Über die See – Eine Buchgestaltung

Das Projekt besteht aus der gestalterischen Umsetzung des Buches „Über die See“ von Mariette Navarro im Rahmen einer Bachelorarbeit. Im Fokus steht die visuelle Darstellung der Atmosphäre des Meeres sowie der emotionalen und surrealen Erlebnisse einer Schiffscrew auf dem Atlantik.

Durch Typografie, Layout und Materialität wird die Stimmung von Unsicherheit, Weite und Bewegung des Ozeans erlebbar gemacht.

Many Stories. Gespräche über Migration

Das Buchprojekt Many Stories. Gespräche über Migration versammelt acht persönliche Interviews mit Menschen mit Migrationserfahrung. Die Interviewten berichten von ihrem Alltag, von Erfahrungen mit Bürokratie, Mehrsprachigkeit, Zugehörigkeit und Diskriminierung sowie von ihren Perspektiven auf das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland.

Statt abstrakter politischer Debatten über Migration stellt das Buch persönliche Stimmen in den Mittelpunkt. Die Interviews werden von künstlerischen Collagen und Zeichnungen begleitet, die die emotionalen und biografischen Dimensionen der Gespräche visuell aufgreifen und vertiefen. Die Verbindung von dokumentarischem Interviewformat und künstlerischer Illustration schafft eine eigenständige ästhetische Form, die sowohl emotional zugänglich als auch reflektierend ist.

Ziel des Buches ist es, Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten zu geben, Empathie zu fördern und Gespräche über Migration jenseits von polarisierten Debatten anzuregen.

keine Antworten – Perspektiven visueller Gestalter*innen als kritische, kollaborative, zweifelnde und inklusive Akteur*innen mit gesellschaftlicher Verantwortung

Auch das Berufsfeld von Gestalter*innen befindet sich im ständigen Wandel. Immer wieder stellen sich Fragen nach dem Ende vertrauter Modelle und dem Aufkommen neuer Wege. Prozesse verändern unsere Praxis und fordern uns heraus, die eigene Rolle kontinuierlich zu hinterfragen und neu zu definieren.

Dieses Buch hat keine Antworten, sondern versammelt vielseitige Perspektiven und Haltungen. Ausgangspunkt hierfür war ein interaktiver Workshop, aus dem ein Fragenkatalog hervorging. Dieser bildete das Fundament für zehn Gespräche mit Akteur*innen der Designbranche. Zentrale Fragen standen im Fokus: Was bedeutet zukunftsfähiges Gestalten? Welches Potenzial birgt kollektives Arbeiten und wie kann Gestaltung Zugänge ermöglichen oder verwehren? Das Ziel ist es nicht, fertige Antworten zu diktieren, sondern durch diese Diskurse individuelle Zugänge zu den neuen Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Anforderungen der Gestaltung zu eröffnen und Räume für Haltung zu schaffen.

Eondora Lab

Eondora Lab ist ein hybrides Lernsystem für Museen und Bildungseinrichtungen, das physisches Gestalten mit digitaler Erweiterung verbindet. Kinder bauen gemeinsam Modelle, entwickeln diese kreativ weiter und übertragen ihre Ergebnisse anschließend durch 3D-Scanning in digitale Lernräume.

Während Wissen zunehmend digital vermittelt wird, entsteht nachhaltiges Verständnis häufig durch eigenes Handeln und Erschaffen. Eondora Lab verbindet beide Welten in einem durchgängigen Lernprozess und macht komplexe Zusammenhänge durch aktives Gestalten erfahrbar.

So entsteht ein Bildungsformat, das Lernen nicht als Konsum von Informationen versteht, sondern als aktiven Gestaltungsprozess. Die Ergebnisse bleiben digital sichtbar, teilbar und können über den Workshop hinaus weiter genutzt werden.

nach Bauchgefühl

„nach Bauchgefühl“ ist ein Magazin über Ungewissheit, Orientierungslosigkeit und Veränderungen in den Zwanzigern. Eine Lebensphase, die oft hohe Erwartungen mit sich bringt, da sie einem als die beste Zeit seines Lebens verkauft wird. Besonders durch soziale Medien entsteht daher Druck, den eigenen Weg ständig mit dem anderer zu vergleichen.

Dem setzt das Magazin ehrliche Perspektiven entgegen. Dafür wurden Texte verschiedener Autor*Innen gesammelt, die ehrlich von persönlichen Erfahrungen erzählen. Ergänzt werden sie durch Fotografien, die mit nahen, fragmentarischen Bildausschnitten alltägliche Situationen festhalten.

Nudeln dienen als wiederkehrendes Motiv des Projekts. Der Kochprozess wird zur Metapher für das Erwachsenwerden: Manches kocht über, manches braucht länger als gedacht, doch am Ende entsteht immer etwas Gutes daraus.

Als analoges Medium schafft nach Bauchgefühl Raum für Nähe, Ehrlichkeit und den Austausch über Erfahrungen, die oft unausgesprochen bleiben.

Aus dem Vollen schöpfen* *oder: why collecting is also a motion of scooping is also making paper by hand

In „Aus dem Vollen schöpfen* *oder: why collecting is also a motion of scooping is also making paper by hand“ erforsche ich den Prozess der Papierherstellung mit den Händen. Ich habe die Spuren, die das Handeln in meinem Denken hinterlassen hat, dokumentiert. In den einzelnen Schritten der Fertigung ist eine Analogie zwischen der physischen Methode und meinem Arbeitsverständnis als Gestalterin und Autorin entstanden.

Die Publikation ist – als Ganzes – eine essayistische Arbeit über Arbeit, Prozessketten, analoges Handwerk und meine Hände. Über Quellen, und sich aus ihnen zu nehmen, was noch gebraucht werden kann. Und es ist eine Arbeit über das Schreiben, das Worte finden uns Bild werden.

Auf den Seiten verbinden sich meine eigenen Beobachtungen mit Zitaten aus den Arbeitsprozessen anderer Autor*innen und geborgte Worte aus meiner fortlaufenden Sammlung. Sie greifen im Lesen ineinander wie die Fasern der von mir neu geschöpften Bögen, aus denen die besiebdruckte Coverklammer ist.

Startpunkt. Einführungsformate für Bildzeichensysteme im Gestaltungsstudium.

Ausgehend von einer intensiven Auseinandersetzung mit Piktogrammen, Typografie und Schriftgestaltung entstand die Idee, Piktogrammsysteme als Zugang zu grundlegenden Gestaltungsprinzipien wie Reduktion, Konsistenz und formaler Kohärenz zu nutzen. Ziel war es, Design-Studierenden einen strukturierten und zugleich offenen Zugang zur Bildzeichengestaltung zu bieten.

Ausgangspunkt des Projekts ist das kleinstmögliche Gestaltungselement: der Punkt. Über sogenannte „Punktogramme“ (Punkt + Piktogramm) wird der Blick auf grundlegende Fragen der Gestaltung gelenkt, etwa Erkennbarkeit und die Entwicklung formaler Kohärenz innerhalb eines Systems.

Das Buch bündelt gestalterische Grundlagen, Begriffsklärungen und eigene Experimente und zeigt, wie sich schrittweise konsistente Bildzeichensysteme entwickeln lassen. Ergänzt wird es durch einen Inspirationsteil, der zum Ausprobieren eigener Ideen anregt. Das digitale Gestaltungstool macht die im Buch gezeigten Methoden (Punktogramme) direkt anwendbar.

Medea, anders

„Medea, anders“ ist eine Graphic Novel, die die Tragödie „Medea“ aus der griechischen Antike behandelt. In dem Werk aus dem Jahr 331 v. Chr. geht es um universelle, noch heute relevante Themen: menschliche Abgründe, Intrigen, Liebe, Rache, Verlust.

Mit dem Ansatz, eine Theaterinszenierung aufs Papier zu bringen, gilt es, die beiden Kunstformen Performance und Illustration zu vereinen. Das eine von flüchtiger Natur, das andere statisch, sind die beiden grundverschieden. Allerdings lassen sich auch Gemeinsamkeiten finden: unvorhersehbare Momente, die sich aus Improvisation ergeben. Dramatisch ausgeleuchtete Szenerien, das Gefühl, den Figuren auf der Bühne nah zu sein.

Sowohl die kritische Hinterfragen und Bearbeitung des Quelltextes, als auch die Suche nach einer eigenen Version der Geschichte mit alternativem Ende, waren zentraler Teil der Arbeit. Die Illustrationen sind analog in schwarzer Tusche gestaltet, zusätzlich dient ein leuchtendes Rot als Akzentfarbe.

Wo ich nie lebte (Kde som nikdy nežila)

„Wo ich nie lebte“ ist ein fotografisches Buchprojekt über Heimat, Zugehörigkeit und das Dazwischen. Ausgangspunkt ist meine Verbindung zur Slowakei, dem Heimatland meines Vaters und einem prägenden Ort meiner Kindheit.

Die Fotografien bewegen sich durch Landschaften, Begegnungen und Erinnerungen. Dabei entsteht weniger das Porträt eines Landes als die Annäherung an die Frage, wie sich Verbundenheit zu einem Ort anfühlt, an dem man nie wirklich gelebt hat.

Eine visuelle Spurensuche zwischen Vertrautheit und Entfremdung.

Not Fucking Sorry Manifesto

Das Projekt „Not Fucking Sorry Manifesto – Über das weibliche Schuldgefühl und die Freimachung davon“ beschäftigt sich im theoretischen Teil mit der Herkunft des weiblichen Schuldgefühls und dem einhergehenden übermäßigen Entschuldigen. Dabei betrachtet es kritisch patriarchale Glaubenssätze, die zur Einschränkung des weiblichen Handlungsraums führen.

Als praktische Arbeit gestaltete ich ein Manifest, das zur Selbstermächtigung der Frau dient. Dieses habe ich in Form einer (animierten) Posterserie umgesetzt.

Weiterhin habe ich ein Workshopkonzept entwickelt, welches die selbstständige Formulierung eines Manifests der Teilnehmerinnen als Ziel hat und außerdem Printmedien wie Flyer, Sticker und Anti-Sorry-Zines beinhaltet.

Die Gestaltung der Medien ist experimentell aus dem Analogen heraus entstanden und rückt die Distel als Metapher für einnehmenden Raum und Robustheit in den Fokus. Für die visuelle Auffälligkeit habe ich auf Neongrün gedruckt.