Der innere Pfad

Im ehemaligen Klausurtrakt des Klosters entsteht ein Retreat, das sich als parasitäre Architektur in die historische Struktur einschreibt und ihr neues Leben verleiht. Eine über dem Bestand geführte Gitterroststruktur erschließt das Gebäude entlang eines inszenierten Pfades und macht seine Geschichte räumlich erfahrbar. Durch eine bewusst gesetzte Fuge bleibt die historische Substanz weitgehend unangetastet, während ein Dialog zwischen Alt und Neu entsteht. Verdichtungen der Struktur bilden dienende Räume, deren monochrom salbeigrünes Interieur den Kontrast von Materialität, Konstruktion und Zeitschichten betont.

Das Erdgeschoss dient mit Bereichen für Austausch, Workshops und gemeinsames Essen als sozialer Mittelpunkt. In den Obergeschossen befinden sich flexibel nutzbare Rückzugsräume für Meditation und Reflexion. Licht, Schatten und reduzierte Materialität fördern die innere Einkehr. Über eine filigrane Gitterrosttreppe wird der Bewegungsraum im Dach erschlossen, wo die Struktur die

THINKING THE GAP Quartier Nr. 12 – Das neue, grüne Quartier für Kultur, Gemeinschaft und Austausch

Urbane Baulücken gehören zum Stadtalltag, werden aber selten bewusst wahrgenommen. Sie liegen dort, wo Innenstädte unter Verdichtung, Hitze und dem Verlust frei zugänglichen Aufenthaltsorten leiden. Eine Untersuchung des Trierer Stadtkerns zeigt, die meisten Baulücken sind nicht leer, sondern funktional belegt. Öffentlicher Raum ist vorhanden, bleibt aber unbelebt.

Hier setzt Quartier Nr.12 an. Anstelle eines Lückenschlusses wird die Baulücke als sozialer, ökologischer Möglichkeitsraum gesehen: ein grüner, konsumzwangfreier Ort, an dem Menschen zusammenkommen. Drei Zonen unterteilen in offene, halboffene und geschlossen Bereiche und verbinden so Freiraum, Übergang und Nutzung in einer durchlässigen Sequenz. Ein reversibles, sortenrein trennbares Tragwerk, hält die Struktur wandelbar. Entsiegelung und Begrünung verbessern das Klima. Ein anpassbares Raster reagiert auf örtliche Gegebenheiten und zeigt, wie Restflächen zu Orten einer klimafreundlichen, gemeinwohlorientierten Stadt werden.

Neugestaltung eines Kaffeezubereiters nach Art eines Moka-Kochers im zeitgemäßen Design

Ziel der Arbeit war es, eine Neugestaltung des Moka-Kochers zu entwerfen, die zeitgenössischen Ansprüchen nach Nachhaltigkeit gerecht wird und dabei den Ikonenstatus und die soziokulturelle Verankerung der Moka Express von Bialetti einbezieht. Auch die Analyse des vorhandenen Marktes und die Recherche möglicher Materialien und Technologien bilden einen Schwerpunkt der Arbeit.

Der darauf aufbauende Entwurf bleibt dem simplen Funktionsprinzip der Moka Express trennt und erweitert es um Details. Während der Verschluss die Anwendungsästhetik verbessern soll, vereinfachen eine Lasche an der Dichtung und eine Feder am Trichter die Reinigung. Zusätzlich ermöglicht ein Reduziersystem die Zubereitung unterschiedlicher Kaffeemengen.

Die Wahl der Materialien ermöglicht einen eigenen Produktkreislauf und fällt auf Edelstahl, Silikonkautschuk und ein Reststoffkomposit aus Kaffeesatz und Holzspänen. Somit entsteht ein Kocher, der auf Langlebigkeit, Beständigkeit und Reparierbarkeit ausgelegt ist.

Zwischen Offenheit und Ordnung: Ein Regalsystem zur Strukturierung von Räumen

Wohn- und Arbeitsräume erfüllen heute selten nur eine Funktion. Das Wohnzimmer wird zum Homeoffice, die Einraumwohnung vereint Kochen, Schlafen und Arbeiten. Diese Bachelorarbeit untersucht, wie ein modulares Raumtrenner-Regalsystem gestaltet sein muss, um offene Räume flexibel zu strukturieren, ohne sie zu schließen.

Kern des Entwurfs ist ein modulares System aus Edelstahlrohr-Rahmen in drei unterschiedlichen Höhen. Diese werden zickzackartig angeordnet und lassen sich beliebig kombinieren, erweitern und in der Höhe ergänzen. Textile Abhängungen ergänzen die klare Metallstruktur und bringen Leichtigkeit in den Entwurf, sie lassen sich einfach austauschen und verändern die räumliche Wirkung des Systems grundlegend.

So entsteht ein Möbel, das je nach Konfiguration als Stauraum, Raumtrenner oder Präsentationsfläche fungiert, auch über Eck aufbaubar. Vom Wohnraum über Büro bis hin zu Laden- und Ausstellungskontexten bleibt das System offen für unterschiedlichste räumliche Anforderungen.

corda

Eine Orchesterbühne ist ein besonderer Ort, ein Sinfonieorchester ein beeindruckender Klangkörper. Doch nicht nur glänzende Instrumente und festlich gekleidete Musiker*innen prägen das Bild, sondern auch zahlreiches, weniger ästhetisches und konzeptlos wirkendes Bühnenequipment. Ein groß besetztes Sinfonieorchester mit über 100 Musiker*innen und deren Instrumente, mehr als 40 Pulten und individuelle Gerätschaften, bilden eine stattliche Masse. Müssen zusätzlich Pultleuchten, Mikrofone und Kabel eingerichtet werden, kann zunehmende Unübersichtlichkeit zum Problem werden.

Es stellt sich die Frage nach Funktionalität, Effizienz, Logik und Kontext. Benutzen alle dasselbe Equipment? Was ist, wenn von einem Tablet statt aus Papiernoten gespielt wird? Welche Tücken ergeben sich bei einem Bühnenpodest?

Ziel dieser Arbeit ist die Auseinandersetzung mit jener Thematik und umfasst die Ausarbeitung einer Strategie zur Gestaltung eines entsprechenden Produktes.

SHIFT

SHIFT entstand aus der Beobachtung der Arbeitsräume an der Kunsthochschule. In diesen kreativen Arbeitsräumen finden Arbeit, Gespräche, Recherche und Pausen gleichzeitig statt. Organisationen, Anforderungen und Arbeitszustände existieren nebeneinander und gehen kontinuierlich ineinander über. Die Grenzen zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit werden dadurch zunehmend unscharf. Kreative Prozesse entstehen nicht nur in Phasen hoher Konzentration, sondern ebenso in offenen Situationen.

Das Projekt untersucht, wie Licht auf diese Dynamik reagieren kann und wie unterschiedliche Arbeitsweisen in kreativen, gemeinsam genutzten Arbeitsräumen unterstützt werden können.

Das Ergebnis ist eine offen konzipierte Arbeitsleuchte für geteilte Arbeitsplätze. Sie ermöglicht einen flexiblen Wechsel zwischen direktem und diffusem Licht und passt sich unterschiedlichen Tätigkeiten an. SHIFT versteht Licht als Werkzeug, das Übergänge unterstützt und kreative Arbeit in gemeinsamen Räumen begleitet.

redrawn

Geformte Bleche sind struktureller Bestandteil vieler Produkte. Während durch Recycling das Rohmaterial zurückgewonnen wird, geht die – mit erheblichem Energieaufwand erzeugte – Form verloren. Das unregelmäßige Aufkommen und die komplexen Geometrien der Blechteile erschweren jedoch eine industrielle Weiterverarbeitung oder Umnutzung.

In dieser Arbeit wurde ein System entwickelt, um aus lokal verfügbaren Blechteilen individuelle Produkte zu generieren. Geometrische Merkmale der digital erfassten Bleche werden extrahiert und in einer Inventar-Datenbank gespeichert. Gestaltende können mithilfe eines Design-Interfaces Zielgeometrien modellieren und so die algorithmische Aggregation steuern. Generierte Anleitungen ermöglichen die Zerlegung und Neuzusammensetzung der Blechteile mit einfachen Handwerkzeugen.

Anhand einer Inventar-Datenbank, eines Design-Interfaces und eines Beispielprodukts wird der Ansatz als skalierbar und auf andere Materialien übertragbar demonstriert.

Ula

Die Arbeit entspringt der Auseinandersetzung mit dem Hormon Dopamin und seinen Wechselwirkungen im Design und untersucht, inwiefern das Motivationshormon den kreativen Gestaltungsprozess beeinflussen kann.
Der Fokus liegt dabei auf dem narrativen Entwurfsprozess: Wie können Motivation und Freude die Gestaltung prägen?
Die Objektserie „Ula“ ist das Ergebnis eines intuitiven Gestaltungsprozesses. Charakteristisch für die aus Aluminium gefertigten Kistenobjekte sind ihre Griffe. Sie resultieren aus einer gezielten Verformung der Frontseiten in entgegengesetzte Richtungen und überführen eine Fläche in eine dreidimensionale Form.
Die Kisten lassen sich flexibel stapeln, schaffen Stauraum und Ablageflächen. Ergänzt durch ein Tablett bewegt sich die Serie mühelos zwischen funktionalen Aufbewahrungsobjekten und skulpturalem Akzent im Wohnraum.
Als formgebendes Konzept bietet die Objektserie über den aktuellen Ergebnisstand hinaus Potenzial für weitere gestalterische Erkundungen.

Volatil

„Volatil“ ist eine Schmuckkollektion verschiedener Elemente, gefertigt aus 925/°°° Silber. In den Objekten visualisiere ich den Impuls als Ursprung von Bewegung. Um den Impuls abzubilden, nutze ich die Schwingungslinien eines Doppelpendels. Auf Grundlage des mathematischen Phänomens der Chaostheorie ist in dem Versuch jede Kurve individuell und nicht reproduzierbar, lediglich ausgelöst durch eine geringfügige Veränderung des Initialimpulses. Daher ist es mir möglich, mit den Bewegungskurven den Impuls als ausschlaggebenden Kern einzufangen. Aus diesen Kurvenbewegungen sind die Objekte gefaltet. Jedes Schmuckstück ist dabei aus einem Stück gebogen, einschließlich der Ringschiene und Mechanik. In ihrer Formsprache verbinden sie durch die gespannten Oberflächen, durchbrochen mit den klaren Kanten, eine zarte Leichtigkeit und Dynamik.
Die Arbeit wurde in Kooperation mit der Niessing Manufaktur GmbH & Co KG gefertigt.

smal

Ein Hocker für nachbarschaftliche Begegnungen.
Städtische Räume sind zunehmend von Anonymität geprägt – Smal setzt dem ein Möbelstück entgegen, das zu spontanen Interaktionen unter Nachbar*innen einlädt.
Im Flur hängend, ist der klappbare Hocker stets griffbereit und kann leicht nach draußen getragen werden, um Schwellenräume zu beleben und Momente des Zusammenseins zu schaffen.
Dank seiner leichten Bauweise ist er vielseitig einsetzbar – als Sitzgelegenheit oder kleine Ablagefläche. Er ermutigt dazu, den öffentlichen Raum wieder als sozialen Treffpunkt zu entdecken.