Badezimmermuschel

Das Badezimmer präsentiert sich uns als Raum der Körper und Peinlichkeiten. Es möchte glatt, rein und abgewischt sein. Gleichzeitig ist es für uns ein Ort für Ruhe und Privatheit. Das In-Sich-Gekehrte, Private, Abgeschottete, die inoffiziellen Zwecke eines Badezimmers, der Blick nach draußen und in die Wände haben mein Interesse geweckt.

Einem intensiven Rechercheprozess folgte die konzeptionelle Ausarbeitung einer neuartigen, spekulativen Sanitärkeramik. Digitale, generative Methoden replizieren Form, Struktur und Logik einer Schneckenmuschel — quasi gestalterische Biomimikry. Am Ende steht neben einer installativen Inszenierung ein vollendetes keramisches Objekt, das an Herstellbarkeit nach dem Vorbild einer industriellen Produktion angelehnt ist.

Die Badezimmermuschel macht ein Angebot für einen Aufbruch in der hochgradig standardisierten Sanitärkeramik. Sie hinterfragt unsere kulturellen und persönlichen Praktiken — ein alltägliches Artefakt aus einer anderen Welt.

SteadyGo

Diese Masterarbeit stellt SteadyGo vor, eine modulare Mobilitätshilfe, die sich an die fünf fortschreitenden Stadien der Parkinson-Krankheit anpasst. Durch persönliche Erfahrungen motiviert, widmet sich das Projekt den sich verändernden motorischen Herausforderungen, denen Patient*innen begegnen – von ersten Tremorsymptomen bis hin zur fortgeschrittenen Bewegungslosigkeit. SteadyGo verwandelt sich mithilfe austauschbarer Teile von einem Gehstock in eine Krücke, einen Rollator und einen Rollstuhl, wobei die Benutzerfreundlichkeit und das Design durchgehend erhalten bleiben. Dieses vertraute, ergonomische System fördert die Selbstständigkeit, reduziert Stigmatisierung und erleichtert emotionale Übergänge. Durch die Nutzung in allen Krankheitsstadien werden zudem Materialverschwendung minimiert und nachhaltiges Design gefördert. SteadyGo soll zeigen, wie einfühlsames Produktdesign die Lebensqualität verbessern und eine bedeutende Unterstützung für Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen bieten kann.

SimConnect

Im High-End-Sim-Racing sind Lenkräder nicht mehr untrennbar mit den Basiseinheiten verbunden, die die in einem echten Auto auftretenden Kräfte simulieren. Mit der zunehmenden Komplexität moderner Lenkräder durch immer mehr Tasten und Bildschirme ist eine stabile Verbindung zwischen beiden Komponenten erforderlich – sowohl physisch als auch digital.
Der aktuelle Sim-Racing-Markt ist von herstellerspezifischen Kommunikationssystemen geprägt. Mit einem eigenen Empfänger überwindet SimConnect diese Barrieren und macht störende Kabel und geschlossene Ökosysteme überflüssig. Bestehende Lenkräder können mit dem SimConnect-Adapter integriert werden, kundenspezifische DIY-Lösungen entstehen mit dem SimConnect-DIY-Board. Das SimConnect-Lenkrad vervollständigt das System.
Im Gegensatz zum aktuellen Markt, der oft von überladenen, flachen Designs dominiert wird, bietet das SimConnect-Lenkrad ein klares, dynamisches und reduziertes Design bei gleichzeitig stabiler Konstruktion. Der Fokus liegt auf dem Wesentlichen: perfekte Kontrolle für jeden Simulator.

LUMIÈRE

Die Bachelorarbeit „Lumière“ untersucht, wie Stress und dessen Auswirkungen auf den menschlichen Körper effektiv reduziert werden können. Vor dem Hintergrund zunehmender beruflicher Belastungen wurde eine multifunktionale Tischlampe entwickelt, die Stress am Arbeitsplatz mindern und eine gesunde Work-Life-Balance fördern soll. Das Design vereint Erkenntnisse aus Chronobiologie, Lichttherapie und Arbeitspsychologie. Es kombiniert optimierte Beleuchtung mit einem Pausenkonzept, das durch Akkubetrieb und spezielle Ladestation umgesetzt wird. Der Wechsel zwischen Arbeits- und Ambientebeleuchtung unterstützt natürliche Rhythmen und fördert Erholungsphasen. Die Arbeit dokumentiert den Entwicklungsprozess von der Analyse bis zum Prototypen. Sie zeigt das Potenzial von Produktdesign zur Stressreduktion und hebt die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze für Lösungen gesellschaftlicher Herausforderungen hervor.

Zum Einkaufsladen und wieder zurück…

Mit meinem Produktentwurf möchte ich dem Trolley, auch „Hackenkporsche“ genannt, ein neues Image und eine neue Funktionalität verleihen. Im Mittelpunkt der Neugestaltung stehen die Aufteilung der Einkäufe in verschiedene Behälter und Fächer sowie die einfache Zugänglichkeit.
Der Trolley lässt sich wie ein Einkaufswagen aufklappen, sodass der Einkauf unkompliziert verstaut und entladen werden kann. Anschließend wird er zu einem kompakten Trolley zusammengeklappt und kann bequem nach Hause gezogen werden.

Carrie, Liv + co.

Viele junge Menschen führen unfreiwillig ein nomadisches Leben – bedingt durch Mieterhöhungen, Wohnungsknappheit oder persönliche Gründe. Häufige Umzüge erschweren ein richtiges Ankommen. Möbel sind oft unpraktisch: sperrig, schwer, aufwendig im Auf- und Abbau.

Ich wollte ein Möbelsystem gestalten, das leicht transportierbar ist, Platz spart, dem neuen Raum eine bekannte Struktur gibt und schnelles Einleben ermöglicht. So entstand „Carrie, Liv + Co.“, ein Möbelsystem aus vier Bausteinen.

„Carrie“ ist ein modulares Regal aus stapelbaren Würfeln. Sie dienen gleichzeitig als Transportboxen.
„Liv“ ist ein Tisch mit integriertem Griff und zerlegbaren Beinen, fixierbar per Spanngurt.
„Sid“ sind vier Stühle mit Stofflehne – zerlegbar und tragbar im Paket.
„Abed“ ist ein Bettgestell, aus zwei Hälften, das „Liv“ und „Sid“ in sich verstauen kann.

Alle Objekte sind ineinander verschachtelbar, die Gesamthöhe des Pakets beträgt 11 cm und passt inklusive 6 „Carrie“-Boxen in einen Kombi-Pkw.

OMALAMPEN

In Omalampen verbinden sich Licht und Stimme zu einem vielschichtigen Erinnerungsarchiv. Ausrangierte Lampen von Kleinanzeigen und Sperrmüll werden zu Trägern persönlicher Geschichten.
Ausgestattet mit Lautsprechern und einer eigens entwickelten Programmierung, leuchten sie nicht nur physisch, sondern auch narrativ auf: Immer eine Lampe wird aktiv und erzählt eine Geschichte, bevor die nächste übernimmt – ein fließender Dialog aus Licht und Klang, zwischen Intimität und Öffentlichkeit.
Dabei liegt der Fokus auf der Würdigung der oft übersehenen Lebensgeschichten von Großmüttern, deren Erfahrungen und Erlebnisse in der Geschichtsschreibung häufig weniger Beachtung fanden als die von Männern.
Die Stimmen der älteren Frauen füllen den Raum, während das sanfte Pulsieren der Lampen ihre Erzählungen visuell begleitet. So entsteht eine intime, doch zugleich übergreifende Reflexion über Vergänglichkeit, familiäre Erinnerung, emotionale Verbindungen und kollektives Gedächtnis.

My Home, My Data

Im Spannungsfeld zwischen zunehmender Digitalisierung im Wohnraum und wachsender Sorge um Datenschutz stellt das Projekt die Frage: Wie können Bürger:innen wieder selbstbestimmt über ihre Smart-Home-Daten verfügen? Der Entwurf einer App setzt genau hier an. Sie ermöglicht es Nutzer:innen, die Weitergabe ihrer IoT-Daten bewusst und aktiv zu steuern – nicht automatisiert, sondern auf Basis informierter Zustimmung. Neben der Transparenz darüber, wer welche Daten erhält, erlaubt die App eine individuelle Konfiguration der Datenfreigabe und macht so Datenflüsse sichtbar. Für freiwilliges Teilen erhalten Nutzer:innen Punkte, die sie einlösen oder an lokale Nachhaltigkeitsprojekte spenden können. Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Fraunhofer ISST und basiert auf aktuellen Forschungen zu Data Spaces. Es wurde durch einen nutzerzentrierten Designprozess, visuelle Benchmark-Analysen sowie gestalterisches Feedback iterativ entwickelt.

Ima Summis

Ima Summis untersucht, wie sich religiöses Dogma in der asketischen Schlichtheit monastischer Architektur manifestiert und das Sakrale durch Rhythmus, Proportion, Materialität und Licht evoziert wird. Im Zentrum steht die Korrelation von Architektur und Gefäß – beide fungieren als Behältnis für Raum und Licht. Ihre gemeinsamen phänomenologischen Qualitäten – wie Taktilität und Tonalität, Maßstab und Proportion, Reihung und Rhythmus, Masse und Leere – werden aus dem architektonischen Kontext in die Gestaltung zeremonieller Gefäße übertragen. Ziel ist es, kontemplative Tiefe in säkularer Form erfahrbar zu machen und die immateriellen, symbolischen sowie rituellen Qualitäten von Designobjekten sichtbar zu machen.

The Algorithm Times

„The Algorithm Times“ ist eine experimentelle Zeitungsausgabe, deren Inhalte vollständig von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Ziel des Projekts ist es, das Potenzial, aber auch die Risiken KI-gestützter Medienproduktion sichtbar zu machen. Das Projekt lädt dazu ein, über Authentizität, Manipulation und Verantwortung in der digitalen Informationsgesellschaft zu reflektieren. Leser*innen werden ermutigt, Medieninhalte kritisch zu hinterfragen und ein besseres Verständnis für die zugrundeliegenden Technologien zu entwickeln. Im Zentrum steht die Frage, wie KI in der Medienproduktion so integriert werden kann, dass sie demokratische Werte stärkt – statt sie zu gefährden.