A Thousand Times Told

Wie entstanden weltweit ähnliche Mythen lange vor globaler Vernetzung? „A Thousand Times Told“ untersucht diese kulturübergreifenden Universalien anhand dreier Archetypen: Held, Trickster und Drache. Die Arbeit fragt, wie wir dieses kollektive Erbe heute gestalterisch aufarbeiten, erfahrbar machen und verstehen können.

Das Projekt verbindet Theorie und Praxis als Thesis, Website und Kartenspiel. Die Gestaltung basiert auf einem eigens entwickelten visuellen System: Aus der organischen Typografie wurden bedeutungstragende Ornamente und Icons entwickelt. Bildnisse aus diversen Quellen werden durch einen verzerrten Dither-Effekt visuell geeint und spiegeln das Vage, Assoziative von Mythen wider.

Während die Website (athousandtimestold.de) als digitales, exploratives Archiv fungiert, übersetzt das strategische Kartenspiel die Eigenschaften Macht, Trick und Geist in eine dynamische, erlebbare Welt, die die Archetypen und deren Attribute den Spielenden näher bringen.

Login_Sanctuary_

Data Centers werden von großen Tech-Konzernen weltweit in einer Geschwindigkeit eines Wettrennens gebaut, um massive Infrastrukturen für KI und Cloud-Computing zu schaffen. Dort laufen unsere alltäglichen Daten zusammen, um schließlich als reizvolle, auf unsere Interessen und unseren Geschmack zugeschnittene Inhalte zu uns zurückzukehren und wiederum eine KI zu füttern, die immer tiefer in unser Leben eindringt.

Login_Sanctuary_ stellt ein fiktives Szenario dar, in dem der Mensch als Datenproduzent existiert. Als die ihn konditionierende, in geregelten Portionen kommende ‚tägliche Nahrung‘ plötzlich unkontrolliert hereinbricht, verliert der Mensch zunehmend seine Autonomie und Selbstkontrolle. Dabei synchronisieren sich der reale Alltag und die Datenwelt so weit, dass ihre Grenzen unaufhaltsam verschwinden.

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen menschlicher Körperlichkeit und digitaler Abhängigkeit—und stellt die Frage: Wo befinde ich mich wirklich?

Ziegel_#3 _648

Ziegel #3_648 ist eine dreischichtige skulpturale Serie, bestehend aus insgesamt 648 Bausteinen. Die Arbeit geht von einer grundlegenden Fragestellung zum repetitiven Stapeln aus und richtet den Fokus auf die ursprüngliche Rolle dieser Handlung im Prozess der Zivilisationsbildung und -entwicklung. Durch malerische Ordnung, die Wiederholung und Differenz einzelner Einheiten sowie den Akt des Stapelns selbst untersucht diese Serie das gestalterische Erweiterungspotenzial zwischen Malerei und Architektur.

Matter of Connectedness – An Embodied Design Research Through Collecting and Making

Diese Arbeit versteht Design als relationale Praxis – als Raum, in dem Verbundenheit zu uns selbst, zu anderen Menschen & zur Welt erfahrbar werden kann. Ausgangspunkt ist ein explorativer Designprozess mit gesammelten Materialien. Die Arbeit mit unbekannter Materie verlangsamt den Gestaltungsprozess & verschiebt den Fokus von Effizienz hin zu Beziehung. Aufbauend auf Hartmut Rosas Resonanztheorie wird Entschleunigung dabei als Voraussetzung für Verbundenheit verstanden.

Die Recherche mündet in ein Workshop-Format, in dem Teilnehmende Erdmaterialien von für sie bedeutsamen Orten mitbringen. Diese werden zu Engoben & Glasuren für Porzellandosen verarbeitet.

Das Gestalten öffnet Raum, um über Verbundenheit in Austausch zu treten & sich der Bedeutung der Materialien bewusst zu werden, die als Träger von Erinnerungen & Beziehungen dienen. Das Objekt ist nicht das Ziel, sondern ein Werkzeug.

The swelling of MDF

Das Projekt untersucht MDF als Werkstoff, dessen hygroskopisches Quellverhalten gezielt als gestalterisches Werkzeug genutzt wird. Während die Volumenzunahme bei Feuchtigkeit industriell als Defizit gilt, erschließt eine kontrollierte Veränderung der Maßhaltigkeit neues formales Potenzial. Basierend auf systematischen Versuchen wurde ein Verfahren entwickelt, das die Deformation über präzise Parameter wie Wassertemperatur, Einwirkdauer und lokale Feuchtigkeitsaufnahme steuert.

„Halbwerkzeuge“ wie Aluminiumprofile und Kabelbinder fungieren als restriktive Führung, die das quellende Material in Form dirigiert.

Die Entwurfsobjekte – Bank, Hocker und Stuhl – machen die Interaktion von Material, Zeit und Wasser sichtbar. Ihre reduzierte Formensprache tritt in Dialog mit den organischen Verformungen. Gestaltung entsteht hier nicht durch vollständige Beherrschung des Werkstoffs, sondern durch das Setzen von Bedingungen, unter denen MDF selbst Form annimmt.

Constructing Kitsch

„Constructing Kitsch“ untersucht Kitsch als kulturelles Phänomen, das Bedeutung, Emotion und Wert auf Material und Form projiziert. Das Projekt arbeitet mit funktionalen Konstruktionselementen wie Ziegelsteinen, Dämmstoffdübeln und Lochplatten. Materialien, die normalerweise in Kontexten vorkommen, in denen Ornament und emotionaler Ausdruck nicht zu finden sind.

Ausgehend von den vorhandenen Strukturen werden diese Materialien neu interpretiert und mit kitschig konnotierten Motiven verknüpft: Ziegelhohlräume werden zu symbolischen Formen, die Geometrie der Dübel wird in florale Ornamente übersetzt und Lochplatten greifen spitzenartige Muster auf. Die dekorativen Aspekte entstehen dabei direkt aus den technischen Eigenschaften der Materialien. Die Objekte bleiben funktional, ihre Wahrnehmung verändert sich jedoch.

Kitsch wird dabei nicht als Stil verstanden, sondern als Werkzeug, um zu hinterfragen, wie Wert, Symbolik und emotionale Bindung kulturell konstruiert werden.

(NON)SENSE

(NON)SENSE ist eine Kritik der zeitgenössischen Informationskultur, die sich in endlosen, inhaltlosen Schriftzeichen äußert. Unser Umgang mit Medien und Informationen ist geprägt von einer endlosen Masse an Inhalten ohne Relevanz. (NON)SENSE übersetzt diese inhaltliche Leere in schriftähnliche Zeichen, die keine Aussagekraft innehalten. So werden die Grenzen der Typografie ausgereizt und ein Spannungsfeld entsteht zwischen Sinnhaftigkeit und Sinnlosigkeit.

Ein generatives Webtool formt diese „Schriftzeichen”, die dann durch einen Pen-Plotter kontinuierlich auf einer Papierrolle festgehalten werden.

Das Ergebnis wird als Kompendium in Form eines 400-seitigen Buchs dokumentiert, um die Fixierung völlig inhaltloser Zeichen greifbar zu machen.

Partizipative Konzepte zur Musikunterrichtsgestaltung

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit „Partizipative Konzepte zur Musikunterrichtsgestaltung“ entstand ein modulares Musikinstrumentensystem, das über 50 Bauteiltypen umfasst, aus denen verschiedene elektroakustische Musikinstrumente gebaut werden können. Es wurde für fächerverbindenden Unterricht zwischen Musik und MINT-Fächern, konkret Physik- und Informatiklehrinhalten, entwickelt. Die Instrumente werden ausgehend von Lehrplaninhalten der 8. bis 10. Klasse in den genannten Fächern unter Begleitung der Lehrkräfte durch Schüler*innen hergestellt und anschließend zum Musizieren genutzt.

Begleitend zum physischen Produktdesign habe ich ein ausführliches Kartensystem mit Bauteilinformationen, Bauanleitungen und Schaltplänen zu den über 50 Modulen sowie einen exemplarischen Lehrplan gestaltet, der einen strukturierten Überblick zur Arbeit mit dem System bietet.

Unabhängig vom Unterricht können die Module auch genutzt werden, um Musikinstrumente nach eigenen Vorstellungen zu entwerfen.

Patent ausstehend

Drywall Construction

„Drywall Construction“ präsentiert eine Reihe experimenteller keramischer Objekte und eine zusätzliche Installation aus Schöpfpapier, das aus recyceltem Gipskartonpapier hergestellt wurde. Alle Gefäße entstanden aus einer Untersuchung von Trockenbauplatten im Rahmen eines Forschungsprojekts über die Recycelbarkeit von Gips und dessen Verwendung in industriellen und künstlerischen Kontexten. Ihre Dimensionen und Formen erinnern an architektonische und tektonische Ästhetik, greifen den Ursprung des Basismaterials auf und erweitern ihn hin zu dessen Verarbeitung in der industriellen Praxis.

Die Fragmente und Papierpulpebögen spielen auf den stark handwerklichen Prozess des Trockenbaus an, bei dem standardisierte Platten gebrochen und zu Wänden zusammengefügt werden – hier neu interpretiert als dekorative Objekte, die die Wahrnehmung des Betrachters herausfordern und zur Reflexion über verborgene Potenziale und Materialqualitäten einladen.

Faux Floral – Coding Hydraulic Tiles

Faux Florals ist ein interaktives Design-Tool, das eine Brücke schlägt zwischen dem Kunsthandwerk des Zementmosaikgusses und digitalem Design. Die Kombination dieser beiden Techniken schafft eine Ästhetik, die den digitalen Pixel-Look mit der Farbigkeit natürlicher Pigmente und den Materialeigenschaften des Zementgusses verbindet.

Die Herstellung von Zementfliesen unterscheidet sich grundlegend vom Design gängiger Keramikfliesen. Sie werden nicht nachträglich bedruckt oder bemalt, stattdessen wird das Motiv gegossen. Für jedes Motiv ist also eine eigene Guss-Schablone notwendig. Durch die Adaption der Pixel-Darstellungslogik des digitalen Designs als gitterförmige Schablone für die Motive, die für das Projekt entwickelt wurden, lassen sich statt nur eines Bildes eine Vielzahl von 15×15-Pixel-Bildern erzeugen. Mit dem Grafik-Tool lassen sich individuelle Motive auf Basis der Pixelmanipulation von Bildern generieren. Das Design kann anschließend nahtlos als Mosaik umgesetzt werden.