Hasardspiele

Meine Arbeit mit dem Titel „Hasardspiele“ setzt sich mit der visuellen Manipulation durch Glücksspielautomaten auseinander. Diese Automaten sind im Grunde meisterhaft gestaltete Oberflächen, die nur ein einziges Ziel verfolgen: Menschen so lange wie möglich an den Bildschirm zu fesseln und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Vergleich zu anderen Formen des Glücksspiels ist die psychologische Falle hier besonders tückisch und bösartig konstruiert.

Das Schlimmste daran ist, dass hier ganz gezielt die Schwächsten unserer Gesellschaft ausgebeutet werden. Spielautomaten stehen nicht ohne Grund vor allem dort, wo die Armut hoch und die Perspektiven schlecht sind. Es ist ein System, das von der Perspektivlosigkeit lebt und gezielt Existenzen bedroht. Besonders oft trifft es dabei Menschen mit Migrationshintergrund. Wer die Sprache nicht perfekt beherrscht oder schlicht nicht über die perfiden Mechanismen der Automatenindustrie aufgeklärt wurde, tappt fast wehrlos in diese Falle.

Ich h

Luzider Traum

Das Buch „Luzider Traum“ ist eine Textsammlung aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen zum Thema Luzides Träumen und soll inhaltlich sowie gestalterisch ein umfassendes Bild des Phänomens vermitteln. Luzides Träumen bedeutet, dass während des Schlaftraums das Wachbewusstsein bestehen bleibt und somit ein Zusammenspiel aus träumerischen Widerfahren und wachbewusster Aufmerksamkeit die Wahrnehmung des Traumgeschehens prägt. Diese Metaebene wird durch die Interaktion in der Augmented Reality ermöglicht, welche durch ein Betrachten der Buchseiten mit der App „Artivive“ einen digitalen Raum zu dem Buch entstehen lässt. Die darin spielenden Animationen beschäftigen sich (teils metaphorisch) mit den ästhetischen Phänomenen des Traums.

Neben der kuratierten Textsammlung beinhaltet das Buch eigene Traumnotate, sowie eigene, abstrakte, intuitiv entstandene Kunstwerke, welche die Individualität und das Unbewusste des Traums verdeutlichen.

Fukushima Stories

Als Abschlussarbeit habe ich ein illustriertes Sachbuch mit dem Titel „Fukushima Stories“ entwickelt. Das Buch zeigt eine andere Perspektive auf Fukushima (Japan), jenseits der negativen Schlagzeilen. Es verbindet Informationen zu der Katastrophe von 2011 mit Interviews, persönlichen Erfahrungen sowie Illustrationen und Collagen, die die Alltagswelt der Menschen sowie die Kultur und Natur der Region lebendig machen. Ziel ist es, den Leser:innen einen differenzierten Zugang zu Fukushima zu eröffnen: als eine Region voller Tradition und landschaftlicher Schönheit – und zugleich als Beispiel für Resilienz.

Die Grundlage des Projekts ist mein einjähriger Studienaufenthalt in Fukushima. Ich habe auch Sprachen und Kulturen Ostasiens studiert, was mir den wissenschaftlichen Hintergrund für die Arbeit und die notwendigen Kontakte gegeben hat.

In der Arbeit habe ich zunächst drei Interviews übersetzt und illustriert, möchte aber für eine Veröffentlichung in der Zukunft noch mehr umsetzen.

WHAT CAN AI DO?

Künstliche Intelligenz verändert kreative Prozesse grundlegend. Zwischen Begeisterung und Verunsicherung stellt sich die Frage, wie DesignerInnen einen selbstbestimmten und reflektierten Umgang mit dieser Technologie entwickeln können. Das Masterprojekt WHAT CAN AI DO? richtet sich an Studierende und BerufseinsteigerInnen aus dem Designbereich, die bislang wenig oder keine Berührungspunkte mit KI hatten.

Im Zentrum steht eine bimediale Projektarbeit, die über niedrigschwellige Aufgabenformate zum experimentellen Arbeiten mit KI einlädt. Die Übungen reichen von spielerischen Einstiegen bis hin zu anwendungsbezogenen Szenarien und fördern individuelle Arbeitsweisen, kritisches Denken sowie kreative Eigenständigkeit. Statt standardisierte Ergebnisse zu reproduzieren, werden NutzerInnen dazu angeregt, eigene Perspektiven und Methoden im Zusammenspiel mit KI zu entwickeln.

Die Aufgaben werden wöchentlich über eine Website veröffentlicht und ein Buch dient als Begleitmedium.

Wert.Stücke – Brand Design als Strategie zur Sichtbarmachung und Marktfähigkeit handwerklicher Produktkultur

Die Arbeit untersucht Brand Design als strategisches Instrument zur Generierung von Sichtbarkeit und Marktrelevanz im (Holz-)Handwerk. Ausgangspunkt ist das Paradoxon, dass Betriebe trotz hoher Fertigungsqualität in markenorientierter Konsumkultur an Prägnanz verlieren, was Anschlussfähigkeit und Nachfolgeperspektiven gefährdet.

Methodisch verknüpft die Forschung eine historische Literaturanalyse mit leitfadengestützten Expert:inneninterviews an der Schnittstelle: Handwerk, Design und Marketing. Die qualitative Interviewanalyse wird durch Zukunftsmatrizen und Heatmaps in ein prospektives Wirkungsgefüge überführt.

Aufbauend wird ein praxisnaher Leitfaden entwickelt und im Proof of Concept des fiktiven Betriebs „Wert.Stücke“ als Brand Manual, Produktserie und Webseite operationalisiert. Ergebnisse zeigen, dass Defizite in strategischer Inkohärenz statt handwerklicher Qualität gründen. Authentizität wird effektiv, wenn Materialnähe, Prozessqualität und Haltung narrativ vermittelt werden.

Album einer nicht-jüdischen Familie

Das 524-seitige Werk ist eine generationenübergreifende Arbeit. Ausgangspunkt war der Nachlass meines Großvaters, eines Überlebenden des Massakers von Babyn Jar. Nach seinem Tod an Covid-19 hinterließ er ein chaotisches Archiv aus Fotografien und Dokumenten aus der Zeit vor und nach unserer Einwanderung nach Deutschland als jüdische Kontingentflüchtlinge.

Aus diesem Material entstand ein rekonstruiertes Familienarchiv, das textlich und visuell aus den Perspektiven dreier Generationen erzählt. Die Arbeit gibt Einblicke in das jüdische Leben in der Ukraine, Fluchterfahrungen während des Zweiten Weltkriegs, Antisemitismus in der Sowjetunion sowie schließlich Migration und „Integration“ in Deutschland.

Die Arbeit macht Erfahrungen sichtbar, die vielen jüdischen Kontingentflüchtlingen und ihren Nachfolgegenerationen vertraut sind. Vor dem Hintergrund zunehmenden Antisemitismus richtet sie den Blick auf eine wenig sichtbare Dimension der postsowjetisch-jüdischen Diaspora in Deutschland.

Über die See – Eine Buchgestaltung

Das Projekt besteht aus der gestalterischen Umsetzung des Buches „Über die See“ von Mariette Navarro im Rahmen einer Bachelorarbeit. Im Fokus steht die visuelle Darstellung der Atmosphäre des Meeres sowie der emotionalen und surrealen Erlebnisse einer Schiffscrew auf dem Atlantik.

Durch Typografie, Layout und Materialität wird die Stimmung von Unsicherheit, Weite und Bewegung des Ozeans erlebbar gemacht.

Heimaten – Doppeltstaatsbürgerschaft in Deutschland

Rund 3,14 Millionen Deutsche besitzen eine doppelte Staatsbürgerschaft. Dieses Buch vereint zwei Ebenen: Im ersten Teil liefert es fundierte Informationen von der Definition über die rechtliche Lage bis hin zu den jüngsten Reformen im Staatsangehörigkeitsrecht. Im zweiten Teil erzählen 20 Personen von ihren persönlichen Erfahrungen, ihrer Identität, der Einbürgerung und dem Verzicht auf eine Staatsangehörigkeit.

Jedes Interview wird durch ein Doppelbelichtungsporträt und einen einleitenden Text eröffnet, gefolgt vom Gespräch selbst und abgeschlossen durch zwei Objektfotografien, die symbolisch für die jeweiligen Herkunftsländer stehen. Sachliche Information und gelebte Erfahrung treten so in einen unmittelbaren Dialog.

Das Projekt erweitert sich über das Buch hinaus: Ein Audio Zusammenschnitt der Interviews macht die Stimmen hörbar, eine plakative Ausstellung zeigt die Porträts in großformatigen langen Bahnen und macht das Thema öffentlich erfahrbar.

Many Stories. Gespräche über Migration

Das Buchprojekt Many Stories. Gespräche über Migration versammelt acht persönliche Interviews mit Menschen mit Migrationserfahrung. Die Interviewten berichten von ihrem Alltag, von Erfahrungen mit Bürokratie, Mehrsprachigkeit, Zugehörigkeit und Diskriminierung sowie von ihren Perspektiven auf das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland.

Statt abstrakter politischer Debatten über Migration stellt das Buch persönliche Stimmen in den Mittelpunkt. Die Interviews werden von künstlerischen Collagen und Zeichnungen begleitet, die die emotionalen und biografischen Dimensionen der Gespräche visuell aufgreifen und vertiefen. Die Verbindung von dokumentarischem Interviewformat und künstlerischer Illustration schafft eine eigenständige ästhetische Form, die sowohl emotional zugänglich als auch reflektierend ist.

Ziel des Buches ist es, Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten zu geben, Empathie zu fördern und Gespräche über Migration jenseits von polarisierten Debatten anzuregen.

keine Antworten – Perspektiven visueller Gestalter*innen als kritische, kollaborative, zweifelnde und inklusive Akteur*innen mit gesellschaftlicher Verantwortung

Auch das Berufsfeld von Gestalter*innen befindet sich im ständigen Wandel. Immer wieder stellen sich Fragen nach dem Ende vertrauter Modelle und dem Aufkommen neuer Wege. Prozesse verändern unsere Praxis und fordern uns heraus, die eigene Rolle kontinuierlich zu hinterfragen und neu zu definieren.

Dieses Buch hat keine Antworten, sondern versammelt vielseitige Perspektiven und Haltungen. Ausgangspunkt hierfür war ein interaktiver Workshop, aus dem ein Fragenkatalog hervorging. Dieser bildete das Fundament für zehn Gespräche mit Akteur*innen der Designbranche. Zentrale Fragen standen im Fokus: Was bedeutet zukunftsfähiges Gestalten? Welches Potenzial birgt kollektives Arbeiten und wie kann Gestaltung Zugänge ermöglichen oder verwehren? Das Ziel ist es nicht, fertige Antworten zu diktieren, sondern durch diese Diskurse individuelle Zugänge zu den neuen Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Anforderungen der Gestaltung zu eröffnen und Räume für Haltung zu schaffen.