Cop Culture

Die Arbeit befasst sich mit Polizeigewalt auf Demonstrationen, Kundgebungen und politischen Aktionen. Ein Blick in die sozialen Medien zeigt eine spürbare Diskrepanz zwischen gewaltvollem Fehlverhalten und konventioneller medialer Berichterstattung. Wie schaffen wir es diesem Thema die notwendige Öffentlichkeit zu geben? In Form von Interviews wurden verschiedene Perspektiven aufgezeigt, Ursachen erforscht, Kritik geäußert und Verbesserungen erdacht. Die so entstandenen Gespräche wurden fotografisch und typografisch in Szene gesetzt.

Dafür wurden Demonstrationen dokumentarfotografisch begleitet und die Körperhaltung der Polizist*innen, in eskalativen Situationen, in ein nutzbares Schriftsystem übersetzt. Durch persönliche Erfahrungsberichte, gepaart mit Auszügen aus verschiedenen Studien, eröffnet die so entstandene Wandzeitung einen öffentlichen Disskusionsraum über staatliche Gewalt und deren Rechtmäßigkeit.

Gestaltung als Weltbeziehung – Über Intuition als Erkenntnisform

Gestaltung beeinflusst, wie Menschen Welt wahrnehmen, deuten und erleben. Viele ihrer Wirkungen – etwa Atmosphäre, Zugehörigkeit oder Stimmigkeit – gelten jedoch als subjektiv oder schwer greifbar. Die Arbeit untersucht Intuition als jene Erkenntnisform, über die solche komplexen Bedeutungen erfahrbar werden.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass ästhetische und atmosphärische Qualitäten nicht objektiv messbar sind. Wahrnehmung entsteht vielmehr im Zusammenspiel situativer Bedingungen, individueller Zustände und der Weise, in der Bedeutung erscheint. Ziel der Arbeit ist es, diese impliziten Dynamiken sichtbar und beschreibbar zu machen.

Auf Grundlage des SCOP-Modells wurde dafür ein theoretisch fundiertes Modell entwickelt, das intuitive Wahrnehmung strukturiert und gestalterisch nutzbar macht. Das Ergebnis ist ein neuer Zugang zu Intuition als strukturierbarer Erkenntnisform und ein Verständnis von Gestaltung, das über reine Problemlösung hinausgeht: Gestaltung als Weltbeziehung.

Carboniferous

Eine installative Auseinandersetzung mit Steinkohle als Brennstoff, als Fossil, als Sehnsuchtsobjekt, als zerstörerische Realität.

Energiequellen sind keine neutralen Materialien. Jede bringt ihre eigenen Praktiken und ihre eigene Ästhetik mit sich. Nur wenige Materialien haben unsere Lebensweise so stark geprägt wie fossile Brennstoffe.

An einem Kachelofen ordnen sich Motive an, die unterschiedliche Aspekte der Steinkohle zeigen. Von Fossilien aus der Zeit der Karbonwälder über Symbole der Industriekultur bis hin zu den Bohrköpfen und Schaufelradbaggern, die heute ganze Landstriche abtragen. Vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Konsums von Steinkohle stellt sich die Frage, welche Assoziationen und Emotionen wir mit ihr verbinden.

Der Kachelofen fungiert als Objekt, das die Nostalgie gegenüber einer idealisierten Vergangenheit mit dem Verbrauch von Brennstoffen verbindet. Er ist typisch für Berlin und erinnert, im Kontrast zu den industriellen Motiven, an ein gemütliches Zuhause.

Paradoxon – Entwicklung von Markenstrategien im Spannungsfeld von Widersprüchen am Beispiel veganer Ersatzprodukte

Tiere mögen und dennoch essen? Paradoxien prägen das Konsumverhalten rund um pflanzenbasierte Ernährung und eröffnen einen Blick auf widersprüchliche Wünsche und Werte, die Konsumierende bei ihren Entscheidungen leiten. „Paradoxon“ untersucht diese Spannungen mithilfe von Interviews und Markenanalysen und versteht Konsumverhalten als Zusammenspiel dessen, was Menschen denken, sagen und tatsächlich tun.

Werden diese Ebenen miteinander verglichen, entstehen sogenannte „Gaps“ – Lücken zwischen Anspruch und Realität im Verhalten. Durch das Clustern der Gaps wurde deutlich, dass sie nicht nur als Problem zu verstehen sind, sondern als Grundlage für strategische Handlungsempfehlungen genutzt werden können.

Daraus entstand das Modell „Dealing with Gaps“, das fünf Wege aufzeigt, wie Marken veganer Ersatzprodukte Konsumierende im Spannungsfeld erreichen können.

Wie man unperfekt mit Perfektionismus umgeht

„Wie man unperfekt mit Perfektionismus umgeht“ ist ein Workbook für alle, die keine Lust mehr haben, sich vom Perfektionismus die Laune verderben zu lassen. Es verbindet Wissen und Beispiele mit Kreativ- und Journaling-Aufgaben. Dadurch wird zum einen zur Aufklärung über Perfektionismus, seine Ursachen und den Umgang damit beigetragen.

Gleichzeitig bietet es einen offenen Raum: Es lädt dazu ein, eigene Muster zu erkennen, Denkanstöße mitzunehmen und kleine Übungen auszuprobieren, die mehr Leichtigkeit, persönliche Reflexion und kreative Entfaltung ermöglichen. Das Workbook soll ermutigen, Unperfektes zuzulassen.

Bist du bereit Loszulassen?

(NON)SENSE

(NON)SENSE ist eine Kritik der zeitgenössischen Informationskultur, die sich in endlosen, inhaltlosen Schriftzeichen äußert. Unser Umgang mit Medien und Informationen ist geprägt von einer endlosen Masse an Inhalten ohne Relevanz. (NON)SENSE übersetzt diese inhaltliche Leere in schriftähnliche Zeichen, die keine Aussagekraft innehalten. So werden die Grenzen der Typografie ausgereizt und ein Spannungsfeld entsteht zwischen Sinnhaftigkeit und Sinnlosigkeit.

Ein generatives Webtool formt diese „Schriftzeichen”, die dann durch einen Pen-Plotter kontinuierlich auf einer Papierrolle festgehalten werden.

Das Ergebnis wird als Kompendium in Form eines 400-seitigen Buchs dokumentiert, um die Fixierung völlig inhaltloser Zeichen greifbar zu machen.

Ich spüre was, was du nicht siehst

Kommunikation prägt unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Wetschätzende Kommunikation kann Konflikte entschärfen und gegenseitiges Verständnis fördern. Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, Gefühle und Bedürfnisse klar wahrzunehmen und auszudrücken. Dieses Projekt übersetzt die von Marshall B. Rosenberg entwickelten Prinzipien in eine zugängliche visuelle Form.

Entstanden sind ein Arbeitsheft und ein Kartenset, welche die Auseinandersetzung mit Gefühlen, Bedürfnissen und zwischenmenschlicher Kommunikation unterstützen. Die Materialien können sowohl im pädagogischen, therapeutsichen als auch im privaten Kontext eingesetzt werden.

Durch eine klare visuelle Sprache, humorvolle Illustrationen und interaktive Elemente entstehen Materialien, die Orientierung bieten und den Dialog über Bedürfnisse erleichtern. Komplexe emotionale und soziale Themen werden verständlich, nahbar und handlungsorientiert vermittelt.

Drywall Construction

„Drywall Construction“ präsentiert eine Reihe experimenteller keramischer Objekte und eine zusätzliche Installation aus Schöpfpapier, das aus recyceltem Gipskartonpapier hergestellt wurde. Alle Gefäße entstanden aus einer Untersuchung von Trockenbauplatten im Rahmen eines Forschungsprojekts über die Recycelbarkeit von Gips und dessen Verwendung in industriellen und künstlerischen Kontexten. Ihre Dimensionen und Formen erinnern an architektonische und tektonische Ästhetik, greifen den Ursprung des Basismaterials auf und erweitern ihn hin zu dessen Verarbeitung in der industriellen Praxis.

Die Fragmente und Papierpulpebögen spielen auf den stark handwerklichen Prozess des Trockenbaus an, bei dem standardisierte Platten gebrochen und zu Wänden zusammengefügt werden – hier neu interpretiert als dekorative Objekte, die die Wahrnehmung des Betrachters herausfordern und zur Reflexion über verborgene Potenziale und Materialqualitäten einladen.

Mit Hermes und den Göttern durch Athen – Konzeption und Gestaltung eines Mit-Mach-Reiseführers für Kinder

Städtereisen stellen Familien mit Kindern vor die Herausforderung, historische und kulturelle Inhalte spannend und altersgerecht zu vermitteln. Diese Bachelorarbeit untersucht, wie Informationen für Kinder im Alter von acht bis elf Jahren aufbereitet werden können, um deren Motivation und kulturelles Interesse zu fördern.

Am Beispiel Athens wurde ein Kinder-Reiseführer entwickelt, der die griechische Mythologie nutzt, um Kultur und Sehenswürdigkeiten spielerisch und interaktiv zu vermitteln. Dabei führen die olympischen Hauptgötter als erzählende Begleiter durch elf Stationen und regen mit Aufgaben, Rätseln und Stickern zum eigenständigen und aktiven Entdecken der Stadt an.

Die Basis des Projekts bildete der menschzentrierte Gestaltungsprozess, entwicklungspsychologische Grundlagen sowie eine Analyse bestehender Kinder-Reiseführer. Zwei Kapitel wurden exemplarisch ausgearbeitet, in einer formativen Evaluation mit Grundschulkindern getestet und anschließend überarbeitet.

SEEK – Das Magazin über das Ich

SEEK ist ein konzeptionell und gestalterisch entwickeltes Magazin, das sich dem Thema Identität und der Suche nach dem eigenen Ich widmet.

Die erste Ausgabe richtet sich an junge Menschen, die sich vielleicht gerade in einer Lebensphase befinden, in der sie noch nicht genau wissen, wohin sie wollen oder was sie eigentlich wollen. In einer Zeit voller Optionen, Unsicherheiten und Umbrüche bietet SEEK Raum für Reflexion, Orientierung und das Gefühl: Du bist mit deiner Suche nicht allein.

Neben journalistischen und gestalterischen Inhalten lebt SEEK vom Austausch zwischen Generationen, von offenen Fragen zur partizipativen Auseinandersetzung mit Identität und von einer Bildsprache, die sowohl Nähe als auch Irritation zulässt.