Die Umnutzung der letzten großen innerstädtischen Brachfläche unterhalb des Hamburger Hauptbahnhofs wird als gemeinschaftlicher Aushandlungsprozess für Wohnen, kleinteilige Unternehmen, Kultur und soziale Infrastruktur errungen. Unsere Gestaltung wird hier zum Werkzeug für Teilhabe in der Stadt, sie verankert die lokalen Akteur*innen in den Planungsprozess, jenseits eingeübter professioneller oder finanzieller Rollen. Beginn der Gestaltung war eine Bedarfserhebung für zukünftige Nutzer*innen, in der beispielsweise Raumgrößen, Finanzierungsmodelle und Nutzungsformen abgefragt wurden. Unsere Gestaltung diente dabei nicht dem Entwurf des fertigen Gebäudes, sondern der Strukturierung des Planungsprozesses und seiner Zugänglichkeit. Eine großformatige Bautafel kommuniziert öffentlich und wandelbar den Stand der Diskussion. Ein physisches Modell stellt räumliche Relationen, Spannungen und Allianzen sichtbar her.
Author: Jean Claude Granval
Conversations with strangers
In einer Welt, die von digitalen Interaktionen geprägt ist, werden echte Begegnungen immer seltener. Conversations with Strangers zeigt, wie leerstehende Räume in lebendige Third Places verwandelt werden können – Orte, die Kreativität, Austausch und Dialog unter jungen Erwachsenen fördern.
Mit How to: Third Place entstand ein praxisnaher Leitfaden zur Belebung ungenutzter Räume in kleinen und mittleren Städten – mit konkreten Werkzeugen zur Förderung von Gemeinschaft.
Als Start-up Kontakt Kiosk haben wir diese Ideen in zwei Pilotprojekten in Stuttgart und Schwäbisch Gmünd getestet. Interaktive Ausstellungsevents mit partizipativen Installationen und einladenden Begegnungsorten machten das Konzept erlebbar.
Durch die Verbindung von Forschung und Praxis steht Conversations with Strangers für Offenheit, Zugänglichkeit und bedeutsame Begegnungen im ländlichen Raum.
[Drei Mal] Deutsch
Kaum ein Thema prägt den Diskurs derzeit so sehr wie [die Ausländer]. Unsere Initiative setzt ein Zeichen gegen Rechtsextremismus – gerade jetzt, wo Hass zunehmend offen geäußert wird. Im Zentrum steht eine Booklet-Trilogie im A6-Format mit provokanten Titeln. [Teil 1] zeigt Parallelen zur NS-Zeit, [Teil 2] beleuchtet Vielfalt und die Gefahr von Deportationsplänen, [Teil 3] erklärt rechte Sprache und stärkt Empathie. Ergänzt wird das Projekt durch eine Container-Ausstellung auf Tour: Zitate von Rechten liegen am Boden – buchstäblich zum Drauftreten.
Die Ausstellung vereint Inhalte aller drei Booklets und lässt auch Menschen mit Migrationsgeschichte zu Wort kommen. Ihre Erfahrungen mit Ausgrenzung und Zugehörigkeit machen deutlich, worum es geht. Ein Faltflyer informiert über die Ausstellung, dessen Rückseite als Poster mit arabischer Botschaft gegen Vorurteile wirkt. Ziel ist, Aufklärung niedrigschwellig zugänglich zu machen – online, offline und auf unseren Straßen und Plätzen.
Herzenssache
Herzenssache ist eine digitale Lösung zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Kardiolog:innen und Patient:innen. In einem nutzerzentrierten Designprozess auf Basis qualitativer Interviews wurden zentrale Herausforderungen identifiziert: Zeitdruck im medizinischen Alltag, Verständnisschwierigkeiten bei Patient:innen und mangelnde Nachvollziehbarkeit. Das entwickelte Konzept umfasst zwei Komponenten: eine Arztanwendung zur effizienten Erfassung und Visualisierung medizinischer Diagnosen, diagnostischer Verfahren und Behandlungsmethoden sowie eine Patientenanwendung zur individuellen Nachbereitung der Diagnose. Besonderer Fokus liegt auf der intuitiven Benutzerführung, der Integration medizinischer Standards und der Entwicklung eines didaktischen Informationssystems. Die Evaluation bestätigt: Herzenssache unterstützt den Arbeitsalltag von Ärzt:innen, verbessert das Verständnis der Patient:innen und leistet einen Beitrag zur optimierten medizinischen Kommunikation und Patientenkompetenz.
DIGIT
DIGIT ist eine Open-Source-Fingerprothese, die kostengünstig hergestellt und individuell angepasst werden kann. Sie ist stabil, leicht und so konzipiert, dass sie sich einfach nachbauen lässt. Nutzer*innen können ihre Prothese nach eigenen Wünschen und funktionalen Anforderungen zusammenstellen – zu Hause, in Makerspaces oder offenen Werkstätten. Ziel ist es, die Handprothesenversorgung für Menschen weltweit zugänglicher zu machen und die Prothese nicht nur als Ersatz, sondern die entstandene Lücke als Chance für neue Funktionalität zu begreifen. Über die zugehörige Website und Open-Source-Plattformen sind die Baupläne frei verfügbar. Ein Forum ermöglicht den Austausch mit der Community, beispielsweise mit erfahrenen Prothetiker*innen oder um Aufträge zur Herstellung der Prothese zu vergeben. Durch die aktive Beteiligung der Nutzer*innen werden Entwürfe stetig weiterentwickelt und durch neue Ideen und Add-ons ergänzt.