Blütezeit – Erinnerungen wachsen lassen

„Blütezeit“ ist ein kooperatives Kommunikationsspiel für ältere Menschen, das Erinnerungen aktiviert und den sozialen Austausch stärkt. Durch Fragen, Erzählimpulse, einfache Bewegungsaufgaben und kleine Rätsel entstehen auf spielerische Weise Gesprächsanlässe, bei denen persönliche Lebensgeschichten geteilt und wertgeschätzt werden. Die zentrale Blütenmetapher symbolisiert das Sichtbarmachen besonderer Lebensmomente. Im Mittelpunkt steht nicht das Gewinnen, sondern das gemeinsame Erleben und Zuhören.

Das barrierearme, seniorengerechte Design mit klarer Gestaltung und gut greifbaren Materialien ermöglicht einen einfachen Zugang – sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch im familiären Umfeld.

„Blütezeit“ unterstützt das geistige Wohlbefinden, stärkt das Selbstvertrauen und schafft verbindende, generationsübergreifende Begegnungen.

keine Kinkerlitzchen

Keine Kinkerlitzchen ist ein partizipatives Designprojekt, das untersucht, wie neue Zugänge zum Handwerk geschaffen werden können. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Kinder und Jugendliche kaum noch Berührungspunkte mit zeitgemäßem Handwerk haben. Gleichzeitig tragen veraltete Vorstellungen dazu bei, dass handwerkliche Berufe häufig nicht als attraktive Perspektive wahrgenommen werden.

Im Rahmen eines unabhängigen Pilotprojekts wurden Workshops außerhalb des schulischen Kontexts entwickelt und durchgeführt. Die Teilnehmenden lernten digitale und analoge Werkzeuge kennen, arbeiteten mit CAD und Rendering, richteten Maschinen ein und entwickelten eigene Entwürfe. Gemeinsam entstanden Möbel und kleinere Objekte, die von der Idee bis zur Umsetzung begleitet wurden.

Der Entwurfsansatz basiert auf partizipativer Gestaltung: Jugendliche werden nicht zu Konsument:innen von Angeboten, sondern zu aktiven Gestalter:innen. Das Projekt versteht Handwerk als kreativen, zeitgemäßen und g

Myzel im Möbelbau

Im Rahmen der Arbeit wurde untersucht, wie Möbel nachhaltiger und kreislauforientierter gestaltet werden können. Ausgangspunkt der Untersuchung waren kurze Produktlebenszyklen, hohe Möbelabfallmengen und schwer trennbare Materialverbunde in der Möbelindustrie. Im Fokus stand die Erforschung eines biobasierten Materials namens Pilzmyzel, dem wurzelartigen Geflecht von Pilzen, das organische Materialien auf natürliche Weise verbindet. Analysiert wurden die Materialeigenschaften sowie Möglichkeiten der Weiterverarbeitung durch Pressverfahren, Strukturierung und Färbung.

Auf Grundlage dieser Untersuchungen entstand ein modulares Regalsystem aus Vollholz und gepressten Myzelpaneelen. Die Paneele verbessern die Raumakustik und prägen zugleich die gestalterische Wirkung des Möbels. Ergänzend entstand ein Lichtsystem, bei dem gepresstes Myzel als Lichtdiffusor eingesetzt wird. Beide Objekte folgen einem kreislauforientierten Ansatz mit Fokus auf Materialtrennung und Wiederverwendbarkeit.

Kreadom: The Pop Up Museum of Consciousness

Das Pop-up Museum Kreadom lädt seine Gäste auf eine Reise zur Spekulation ein: Warum fühlt es sich nach etwas an, du zu sein? Im Kreadom können Gäste die Bewusstseinstheorie Integrierte Informationstheorie (IIT) nach Giulio Tononi mit allen Sinnen entdecken.

In einer begehbaren, interaktiven Installation mit Real Time Visuals können Besucher*innen Bewusstsein nach den Prinzipien der IIT erschaffen, indem sie neuronale Netze gestalten. Bei der korrekten Vernetzung erwacht das Bewusstsein – und mit ihm die Kuppel des Kreadoms – zum Leben.

Das nötige Hintergrundwissen wird vorher über interaktive Videos erlernt, die an der Domfassade mit NFC-Tags verlinkt sind. So können komplexe, wissenschaftliche Inhalte spielerisch in eigenem Tempo erlernt und verschiedene Lerntypen bedient werden.

Emme und Lilo

Dieses Projekt hinterfragt die toxische Beschleunigung der Serienproduktion und den damit einhergehenden Verlust emotionaler Werte. Als direkte Reaktion fusioniert es die industrielle Logik des CNC-Fräsens mit der unnachgiebigen Natur von 18 mm Birkensperrholz. Unter Anwendung der Prinzipien des Kirigami, der Kunst des Schneidens und Faltens einer einzigen Ebene, transformiert die Arbeit zweidimensionale Oberflächen in komplexe, hybride Formen, die sich einer sofortigen Kategorisierung entziehen. Eine erzwungene Entschleunigung in einer von Effizienz besessenen Kultur.

Während digitale Werkzeuge Schnelligkeit versprechen, verlangt das Material radikale Geduld; jeder Akt der Hast brennt sich unwiderruflich in das Holz ein.

Die daraus resultierenden Objekte dienen als stummer Protest gegen geplante Obsoleszenz und den Neu-Reflex: die zeitgenössische Angewohnheit, Dinge zu ersetzen, bevor sie überhaupt abgenutzt sind.

Die endgültige Form des Objekts ist keine fertige Lösung, sondern eine Einladung zu einem physischen und mentalen Perspektivenwechsel. Durch die Untergrabung funktionaler Erwartungen fordert das Werk den Nutzer heraus, zu einem aktiven Teilnehmer zu werden.

Wert.Stücke – Brand Design als Strategie zur Sichtbarmachung und Marktfähigkeit handwerklicher Produktkultur

Die Arbeit untersucht Brand Design als strategisches Instrument zur Generierung von Sichtbarkeit und Marktrelevanz im (Holz-)Handwerk. Ausgangspunkt ist das Paradoxon, dass Betriebe trotz hoher Fertigungsqualität in markenorientierter Konsumkultur an Prägnanz verlieren, was Anschlussfähigkeit und Nachfolgeperspektiven gefährdet.

Methodisch verknüpft die Forschung eine historische Literaturanalyse mit leitfadengestützten Expert:inneninterviews an der Schnittstelle: Handwerk, Design und Marketing. Die qualitative Interviewanalyse wird durch Zukunftsmatrizen und Heatmaps in ein prospektives Wirkungsgefüge überführt.

Aufbauend wird ein praxisnaher Leitfaden entwickelt und im Proof of Concept des fiktiven Betriebs „Wert.Stücke“ als Brand Manual, Produktserie und Webseite operationalisiert. Ergebnisse zeigen, dass Defizite in strategischer Inkohärenz statt handwerklicher Qualität gründen. Authentizität wird effektiv, wenn Materialnähe, Prozessqualität und Haltung narrativ vermittelt werden.

Stadt Land Bank – Eine Intervention im Erzgebirge

Das Workshopkonzept „Stadt Land Bank“ richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene und findet in einem Jugendzentrum statt. Gemeinsam entwerfen und bauen die Teilnehmenden einfache, funktionale Möbel für den öffentlichen Raum, die anschließend im Ort installiert werden. So entstehen sichtbare Impulse im Stadtraum, die Aufmerksamkeit erzeugen, Neugier wecken und zur Begegnung einladen.

Ziel ist es, junge Menschen zu ermutigen, ihr Umfeld aktiv mitzugestalten und Selbstwirksamkeit zu erfahren. Sie erleben, dass ihre Ideen sichtbar werden und konkrete Wirkung entfalten. Gleichzeitig erhöht das Projekt die Sichtbarkeit des Jugendzentrums und spricht neue Zielgruppen an.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten. Die Konstruktionen sind bewusst einfach gehalten und ermöglichen eigenständiges Arbeiten.

Das flexible Format ist im urbanen sowie im ländlichen Raum einsetzbar und leicht auf andere Jugend- und Kulturorte übertragbar.

Gefühlekiste für Grundschulkinder- SINNvoll Fühlen // Make feelings make SENSE

Die Gefühlekiste für Grundschulklassen enthält Tools zur Sinneswahrnehmung und unterstützt Kinder bei der Emotionswahrnehmung und -regulation.

Make it make SENSE. Die Erfahrung der eigenen SINNE führt zu dem SINN, dass die Kinder sich ihrer eigenen Bedürfnisse und Emotionen bewusster werden, um diese in den Ausdruck zu bringen und danach zu handeln. Der methodische Ablauf beginnt am Whiteboard-Deckel: Mit Magneten und Stiften reflektieren die Kinder ihren Zustand, bevor sie ein passendes Tool aus der Kiste wählen.

Leitmotiv ist das Gefühletier „GeTi”: mit langen Armen zum Umarmen, großen Ohren zum Zuhören und einem Mund zum „Sorgenfressen” schafft es einen spielerischen Zugang zu komplexen Gefühlen.

Das Konzept beinhaltet für die Lehrkräfte thematisch passende Übungsblätter und Ideen, wie die Kiste in den Unterricht eingebracht werden kann. So können Lehrkräfte dabei entlastet und bestenfalls angeregt werden, Emotionen im Unterricht SINNvoll zu integrieren.

Kleine Hände, großes Potential. Ein kindgerechter Bereich für das Holzwerken im Wohnumfeld.

Kinder besitzen großes Potenzial, zukunftsrelevante Fähigkeiten und Verhaltensweisen zu entwickeln. Praktisches Arbeiten mit den Händen fördert gezielt Kreativität, Ausdauer oder auch Problemlösungskompetenz. Für das authentische Handwerken mit echtem Werkzeug bleibt Kindern jedoch oft nur wenig Zeit. Die Gestaltung zielt darauf ab, das Holzwerken im Alltag zu normalisieren und so langfristig Reparaturverhalten, Selbstwirksamkeit und Resilienz zu stärken.

Im Fokus des Entwicklungsprozesses stand der fachliche Austausch mit Physiotherapeut*innen sowie wiederholte Tests von Prototypen mit Kita- und Schulkindern.

Aus den ergonomischen und funktionalen Anforderungen entstand ein bodennaher Arbeitsbereich für Schul- und Kreativarbeiten im Wohnbereich. „Die Werkkiste“ stellt das kindgerechte Werkzeug bereit, die höhenverstellbaren Einheiten von Werkbank und Kissen wachsen mit dem Kind mit und die geschlossene Fläche unterhalb der Lochreihe für Zwingen erlaubt den Wechsel zu Schreibarbeiten.

Kaho – Tradition im Wandel

„Tradition im Wandel – Eine gestalterische Perspektive auf die Bestattungskultur“ untersucht, wie nachhaltige und individuelle Bestattungsformen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gestaltung kann dazu beitragen, neue Rituale und ressourcenschonende Artefakte zu entwickeln, die Würde und Erinnerung bewahren. Eine zukunftsfähige Bestattungskultur verbindet ökologische Verantwortung mit traditionellen Werten und den Bedürfnissen von Verstorbenen sowie Hinterbliebenen. Die vorgestellte Urne für die Waldbestattung greift diesen Ansatz auf. Am Rand befinden sich zwölf abtrennbare Zylinder, die während der Zeremonie an Trauergäste verteilt werden können. Als mobile Trauerartefakte schaffen diese persönliche Erinnerungsorte und lassen sich z.b. als Vase oder Kerzenhalter nutzen. So wird Erinnerung in den Alltag integriert. Das Material aus Kalk und Sägemehl unterstützt das Waldökosystem. Es fördert Mykorrhizapilze, verbessert die Nährstoffversorgung der Bäume und stärkt die langfristige Stabilität des Waldes.