Take your Time

Mein Bachelorprojekt Take Your Time untersucht, wie unsere Wahrnehmung von Zeit unser Zeiterleben beeinflusst. Es fördert Achtsamkeit für den Fluss der Zeit – ohne zusätzlichen Druck. Eine gewöhnliche Uhr zeigt nicht nur die aktuelle Zeit an, sondern repräsentiert durch ihre Zahlen auch Vergangenheit und Zukunft. Doch das Konzept einer Uhr entspricht nicht dem tatsächlichen Wesen der Zeit. Zeit ist ein konstanter Fluss – die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft noch nicht da.
Mir wurde bewusst, dass Uhren mich oft unter Druck setzen, weil ich an unerledigte Aufgaben und alles, was noch bevorsteht, denken muss.

Dies inspirierte mich dazu, eine Möglichkeit zu schaffen, sich in ruhiger und ästhetischer Weise auf einen einzigen Moment zu konzentrieren. So entstand der kerzenbeleuchtete Lampenschirm: ein Werkzeug, um die Zeit selbst in die Hand zu nehmen. Durch die Auswahl einer Kerze mit einer Brenndauer, die zur geplanten Aktivität passt, wird Achtsamkeit gefördert – ohne Sorgen.
Nimm dir Zeit für Dinge, die du oft vergisst – wie Lesen, Kochen oder einfach im Moment sein.

How to Stay Cool?

„How to Stay Cool?“ erforscht eine experimentelle, nachhaltige Alternative zur Klimaanlage. Ein doppelseitiger textiler Lamellenvorhang nutzt indirekte Verdunstungskühlung, kühlt Räume wirkungsvoll, ohne die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, und fügt sich harmonisch ins Interieur ein. Die Verbindung von Möbeldesign und Low-Tech-Kühltechnik schafft neue, umweltfreundliche und behagliche Kühlkonzepte. Nachhaltiges Material und ästhetische Form steigern den Wohnkomfort bei reduzierten CO₂-Emissionen.

Exploring Skeuomorphism in Extended Reality (XR)

„Exploring Skeuomorphism in Extended Reality (XR)“ entwirft alltägliche digitale Aufgaben wie Messaging, E-Mail, Musik- und Videokonsum neu – in einem dreidimensionalen „Home Interspace“, das sich sofort vertraut anfühlt. Aufbauend auf Nutzer*innenworkshops und objektbasiertem Prototyping übersetzt das Projekt häusliche Metaphern in handgetrackte, raumkartierte XR-Artefakte.
Das begleitende Interspace-Interaktionssystem skaliert Steuerungselemente dynamisch um die Handbewegungen der Nutzer*innen und ersetzt haptisches Feedback durch kontextabhängige visuelle und akustische Hinweise.
Vergleichende Nutzertests zeigten, dass die skeuomorphe Umgebung die kognitive Belastung reduziert, Aufgaben schneller erledigt werden können und von den Nutzer*innen klar gegenüber herkömmlichen schwebenden Fenster-Oberflächen bevorzugt wurde.
Durch die Verbindung bekannter physischer Handlungsräume mit den erweiterten Möglichkeiten des Spatial Computing schlägt die Arbeit eine skalierbare Designsprache vor, die Zugangshürden für XR senkt und einen menschenzentrierten Entwicklungsweg für zukünftige räumliche Betriebssysteme aufzeigt.

RECYCLING DESIGN: Drehstühle neu gedacht

Auch zwei Jahre nach der Pandemie ist das Homeoffice nicht mehr wegzudenken – die Nachfrage nach Büromöbeln steigt weiter. Gleichzeitig erfordert ihre Herstellung große Mengen an Material und Energie. Ein Großteil davon bleibt nach kurzer Nutzungsdauer ungenutzt. Dieses Projekt widmet sich dem Recycling von Drehstühlen und hinterfragt bestehende Entsorgungs- und Wiederverwendungsprozesse. Ziel ist es, nutzerzentrierte Alternativen zu entwickeln, die durch partizipative Gestaltung den Recyclingprozess verständlicher und zugänglicher machen. Nutzer:innen werden aktiv eingebunden, erhalten Wissen über Materialkreisläufe und entwickeln ein neues Bewusstsein für den Wert beschädigter Möbel. So kann die emotionale Bindung zu Produkten gestärkt und dem Trend zu „Fast Furniture“ entgegengewirkt werden. Das Projekt untersucht das Potenzial dieses Ansatzes für eine zukunftsfähige Möbelgestaltung im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Jöklar

Dieses Projekt untersucht die Symbolbildung durch Assoziationen, die die Beziehung zwischen Objekt und Mensch beeinflussen und emotionale Bindungen zu Objekten fördern. Ziel ist es, Natur durch Assoziationen in gestaltete Objekte zu übersetzen, da diese helfen, komplexe Umweltinformationen schneller zu erfassen.
Inspiriert von Gletschern als dynamischen Systemen, in denen alle Aggregatzustände von Wasser koexistieren, werden die Eigenschaften des Wassers visualisiert. Material, Form und Licht fungieren als Träger von Assoziationen und machen die charakteristischen Eigenschaften des Wassers durch ihr Zusammenspiel erfahrbar. Materialien werden als eigenständige Informationsträger betrachtet, die in einen aktiven Dialog mit ihrer Umgebung und den Nutzer*innen treten.
Gletscher haben eine besondere Beziehung zum Menschen als Süßwasserreservoir, Sonnenlichtreflektoren und einzigartige Ökosysteme. Das Projekt integriert die Natur harmonisch in Wohnräume und schafft eine inspirierende Dimension in der Beziehung zwischen Mensch und Objekt.

same streets, same sky

Das Projekt „same streets, same sky“ veranschaulicht visuell den Mechanismus des Eskapismus. Der Kurzfilm zeigt, wie Menschen aus monotonen Alltagsroutinen ausbrechen und dabei unbewusste Verhaltensweisen sichtbar werden. Die Protagonistin entwickelt im Laufe der Handlung eine zunehmende Neigung zum Eskapismus, um ihrem eintönigen Leben zu entfliehen. Durch den Einsatz der innovativen Technik Gaussian Splatting und statischen Elementen werden die Trägheit des Alltags und Wahrnehmungsverzerrungen dargestellt. Der Film regt zum Nachdenken über eigene Fluchtmechanismen und deren Einfluss auf die Realitätswahrnehmung an.

BAMBULÉ

Dieses Projekt ist eine eingehende Untersuchung nachhaltigen Designs mit Fokus auf die innovative Nutzung recycelter Bambusmaterialien. Als Teil meiner Diplom-Design-Forschung erforsche ich das Potenzial von Bambusabfällen durch feine handwerkliche Techniken, die traditionelle Methoden mit modernen Prinzipien der Nachhaltigkeit verbinden. Ziel ist es, durch Materialexperimente und neue Verarbeitungstechniken die Umweltvorteile von Bambus zu maximieren und die Entwicklung stabiler, langlebiger Werkstoffe voranzutreiben.

Tapp

Im schnelllebigen Alltag geraten viele Menschen beim Verlassen des Hauses in Eile, wenn sie nach Schlüsseln oder anderen wichtigen Gegenständen suchen. Tapp ist die Antwort auf dieses alltägliche Problem – eine wandmontierte Leuchte, die nicht nur Licht spendet, sondern durch eine einfache, intuitive Geste – das Ablegen oder sanfte Antippen – aktiviert wird. Das Licht signalisiert dem Nutzer dabei den Ort seiner Gegenstände. Die schalenförmige Leuchte dient gleichzeitig als natürliche Ablagefläche. So entsteht Ordnung nicht durch Zwang, sondern durch eine Gestaltung, die zur unbewussten Selbstorganisation anregt.

Die Gestaltung von Tapp basiert auf der Theorie des „Design without Thought“. Tapp macht sich genau dieses Verhalten zunutze: das beiläufige Ablegen von Schlüsseln oder kleinen Gegenständen wird durch das Design unterstützt. Es entsteht eine Art visueller Gedächtnisraum – ein Ort, an dem wichtige Dinge nicht nur abgelegt, sondern auch erinnert werden.

Masken des Alltags

Das Projekt „Edging Fashion“ untersucht die Schnittstelle von Mode und Kostümdesign. Zunächst wurde ein Kostümdesign für das Theaterstück Edging Faust am UNI.T Theater Berlin (2024) entwickelt. Diese Erfahrung diente als Feldstudie und Grundlage für eine anschließende Modekollektion. Im Projekt wird hinterfragt, wie sich der Kontext auf die Bedeutung von Kleidung auswirkt: Ein Kleidungsstück wird auf der Bühne zum Kostüm, und Mode wird auf dem Laufsteg zur Inszenierung.
Die enge Zusammenarbeit mit den Nachwuchsschauspieler:innen und ihre individuellen Rolleninterpretationen prägten maßgeblich die Entwürfe. Mode wird als Form der Persona verstanden, die es ermöglicht, Identität in verschiedenen sozialen Kontexten zu gestalten und zu kommunizieren – ähnlich wie ein Kostüm auf der Bühne.

心生 Xin Sheng

In Deutschland leiden über vier Millionen Menschen an Herzinsuffizienz – Tendenz steigend. Laut medizinischem Fachpersonal des Herz- und Diabeteszentrums NRW scheitert eine wirksame Behandlung oft daran, dass Patientinnen ihre Therapiepläne nicht konsequent einhalten. Auf Basis von Interviews mit Betroffenen und in enger Zusammenarbeit mit Fachärztinnen entstand XIN SHENG – ein System, das eine benutzerfreundliche App mit smarter Hardware kombiniert. Es unterstützt Patient*innen im Alltag durch einfachen Zugang zum Therapieplan, personalisierte Erinnerungen und motivierendes Feedback. XIN SHENG („neue Geburt“ oder „Herztöne“) steht symbolisch für einen Neuanfang mit der Krankheit: Es stärkt die Eigenverantwortung, hilft dabei, gesunde Routinen zu entwickeln und verbessert so nachhaltig die Lebensqualität von chronisch Herzkranken.