wichtige triviale Fragen

Stehen die Wassergläser im Schrank mit der Öffnung nach oben oder unten? Geht man lieber bowlen oder kegeln? Solche zunächst trivial wirkenden Fragen entfalten bei näherer Betrachtung erstaunliches Gesprächspotenzial. Genau hier setzt das Kennenlernspiel „wtf – wichtige triviale Fragen“ an. Es stellt scheinbar unsinnige Fragen, die schnell zu unterhaltsamen Diskussionen führen. Denn oft zeigt sich, dass vermeintlich Selbstverständliches unterschiedlich wahrgenommen wird. Diese Unterschiede bringt wtf ans Licht und rückt sie ins Zentrum des Gesprächs.

Das Spiel schafft Raum für humorvolle, manchmal hitzige Gespräche über Alltägliches. Dabei lernt man sein Gegenüber auf eine neue, persönliche Weise kennen. Trotz kontroverser Meinungen steht der Spaß im Vordergrund, und man erkennt, dass verschiedene Sichtweisen bereichern können. Indem man seine Meinung begründet, versteht man andere besser – und überdenkt vielleicht selbst seine eigene Sicht.

artgerächt

artgerächt ist eine satirische Aufklärungskampagne über die Problematik der Qualzucht bei Hunden. Während extreme Zuchtmerkmale bei bestimmten Rassen schwerwiegende gesundheitliche Schäden verursachen, gelten sie in der Gesellschaft weiterhin als „süß“ oder prestigeträchtig. Die Arbeit setzt genau hier an: Sie nutzt die Sprache des Luxusmarketings, um Menschen zu erreichen, die Hunde nach äußeren Merkmalen auswählen – und konfrontiert sie mit den Folgen.
Ein vermeintlich exklusiver Hundekonfigurator führt Nutzer:innen durch ihre Wunschvorstellungen, zeigt anschließend die gesundheitlichen Defekte dieser Hunde auf und verweist auf passende Tierschutzhunde. Ziel ist es, Statusdenken aufzubrechen, Empathie zu fördern und die Akzeptanz für Qualzuchten infrage zu stellen – mit Design, das zum Umdenken bewegt.

What the Flax

„What the Flax“ ist ein Materialforschungsprojekt, das das Potenzial untersucht, Flachsverbundstoffe mithilfe von nachhaltig produzierten Naturmaterialien und Bindemitteln in Form aufzublasen.
Traditionelle Verbundstoffe erfordern teure Formen und Werkzeuge sowie nicht recycelbare Duroplast-Bindemittel. Durch die Entwicklung eines biobasierten Verbundstoffs, der genäht, aufgehängt und aufgeblasen werden kann, werden maßgeschneiderte Lösungen möglich, die diese Probleme umgehen. Diese bieten Festigkeit und Stabilität, die von Form und Querschnitten abhängen, und nutzen die natürlichen Eigenschaften des Flachs.
Inspiriert durch die Erinnerung an einen älteren Bergbauern, der einst fast alles aus Flachs herstellte, hinterfragt das Projekt konventionelle textile Normen und strebt eine neue Ästhetik an, die von Irritation und Innovation geprägt ist.
Darüber hinaus soll das Projekt das Material wieder mit dem Boden und den Menschen verbinden, die es anbauen, und eine neue Möglichkeit für den Flachsanbau in der Alpenregion aufzeigen, wo die Pflanze seit vielen Jahren keine wirtschaftliche Rolle mehr spielt.

Auf halber Treppe

„Auf halber Treppe“ setzt dort an, wo Menschen nah beieinander wohnen, aber meist wenig miteinander teilen – außer dem Treppenhaus. Ziel ist es, Gestaltungselemente zu schaffen, die nachbarschaftliche Gemeinschaft in Mehrparteienhäusern fördern. Drei Objekte im Treppenhaus eröffnen subtil Raum für Austausch, Vertrauen und Begegnung: Ein „schwarzes Brett“ erleichtert die hausinterne Kommunikation, ein „Schuppen“ regt dazu an, Gegenstände in der Hausgemeinschaft zu teilen, und ein „Türkranz“ mit Garderobenfunktion macht vor der Tür sichtbar, wer hinter der Tür wohnt. So kann aus anonymer Nachbar*innenschaft eine solidarische Hausgemeinschaft entstehen. Das Projekt berücksichtigt Brandschutz sowie bauliche Vorgaben und zeigt exemplarisch, wie durch Gestaltung gesellschaftliche Themen wie Vereinsamung, Hyperindividualismus und andere Folgen der Urbanisierung im Kleinen behandelt und im Großen verändert werden können – als Beitrag zu mehr Miteinander und Solidarität im urbanen Zusammenleben.

Traces of places

Tags, die ursprünglichste Form des Graffiti. Sie sind ein Hinweis auf menschliche Anwesenheit mit einem Ausdruck von Identität, den jeder von uns heutzutage hinterlassen möchte – nicht nur analog, sondern auch virtuell.
Jeder von uns besitzt mittlerweile zwei Identitäten, ohne dass uns das bewusst ist. Man möchte einen Teil seiner Identität konservieren und für die Nachwelt festhalten. Die analoge Form des Taggens hingegen ist nur kontemporär, flüchtig und nicht für die Ewigkeit. Sie verblassen, verschwinden, werden entfernt oder „gecrosst“. Genau das war Grund und Anlass, sie festzuhalten.
Um eine Verortbarkeit und Unverwechselbarkeit herzustellen, ohne bloße Kopien der Kunstwerke durch Fotografie zu erzeugen, wollte ich dennoch, dass die Orte eine Rolle spielen. Hier kam meine zweite Faszination ins Spiel: Spiegelungen. Hinweise auf die Orte, wo ich die Tags gefunden habe. Orte, die belebt und nun verlassen sind.
Wäre die Welt ohne Tags eine ohne Seele? …

ArtJourney

Sich im breiten Angebot an Kunstausstellungen und Institutionen zurechtzufinden, kann eine Herausforderung sein. Die Plattform ArtJourney begleitet Kunstneulinge bis -kenner deswegen ganzheitlich auf ihren individuellen Entdeckungsreisen durch die deutsche Kunstmuseumslandschaft: Vom Entdecken ihrer Interessensgebiete und dem gezielten Suchen dazu passender Ausstellungen, über das Merken ihrer Favoriten bis hin zum abschließenden Dokumentieren der tatsächlich besuchten Ausstellungen und dem Teilen ihrer Eindrücke mit der Community. Damit ist die Webseite ein innovativer Kanal für Kunstmuseen, um ihre Attraktivität zu steigern, einer breiten neuen Zielgruppe einen Überblick über ihre Ausstellungen zu verschaffen und ihnen Motivation zu liefern, einen Museumsbesuch in die Tat umzusetzen.
Das Abschlussprojekt erprobt, wie Design mit und für Kunst im Fokus gestaltet sein kann, ohne sie zu überlagern.

Materialmanipulation durch Biegeschnittgeometrien

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem alternativen Verfahren zur Verformung von Plattenwerkstoffen, bei dem durch gezielte Materialentfernung das Biegeverhalten beeinflusst wird, um diese schließlich in eine komplexe dreidimensionale Form zu überführen.

Dazu wurden im Rahmen des Projekts systematische Versuche mit variierenden Parametern durchgeführt, um deren Einfluss auf die Biegefestigkeit verschiedener Materialien zu untersuchen. Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für ein praktisches Anwendungsbeispiel in der Gestaltung eines Stuhls.

Das daraus entwickelte Konzept zeichnet sich durch ein hohes Gestaltungspotenzial aus und bietet die Möglichkeit, auf konventionelle Biegeverfahren, die in der Regel den Einsatz spezieller und zweckgebundener Formwerkzeuge erfordern, zu verzichten. Dieser Verzicht stellt dabei eine parametrisierbare freie Anpassbarkeit des Entwurfs in Aussicht, die wiederum eine flexible Plattform für die Generierung verschiedener Sitzmöbel bietet.

Zukunftsweisende Szenario Analyse

Entwicklung einer parametrisch veränderbaren Bandage, die hauptsächlich für den Einsatz in einem Katastrophengebiet gestaltet ist und im 3D-Druckverfahren mit einem elastischen TPU-Filament, auch vor Ort, hergestellt werden kann. Die Bandage lässt sich skalieren und in der Form verändern. Um die Bandage noch flexibler einsetzen zu können, lässt sich diese durch eine sich erhärtende Füllung zu einer Fixage versteifen.

Birds and Boxes

Die Skinnerbox ist ein Experimentierkäfig aus der Verhaltenspsychologie, in welchem untersucht wird, wie Tiere durch das Drücken eines Knopfes und die darauffolgende Belohnung mit Futter gezielt zu bestimmten Verhaltensweisen konditioniert werden können. Die Mechanismen der Skinnerbox finden sich im Smartphone wieder, und wir werden zum Scrollen und Nutzen des Gerätes konditioniert. Statt mit Nahrung wird der Nutzer mit Verbindung belohnt. Durch Likes, Kommentare, News oder neue Posts wird ein tief verwurzeltes Bedürfnis nach Gemeinschaft, Interaktion und Anerkennung angesprochen.

Die App Birds and Boxes ermutigt den Nutzer, den radikalen Schritt zu gehen, das Smartphone auszuschalten und sich so aus der Skinnerbox des Smartphones zu befreien. Die Zeit, welche das Smartphone ausgeschaltet bleibt, trackt der Nutzer mit der App. Durch häufiges Ausschalten und damit zunehmender getrackter Gesamtzeit werden metaphorische Vögel aus der Skinnerbox befreit.

Konzept eines emissionsfreien Krabbenkutters

Das Krabbenfischen ist von der norddeutschen Küste nicht mehr wegzudenken, schon seit Jahrzehnten ist es ein Grundpfeiler der Wirtschaft und Nahrungsversorgung vieler Küstenstädte. Durch Faktoren wie die Großfischerei wurde jedoch die Krabbe zu einem reinen Konsumprodukt. Steigende Nachfrage und immer größere Fangschiffe hatten sinkende Bestände und ein stärker bedrohtes Ökosystem zur Folge. Des Weiteren verlor die private und familiäre Kleinfischerei an Bedeutung.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, gibt es das Eco-Kutter-Konzept. Dieser knapp 20 Meter lange Kutter setzt neue Technologien ein, um das Krabbenfischen nachhaltiger und zukunftssicherer zu machen. Durch eine Hybridlösung mit einem elektrischen Azi-Pod-Antrieb und einer modularen Energieversorgung, bestehend aus einem mit E-Fuels betriebenen Generator und Batterien, können verschiedene schädliche Umwelteinflüsse reduziert werden.