Sprich Wort! Das ist ein Befehl!

Sprich Wort! Das ist ein Befehl! Sprichwort. Sprich Wort! Das ist ein Befehl! Das Wort soll sprechen. Etwas bilden aus sich selbst. Ein Befehl und man weiß, wie der Hase läuft.

Inspiriert an der französischen Gruppe Oulipo, der Werkstatt für potentielle Literatur, entstehen aus Formzwängen neue Bedeutungsräume und gestalterische Ausdrucksformen in Form von Ougrapo, der Werkstatt für potentielles Design. Zehn deutsche Sprichwörter werden sprachlich und typografisch durch zweiundzwanzig Formzwänge transformiert. Daraus entsteht dieses Buch, welches eine offene Einladung an die Rezipierenden zum aktiven Spiel ist. Dieses Buch ist für alle; sprach-, typografie- und humoraffinen Menschen.

Klang und Raster – Generative Transformation von Musik in Bewegtbild und Druck

Musikvideo und Siebdruck-Edition zum Lied »Bergauf« von Lea Falkenhan. Das Projekt untersucht die Übersetzung von Musik in visuelle Systeme. Ausgangspunkt ist die Flüchtigkeit von Live-Visuals, die Klang und Bild unmittelbar verbinden, jedoch selten dauerhaft fixiert werden. Ziel ist die Transformation dieser Prozesse in ein nachhaltiges visuelles Format sowie die Verknüpfung von Creative Coding, digitalem Bewegtbild und analogem Druck.

Das Lied »Bergauf« verhandelt Themen wie Partnerschaft, Selbstüberwindung und Orientierungslosigkeit in alpinen Bildwelten. Daraus entsteht eine visuelle Erzählung aus Landschaftsaufnahmen, animierter Typografie und digitalen Bildstrukturen. Die Ästhetik des Ditherings basiert auf alpinem Textilhandwerk und historischen Stickmustern, deren Rasterstrukturen Parallelen zu digitalen Bildsystemen aufweisen.

Auf Grundlage des Musikvideos entsteht eine Serie von sechs Siebdruckeditionen in drei Formaten, die digitale Standbilder in eine haptische, mater

Imagine the most yellowish green

Die Diplomarbeit “Imagine the most yellowish green” widmet sich dem Phänomen der Farbe, als Spannungsfeld zwischen gestalterischem Mittel und sinnlich-sensorischem Phänomen.

Ausgehend von Modellen, die Farbe versuchen zu systematisieren und der gleichzeitigen Beobachtung, dass die Wahrnehmung von Farben immer auch in Abhängigkeit verschiedenster Faktoren erfolgt, stellt sich die Frage, welche Auswirkungen das auf die Art und Weise hat, wie Gestalter*innen sie als Mittel verstehen und einsetzen.

Über die Konzeption installativer Arbeiten sowie die Auseinandersetzung mit druckspezifischen Farbeigenschaften soll diese Spannung erfahrbar gemacht werden. Die experimentellen Arbeiten stellen dabei die Fragilität von Farbeindrücken in den Vordergrund und zeigen, wie sich die Logik digitaler Entwurfsprozesse von den Bedingungen physischer Materialien unterscheidet.

tbd – to be decided

Im Designprozess müssen zahlreiche Entscheidungen getroffen werden – oft unter Zeitdruck. Es gilt, Ideen zu bewerten, Optionen zu verwerfen und so die beste Lösung zu finden. Genau das macht Designer:innen anfällig für Choice Overload. Je mehr Möglichkeiten es gibt, desto höher ist der kognitive Aufwand, eine Entscheidung zu treffen – bis man schließlich erschöpft ist und sich gar nicht mehr entscheiden kann.

Das Toolkit »tbd« bietet mit 15 interdisziplinären Entscheidungsmethoden aus unterschiedlichen Bereichen wie Betriebswirtschaft, Philosophie und Psychologie einen Rettungsanker. Das humoristisch gestaltete Kartenset erleichtert Designer:innen dabei den Zugang zu diesem oft belastenden Thema. Ein ergänzendes Workbook schafft Raum für eine vertiefte Auseinandersetzung und Reflexion des eigenen Entscheidungsverhaltens. So verbindet »tbd« wissenschaftliche Methodik mit gestalterischer Leichtigkeit und hilft Designer:innen, in komplexen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Hasardspiele

Meine Arbeit mit dem Titel „Hasardspiele“ setzt sich mit der visuellen Manipulation durch Glücksspielautomaten auseinander. Diese Automaten sind im Grunde meisterhaft gestaltete Oberflächen, die nur ein einziges Ziel verfolgen: Menschen so lange wie möglich an den Bildschirm zu fesseln und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Vergleich zu anderen Formen des Glücksspiels ist die psychologische Falle hier besonders tückisch und bösartig konstruiert.

Das Schlimmste daran ist, dass hier ganz gezielt die Schwächsten unserer Gesellschaft ausgebeutet werden. Spielautomaten stehen nicht ohne Grund vor allem dort, wo die Armut hoch und die Perspektiven schlecht sind. Es ist ein System, das von der Perspektivlosigkeit lebt und gezielt Existenzen bedroht. Besonders oft trifft es dabei Menschen mit Migrationshintergrund. Wer die Sprache nicht perfekt beherrscht oder schlicht nicht über die perfiden Mechanismen der Automatenindustrie aufgeklärt wurde, tappt fast wehrlos in diese Falle.

Ich h

Luzider Traum

Das Buch „Luzider Traum“ ist eine Textsammlung aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen zum Thema Luzides Träumen und soll inhaltlich sowie gestalterisch ein umfassendes Bild des Phänomens vermitteln. Luzides Träumen bedeutet, dass während des Schlaftraums das Wachbewusstsein bestehen bleibt und somit ein Zusammenspiel aus träumerischen Widerfahren und wachbewusster Aufmerksamkeit die Wahrnehmung des Traumgeschehens prägt. Diese Metaebene wird durch die Interaktion in der Augmented Reality ermöglicht, welche durch ein Betrachten der Buchseiten mit der App „Artivive“ einen digitalen Raum zu dem Buch entstehen lässt. Die darin spielenden Animationen beschäftigen sich (teils metaphorisch) mit den ästhetischen Phänomenen des Traums.

Neben der kuratierten Textsammlung beinhaltet das Buch eigene Traumnotate, sowie eigene, abstrakte, intuitiv entstandene Kunstwerke, welche die Individualität und das Unbewusste des Traums verdeutlichen.

Fukushima Stories

Als Abschlussarbeit habe ich ein illustriertes Sachbuch mit dem Titel „Fukushima Stories“ entwickelt. Das Buch zeigt eine andere Perspektive auf Fukushima (Japan), jenseits der negativen Schlagzeilen. Es verbindet Informationen zu der Katastrophe von 2011 mit Interviews, persönlichen Erfahrungen sowie Illustrationen und Collagen, die die Alltagswelt der Menschen sowie die Kultur und Natur der Region lebendig machen. Ziel ist es, den Leser:innen einen differenzierten Zugang zu Fukushima zu eröffnen: als eine Region voller Tradition und landschaftlicher Schönheit – und zugleich als Beispiel für Resilienz.

Die Grundlage des Projekts ist mein einjähriger Studienaufenthalt in Fukushima. Ich habe auch Sprachen und Kulturen Ostasiens studiert, was mir den wissenschaftlichen Hintergrund für die Arbeit und die notwendigen Kontakte gegeben hat.

In der Arbeit habe ich zunächst drei Interviews übersetzt und illustriert, möchte aber für eine Veröffentlichung in der Zukunft noch mehr umsetzen.

Himmel, Himmel

Das Projekt „Himmel, Himmel“ beschäftigt sich mit der doppelten Bedeutung des Begriffs „Himmel“ im physischen und religiösen Kontext. Es untersucht das metaphysische Konzept des Himmels und stellt gleichzeitig Verbindungen zum physischen Himmel her, um zum Nachdenken über deren Beziehungen sowie zum verträumten Blick nach oben anzuregen.

Das Ergebnis ist eine Installation, in welcher der aktuelle Himmel analysiert und auf Knopfdruck auf eine Interpretationsebene übertragen wird, auf der assoziative Begriffe zum religiösen Himmel aus einer Datenbank der Beschaffenheit des Echtzeit-Himmels zugeordnet werden.

Begleitend dazu steht ein Heft, welches theoretische und technische Grundlagen, die Struktur der Installation, sowie weitere Beispiele für Himmel und ihre himmlischen Interpretationen, ähnlich einem Katalog, enthält.

Home in Between

Die Arbeit versteht sich als zeichnerisches Erinnerungsarchiv, das Erinnerung als subjektiven, prozessualen und konstruierten Zustand untersucht. Digitale Aufnahmen werden durch bewusste gestalterische Entscheidungen in Zeichnungen überführt, um den Akt des Erinnerns nicht nur zu dokumentieren, sondern performativ nachzuvollziehen und zu internalisieren. Die Zeichnung fungiert dabei als zentrales Medium: fragmentarisch, zeitgebunden und von Entscheidungen geprägt zeigt sie, was bleibt, sich verändert oder verschwindet.

So entsteht ein Archiv aus 2.520 Zeichnungen, das ein Jahr persönlicher Momente, Orte und Beziehungen umfasst.

Das Archiv begreift sich als innerer, gestalteter Raum und thematisiert die Suche nach Zugehörigkeit jenseits eines eindeutig verorteten geografischen Zuhauses.

Album einer nicht-jüdischen Familie

Das 524-seitige Werk ist eine generationenübergreifende Arbeit. Ausgangspunkt war der Nachlass meines Großvaters, eines Überlebenden des Massakers von Babyn Jar. Nach seinem Tod an Covid-19 hinterließ er ein chaotisches Archiv aus Fotografien und Dokumenten aus der Zeit vor und nach unserer Einwanderung nach Deutschland als jüdische Kontingentflüchtlinge.

Aus diesem Material entstand ein rekonstruiertes Familienarchiv, das textlich und visuell aus den Perspektiven dreier Generationen erzählt. Die Arbeit gibt Einblicke in das jüdische Leben in der Ukraine, Fluchterfahrungen während des Zweiten Weltkriegs, Antisemitismus in der Sowjetunion sowie schließlich Migration und „Integration“ in Deutschland.

Die Arbeit macht Erfahrungen sichtbar, die vielen jüdischen Kontingentflüchtlingen und ihren Nachfolgegenerationen vertraut sind. Vor dem Hintergrund zunehmenden Antisemitismus richtet sie den Blick auf eine wenig sichtbare Dimension der postsowjetisch-jüdischen Diaspora in Deutschland.