Masken des Alltags

Das Projekt „Edging Fashion“ untersucht die Schnittstelle von Mode und Kostümdesign. Zunächst wurde ein Kostümdesign für das Theaterstück Edging Faust am UNI.T Theater Berlin (2024) entwickelt. Diese Erfahrung diente als Feldstudie und Grundlage für eine anschließende Modekollektion. Im Projekt wird hinterfragt, wie sich der Kontext auf die Bedeutung von Kleidung auswirkt: Ein Kleidungsstück wird auf der Bühne zum Kostüm, und Mode wird auf dem Laufsteg zur Inszenierung.
Die enge Zusammenarbeit mit den Nachwuchsschauspieler:innen und ihre individuellen Rolleninterpretationen prägten maßgeblich die Entwürfe. Mode wird als Form der Persona verstanden, die es ermöglicht, Identität in verschiedenen sozialen Kontexten zu gestalten und zu kommunizieren – ähnlich wie ein Kostüm auf der Bühne.

DRIP_colors and concrete

„drip-colors and concrete“ ist ein Dokumentarfilm, der eine persönliche und authentische Reise zeigt, die aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Tom nimmt die Zuschauenden mit auf eine aufregende und unerwartete Route durch den Mittleren Osten, über den Balkan zurück nach Hause.
Dabei dokumentiert er nicht nur seine Erlebnisse, sondern hinterlässt auch in jedem Land seine künstlerischen Spuren. Der Film ist rau und spontan und fängt die Energie und Vielfalt der Street Art in einer Weise ein, die selten zu sehen ist.
„drip-colors and concrete“ zeigt die Herausforderungen und Freuden des künstlerischen Schaffens unter wechselnden politischen und sozialen Bedingungen und bietet eine ungefilterte Sicht auf die Länder und Menschen, denen Tom auf seiner Reise begegnet ist.

eTransportschein

Der aktuelle, papierbasierte Ablauf des Krankentransports in Deutschland führt zu einem ineffizienten und fehleranfälligen Prozess. eTransportschein bietet eine digitale Lösung, welche alle Beteiligten miteinander vernetzt. Über einen zentralen Datenspeicher werden die Transportscheine digital erfasst und ein reibungsloser Informationsaustausch zwischen Ärzt:innen, Transportdiensten, Krankenkassen und Patient:innen ermöglicht.

Intelligente Formulare unterstützen Ärzt:innen dabei, Transportscheine schneller und fehlerfrei zu erstellen. Der zentrale Datenspeicher vereinfacht die Zusammenarbeit und steigert die Effizienz im Gesundheitswesen – davon profitieren alle Beteiligten.

Alle Benutzeroberflächen sind barrierefrei nach WCAG-Standard gestaltet und basieren auf einem modularen Designsystem. Zudem erfüllt eTransportschein die rechtlichen Vorgaben und bietet somit eine praxistaugliche, zukunftsfähige Lösung zur Digitalisierung und Optimierung der Abwicklung von Krankentransporten.

KI positiv nutzen

Als dieses Projekt letzten Frühling startete, hatten wir kaum Wissen im Bereich künstlicher Intelligenz. Uns war unklar, wie wir als Designer KI sinnvoll einsetzen und suchten einen Ansatz, der uns hilft, durch dieses Feld zu navigieren.

Mit einem explorativen, gestalterischen Vorgehen näherten wir uns dem Thema. Wir beobachteten, wie KI-Programme den Designprozess vereinfachten. Doch uns stellte sich die Frage: Wie kann KI so eingesetzt werden, dass sie Gesellschaft und Umwelt zugutekommt?
Unsere Erfahrungen fassten wir in einer Designmethode zusammen, die den Umgang mit neuen Technologien beschreibt und uns hilft, realistische Potenziale zu erkennen. Zur Validierung haben wir die Methode angewandt und entwickelten Amber: ein KI-unterstütztes Monitoring-Device, das Förster beim frühzeitigen Erkennen von Borkenkäferbefall hilft. Am Baum befestigt, erkennt Amber mithilfe von Mikrofonen und einer Auswertung der KI Käfer noch bevor es äußerlich sichtbar wird und schützt so unsere Wälder.

Neue Form: Rinde

Dieses Projekt erforscht das Potenzial von Baumrinde als nachhaltigem Werkstoff. In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut wird Rinde bindemittelfrei durch ein Heißpressverfahren verdichtet und anschließend mit CNC-Technik weiterbearbeitet. Computertomographische Scans helfen, die Materialstruktur zu analysieren und zu optimieren.

Ziel ist es, Rinde als wertvollen Rohstoff im Produktdesign zu etablieren und ihre ästhetischen sowie funktionalen Qualitäten zu demonstrieren. Ein Sitzmöbel dient als Demonstrator, um Stabilität, Modularität und Gestaltungsvielfalt aufzuzeigen. Durch den interdisziplinären Austausch zwischen Design und Wissenschaft entsteht ein innovativer, nachhaltiger Werkstoff, der alternative Nutzungskonzepte für das Restmaterial ermöglicht und einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet.

Microaggressions

Mikroaggressionen sind oft beiläufige, nicht böse gemeinte Kommentare – doch ihre Wirkung ist nicht harmlos. Sie verletzen, grenzen aus und verstärken unbewusst diskriminierende Strukturen. Viele Menschen glauben, bereits für Diversität und Diskriminierung sensibilisiert zu sein, ohne subtile Formen wie Mikroaggressionen zu erkennen. Ziel unserer Kampagne war es, genau hier anzusetzen: Wir wollten Unsichtbares sichtbar machen, aufklären und für sensible Sprache im Alltag sensibilisieren. Mit interaktiven Formaten wie Mikroaggressions-Bingo, Reels und Karussell-Posts auf Instagram und TikTok haben wir einen niedrigschwelligen Zugang geschaffen, Diskussionen angeregt und eine diverse Community erreicht. Wir setzen auf Empowerment, Aha-Momente und die Einladung zur Reflexion – für mehr Bewusstsein im digitalen Raum und darüber hinaus.

avio – touch and go

avio – touch and go ist ein User Interface Konzept für den Towerlotsenarbeitsplatz. Es führt zentrale Funktionen in einer einheitlichen Systemlösung zusammen, um die Planung und Koordination von Starts und Landungen effizienter und sicherer zu gestalten. Die bisher einzelnen Systeme – Sequenzierung, Lagedarstellung Luft, Lagedarstellung Boden, Wetter und Kameras – werden auf einem Touchscreen zusammengeführt. Ergänzt wird dieser durch einen Eingabestift mit taktilem Feedback, welches eine intuitive Steuerung und die direkte Verknüpfung mit dem mentalen Modell der Lotsen ermöglicht.

Das System stärkt das Situationsbewusstsein, verringert die kognitive Belastung und erleichtert Multitasking unter Zeitdruck. Durch die Reduktion redundanter Interaktionen sowie eine klare visuelle Struktur wird die Arbeitsbelastung spürbar reduziert. Ziel ist es, in einer sicherheitskritischen Umgebung eine gezielte Entlastung der Lotsen zu ermöglichen, ohne etablierte Abläufe zu unterbrechen.

YOM

YOM ist ein spekulatives Designprojekt, das sich kritisch mit dem Einfluss von Individualisierung auf die zukünftige Esskultur auseinandersetzt. Im Zentrum steht der personalisierende Automat „YOM“, der mithilfe gesammelter Daten individuelle Nährstoffkombinationen erstellt. Dabei hinterfragt das Projekt, ob die zunehmende Tendenz zur Personalisierung die soziale und kulturelle Bedeutung des gemeinsamen Essens verdrängt. Der Automat arbeitet nach dem Motto „Du isst, was du bist“ und veranschaulicht die Verschmelzung von Technologie und menschlichen Bedürfnissen. Visuell unterstützt wird dies durch ein Typo-Tool, das die Personalisierung durch individuell angepasste Schriftbilder verdeutlicht. Die Verpackungsgestaltung spiegelt die Vielfalt der Bedürfnisse wider. Durch das futuristische Food-Design hinterfragt YOM die Grenzen zwischen Natürlichkeit und Technologie und regt zur Reflexion über die gesellschaftlichen Auswirkungen von Individualisierung im Ernährungsalltag an.

Bürostuhl

Das Spiel „Bürostuhl“ greift den Generationenkonflikt am Arbeitsplatz auf und vereint Unterhaltung mit gesellschaftlicher Reflexion. Es will zu einem Dialog und Perspektivwechsel anregen, um zu zeigen, dass sich die Generationen ähnlicher sind, als Medien und Menschen glauben. Denn unsere Masterthesis untersuchte, wie virale Inhalte (Memes) stereotype Denkmuster und Erwartungshaltungen beeinflussen. Das Resultat: Sie verzerren die Wahrnehmung und fördern ideologische Konflikte. Ein Beispiel ist der Generationenkonflikt, dessen Existenz faktisch nicht belegt werden kann, jedoch von vielen empfunden wird. Eben jene Inhalte waren es, die den derben Humor und die im Spiel aufgegriffenen Klischees inspirierten.

Ziel ist es, die identischen Bedürfnisse der vier Spielcharaktere (Baby Boomer, Gen X, Y & Z) zu decken. Bürostuhls Besonderheit besteht darin, dass zwar jede:r für sich allein gewinnt, jedoch alle zusammen verlieren – ein Konflikt zwischen Eigeninteresse und Gemeinwohl.

Supa Sauna

Die Supa Sauna ist ein mobiler, öffentlicher Rückzugsort im urbanen Raum, der Erholung, Gemeinschaft und sozialen Austausch fördert. Sie entstand im Rahmen eines Wettbewerbs der Bundesstiftung Baukultur zur autofreien Stadt der Zukunft und stellt die Frage: Was tun mit Parkplätzen? An wechselnden Standorten in Berlin lädt die Supa Sauna dazu ein, öffentliche Räume neu zu denken. Öffentliche Bäder spielten historisch wie heute eine zentrale Rolle in Städten – als Orte der Hygiene, des sozialen Austauschs und der Teilhabe. An diese Tradition knüpft die Supa Sauna an und schafft eine niedrigschwellige, inklusive Plattform für verschiedene Bevölkerungsgruppen. Das Projekt verbindet Forschung zu öffentlichem Raum, Eigentum und sozialer Interaktion mit einem konkreten, sinnlichen Erlebnis von Gemeinschaft und Stadtraum.