Das Koffertheater

Das Koffertheater

Entdecke, erfinde und erschaffe Welten im Koffertheater.

Aus einem Holzkoffer wird mit wenigen Handgriffen eine Miniatur Bühne. Die Bühne kann für Aufführungen, freies Spiel alleine oder gemeinsam bespielt werden. Die Figuren und Kulissen, welche sich im Koffer befinden sind aus Papier und in Anlehnung an historisches Papiertheater mit Offset Lithografie gedruckt. Durch die Herstellung mit analogen Druckverfahren schaffen sie eine Verbindung zwischen alt und neu, und geben dem Spielmaterial eine Wertigkeit.

Die Unterwasserwelt „Nautronika“ ist im Koffer als Grundset vorhanden. Es sind Figuren, Kulissen und Requisiten, die spielende dazu auffordern und inspirieren sollen sich ihre eigene Geschichte zu der Welt auszudenken. Sie zeigen, was alles möglich ist und geben somit auch eine gute Grundlage um die Welt der eigenen Geschichte anzupassen und neu zu erfinden. Werde selbst kreativ, schreibe ein Stück und erfinde Welten im Koffertheater.

created by contrast

In meiner Bachelorarbeit habe ich mich intensiv mit der Wirkung und dem gestalterischen Potenzial von Kontrasten im Produktdesign auseinandergesetzt.

Neben der theoretischen Auseinandersetzung habe ich mich zusätzlich mit traditionellen und digitalen Fertigungstechniken beschäftigt, darunter die Bugholztechnik, Shou-Sugi-Ban und CAD.

Die gewonnenen Erkenntnisse habe ich in die Umsetzung von vier exemplarischen Produkten einfließen lassen.

Der Hocker aus Holz zeigt einen Farbkontrast, ohne das Hinzufügen von Farbe. Der Hocker aus Beton zeigt, wie Formschluss eine nachhaltige Verbindungstechnik darstellt. Die Tischleuchte und die Bogenleuchte werden ebenfalls ausschließlich über den Formschluss zusammengehalten und beinhalten dampfgebogene Elemente.

Diese Produkte zeigen, wie Kontrast nicht nur ästhetische Spannung erzeugt, sondern auch die Lesbarkeit und die spätere Materialtrennung eines Produkts verbessern kann.

Raumgreifer – Potenziale Der Temporären Nutzung Vom Oberen Drittel Des Wohnraums

Der Schwerpunkt des Projekts lag darauf, die höheren Regionen von Wohnräumen zu aktivieren, um sie als Stauraum nutzbar zu machen. Das Besondere daran ist, dass die Konstruktionen temporär und vollständig reversibel sind, d. h. es werden keine Nägel oder Schrauben in die Wand gebohrt. Mit diesen Parametern greift diese Arbeit aktuelle Themen wie das Wohnen auf kleinerem Raum und häufigeres Umziehen auf.

Die Konstruktionen lassen sich in weniger als 5 Minuten zusammenbauen und bieten mehr nutzbaren Raum auch bei zwei Metern Höhe.

Beide Varianten sind aus Lisocore Platten gebaut, einem modernen Holzmaterial, das nur etwa ein Drittel des Gewichts vergleichbarer Materialien hat und sich daher ideal für eine schnelle Montage und häufiges Umziehen eignet.

CAVEO – Zwischen Alltag und Krise

CAVEO ist mehr als ein modulares Möbelkonzept – es ist ein multifunktionales Schutzsystem, das privaten Hochwasserschutz subtil in den Alltag integriert. CAVEO lässt sich flexibel erweitern und passt sich individuellen Wohnbedürfnissen ebenso an wie extremen Wettersituationen.

Im Alltag als stilvolles Sitzmöbel nutzbar, offenbaren die einzelnen Elemente im Ernstfall ihre verborgene Funktion: Die Polster beinhalten Sandsäcke, die über Reißverschlüsse schnell zugänglich sind. Die Siebdruckplatten des Gestells lassen sich zu schützenden Barrieren für Schwachstellen am Haus umfunktionieren.

Im Spannungsfeld zwischen Alltag und Krise soll so ein Konzept entstehen, das präventives Verhalten fördert und in akuten Situationen konkrete Hilfe leisten kann. Die Arbeit versteht sich als gestalterischer Impuls für eine designbasierte Resilienzstrategie: Sie soll aufzeigen, wie Design dazu beitragen kann, das alltägliche Leben mit klimabedingten Risiken aktiv und vorausschauend zu gestalten.

to be continued

„to be continued“ steht für eine Unterbrechung, die bereits eine Fortsetzung mitdenkt. Das Projekt überträgt dieses Prinzip auf das Produktdesign und versteht Gestaltung als offenen Prozess, der im Gebrauch fortgesetzt wird. Auf dieser Grundlage wurden zwei Entwürfe entwickelt, die gezielt mit Unvollendung bzw. Mehrdeutigkeit arbeiten.

Klappstuhl Ø13: Die Aneignung des Stuhls und das Ausfüllen der offenen Lehne sind wesentlicher Bestandteil seiner Funktion. Nutzer:innen benötigen keine besonderen Kenntnisse oder Werkzeuge, um das Produkt im Gebrauch nach ihren Vorstellungen zu verändern.

Aufhänger: Die Struktur ist formal ausgearbeitet, die Funktion bleibt jedoch bewusst offen und mehrdeutig. Anstelle einer optimierten Einzelfunktion setzt der Entwurf auf Flexibilität. Die Aneignung und der Gebrauch werden so zum zentralen Ort für Veränderung: Wie der Aufhänger im Raum platziert wird, was daran gehängt wird und wie er genutzt wird, bleibt offen.

The swelling of MDF

Das Projekt untersucht MDF als Werkstoff, dessen hygroskopisches Quellverhalten gezielt als gestalterisches Werkzeug genutzt wird. Während die Volumenzunahme bei Feuchtigkeit industriell als Defizit gilt, erschließt eine kontrollierte Veränderung der Maßhaltigkeit neues formales Potenzial. Basierend auf systematischen Versuchen wurde ein Verfahren entwickelt, das die Deformation über präzise Parameter wie Wassertemperatur, Einwirkdauer und lokale Feuchtigkeitsaufnahme steuert.

„Halbwerkzeuge“ wie Aluminiumprofile und Kabelbinder fungieren als restriktive Führung, die das quellende Material in Form dirigiert.

Die Entwurfsobjekte – Bank, Hocker und Stuhl – machen die Interaktion von Material, Zeit und Wasser sichtbar. Ihre reduzierte Formensprache tritt in Dialog mit den organischen Verformungen. Gestaltung entsteht hier nicht durch vollständige Beherrschung des Werkstoffs, sondern durch das Setzen von Bedingungen, unter denen MDF selbst Form annimmt.

Slit shelving system

Das Slit Shelving System ist ein modulares Regalsystem, das um den Zwischenraum zwischen zwei Paneelen herum aufgebaut ist. Ein durchgehender zentraler Schlitz wird zu einer aktiven strukturellen Nut, in die Zusatzmodule von oben oder unten eingesetzt werden können. Kleine Plättchen verriegeln die Module im Schlitz ohne sichtbare Schrauben oder Beschläge.

Anstatt das Regal und sein Zubehör separat zu betrachten, wurde das System von Anfang an als eine integrierte Struktur konzipiert. Module wie ein Minitisch, eine Leuchte, ein magnetischer Display-Clip, ein Poster-Clip, eine Steckdosenhalterung und eine Buchstütze unterstützen Präsentation, Arbeit, Beleuchtung, Aufbewahrung und Kabelorganisation.

Vertikale Elemente aus Metall sorgen für Stabilität, während horizontale Holzoberflächen eine wärmere Kontaktfläche für Gegenstände und den täglichen Gebrauch bieten. Durch einheitliche Materialien, Radien und Verbindungsdetails schafft das System flexible Funktionen bei gleichzeitig ruhiger und einheitlicher visueller Ordnung.

snak

snak ist ein klappbarer Hocker für den Raum vor der eigenen Haustür. Im Hausflur aufgehängt und spontan mitgenommen, schafft er einen Ort für Pause, Aufenthalt und kurzes Verweilen.

Er nutzt den Übergang zwischen privatem und öffentlichem Raum und macht ihn als Aufenthaltsort erfahrbar. Als leichtes, mobiles Sitzmöbel ermöglicht snak konsumfreie Momente im direkten Wohnumfeld und eröffnet beiläufige Begegnungen mit Nachbar*innen.

Ausgangspunkt des Konzepts ist die Beobachtung dänischer Städte, in denen Sitzbänke vor Haustüren selbstverständlich zum Straßenbild gehören. Diese Bänke markieren die Schwelle zwischen privatem und öffentlichem Raum und schaffen niedrigschwellige Orte für Aufenthalt, Austausch und nachbarschaftliche Nähe.

Als Erweiterung des Wohnraums in den Stadtraum fördern sie soziale Interaktion im Alltag und stärken Gemeinschaft. snak überträgt diese räumlichen und sozialen Qualitäten in Wohnkontexte, in denen solche Orte bislang fehlen.

Forest Souvenirs

Forest Souvenirs transformiert ausgediente Aluminium-Autofelgen in ein modulares System robuster Verbinder für Alltagsobjekte. Die Elemente bestehen aus 100% recyceltem Aluminium und werden mit gesammelten, ausgewählten und bearbeiteten Holzästen kombiniert. So entstehen Stühle, Lampen, Garderoben oder Kleiderbügel aus gefundenen Materialien.

Anstelle fertiger Produkte bietet Forest Souvenirs eine einfache metallische Schnittstelle, die zur aktiven Teilnahme einlädt. Das leimfreie System ist leicht montierbar, wiederverwend-bar und vollständig recycelbar. Es verlängert Material-kreisläufe und fördert eine langfristige Nutzung.

Zwischen industrieller Logik und naturbasiertem Gestalten entsteht eine hybride Formensprache. Das Projekt knüpft an den Archetyp des selbstgebauten Möbels an, stärkt emotionale Bindung, Materialbewusstsein und die Verbindung zur Umwelt – und macht macht Nutzer*innen zu Co-Designer*innen.

ReRoute Play Wall

„Flechten im Wandel“ ist ein modulares Parklet-Konzept für den öffentlichen Raum, das die Korbflechterei als zentrales Gestaltungselement nutzt. Parklets verwandeln Parkplätze in grüne Treffpunkte für die Nachbarschaft und fördern eine gerechte Flächenverteilung im öffentlichen Raum. Das Parklet „Kiezoase“ dient dabei nicht nur der Naherholung, sondern auch als kultureller Ort der Begegnung.

Die Verwendung traditioneller Handwerkstechniken fördert die Auseinandersetzung mit kulturellen Praktiken, die in Vergessenheit zu geraten drohen. Die Korbflechterei gehört zu den ältesten Handwerken der Menschheit und ist Teil des immateriellen Kulturerbes. Es ist ein klassisches Handwerk, das bis heute nicht vollständig von Maschinen ausgeführt werden kann. Geflochtene Strukturen sind leicht, stabil, reparierbar und recycelbar.

Das Konzept verbindet traditionelles Handwerk mit einem modernen Parklet und stellt einen innovativen Ansatz für den urbanen Raum dar. Es nutzt den öffentlichen Raum, um die Sichtbarkeit der Korbflechterei zu erhöhen, und seine Modularität ermöglicht vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb von Nachbarschaften.