Hedonismus: Austern, Angst und Widerstand

„Hedonismus: Austern, Angst und Widerstand” untersucht Genuss als kulturelle, soziale und politische Frage. Ausgangspunkt ist ein Bild, das sich festgesetzt hat: Austern auf glitzerndem Eis, perfekt ausgeleuchtet in den Instagram-Stories meiner Freund*innen.

Das sinnbildliche Essen des Exzesses und ein Versprechen. Das Buch bewegt sich durch Vergnügen als etwas Zerbrechliches, Politisches und zutiefst Menschliches. Hedonismus gilt als laut, oberflächlich, unpolitisch. Aber Lust ist nie nur privat: Wer genießen darf, ohne Konsequenzen zu fürchten, hängt von Klasse, Geschlecht, Körper und Sicherheit ab. Das 96-seitige Buch kombiniert rund 50 Bleistiftzeichnungen mit zwölf essayistischen Texten und nähert sich dem Thema dabei aus unterschiedlichen Richtungen: philosophisch, neurologisch, ökonomisch, politisch. Es geht nicht um Exzess, sondern um leisere Fragen: nach Freiheit, Zugang und einem lebbaren Leben.

Entstanden 2026 als Abschlussarbeit an der Universität der Künste Berlin.

Olympia 2036 in Berlin

Die Kinderbuchreihe “Wer zuerst lacht” verbindet kurze Geschichten im Comic-Format mit wissenschaftlich basierten Erklaerungen. Die Buecher richten sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren, am Anfang zum zusammen lesen, spaeter auch alleine.

In Teil 1 “Lachen und Entwicklung” picknicken eine Familie und Freunde zusammen. In den Erklaerungen geht es darum, wie sich das Lachen im Laufe des Lebens veraendert: bei Babys, Kindern, in der Pubertaet, bei Erwachsenen und aelteren Menschen.

In Teil 2 “Lachen und Gefuehle”, geht es darum, wann und warum wir lachen. Eine Gruppe von Kindern geht mit zwei Erwachsenen auf eine Wanderung und erlebt dabei schoene, komische, traurige und erschreckende Dinge. Die Erklaerungen thematisieren Freude, ansteckendes Lachen, Peinlichkeit, Lachen als Coping-Mechanismus (Schlimme Dinge), Erschoepfung, Ironie, und Auslachen.

Concepts Trouvés – Ein interkultureller Reiseführer durch die visuelle Zeichenwelt der Metropole Peking

Das Buch „Concepts Trouvés“ (gefundene Konzepte) versammelt Fotografien und Texte aus dem gleichnamigen Forschungsprojekt der HAWK Hildesheim. Es präsentiert englischsprachige Marketingbegriffe, die im Stadtraum Beijings mit dem Smartphone eingefangen und von Studierenden in persönlichen Texten reflektiert wurden. So treffen globale Marketingsignale auf individuelle Perspektiven.

Konzeptionell wirkt das Buch zunächst wie eine Blackbox: Sein Inhalt erschließt sich erst beim Entdecken und Blättern. Das Öffnen des Buches symbolisiert somit das Aufbrechen dieser Blackbox und markiert den Moment, in dem die verborgenen Zusammenhänge zwischen Bildern, Begriffen und persönlichen Geschichten sichtbar werden.

Im Sinne einer „Stadtwahrnehmungsaufgabe“ dient das Buch als eine Art Reiseführer, der von den Leser:innen unterwegs punktuell gelesen werden kann, ihren kritischen Blick nach außen schärft und zur bewussten Wahrnehmung des eigenen Stadtraums anregt.

Einsam oder Allein

Diese Masterarbeit untersucht die Formgenerierung pneumatischer Luftkissen unter externen Einschränkungen sowie deren Potenzial für interaktive Anwendungen. Das Zusammenspiel von Materialeigenschaften, innerem Luftdruck und einfachen Steuerstrukturen ermöglicht kontrollierbare, reversible und offene Formveränderungen.

Anhand systematischer Form- und Interaktionsexperimente wird untersucht, wie passive externe Einschränkungen aus Steuerleinen und Röhrchen das Formverhalten pneumatischer Strukturen beeinflussen und neue gestalterische Möglichkeiten eröffnen.

Die Forschung zeigt grundlegende Prinzipien der Formbildung sowie neue Aspekte der Material Agency, darunter Plastizität, Formstabilität und gelenkartige Bewegungen. Pneumatische Luftkissen werden dabei als generative und interaktive Struktursysteme verstanden, deren Potenzial für Produkt- und Interaktionsdesign erweitert wird.

Schlaglicht

Schlaglicht verbindet Illustration, Druckgrafik und urbane Beobachtung zu einem Künstlerbuch über die Beziehung zwischen Mensch und Stadt. Das Buch umfasst 66 Linolschnitte, die Menschen, Straßen und architektonische Räume Berlins zeigen. Die kontrastreiche Schwarz-Weiß-Sprache reduziert die Szenen auf klare Formen und lenkt den Blick auf urbane Strukturen und alltägliche Situationen des Berliner Stadtlebens.

Jeder Linolschnitt wird von einer im Bleisatz gedruckten Schlagzeile aus Berliner Nachrichtenmedien begleitet. Diese greifen politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen der Stadt auf. Bild und Text erzeugen offene Assoziationen und Raum für individuelle Interpretationen. So entsteht ein subjektives Gesellschaftsbild Berlins.

Das Buch wurde vollständig in analogen Druckverfahren produziert, von Hand gedruckt und in einer limitierten Auflage von 15 Exemplaren handgebunden. Schlaglicht versteht sich als Gegenpol zur schnelllebigen Bild- und Nachrichtenkultur.

BRANDED FOR LIFE.

BRANDED FOR LIFE. ist ein typografisches Buchprojekt über den Duisburger Stadtteil Marxloh. In Form eines alphabetisch geordneten “Glossars” untersucht es Begriffe und Zuschreibungen, die den Stadtteil prägen – von Armut und Asozialität bis Zusammenhalt und Zwangsräumungen. Ziel der Arbeit ist es, die Diskrepanz zwischen medialen Darstellungen und gelebter Realität sichtbar zu machen sowie Mechanismen urbaner Stigmatisierung zu hinterfragen.

Dafür werden historische Hintergründe, statistische Daten, dokumentarische Fotografien und persönliche Stimmen von Bewohner*innen miteinander verknüpft.

Entstanden ist ein vielschichtiges Porträt, das sowohl die Folgen von Armut, Leerstand und Ausgrenzung als auch Nachbarschaft, Humor, migrantische Ökonomien und lokale Initiativen sichtbar macht. Das Projekt versteht Marxloh nicht als Symbol oder Problemfall, sondern als komplexen Lebensort mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven.

留学生 Ryuugakusei – Mein Sommer als Design-Studentin in Japan

In der Arbeit „Ryuugakusei“, was auf Japanisch übersetzt „Auslandsstudent:in“ bedeutet, berichte ich mit Collagen aus eigenen Zeichnungen, aber überwiegend aus Flyern, Fotos, Eintrittskarten, Verpackungen, etc. über meine Zeit vom Sommersemester 2024, als ich in Nagaoka (Japan) studieren durfte.

Das Endprodukt zeigt viele kleine Momente aus meinem japanischen Alltag, die über einen klassischen Urlaub hinausgehen und die ich mit lieb gewonnenen Freunden und Bekannten teilen konnte, mit denen ich noch heute in Kontakt stehe.

Wer zuerst lacht. Eine Wanderung duch Berge und Täler des Lachens.

Echo⁺: Adaptive Schnittstelle für eine empathische Gesellschaft untersucht, wie gesundheitliche Zustände und Notlagen im öffentlichen Raum verständlicher kommuniziert werden können. Das Projekt macht unsichtbare Körpersignale sichtbar und übersetzt sie in visuelle, akustische und haptische Impulse. Ziel ist es, die Lücke zwischen individuellem Erleben und gesellschaftlicher Wahrnehmung zu schließen.

Im Zentrum steht ein tragbares Leitsystem, das körperliche Veränderungen erkennt und für das Umfeld nachvollziehbar macht. In kritischen Situationen erweitert ein SOS-Ballon die Kommunikation und vermittelt durch intuitive Symbole wichtige Erste-Hilfe-Informationen. So werden komplexe gesundheitliche Zustände in klare Handlungsimpulse übersetzt.

Echo⁺ verbindet Gesundheitskommunikation, Inklusion und systemisches Denken. Die Arbeit zeigt, wie Design Unsichtbares sichtbar machen, Orientierung schaffen und Empathie in konkretes Handeln übersetzen kann.

GREIFBAR

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelte Laura Pietsch das Erscheinungsbild der fiktiven Boulderhalle „GREIFBAR“: Ein ganzheitliches Konzept, das Boulderhalle und Bar als Ort für Bewegung und Austausch verbindet. Ausgangspunkt ist das „Greifen“ als zentrale Bewegung des Boulderns, sowie als Symbol für Erreichbarkeit und den Mut, nach Neuem zu greifen.

Daraus entstand ein flexibles System mit Wort- und Bildmarke, Farbkonzept, Plakaten, Piktogrammen, uvm. Die Typografie übersetzt Bewegungsabläufe des Boulderns: Die Zeichen greifen, strecken und bewegen sich. Ein variables Raster, inspiriert von Schraublöchern und Routenbau, ermöglicht vielseitige Layouts. Ergänzt wird das Konzept durch dynamische Fotografien, die Bewegung fragmentieren, überlagern und sichtbar machen.

So entsteht ein Gestaltungskonzept, das über Ästhetik hinaus Bewegung als sozialen Prozess versteht, Gemeinschaft stärkt, Zugänglichkeit fördert und Sport als gesellschaftlich relevanten Raum sichtbar macht.

KOPFÜBER Ein Buch über die weibliche Pubertät

Jede*r erlebt sie irgendwann – die Pubertät. Und alle stellen sich früher oder später die Frage: »Ist das eigentlich normal, was mit mir passiert? Kann ich mit jemandem darüber sprechen, oder bin ich komisch?« Über Brüste, Pickel, Körpergerüche, die Menstruation und alle weiteren körperlichen Veränderungen wird einfach zu wenig gesprochen. Stattdessen werden diese Themen, Fragen und Unsicherheiten totgeschwiegen oder gar als peinlich oder unangenehm abgetan. In KOPFÜBER setze ich mich sowohl erzählerisch als auch illustrativ mit genau diesen wichtigen Fragen und Themen auseinander. Dabei verbinde ich sachliche Informationen mit einer Portion Offenheit und Humor und gehe so alle anstehenden körperlichen Veränderungen der Pubertät durch.