Leitfaden Reisendeninformation

Reisendeninformation hält das Verkehrssystem zusammen, doch dort, wo Menschen umsteigen, scheitert sie oft. Wer heute europäische Bahnhöfe durchquert, trifft auf einen Flickenteppich aus Farben, Schriften, Symbolen und Systemen. Diese Vielfalt verdeckt ein zentrales Problem, die fehlende Kohärenz in der Informationsvermittlung.

Der Leitfaden Reisendeninformation versteht sich als gestalterisches Werkzeug, das Ordnung in die visuelle Kommunikation öffentlicher Verkehrssysteme bringt. Nicht als Einheitslösung, sondern als systematische Herangehensweise für konsistente, verständliche und intermodal anschlussfähige Leitsysteme. Im Zentrum steht das Konzept des Sign Flow, ein medienübergreifender Informationsfluss, der Übergänge zwischen Systemen gestaltet und zugänglich macht.

So entsteht ein Werkzeug für Städte, Verkehrsunternehmen, Planer:innen und Gestalter:innen, ein Plädoyer für einen öffentlichen Raum, in dem Orientierung selbstverständlich ist, kein Privileg.

SEIT 19/02/20 HANAU

Die Website seit-hanau.de ist die Basis des Projekts SEIT 19/02/20 HANAU. Sie dient als lebendiges Archiv für Texte, die seit dem rechtsterroristischen Anschlag am 19. Februar 2020 in Hanau entstanden sind. Ziel ist es die Stimmen von Betroffenen sichtbar zu machen, gesellschaftlichen Austausch zu fördern und die kritische Auseinandersetzung mit Rassismus zu stärken.

Aus den auf der Webseite gesammelten Texten entstehen Plakate, die modular eine kollektive Plakatwand bilden. Jede Stimme wird so Teil eines gemeinsamen Diskurses. Zusätzlich können interaktiv eigene Plakate erstellt und im Stadtraum plakatiert werden.

SEIT 19/02/20 HANAU verbindet digitale Plattform, interaktives Tool und physische Plakate zu einem medienübergreifenden System, in dem Design als Werkzeug demokratischer und gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse dient. Dabei wird aus individuellen Beiträgen ein kollektives Erinnerungswerk, das digitale Inhalte in den öffentlichen Raum überträgt.

Eine Ode an die Periode

Zwischen gesellschaftlichem Tabu und gelebter Realität. Wie kann das Thema Menstruation durch Kommunikationsdesign massentauglich, zugänglich und inklusiv vermittelt werden?

Die Menstruation ist ein zentrales Thema im Leben vieler Menschen und dennoch wird sie in unserer Gesellschaft noch immer tabuisiert, stigmatisiert oder vernachlässigt. Kommunikationsdesign kann dabei eine bedeutende Rolle spielen, um diese Tabus aufzubrechen, Sichtbarkeit zu schaffen und neue, zugängliche Formen der Aufklärung zu ermöglichen. Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie gestalterische Mittel genutzt werden können, um das Thema der Periode auf moderne, inklusive und ansprechende Weise zu vermittelt werden.

Im Zentrum steht die Frage, wie Kommunikationsdesign dazu beitragen kann, eine visuelle Sprache zu entwickeln, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch gesellschaftlich wirksam ist, mit dem Ziel, die Periode aus der Tabuzone zu holen und eine o

Data-driven creativity – Data in dynamic visual identities

In einem zunehmend komplexen und digital vernetzten Umfeld müssen visuelle Identitäten anpassungsfähig sein, um in eine Vielzahl von Formaten, Touchpoints und Umgebungen zu passen. Dynamische visuelle Identitäten haben sich als vielversprechende Weiterentwicklung konventioneller statischer Lösungen herauskristallisiert, die es Marken ermöglichen, auf sich verändernde Kontexte zu reagieren. Datenbasierte dynamische visuelle Identitäten, die Daten als Quelle für visuelle Transformationen integrieren, stellen ein wachsendes Interessenfeld dar.

Diese Abschlussarbeit bietet Gestaltern einen praktischen Leitfaden, der auf einem Modell zur Integration von Daten in das Design dynamischer visueller Identitäten basiert. Anhand von Fallstudien und bestehenden Frameworks beleuchtet sie das kreative Potenzial eines flexiblen, datengestützten Ansatzes.

Das Modell ist in einem Design-Workflow verankert und betont, dass datenbasierte visuelle Identitäten eher aus narrativen und kommunikativen Zielen als aus rein technologischen Möglichkeiten abgeleitet werden sollten.

Sprich Wort! Das ist ein Befehl!

Sprich Wort! Das ist ein Befehl! Sprichwort. Sprich Wort! Das ist ein Befehl! Das Wort soll sprechen. Etwas bilden aus sich selbst. Ein Befehl und man weiß, wie der Hase läuft.

Inspiriert an der französischen Gruppe Oulipo, der Werkstatt für potentielle Literatur, entstehen aus Formzwängen neue Bedeutungsräume und gestalterische Ausdrucksformen in Form von Ougrapo, der Werkstatt für potentielles Design. Zehn deutsche Sprichwörter werden sprachlich und typografisch durch zweiundzwanzig Formzwänge transformiert. Daraus entsteht dieses Buch, welches eine offene Einladung an die Rezipierenden zum aktiven Spiel ist. Dieses Buch ist für alle; sprach-, typografie- und humoraffinen Menschen.

Aus den Augen aus der Früherkennung

Im Alltag vergessen wir häufig, auf unsere Gesundheit zu achten und wichtige Arzttermine zu vereinbaren. Gerade bei Erkrankungen, die sich im Frühstadium als gut behandelbar erweisen, kann eine Früherkennungsuntersuchung von entscheidender Bedeutung sein. In Deutschland erhalten jedes Jahr ungefähr 500.000 Menschen die Diagnose Krebs. Dabei gibt es umfassende Angebote zur Früherkennung von Krebs.

Die Kampagne schafft Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit und erinnert uns daran, Verantwortung für unsere Gesundheit zu übernehmen. Plakate mit vertrauten Sprichwörtern, in die Begriffe wie „Tumor“ oder „Krebs“ irritierend eingefügt sind, sowie eine Typografie, deren scheinbare Normalität gezielt gestört wird, schaffen Bewusstsein. Eine begleitende Website informiert über die jeweiligen Früherkennungsuntersuchungen.

Affentanz und Firlefanz

Aufgabe: ADHS ist unsichtbar. Millionen Menschen kämpfen mit einer Störung, die niemand sehen kann. Das führt zu Unverständnis, Vorurteilen und der Forderung, sich doch jetzt einfach mal „zusammenzureißen”. Kaum jemand weiß, was genau ADHS ist – oft nichtmal die Betroffenen.

Idee: Ein Affe als Übersetzung für ADHS. Was im Gehirn unsichtbar tobt, wird durch den eigenwilligen Begleiter sichtbar gemacht: manchmal ganz lustig, manchmal unpassend, aber immer dabei, schafft der Affe einen leichten Zugang zu komplexen neurologischen Vorgängen.

Lösung: Ein illustriertes Sachbuch: mal sachlich zugänglich, mal wimmelnd fast überfrachtet – genau wie ADHS. Der Affe fungiert dabei als narrativer Anker und als durchgängiges Gestaltungselement.

Im Spannungsfeld zwischen Ernsthaftigkeit und Humor werden viele wissenschaftliche Fakten erklärt und erlebbar macht – für Betroffene wie für die Breite der Gesellschaft.

Imagine the most yellowish green

Die Diplomarbeit “Imagine the most yellowish green” widmet sich dem Phänomen der Farbe, als Spannungsfeld zwischen gestalterischem Mittel und sinnlich-sensorischem Phänomen.

Ausgehend von Modellen, die Farbe versuchen zu systematisieren und der gleichzeitigen Beobachtung, dass die Wahrnehmung von Farben immer auch in Abhängigkeit verschiedenster Faktoren erfolgt, stellt sich die Frage, welche Auswirkungen das auf die Art und Weise hat, wie Gestalter*innen sie als Mittel verstehen und einsetzen.

Über die Konzeption installativer Arbeiten sowie die Auseinandersetzung mit druckspezifischen Farbeigenschaften soll diese Spannung erfahrbar gemacht werden. Die experimentellen Arbeiten stellen dabei die Fragilität von Farbeindrücken in den Vordergrund und zeigen, wie sich die Logik digitaler Entwurfsprozesse von den Bedingungen physischer Materialien unterscheidet.

Luzider Traum

Das Buch „Luzider Traum“ ist eine Textsammlung aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen zum Thema Luzides Träumen und soll inhaltlich sowie gestalterisch ein umfassendes Bild des Phänomens vermitteln. Luzides Träumen bedeutet, dass während des Schlaftraums das Wachbewusstsein bestehen bleibt und somit ein Zusammenspiel aus träumerischen Widerfahren und wachbewusster Aufmerksamkeit die Wahrnehmung des Traumgeschehens prägt. Diese Metaebene wird durch die Interaktion in der Augmented Reality ermöglicht, welche durch ein Betrachten der Buchseiten mit der App „Artivive“ einen digitalen Raum zu dem Buch entstehen lässt. Die darin spielenden Animationen beschäftigen sich (teils metaphorisch) mit den ästhetischen Phänomenen des Traums.

Neben der kuratierten Textsammlung beinhaltet das Buch eigene Traumnotate, sowie eigene, abstrakte, intuitiv entstandene Kunstwerke, welche die Individualität und das Unbewusste des Traums verdeutlichen.

tbd – to be decided

Im Designprozess müssen zahlreiche Entscheidungen getroffen werden – oft unter Zeitdruck. Es gilt, Ideen zu bewerten, Optionen zu verwerfen und so die beste Lösung zu finden. Genau das macht Designer:innen anfällig für Choice Overload. Je mehr Möglichkeiten es gibt, desto höher ist der kognitive Aufwand, eine Entscheidung zu treffen – bis man schließlich erschöpft ist und sich gar nicht mehr entscheiden kann.

Das Toolkit »tbd« bietet mit 15 interdisziplinären Entscheidungsmethoden aus unterschiedlichen Bereichen wie Betriebswirtschaft, Philosophie und Psychologie einen Rettungsanker. Das humoristisch gestaltete Kartenset erleichtert Designer:innen dabei den Zugang zu diesem oft belastenden Thema. Ein ergänzendes Workbook schafft Raum für eine vertiefte Auseinandersetzung und Reflexion des eigenen Entscheidungsverhaltens. So verbindet »tbd« wissenschaftliche Methodik mit gestalterischer Leichtigkeit und hilft Designer:innen, in komplexen Situationen handlungsfähig zu bleiben.