete Thermo-Slips gezeigt, die in einem experimentellen, gendersensiblen Entwurfsprozess unter Einbeziehung von Künstlicher Intelligenz entstanden sind.

Teron° – Cooling Workwear

Teron° verbessert das Wohlbefinden von Handwerkern unter heißen Bedingungen, steigert ihre Effizienz und reduziert gesundheitliche Risiken.
Die überlappende Schnittführung der Hose verbessert die Luftzirkulation, während Kühlelemente am Oberschenkel gezielt kühlen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Die Weste fokussiert sich auf die Kühlung des Oberkörpers durch integrierte Kühlelemente. Diese kühlen durch Verdunstung von Wasser, wobei kein direkter Wasserkontakt mit dem Träger besteht, sodass dieser trocken bleibt.
Ergänzt durch atmungsaktive Materialien und geschickten Einsatz von Stauraum erleichtert die Kleidung den immer wärmer werdenden Arbeitsalltag.
Das sportlich-dynamische Design vermittelt Stärke und Selbstbewusstsein, senkt Hemmschwellen und verbindet Funktionalität mit Ästhetik. So erfüllt Teron° praktische sowie emotionale Bedürfnisse.

YPSILON

Eine produktsprachliche Auseinandersetzung mit einer Mediated-Reality-Schnittstelle. Ein Konzept für ein Gerät, das die visuelle Wahrnehmung des/der Operateur*in im Operationssaal digital unterstützt, modifiziert und überträgt.

Das vorgestellte Konzept erforscht, wie die Erweiterung des Sehsinns in der Chirurgie produktsprachlich umgesetzt werden kann. Die markante, namensgebende Form des Headbands ergibt sich aus der menschlichen Anatomie, und die Bedienelemente sind auf optimale Benutzerführung und Ergonomie ausgelegt. Das Visor von Ypsilon ist bewusst produktsprachlich als undurchsichtig gekennzeichnet; der/die Träger*in schaut nicht nur durch das Gerät hindurch, sondern in einen digitalen Raum hinein.

Durch den/die Träger*in zu betätigende haptische Bedienelemente sind für den blinden, taktilen Gebrauch gestaltet, während die Funktionen, die von Assistent*innen bedient werden, durch klare Anzeichen kommuniziert sind.