nach Bauchgefühl

„nach Bauchgefühl“ ist ein Magazin über Ungewissheit, Orientierungslosigkeit und Veränderungen in den Zwanzigern. Eine Lebensphase, die oft hohe Erwartungen mit sich bringt, da sie einem als die beste Zeit seines Lebens verkauft wird. Besonders durch soziale Medien entsteht daher Druck, den eigenen Weg ständig mit dem anderer zu vergleichen.

Dem setzt das Magazin ehrliche Perspektiven entgegen. Dafür wurden Texte verschiedener Autor*Innen gesammelt, die ehrlich von persönlichen Erfahrungen erzählen. Ergänzt werden sie durch Fotografien, die mit nahen, fragmentarischen Bildausschnitten alltägliche Situationen festhalten.

Nudeln dienen als wiederkehrendes Motiv des Projekts. Der Kochprozess wird zur Metapher für das Erwachsenwerden: Manches kocht über, manches braucht länger als gedacht, doch am Ende entsteht immer etwas Gutes daraus.

Als analoges Medium schafft nach Bauchgefühl Raum für Nähe, Ehrlichkeit und den Austausch über Erfahrungen, die oft unausgesprochen bleiben.

Growing Pains Magazin – Illustrierte Interviews über den bittersüßen Prozess des Erwachsenwerdens.

Der Prozess des Erwachsenwerdens ist ein Thema, dass uns alle betrifft, trotzdem erfährt man kaum eine offene Kommunikation über das Erleben und Bestreiten der Zeit hin zum „Erwachsensein“. Dabei könnte genau das, der Schlüssel sein, um es jungen Erwachsenen zu ermöglichen, neu aufkommende Wachstumsschmerzen (Englisch „Growing Pains“) zu lindern, einzuordnen, oder gar zu verhindern und sich in seiner erstmaligen Überforderung nicht allein zu fühlen.

Make(ing) it make sense: In meinem Bestreben, mithilfe von Gestaltung, diese kommunikative Lücke zu überbrücken, habe ich diese facettenreiche Thematik zuerst, im Rahmen intimer Interviews, aufgeschlüsselt. Besonderer Fokus lag dabei darauf, Erkenntnisse und Erfahrungen bezüglich des individuellen Erlebens, Erwachsen Werdender und Gewordener, verschiedener Generationen, Lebensumstände und Mentalitäten, aufzudecken. Diese Erfahrungswerte habe ich anschließend in Form eines illustrierten Magazins, gebündelt, aufbereitet, zugänglich gemacht.

Synergy – Strength Training Shaft

Für den Einsatz im Kraftsport wurde ein konfigurierbarer, transradialer Prothesenschaft entwickelt. Die Konstruktion basiert auf 3D-Scans und das Design ist so ausgelegt, dass die Generierung per Grasshopper-Skript und die additive Fertigung vollautomatisiert ablaufen können.

Der Schaft bietet drei je nach Bedarf vom Nutzer frei wähl- oder abwählbare Konfigurationsoptionen:1. Für die Belüftung sorgen per Topologieoptimierung ermittelte Fensterungen im Außen- und Perforationen im Innenschaft, die Wärmestau verhindern. Integrierte Leichtbaumuster dienen dabei dem Schutz und einer optimalen Kraft-Lastverteilung auf den Stumpf.

2. Für den Volumenausgleich werden auf die Anatomie des Unterarms angepasste Einschnitte integriert, die sich Muskelbewegungen flexibel anpassen. Der Anpressdruck kann zusätzlich über einen Drehverschluss manuell dosiert werden.

3. Die Ellbogenumgreifung sichert maximalen Halt bei kurzen Stümpfen, während ihr Verzicht bei langen Stümpfen die Armrotation erhält.

Ha An Su Um

„Ha An Su Um“ ist ein 3D-gedrucktes Kissen mit variabler Höhe. „Ha An Su Um“ kommt vom koreanischen Wort „한숨 (Hansum)“, das einen Seufzer nach einem langen Tag beschreibt. Das Projekt zielt darauf ab, Beschwerden durch schlechte Körperhaltung zu reduzieren und den Schlaf als Erholungszeit für den Körper zu nutzen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kissen mit fester Höhe bietet Ha An Su Um unterschiedliche Höhen in einem einzigen Objekt. Durch einfaches Drehen kann der Nutzer die passende Position für seinen Kopf finden. Die Torus-Form verbindet diese Bereiche zu einer klaren und stabilen Struktur.

Das Objekt wird mittels 3D-Druck und einer von Fluorit inspirierten Gitterstruktur hergestellt. Dadurch wird Material eingespart, während Stabilität und gute Belüftung erhalten bleiben.

TPU als Material sorgt für Flexibilität, Langlebigkeit und einfache Reinigung. Ha An Su Um verbindet so technisches Design mit funktionaler Unterstützung.

From awareness to application – conscious design in print & product

Das Projekt vereint ein Magazin- und ein Möbelprojekt, die sich gegenseitig ergänzen und den Gestaltungsprozess aus zwei Perspektiven erfahrbar machen – Kommunikations- und Objektdesign. Im Zentrum steht die Frage, wie bewusste Entscheidungen in Gestaltung entstehen und vermittelt werden können.

Das Magazin macht gestalterische Hintergründe sichtbar und erweitert diese durch geführte Interviews sowie eigens verfasste Texte, die unterschiedliche Perspektiven auf verantwortungsbewusstes Gestalten zusammenführen. Fotografie, Typografie und Sprache schaffen dabei eine reflektierende Erzählebene.

Ergänzend dazu entstand mit HORST ein vielseitiges Kleinmöbel aus Massivholz, das als Hocker, Regal und Stapelobjekt genutzt werden kann. Offene und geschlossene Seiten variieren Sichtbarkeit und Zugang zum Stauraum, während mehrere Elemente flexibel kombiniert werden können. Gemeinsam zeigen Print und Produkt Gestaltung als Prozess des Reflektierens und Anwendens.

FREIDREHER

FREIDREHER ist ein Regalsystem, das nicht mit einem festen Plan beginnt, sondern mit einem Moment des Erkundens. Starke magnetische Halterungen finden auf einer Stahloberfläche fast intuitiv ihren Platz, haften sicher und lassen sich zugleich leicht neu positionieren.

Schicht für Schicht entsteht eine Struktur, die nicht vorgegeben ist, sondern sich im Gebrauch entwickelt. Jedes Element kann bewegt, gedreht und neu kombiniert werden – in Reaktion auf die Objekte, die es trägt. Das Regal wird weniger montiert als komponiert. Ordnung entsteht nicht auf einen Schlag; sie entwickelt sich allmählich in einem fortlaufenden Dialog zwischen Hand, Material und Inhalt.

Die aus transluzentem Acryl gefertigten Halterungen verleihen der Struktur eine leichte Erscheinung und geben zugleich das Dahinterliegende sanft preis oder verbergen es. Durch Drehen und Neukonfigurieren kann FREIDREHER Objekte hervorheben, organisieren oder verbergen. Auf diese Weise wird das Bauen selbst Teil des Ordnens: offen, anpassungsfähig und persönlich, reagierend auf Veränderung, ohne eine dauerhafte Struktur aufzuzwingen.

Ich kann dir nicht sagen wie sehr mein Herz brennt – Accessoires gegen die Auslöschung von trans* Identität im deutschen Faschismus

Unter dem Titel “Ich kann dir nicht sagen wie sehr mein Herz brennt” entstand ein dokumentarisches Theaterstück über den trans* Mann Gerd Katter (1910-1995), das sich mit seiner Transition am Institut für Sexualwissenschaft unter Magnus Hirschfeld 1926-29 beschäftigt.

Die Kollektion stattet das Theaterstück aus – Accessoires und Requisiten. Entstanden sind: Schuhe, Mütze, Krawatte, Koffer, Gürtel, Kissenbezug, Transvestitenschein, Skript, Bühnenhintergrund und Eintrittskarten.

Die Suche nach Gerd Katter führte ins Archiv der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, wo in einem Nachlass gesammelte Dokumente, Fotografien und Briefe hinterlegt sind.

Diese Sammlung stellt die Grundlage für die Drucke auf der Kollektion dar. Die 7 Materialien der Kollektion sind mit dem alternativen fotografischen Verfahren Van Dyke Braun bedruckt.

Die Vergangenheit verweist auf die Zukunft: “Ich schaue auf das was war, Auf das was jetzt wieder passiert, Und ich kann dir nicht sagen wie sehr mein Herz brennt”

In(ter)section

„In(ter)section — Visuelle Auseinandersetzung mit Insekten zur Anregung neuer Perspektiven“

Insekten sind in der westlichen Gesellschaft primär als „Ungezieler” verankert. Darüber hinaus engagieren sich Menschen primär für den Erhalt von Arten die sie als ansprechend empfinden. „In(ter)section” zielt darauf ab, die persönliche Haltung gegenüber Insekten zu reflektieren und auf die Relevanz und Artenvielfalt aufmerksam zu machen.

Durch den Einsatz spezifisch entwickelter, insektenbasierter “Wearables” wird den Besucher*innen die Gelegenheit geboten, sich in distanzierter und eindrücklicher Weise mit Insekten auseinander zu setzen und neue Perspektiven auf diese zu entwickeln.

Connecting Cubbyholes – Höhlenbauen als queere Raumpraxis

Kindheit als Narrativ wird weitestgehend aus der Perspektive Erwachsener erzählt, geprägt von Nostalgie, Idealisierung und normativen Vorstellungen des Aufwachsens. Die Arbeit verhandelt die Spannung zwischen diesem Sehnsuchtsort und der kritischen Auseinandersetzung damit, wie heteronormative Perspektiven den Blick auf Kindheit im Rückblick formen.

Die Arbeit nähert sich Kindheit als queerer Raum, in dem Aufwachsen nicht linear, sondern als seitwärts wachsend verstanden wird – ein prozesshaftes, offenes Werden jenseits normativer Zeitlogiken.

Der Begriff Cubbyhole verweist auf selbstgebaute Rückzugsorte der Kindheit. Höhlen, die zu queeren Gegenräumen werden, in denen Objekte bewusst gegen ihre vorgesehenen, normativen Verwendungsweisen benutzt werden. Höhlenbauen wird so zu einer Praxis, die normative Ordnungen nicht angreift, sondern durch ihren Gebrauch verschiebt. Wandelbare Elemente lassen Kontexte im Prozess des Bauens auftauchen und brechen mit dem statischen Ausstellungsraum.

Aus dem Vollen schöpfen* *oder: why collecting is also a motion of scooping is also making paper by hand

In „Aus dem Vollen schöpfen* *oder: why collecting is also a motion of scooping is also making paper by hand“ erforsche ich den Prozess der Papierherstellung mit den Händen. Ich habe die Spuren, die das Handeln in meinem Denken hinterlassen hat, dokumentiert. In den einzelnen Schritten der Fertigung ist eine Analogie zwischen der physischen Methode und meinem Arbeitsverständnis als Gestalterin und Autorin entstanden.

Die Publikation ist – als Ganzes – eine essayistische Arbeit über Arbeit, Prozessketten, analoges Handwerk und meine Hände. Über Quellen, und sich aus ihnen zu nehmen, was noch gebraucht werden kann. Und es ist eine Arbeit über das Schreiben, das Worte finden uns Bild werden.

Auf den Seiten verbinden sich meine eigenen Beobachtungen mit Zitaten aus den Arbeitsprozessen anderer Autor*innen und geborgte Worte aus meiner fortlaufenden Sammlung. Sie greifen im Lesen ineinander wie die Fasern der von mir neu geschöpften Bögen, aus denen die besiebdruckte Coverklammer ist.