Forest Souvenirs

Forest Souvenirs transformiert ausgediente Aluminium-Autofelgen in ein modulares System robuster Verbinder für Alltagsobjekte. Die Elemente bestehen aus 100% recyceltem Aluminium und werden mit gesammelten, ausgewählten und bearbeiteten Holzästen kombiniert. So entstehen Stühle, Lampen, Garderoben oder Kleiderbügel aus gefundenen Materialien.

Anstelle fertiger Produkte bietet Forest Souvenirs eine einfache metallische Schnittstelle, die zur aktiven Teilnahme einlädt. Das leimfreie System ist leicht montierbar, wiederverwend-bar und vollständig recycelbar. Es verlängert Material-kreisläufe und fördert eine langfristige Nutzung.

Zwischen industrieller Logik und naturbasiertem Gestalten entsteht eine hybride Formensprache. Das Projekt knüpft an den Archetyp des selbstgebauten Möbels an, stärkt emotionale Bindung, Materialbewusstsein und die Verbindung zur Umwelt – und macht macht Nutzer*innen zu Co-Designer*innen.

Sanftheit und Stärke

Die Diplomarbeit „Sanftheit und Stärke“ schafft eine Verbindung zwischen den unterschiedlichen Materialien Metall und Textil. Dabei entsteht eine Auseinandersetzung mit den ästhetischen Eigenschaften der gewählten Materialien im Zusammenhang historischer und zeitgenössischer Textilien, Silhouetten und Strukturen.

Glanz, Farbe und Struktur von Metall bilden die Ausgangslage für den gestalterischen Prozess der Diplomarbeit. Die Rüstung, Korsage und Goldstickerei auf historischen Uniformen werden durch die verschiede textile Techniken – Stricken, Weben, Siebdrucken – in den zeitgenössischen Kontext übersetzt und auf neue Art und Weise interpretiert.

EVERYCHAIR

EVERYCHAIR ist ein inklusives Stuhlkonzept für öffentliche Erwachsenenbildungseinrichtungen wie Universitäten oder Berufsschulen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sitzmöbeln orientiert sich EVERYCHAIR nicht strikt an bestehenden Normmaßen, sondern interpretiert diese bewusst neu. Ziel ist es, ergonomischen Sitzkomfort für Menschen unterschiedlichster Körpergrößen zu schaffen und dabei auch Nutzer einzubeziehen, die außerhalb der üblichen 5.–95. Perzentile liegen.

Um den Stuhl einfach bedienbar, kosteneffizient und nachhaltig zu konstruieren, wurde auf unlösbare Verbindungen zwischen verschiedenen Materialien sowie komplexe Mechanismen verzichtet. Verstellbare Sitz- und Rückenlehnenhöhen ermöglichen eine individuelle Anpassung an die Körpermaße des Nutzers. Für Menschen mit kürzeren Beinen gibt es zudem eine ausklappbare Fußstütze. Die wichtigsten Bedienelemente sind orange hervorgehoben, damit sie auf den ersten Blick erkennbar sind.

SALVINIA

SALVINIA ist ein System zur Entfernung von Ölverschmutzungen aus Gewässern. Grundlage ist ein bionisches Textil, das von Dr.-Ing. Leonie Beek nach dem Vorbild der Wasserpflanze Salvinia molesta entwickelt wurde. Das Textil trennt Öl rein physikalisch vom Wasser und benötigt weder chemische Hilfsmittel noch externe Energie.

Im Rahmen des Projekts wurde diese wissenschaftliche Entwicklung erstmals in konkrete Produkte für die Ölbekämpfung übertragen. Entstanden sind drei aufeinander abgestimmte Systeme: eine Ölsperre, ein mobiler Skimmer und ein stationärer Skimmer. Sie ermöglichen die präventive und reaktive Entfernung von Öl in Häfen, Binnen- und Küstengewässern.

Alle Systeme sind wiederverwendbar, reparierbar und auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Das aufgenommene Öl wird gesammelt und kann zurückgewonnen werden. Durch die stromfreie Funktionsweise, den Verzicht auf Verbrauchsmaterialien und die mehrfache Nutzbarkeit werden Ressourcen geschont und Abfälle reduziert.

Moduco – Stecksystem für Euroboxen im Campingkontext

Moduco ist ein steckbares System zur Erweiterung von Eurokisten, das speziell für den Einsatz im Campingkontext entwickelt wurde und dort als funktionaler Ordnungs- und Verbindungspartner dient. Es ist auf die Standardmaße von Eurobehältern abgestimmt und lässt sich mit diversen Kistenformaten kombinieren.

Moduco besteht aus drei Modulen. Kernstück ist der Stecker, der am oberen Rand der Eurokiste aufgesteckt wird und als Schnittstelle für verschiedene Add-On‘s dient. Diese lassen sich über die beiden ergänzenden Module flexibel daran befestigen. Der Innenraum der Kisten kann so strukturiert aufgeteilt, getrennt oder durch eine Ebene ergänzt werden. Ein angebrachter Gurt kann mehrere Kisten miteinander verbinden. Im Fokus des Entwurfs steht die Individualisier- und Wandelbarkeit, um ein System zu schaffen, das Campenden ermöglicht, ihre Ausrüstung für jede Reise entsprechend ihrer wechselnden Bedürfnisse und Routinen neu zu konfigurieren.

VERITUM

„VERITUM“ – aus dem Lateinischen für „fürchten“ oder „verehren“ – thematisiert gesellschaftliche Ungleichheit anhand zweier Gegensätze: den historisch ausgegrenzten Menschen mit Behinderungen und der verehrten Adelselite. Im Zentrum steht die Inklusion als Gegenentwurf zu bestehenden Machtstrukturen. Sie beschreibt das Recht aller Menschen auf gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe.

In der Edelsteinkunde bezeichnet „Inklusion“ den Einschluss von Fremdkörpern. Übertragen auf die Gesellschaft verweist dieser Begriff darauf, wie Menschen mit Behinderungen noch immer wahrgenommen werden. Die Formensprache von Kronjuwelen dient als gestalterische Grundlage des Projekts. Aus Porzellan gegossene Edelsteine in normierten und abweichenden Schliffen wurden gleich behandelt, gefasst und zu Schmuck verarbeitet.

Die unterschiedlichen Facetten symbolisieren die Vielfalt unserer Gesellschaft. Denn weder Normen noch äußere Merkmale bestimmen den Wert eines Menschen – wir alle sind Juwelen

canoptree

Bäume sind unverzichtbare Akteure für die Abkühlung städtischer Hitzeinseln, da sie durch Verdunstungskühlung und Verschattung die Umgebungstemperatur senken. Neupflanzungen sind dabei eine wichtige Maßnahme zur langfristigen Verbesserung des Stadtklimas. Diese Effekte stellen sich jedoch erst nach Jahrzehnten ein, wenn sich eine dichte, ausladende Krone gebildet hat. Solange das Blätterdach junger Bäume noch licht ist, bleibt ihre kurzfristige Wirkung gering – ein Problem, da der Bedarf an wirksamer Hitzeminderung bereits heute groß ist.

canoptree überbrückt diese Phase, indem das junge Blätterdach durch eine textile Fläche am Kronenansatz ergänzt wird. So entsteht spürbare Verschattung dort, wo die natürliche Wirkung allein noch nicht ausreicht. Die Gestaltung stärkt den Baum als zentrales Klimaelement und begleitet seine Entwicklung über Jahre hinweg. Während der Baum wächst und zunehmend selbst zur Abkühlung beiträgt, wird das ergänzende Element schrittweise zurückgebaut.

Provozierte Spuren – Prozesse perfekter Imperfektion

Diese Arbeit untersucht die ästhetische Bedeutung von Imperfektion, Spuren und Schönheit im Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung. Ausgehend von theoretischen Positionen zu Fraktalen, Wabi-Sabi, Spurenlesen und rhetorischer Gestaltung wird Imperfektion nicht als Mangel, sondern als gestalterisches Potenzial verstanden.

Im praktischen Teil werden Spuren fotografisch dokumentiert, analysiert, experimentell untersucht und schließlich in ein Möbelstück übersetzt. Das entstandene „Traces Sideboard“ verbindet industrielle Präzision mit zeitlicher Veränderung durch Patina und zeigt Schönheit als prozesshaften, offenen Zustand.

PAUSE. designing urban spaces for mental recovery

PAUSE. ist eine mikroarchitektonische Outdoorliege, die Orte für mentale Erholung im urbanen Raum schafft. Durch die horizontale Körperposition ermöglicht sie einen Perspektivwechsel, der Distanz zum städtischen Trubel schafft und zur Entschleunigung beiträgt. Gleichzeitig fungiert die Konstruktion als schattenspendendes Element und reagiert auf klimatische Herausforderungen.

In drei Varianten bietet das Objekt unterschiedliche Grade von Höhe, Zugänglichkeit und Wahrnehmung, als „dritter Ort“ für kurze Pausen im Alltag.

Topo

Im Projekt stand die Exploration von Formbau im Mittelpunkt. Ziel war die Entwicklung eines schnell herstellbaren, robusten und vielseitig einsetzbaren Formsystems.

Die Grundidee basiert auf geschichteten Formen aus Stahlblech. Durch den stapelweisen Aufbau der Geometrie entstehen belastbare Werkzeuge, die mit geringem Zeit- und Kostenaufwand gefertigt werden können. Diese Bauweise erlaubt eine präzise Formdefinition ohne die Komplexität klassischer industrieller Werkzeuge.

Topo ist für Stückzahlen ab 20 bis 10.000 Einheiten ausgelegt und schließt damit die Lücke zwischen handwerklicher und industrieller Fertigung. Die Formen sind für unterschiedliche Verfahren wie Casting, Blow Moulding, Injection Moulding, Pressing und Stamping einsetzbar.

Im Vergleich zu industriellen Formen ist Topo deutlich kostengünstiger und ermöglicht eine reproduzierbare, semi-industrielle Fertigung. Dadurch greifen Gestaltung, Konstruktion und Produktion nahtlos ineinander über.