OIKOPHORIA

OIKOPHORIA ist eine experimentelle Forschungsarbeit zur Bedeutung des Zuhauses in einer zunehmend mobilen Gesellschaft. Im Zentrum steht der Kontrast zwischen stationären und transienten Lebensweisen sowie die Frage, wie Heimat, Schutz und Zugehörigkeit entstehen, wenn der feste Wohnort an Bedeutung verliert.

Ausgehend von Möbeln und skulpturalen Objekten untersucht die Arbeit die Beziehung zwischen Körper, Raum und Identität. Durch Dekonstruktion und Rekonstruktion, mittels experimenteller Schnittentwicklung, traditioneller Handwerkstechniken und KI-gestützter Bildgenerierung, werden Fragmente des Zuhauses auf den Körper übertragen.

Die entstandenen Arbeiten machen die Spannungsfelder zwischen Beständigkeit und Mobilität, Tradition und Technologie sowie physischem und emotionalem Zuhause sichtbar. Gestaltung wird dabei zum Werkzeug, um die Vielschichtigkeit moderner Lebensentwürfe zu reflektieren und erfahrbar zu machen.

VENTO Plus – Atmen ohne Kompromiss

Schweißer sind bei der Arbeit gesundheitlichen Risiken durch giftige Schweißdämpfe und schlechte Luftqualität ausgesetzt. Bestehende Schutzsysteme schränken oft die Bewegungsfreiheit ein und sind unbequem. Aus diesem Grund wurde die Schutzausrüstung VENTO Plus entwickelt, die effektiven Atemschutz mit Komfort, Bewegungsfreiheit und hoher Arbeitsqualität verbindet.

Eine Filtereinheit reinigt die Umgebungsluft von Partikeln und Gasen. Über Schläuche gelangt die gefilterte Luft zu Düsen, die Frischluft in den Helm leiten und Schweißrauch wegführen. Der Helm besitzt ein hochklappbares Visier für den schnellen Wechsel zwischen Schweiß- und Schleifarbeiten. Eine Weste trägt die technischen Komponenten und sorgt für ausgewogene Gewichtsteilung und Tragekomfort.

VENTO Plus verbindet so wirksamen Atemschutz mit einfacher Handhabung und hohem Komfort – als intuitive Unterstützung statt zusätzliche Last im Arbeitsalltag.

rowo – durch beseelte Objekte zur Ruhe finden

Die Zielsetzung des Projekts war es, ein beseeltes Sitzobjekt mit integriertem Ruheort für das Smartphone zu entwickeln, das Entspannung und bewusste Nutzung fördert.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ein Möbelstück gestaltet sein muss, um nicht nur ergonomisch und funktional zu sein, sondern auch eine persönliche Beziehung zum Nutzer aufzubauen und dabei zu helfen, den eigenen Social-Media-Konsum bewusster zu steuern.

PROST! = ŞEREFE! – Ein Design zur Verschmelzung türkischer und deutscher Trinkkultur

„PROST! = ŞEREFE*!“ eröffnet die Möglichkeit, Menschen aus der türkischen und der deutschen Kultur zusammenzubringen sowie gegenseitiges Verständnis und Respekt zu fördern. Durch spielerische Elemente und gemeinsames Teilen entsteht ein Raum, in dem Begegnung und Miteinander selbstverständlich werden.

Dafür wurden typische Trinklokale beider Kulturen untersucht. Dabei zeigte sich, dass insbesondere Tabletts und traditionelle Spiele spannende Ansätze bieten, um Begegnungen zu ermöglichen. Auffällig war, dass Kinder leichter Kontakte knüpfen als Erwachsene. Um auch Erwachsene einzubeziehen, eignen sich Spiele, da sie ohne Sprache funktionieren und einen Anlass zum Austausch schaffen. Ein Tablett ergänzt dies, da es das Zusammenkommen symbolisiert und das gemeinsame Teilen ermöglicht. So entstand das Konzept der Tabletts und ihres Zubehörs, das zugleich als Spielesammlung dient.

*(Şerefe = Prost auf Türkisch)

FREIDREHER

FREIDREHER ist ein Regalsystem, das nicht mit einem festen Plan beginnt, sondern mit einem Moment des Erkundens. Starke magnetische Halterungen finden auf einer Stahloberfläche fast intuitiv ihren Platz, haften sicher und lassen sich zugleich leicht neu positionieren.

Schicht für Schicht entsteht eine Struktur, die nicht vorgegeben ist, sondern sich im Gebrauch entwickelt. Jedes Element kann bewegt, gedreht und neu kombiniert werden – in Reaktion auf die Objekte, die es trägt. Das Regal wird weniger montiert als komponiert. Ordnung entsteht nicht auf einen Schlag; sie entwickelt sich allmählich in einem fortlaufenden Dialog zwischen Hand, Material und Inhalt.

Die aus transluzentem Acryl gefertigten Halterungen verleihen der Struktur eine leichte Erscheinung und geben zugleich das Dahinterliegende sanft preis oder verbergen es. Durch Drehen und Neukonfigurieren kann FREIDREHER Objekte hervorheben, organisieren oder verbergen. Auf diese Weise wird das Bauen selbst Teil des Ordnens: offen, anpassungsfähig und persönlich, reagierend auf Veränderung, ohne eine dauerhafte Struktur aufzuzwingen.

Manca

Manca ist ein Ofen, inspiriert von einer jahrhundertealten peruanischen Tradition namens „Pachamanca“. Dieses Gericht, das ursprünglich in einem Erdloch mit glühenden Steinen gegart wird, ist weit mehr als eine Zubereitungsmethode. Es ist ein Ritual der Gemeinschaft, ein Fest des Miteinanders und der Verbundenheit mit der Natur.

Mit Manca wird diese Tradition in einen neuen Kontext übersetzt. Der Ofen bietet eine klare und sichere Struktur für den komplexen Garprozess und macht ihn in urbanen Räumen erlebbar, ohne den kulturellen Ursprung aus den Augen zu verlieren. Er schafft einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen, gemeinsam kochen und den Wert des kollektiven Handelns spüren können.

Manca ist ein Versuch eine Brücke zu schlagen, welche es ermöglicht eine alte Tradition im Wandel der Zeit, in einer modernen Urbanen Umgebung am leben zu halten.

HUMAN BEHAVIOUR

Mode wird häufig auf einen dekorativen oder konsumorientierten Sinn reduziert. Diese Sichtweise greift zu kurz, denn Mode ist für mich eine eigenständige Kunstform und zugleich ein transkulturelles Medium sozialer Kommunikation. Durch den Einsatz eines visuellen Vokabulars schafft sie Bedeutung, macht Identität sichtbar und eröffnet Räume für gesellschaftliche Reflexion.

Im Zentrum meiner Arbeit steht die Auseinandersetzung mit Gewalt und ihrer dehumanisierenden Wirkung auf den Menschen. Untersucht werden visuelle, psychische und physische Formen von Gewalt sowie deren Übersetzung in gestalterische Ausdrucksformen.

Materialität, Konstruktion und Silhouette dienen dabei als Träger von Bedeutung: Harte Strukturen, Schichtungen und Einschränkungen verweisen auf Macht, Kontrolle, Verletzlichkeit. Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Ästhetik, Ethik und sozialer Nachhaltigkeit. Mode wird dabei zum Medium der Reflexion und des Widerstands.

Knoten. Eine Auseinandersetzung in Theorie, Experiment und Gestaltung.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Knoten als kulturhistorisches, technisches und gestalterisches Phänomen. Die multidisziplinäre Methodik der Arbeit macht es möglich, den Knoten nicht nur als technisches Hilfsmittel zu betrachten, sondern als universelles Strukturmodell, das funktionale, symbolische und soziale Dimensionen in sich vereint. Durch die Verbindung von Theorie, Experiment und Gestaltung gelingt ein transdisziplinärer Zugang, der den Knoten auf verschiedenen Ebenen als Prinzip erfahrbar macht.

Es entsteht eine Schmuckkollektion im Baukastensystem in 925er Silber, wobei alle Einzelteile miteinander kompatibel sind, und Wandhaken, nach dem Lasersinter-Verfahren 3D-gedruckt in Aluminium, mit austauschbaren Einhängern, jeweils inspiriert vom funktionalen und formalen Grundsatz des Kreuzknotens.

To Carry with You

Wie kann ich das stärkende Gefühl eines Ortes in einen tragbaren Gegenstand übertragen?

Wann immer ich an einen neuen Ort komme, suche ich mir als erstes einen Platz in der Natur. Solch einen Ort zu haben, an den ich gehen kann wann immer ich will, erzeugt ein Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit. Somit werden diese Orte zu stetigen Begleitern, welche mit den jeweiligen Erfahrungen und Emotionen des Momentes aufgeladen sind. Während meiner Bachelorarbeit habe ich mich sowohl mit eigenen, als auch mit Orten anderer Menschen beschäftigt. In der Serie „To Carry with You“ lasse ich mich durch Strukturen der jeweiligen Orte inspirieren, um diese im anschließenden Arbeitsprozess zu abstrahieren.

Der gesamte Arbeitsprozess ist dabei sowohl von Intuition, als auch dem Reagieren auf die inspirierenden Strukturen der jeweiligen Orte geleitet. Die entstandenen Broschen laden dazu ein, sich von ihnen auch an die eigenen stärkenden Orte zu erinnern, und diese bei sich zu tragen.

Der innere Pfad

Im ehemaligen Klausurtrakt des Klosters entsteht ein Retreat, das sich als parasitäre Architektur in die historische Struktur einschreibt und ihr neues Leben verleiht. Eine über dem Bestand geführte Gitterroststruktur erschließt das Gebäude entlang eines inszenierten Pfades und macht seine Geschichte räumlich erfahrbar. Durch eine bewusst gesetzte Fuge bleibt die historische Substanz weitgehend unangetastet, während ein Dialog zwischen Alt und Neu entsteht. Verdichtungen der Struktur bilden dienende Räume, deren monochrom salbeigrünes Interieur den Kontrast von Materialität, Konstruktion und Zeitschichten betont.

Das Erdgeschoss dient mit Bereichen für Austausch, Workshops und gemeinsames Essen als sozialer Mittelpunkt. In den Obergeschossen befinden sich flexibel nutzbare Rückzugsräume für Meditation und Reflexion. Licht, Schatten und reduzierte Materialität fördern die innere Einkehr. Über eine filigrane Gitterrosttreppe wird der Bewegungsraum im Dach erschlossen, wo die Struktur die