PLAYNING – The Type Edition

Design steht vor Herausfor. KI als Vermeidungs-Tool für mögliche Lernoptionen sowie ein Überangebot an Inspiration und Biting-Vorlagen füren zu Blockaden. Gerade junge Designer:innen müssen ihre Resilienz, Formsprache und den „Machen-Muskel“ stärken. Es mangelt an der Fähigkeit, Reibung und Wettbewerb standzuhalten, kuratorisches Wissen aktiv anzuwenden und eine hohe Vielseitigkeit im eigenen Schaffen zu entwickeln.

Idee
Basierend auf persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Spieltheorie, werden zwei Dinge miteinander verknüpft: 1 Spielerische Aufgabenstellungen im Design mit didaktischem Hintergrund verbunden mit Strategien und Ideen aus der Kulturtechnik des Battles im Bereich des Hip-Hops.

PLAYNING – The Type Edition ist ein modulares, transportables System für den Einsatz im Lehrsaal, Konferenzraum, Studio, Küche oder Atelier als Trainingskit für notwendige Design-Skills.

A delicate matter

Die Arbeit a delicate matter beschäftigt sich mit Unsichtbarmachungen in und um die Zeit nach der Geburt, also mit einer Phase, die gesellschaftlich wenig verhandelt wird und tabuisiert ist, obwohl sie hohe politische Relevanz trägt. Es versteht sich als Gegenposition zu romantisierenden Narrativen rund um Geburt und Elternschaft.

Im Format eines Wochenbettes (140 auf 200 cm) zeigen die typografischen, großformatigen Quilts anonymisierte, leicht paraphrasierte Zitate von betroffenen Personen sowie eine Visualisierung von passenden Studien und Umfragen. Vier Quasi-Etiketten Beschreiben eine auflösende Legende und kontextualisieren die Erfahrungen der Betroffenen strukturell.

Eine Übersetzung der Quilts und Etiketten in Zines dient weiter als eine als mobile, niedrigschwellige Wissens- und Vermittlungsform. Das Projekt bewegt sich an der Schnittstelle von Grafikdesign, Textil, und Recherche mit Schwerpunkt auf Geschlechterforschung.

On the Edge: Revealing the Unseen

Ein Buchstabe kippt – je nach Blickwinkel noch lesbares Zeichen, oder bereits reine Form. „On the Edge: Revealing the Unseen” nutzt die Outline als Werkzeug, um Schrift zu untersuchen: ihre Kontur wird extrudiert, einzelne Segmente zu modularen, 3D-gedruckten Objekten die gestapelt werden – zwischen Funktion und Abstraktion.

Ausgangspunkt ist die These, dass Konturen verborgene Muster offenbaren in Gesellschaft, Natur und Kultur. Eine Outline ist im Kern nichts weiter als der Umriss, der die Gestalt eines Artefakts definiert. Angewendet auf Schrift macht sie sichtbar, wann ein Buchstabe noch als Zeichen funktioniert und wann er in eine abstrakte Form kippt.

Die 3D-Objekte sind Teil einer raumgreifenden Installation/Ausstellung, die diese These über mehrere Dimensionsstufen durchspielt: von 2D-Siebdruckplakat über Textil bis zur räumlichen Anordnung selbst, eine begehbare Versuchsanordnung an der Grenze zwischen Form und Leere, Sichtbarem und Unsichtbarem.

black aesthetics: decentering white aesthetics

Black Aesthetics im Design sichtbar zu machen bedeutet, bestehende Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen und neue Perspektiven zu eröffnen. Der westliche Designkanon ist geprägt von eurozentrischen, modernistischen und minimalistischen Normen, die oft alles ausschließen, was außerhalb dieses Rahmens existiert. Doch Design ist nicht universell – es ist geprägt von Kultur, Geschlecht, Umwelt und ‚Race‘. In meinem Projekt verfolgte ich einen dekolonialen, pluralistischen Ansatz: Ich arbeitete autoethnografisch, mit eigenen Erfahrungen und Positionierungen als Erkenntnisquelle und paarte dies mit einer Archivrecherche zu schwarzen Designer*innen und Künstler*innen als Referenzbibliothek.

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in einer Publikation wissenschaftlich aufgearbeitet. Begleitet wird diese von einer Serie von Aluminium-Hockern namens Y3N, deren collagierte Oberflächen im Laserverfahren individuell bearbeitet wurden und jeweils eine eigene visuelle Sprache tragen.

Aesthetics, Architecture, Participatory Design: Learning with a Participatory Design process in a riverside community in Brazil

Diese Masterarbeit untersucht, wie Partizipatives Design (PD), wenn es durch Ästhetik angegangen wird, über westliche universalistische Frameworks hinausgehen und zu pluriversalen Formen des Designs beitragen kann. Anstatt Ästhetik als eine oberflächliche Schicht zu behandeln, versteht die Forschung sie als eine Art der Untersuchung, die durch symbolische, materielle und relationale Dimensionen wirkt, die die Partizipation vertiefen, extraktive Dynamiken infrage stellen und die Autonomie der Gemeinschaft stärken.

Basierend auf einem sechswöchigen Eintauchen in die Kunsthandwerksgemeinschaft von Ilha do Ferro, Brasilien, die für Holzbearbeitung und Stickerei bekannt ist, nutzte die Studie kollaborative Workshops zu Mapping und kollektivem Modellbau, um zu untersuchen, wie Symbole, Materialien und Beziehungen situiertes Wissen generieren und intrinsische Designpraktiken offenbaren.

Die Ergebnisse legen nahe, dass ästhetische Erfahrung von zentraler Bedeutung für partizipative Prozesse ist, indem sie Beziehungen zwischen Menschen, Materialien und Orten transformiert und offenbart sowie Wege in eine bedeutungsvollere und dekoloniale Zukunft eröffnet.

CONA – Ein temporäres, markenbasiertes Hub-System, das Naturerleben und Komfort im individualisierten Campingtourismus vereint und damit neue sowie bestehende Zielgruppen bedürfnisorientiert anspricht.

Viele Menschen verbinden Camping mit überfüllten Plätzen, mangelnder Privatsphäre und unzuverlässiger Hygiene. Eine eigene Umfrage mit 419 Teilnehmenden zeigt: Urlauber:innen wünschen sich keinen Luxus, sondern Komfort, Rückzugsmöglichkeiten und Planbarkeit. Verbreitete Stereotype über Camper:innen verstärken zusätzlich die Hemmnisse.

Auf Basis dieser Erkenntnisse entstand „CONA”: ein temporäres Hub-System, das Naturerlebnis und Komfort vereint. Die Hubs nutzen bestehende Infrastrukturen und werden durch den mobilen CONA Van als Schlafmöglichkeit sowie die CONA Flow App ergänzt, die Zugang, Buchung und Services digital steuert. Das Konzept wurde als gestalterischer Entwurf umgesetzt, der räumliche Wirkung und Markenidentität visualisiert.

CONA ermöglicht flexible, nachhaltige und verlässliche Aufenthalte in abgelegenen Regionen – bei jedem Wetter – und stärkt die lokale Wertschöpfung. Camping wird neu definiert: zugänglich und naturnah, ohne Komfort und Individualität zu verlieren.

GESCHMACK DENKEN: Eine systemische Analyse zur kognitiven, kulturellen und technologischen Konstruktion von Essen im Wandel

Geschmack denken (Thinking Taste) untersucht Geschmack nicht als bloßen Sinneseindruck, sondern als kulturell, kognitiv und technologisch geformtes System. Ausgehend von einer systemischen Analyse des Ernährungssystems fragt die Arbeit, wie Vorlieben entstehen, manipuliert werden und gesellschaftliche Strukturen stabilisieren oder verändern können.

Mit dem entwickelten Tool „Fraktal Kiosk“ werden persönliche Geschmackserfahrungen als Spiegel größerer ökologischer, ökonomischer und politischer Dynamiken lesbar. Die daraus entstandene interaktive Ausstellung macht Geschmack körperlich erfahrbar als Erinnerung, Prägung, Norm und möglicher Hebel für Transformation.

Zwischen Design Research, spekulativer Zukunft und multisensorischer Intervention eröffnet die Arbeit einen neuen Blick auf das, was wir täglich tun – schmecken.

spekulatives design

Der Klimawandel, globale Ungleichheiten und gesellschaftliche Umbrüche verlangen nach politischen Maßnahmen und nach neuen Formen der Kommunikation. Wie Menschen über zukünftige Herausforderungen denken, hängt stark davon ab, wie diese Zukunft vermittelt wird.

Wissenschaftskommunikation steht heute vor der Herausforderung, Fakten glaubwürdig zu vermitteln und komplexe Systeme sowie langfristige Entwicklungen verständlich zu machen. Klassische Pressemitteilungen oder populärwissenschaftliche Artikel stoßen dabei oft an ihre Grenzen. Es braucht neue Formate, die die Zukunft weniger unvorhersehbar erscheinen lassen.

Im Fokus steht die Frage, wie Designer*innen gemeinsam mit Wissenschaftler*innen neue Vermittlungsformate entwickeln können, um einen aktiven Dialog über mögliche Zukünfte zu fördern. Fishtank ist ein Eventprototyp, der Designer*innen und Wissenschaftler*innen aller Sparten zusammenbringt und Spekulation als Mittel der Verständigung nutzt.

Poroform

Poroform untersucht Schaum als strukturelles Prinzip, dessen Eigenschaften sich bereits während der Entstehung modulieren lassen. Während herkömmliche Polsterungen aus Polyurethan-Schäumen auf schwer recycelbaren Verbundsystemen beruhen, entwickelt das Projekt ein nachhaltiges Monomaterial-System mit variierender Porosität – und damit gezielt einstellbarem Materialverhalten.

Ein robotischer Demonstrator extrudiert vorgeschäumtes Gel und platziert Mikroblasen präzise in der Bauteilgeometrie.

Circular Exo Belt

Exoskelette können körperliche Belastungen in der Arbeitswelt reduzieren. Aufgrund hoher Anforderungen bestehen sie häufig aus unterschiedlichen Materialien und schwer trennbaren Komponenten. Die Arbeit untersucht am Beispiel eines Schulterexoskeletts, wie sich Circular Design mit ergonomischen und funktionalen Anforderungen verbinden lässt.

Grundlage waren eine Lebenszyklusanalyse sowie eine Demontage- und Recyclingbewertung. Dabei zeigte sich Potenzial in den textilen Komponenten hinsichtlich Reparierbarkeit und Reinigung. Darauf aufbauend wurden Konzeptideen entwickelt und prototypisch getestet.

Das finale Konzept ist ein demontagefreundlicher, additiv gefertigter Hüftgurt, welcher Materialien und verschleißanfällige Bauteile schnell zugänglich und austauschbar macht. Die additiv gefertigten Polster vereinfacht die Reinigung, wodurch sich über fünf Jahre bis zu 32 % der Emissionen reduzieren lassen. Zudem entsteht neues Potenzial für mehr Individualisierung und Ergonomie.