GRAVITATIONEN / GRAVITATIONS

Bastian Thürich

Juni / June - 2020

Universität der Künste Berlin

Was ist es?

In dem experimentellen Projekt „GRAVITATIONEN“ werden, mittels eines Pendels und einem dafür entwickelten „Pendel-Gieß-Verfahren“, komplexe Schwingungsgeometrien in Porzellan verwirklicht.

Was ist das Thema?

Der Designer wird zum Entdecker. In der Arbeit mit dem Pendel-Apparat kann eine neue Erfahrung gemacht werden. Es geht nicht mehr darum, sich Formen auszudenken und sie zu realisieren. Vielmehr gilt es herauszufinden wie Hilfestellung geleistet und richtig beobachtet werden kann, wenn sich Formen im Einklang mit physikalischen Prinzipien manifestieren. Durch den Perspektivenwechsel vom Macher zum Beobachter kann in posthumanistischem Sinne Grundlegendes, über immanent in die Welt eingeschriebene Formgebungsverfahren und Gestaltungspraktiken, herausgefunden werden.

Warum sieht es so aus?

Die auf mathematisch- physikalischen Gesetzmäßigkeiten beruhenden Geometrien sind schon immer da gewesen. Sie sind so etwas wie Urformen auf denen die natürliche Gestalt unserer Umwelt beruht. Dadurch sind sie tief in unserem ästhetischen Bewusstsein verankert.

Was ist das Besondere?

Die nahezu unendliche Formenvielfalt lässt sich bis zu einem gewissen Grad vorhersagen und auch wiederholen. Wenn (möglichst) alle maßgeblichen Faktoren von einem Pendelvorgang zum nächsten gleich bleiben, lässt sich von einem repetitive Fertigungsverfahren sprechen. Jedoch entsteht trotzdem ein „Same same, but different“ Effekt.

Was ist neu?

Mittels der Pendeltechnik gemalte Bilder gibt es. Bisher wurde das Prinzip jedoch nie in eine „Pendel-Gieß-Technik“ übersetzt, welche dreidimensionale Objekte entstehen lässt. Durch diesen neuen Ansatz ist es möglich, auch Gebrauchsgegenstände mit einer hoher ästhetischen Qualität realisieren zu können.