Wie lässt sich ein Elektronikgerät so gestalten, dass es kreislauffähig und nachhaltig ist? CAM ist eine Kamera, die für die Nutzung im und um das eigene Zuhause konzipiert wurde. Dank ihres modularen Aufbaus lassen sich der Kamera alle nötigen Funktionen hinzufügen, um eine Vielzahl von Einsatzgebieten abzudecken: mögliche Beispiele sind Babyphone, Türklingel oder Webcam. Die Daten werden von einem Endgerät empfangen und mithilfe einer zugehörigen App verarbeitet. Bei der Gestaltung wurde der gesamte Produktlebenszyklus mit Aspekten wie der Zweitnutzung, der Reparatur und dem Einsatz nachhaltiger Rohstoffe berücksichtigt.
Author: Jean Claude Granval
Alle Kühe Ducken Sich
ALLE KÜHE DUCKEN SICH ist eine Übersetzung von Träumen in Muster und physische Objekte. Anhand der Dokumentation zahlreicher Träume wurde eine Auswahl visualisiert und abstrahiert. Dabei entstand eine Sammlung aus Collagen, die als Grundlage für die weitere Entwicklung ins Materielle dient. Aus unterschiedlichen Materialien wie Wachs, Stoff und Aluminiumblech wurden drei finale Objekte realisiert: Wachsfiguren, transparente Vorhänge mit hellgrauen Drucken und ein kleiner Alu-Schrank mit Prägungen. Der Prozess nimmt die Fragmentierung des Träumens auf, die sich in Abstraktion, fehlender Erinnerung und der Materialwahl während der Umsetzung zeigt. Dabei wird untersucht, wie das Unbewusste in eine greifbare, körperliche Form übersetzt werden kann.
A Pixel’s Story
In meinem Projekt „A Pixel’s Story“ beschäftige ich mich mit der Geschichte der Pixelgrafik in Videospielen – von den 1970ern bis heute, unterteilt in Anfänge, 8-Bit, 16-Bit und Hi-Bit. Im Fokus steht die grafische Entwicklung und deren Wirkung. Pixelgrafik erkennt man daran, dass einzelne Pixel sichtbar sind. Neben technischen Aspekten beleuchte ich auch soziale und mediale Gründe für ihre Beliebtheit – etwa Nostalgie, Cozy Games, Indiegames und Eskapismus. Mein Spiel verbindet klassische Pixelgrafik mit dem entspannenden Stil moderner Cozy Games. Dabei orientieren sich die Level an historischen Vorbildern und enthalten Museums-Level zur Wissensvermittlung. Derzeit umfasst das Spiel die Phasen bis 16-Bit, mit Ausblick auf Hi-Bit. Ziel ist es, spielerisch die Geschichte der Pixelgrafik erfahrbar zu machen, Wissen durch Gamification zu vermitteln und das Interesse an Videospielgeschichte zu fördern.
Eden OS
In einer Welt, die von Informationen überflutet und von sich ständig verändernden digitalen Landschaften geprägt ist, bleibt unsere Interaktion mit Computern überraschend fragmentiert. Die Werkzeuge, die wir nutzen, stehen oft nicht im Einklang mit der Art und Weise, wie wir denken, gestalten und die Welt verstehen. Wir stecken fest in Systemen aus einer anderen Ära — jonglierend mit Apps, Tabs und Dateistrukturen, die sich seit Jahrzehnten kaum grundlegend verändert haben.
EdenOS ist eine Antwort darauf — eine Neugestaltung der persönlichen Computerumgebung als Raum, der das Denken verstärkt und kreative Verbindungen fördert. Anstelle starrer Hierarchien und voneinander getrennter Apps ermöglicht es, dass Informationen fließende, kontextbezogene Formen annehmen — geprägt von der Art, wie wir tatsächlich arbeiten und denken. Es ist dafür gemacht, sich entwickelnde Ideen zu unterstützen, nicht nur fertige zu speichern — ein System, das mit dir wächst, wie ein Garten.
Das Projekt verbindet Designforschung, hochauflösendes Interface-Prototyping und ein Konzeptvideo, um diesen neuen Ansatz für digitale Arbeitsumgebungen zu vermitteln.
Sicherheitshalber
Wie sieht ein produktives Verhältnis im Umgang mit den eigenen Unsicherheiten aus, und mit welchen Techniken und Strategien versucht der Mensch den Sorgen und Zweifeln entgegenzutreten, um der Sicherheit halber ins Handeln zu kommen?
Dieser Frage nachspürend, wirft das Projekt einen Blick auf die Subkultur des Preppens als eine spezifische Form der Krisenvorsorge und Perspektive zur Selbstermächtigung.
Die Konfrontation mit den im Prepping propagierten Bildern, Selbstverständnissen, Werten und Normen führt in ein Spannungsfeld von Sicherheit und Verletzlichkeit und regt zur Frage an, was Sicherheit in ihrer materiellen wie zeitlichen Dimension ausmacht, inwiefern dabei Erzählungen von Zukunft Realitäten schaffen und welche Ästhetik diese mit sich bringen.
In gestalterischer Auseinandersetzung diese Momente reflektierend, sind eine wärmende Powerstation, die Licht ins Dunkel bringt, ein tragendes Seil und ein portabler Wassersammler entstanden.
pop up FIXation
Die pop up FIXation ist eine mobile Fahrradselbsthilfewerkstatt, die mit einem Lastenrad Werkzeug und Reparaturmaterial direkt in den öffentlichen Raum bringt. Nach der vorübergehenden Schließung des „radraums“ – Selbsthilfewerkstatt und Treffpunkt für Fahrradkultur in Offenbach – entstand das Bedürfnis, den Fortbestand durch Pop-up-Events zu sichern. Aus dieser Erfahrung entstanden ein modularer Werkstattwagen mit klarer Ästhetik, robusten Materialien und einfacher Handhabung, der niedrigschwellige Reparaturmöglichkeiten bietet. Über das Reparieren hinaus fördert pop up FIXation ein offenes, integratives Umfeld, in dem Menschen voneinander lernen, Wissen austauschen und sich aktiv in ihre Gemeinschaft einbringen können. Durch den vereinfachten Zugang zu Fahrradreparaturen fördert das Projekt nachhaltige urbane Mobilität und soziale Teilhabe. Es zeigt, wie Design, Mobilität und Engagement eine umweltfreundliche, vernetzte Stadt fördern können.
Wave Talk
„Wave Talk“ ist eine interaktive Installation aus drei Objekten, die sich mit Selbsterkenntnis und der Beziehung zwischen Individuum und Umwelt beschäftigt. Sie hinterfragt, wie Identität entsteht und durch äußere Einflüsse verändert wird.
Mithilfe von Kymatik – der Sichtbarmachung von Klang – werden Schwingungen im Material erlebbar. Inspiriert vom Kymatik-Begründer Hans Jenny und seinem Zitat „Everything owes its existence solely and completely to sound“ zeigt die Arbeit, wie Klang als formgebende Kraft Materie strukturiert.
Durch Vibration werden innere und äußere Resonanzen sichtbar, die das Selbstbild beeinflussen. Die Installation lädt zum Staunen und Reflektieren ein und vermittelt, dass das Selbst kein fester Zustand ist, sondern ein dynamischer Prozess – geformt durch eine stille, nicht-verbale Kommunikation mit der Umwelt.
Oneless
Junge Erwachsene erleben beim Übergang in ein selbstständiges Leben eine euphorische, aber herausfordernde Phase. Viele entfernen sich von ihrem bisherigen Umfeld und haben Schwierigkeiten, neue Beziehungen aufzubauen. Damit einher geht oft das Gefühl von Einsamkeit. Hier setzt „Oneless“ an: ein modulares Produktsystem, das sich flexibel an verschiedene Alltagssituationen junger Erwachsener anpassen lässt.
Im Hochschulkontext begegnet Studierenden „Oneless“ subtil im Alltag, durch bedruckte Servietten, Teebeutel mit Impulsen zur Selbstreflexion oder Glückskekse mit Botschaften. Ein Booklet in der Campustüte spricht aktiv an und informiert. Ziel ist es, Einsamkeit zu entstigmatisieren und niedrigschwellige Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten – ohne dabei medizinische Maßnahmen zu ersetzen. Die Bedürfnisse der Zielgruppe wurden durch Experteninterviews, Gespräche, User-Testings und designethnographische Methoden erfasst. Diese wurden in Konzeptentwicklung und Gestaltung integriert.
Crafting Waste
Aus Reststoffen Wert schöpfen. Flexfolien stellen eine problematische Abfallquelle dar, die durch ineffiziente Verarbeitungstechniken im digitalen Textildruck entsteht (80 % Verschnitt). Julia Linnig geht in ihrer Bachelorarbeit entschieden gegen diese Materialverschwendung vor, indem sie eine Recyclinglösung anbietet und auf die leider immer noch weit verbreitete Unterschätzung des Wertes von Kunststoff hinweist. terrazzoflex ist ein innovatives, flexibles Recyclingmaterial, das ohne jegliche Zusätze hergestellt wird und sich durch seine Vielseitigkeit und ansprechende Ästhetik auszeichnet. ONE BAG ist die daraus entwickelte Produktfamilie, die das Potenzial von terrazzoflex eindrucksvoll demonstriert.
Personal Fit Socket
Personal Fit Socket ist ein neuartiges Schaftsystem für Oberarmprothesen, das erstmals Komfort, Funktion und Eigenständigkeit in einem anpassbaren Design vereint. Ein integriertes BOA-Drehverschlusssystem ermöglicht es Anwender:innen, den Schaft flexibel und in Echtzeit an Volumenschwankungen des Stumpfes anzupassen – einfach, selbstständig und ohne fremde Hilfe. Strategisch platzierte Auflageflächen und gezielte Freiräume verbessern die Luftzirkulation, reduzieren Schwitzen und fördern Hygiene. Durch generativ gestaltete Strukturen und modulare Bauweise entsteht ein funktionales, leichtes und ästhetisches Produkt. Additive Fertigungsverfahren ermöglichen eine präzise, individuell angepasste Herstellung für jede:n Nutzer:in. Das Projekt setzt neue Maßstäbe in der Prothetik – für mehr Lebensqualität, Selbstbestimmung und Akzeptanz im Alltag.