Planetary FM – Experimental FM-Synthesizer

Planetary FM ist ein FM-Synthesizer, der die sonst abstrakte FM-Verschaltungen in eine physische, modulare Anordnung übersetzt. Er nutzt sechs Module, die je nach Positionierung das Klangbild verändern. Die Nutzer:innen stellen das Routing nicht über Nummern oder Displaydiagramme ein, sondern indem sie die Module mit Hilfe von schwenkbaren und teleskopierbaren Armen anordnen. So entsteht eine unmittelbare, haptische Verbindung zwischen Struktur und Klang: Eine Veränderung der Anordnung verändert den Sound.

Das Interface ist bewusst reduziert und priorisiert die klangbildenden Parameter über eine klare Farb- und Formhierarchie. Bildschirme zeigen die von jedem Modul erzeugte Wellenform, Modulatoren und Carrier sind eindeutig gekennzeichnet, sodass die Signalrollen im Patch unmittelbar verständlich werden. Dadurch wird FM-Synthese hinsichtlich Handling und Erlernbarkeit deutlich verbessert. Das gilt insbesondere für die Hands-on-Nutzung im Lern- und Unterrichtskontext.

FREIDREHER

FREIDREHER ist ein Regalsystem, das nicht mit einem festen Plan beginnt, sondern mit einem Moment des Erkundens. Starke magnetische Halterungen finden auf einer Stahloberfläche fast intuitiv ihren Platz, haften sicher und lassen sich zugleich leicht neu positionieren.

Schicht für Schicht entsteht eine Struktur, die nicht vorgegeben ist, sondern sich im Gebrauch entwickelt. Jedes Element kann bewegt, gedreht und neu kombiniert werden – in Reaktion auf die Objekte, die es trägt. Das Regal wird weniger montiert als komponiert. Ordnung entsteht nicht auf einen Schlag; sie entwickelt sich allmählich in einem fortlaufenden Dialog zwischen Hand, Material und Inhalt.

Die aus transluzentem Acryl gefertigten Halterungen verleihen der Struktur eine leichte Erscheinung und geben zugleich das Dahinterliegende sanft preis oder verbergen es. Durch Drehen und Neukonfigurieren kann FREIDREHER Objekte hervorheben, organisieren oder verbergen. Auf diese Weise wird das Bauen selbst Teil des Ordnens: offen, anpassungsfähig und persönlich, reagierend auf Veränderung, ohne eine dauerhafte Struktur aufzuzwingen.

(Im)Perfekt

[Im]Perfekt untersucht, wie Imperfektion gezielt im Möbeldesign und in industriellen Fertigungsprozessen eingesetzt werden kann. Während standardisierte Herstellungsverfahren perfekte Oberflächen und eine Wiederholbarkeit ermöglichen, führen sie zugleich dazu, dass Abweichungen kaum mehr akzeptiert werden. Zudem bleibt der Entstehungsprozess oft unsichtbar. Bewusst eingesetzte Imperfektion eröffnet hingegen einen transparenten Blick auf Material, Fertigungstechnologie und Herstellungsprozess und hinterfragt gleichzeitig die Erwartungen an industriell gefertigte Objekte.

Die Arbeit basiert auf dem CNC-Fräsen, das zwei Schritte umfasst: Das Schruppen (grobe Fräsung) und das Schlichten (Perfektionierung). In diesem Projekt wird auf das Schlichten verzichtet. Die raue Oberfläche des Schruppens wird zum endgültigen Erscheinungsbild. Dadurch entsteht eine prozesstypische Imperfektion, die ästhetische Qualitäten mit praktischen Vorteilen wie Zeit- und Energieeinsparungen verbindet.

MOD – Anti-Seasickness Wearable

MOD ist ein tragbares System zur Reduktion von Seekrankheit, das speziell für den maritimen Einsatz entwickelt wurde. Seekrankheit zählt nach wie vor zu den häufigsten und einschränkendsten Problemen auf See und beeinträchtigt Komfort, Leistungsfähigkeit und Sicherheit sowohl von Freizeitsegler:innen als auch von professionellen Besatzungen.

MOD begegnet diesem Problem durch eine subtile Stimulation des vestibulären Systems mittels synchronisierter Mikrovibrationen und lokaler thermischer Modulation. Dadurch sollen sensorische Konflikte reduziert werden, ohne die Aufmerksamkeit der Nutzenden zu beanspruchen.

Das System integriert sich ergonomisch um das dominante Ohr und arbeitet unauffällig im Hintergrund. So positioniert sich MOD als ruhiges, menschenzentriertes Werkzeug, das Stabilität und Wohlbefinden in dynamischen maritimen Umgebungen unterstützt.

Knoten. Eine Auseinandersetzung in Theorie, Experiment und Gestaltung.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Knoten als kulturhistorisches, technisches und gestalterisches Phänomen. Die multidisziplinäre Methodik der Arbeit macht es möglich, den Knoten nicht nur als technisches Hilfsmittel zu betrachten, sondern als universelles Strukturmodell, das funktionale, symbolische und soziale Dimensionen in sich vereint. Durch die Verbindung von Theorie, Experiment und Gestaltung gelingt ein transdisziplinärer Zugang, der den Knoten auf verschiedenen Ebenen als Prinzip erfahrbar macht.

Es entsteht eine Schmuckkollektion im Baukastensystem in 925er Silber, wobei alle Einzelteile miteinander kompatibel sind, und Wandhaken, nach dem Lasersinter-Verfahren 3D-gedruckt in Aluminium, mit austauschbaren Einhängern, jeweils inspiriert vom funktionalen und formalen Grundsatz des Kreuzknotens.

Empowerment durch Design – Neuentwicklung eines BHs unter feministischen Gesichtspunkten

Da sich das Konzept des klassischen BHs in den letzten 50 Jahren nicht wirklich verändert hat, wird in dieser Arbeit ein neuer Ansatz gesucht: weg vom Brüste-Heben, um Männern zu gefallen, oder Brüste-Verstecken, um sich vor ihnen zu schützen, hin – und teils zurück – zum entlastenden Kleidungsstück, das Frauen das Leben und die Arbeit erleichtert.

Weg von einem männlichen, objektivierenden hin zu einem neuen, emanzipatorischen und bedürfnisorientierten Blickwinkel, ausgerichtet an den Bedürfnissen der Trägerinnen. Hierbei wurde eine feministisch motivierte Neugestaltung durch die Betrachtung der Entwicklung des BHs und seiner Vorläufer, seiner kulturellen Bedeutung, Materialrecherchen und gezielten Umfragen angestrebt.

In verschiedenen angewandten Versuchen wurde schließlich ein Prototyp angefertigt.

Das Produkt macht den BH zu einem entlastenden Kleidungsstück, das Menschen mit Brüsten das Wohlbefinden in ihrem Körper fern von patriarchal geprägten Designtraditionen ermöglicht.

The Fabric of Things

Das Projekt erforscht das transformative Potenzial von Textilien im Zusammenspiel mit additiver Fertigung. Im Zentrum steht ein experimenteller Designprozess, bei dem Kunststoff gezielt auf vorgespannte Textilien aufgebracht wird. Nach dem Lösen der Spannung bilden diese eigenständig dreidimensionale Formen aus. Die daraus hervorgehenden Objekte bewegen sich zwischen Weichheit und Festigkeit und hinterfragen etablierte Vorstellungen von Materialität und Form.

Die entstandenen Objekte sind nicht das Ergebnis eines vorab festgelegten Entwurfs, sondern haben sich in einem offenen Prozess im direkten Dialog mit dem Material herausgebildet. Zwischen Materialexperiment und gestalteter Form entziehen sie sich eindeutigen Zuordnungen und existieren in einem Spannungsfeld zwischen Vertrautem und Unbekanntem. Sie laden dazu ein, gewohnte Wahrnehmungs- und Deutungsmuster zu hinterfragen.

Zwischen Offenheit und Ordnung: Ein Regalsystem zur Strukturierung von Räumen

Wohn- und Arbeitsräume erfüllen heute selten nur eine Funktion. Das Wohnzimmer wird zum Homeoffice, die Einraumwohnung vereint Kochen, Schlafen und Arbeiten. Diese Bachelorarbeit untersucht, wie ein modulares Raumtrenner-Regalsystem gestaltet sein muss, um offene Räume flexibel zu strukturieren, ohne sie zu schließen.

Kern des Entwurfs ist ein modulares System aus Edelstahlrohr-Rahmen in drei unterschiedlichen Höhen. Diese werden zickzackartig angeordnet und lassen sich beliebig kombinieren, erweitern und in der Höhe ergänzen. Textile Abhängungen ergänzen die klare Metallstruktur und bringen Leichtigkeit in den Entwurf, sie lassen sich einfach austauschen und verändern die räumliche Wirkung des Systems grundlegend.

So entsteht ein Möbel, das je nach Konfiguration als Stauraum, Raumtrenner oder Präsentationsfläche fungiert, auch über Eck aufbaubar. Vom Wohnraum über Büro bis hin zu Laden- und Ausstellungskontexten bleibt das System offen für unterschiedlichste räumliche Anforderungen.

corda

Eine Orchesterbühne ist ein besonderer Ort, ein Sinfonieorchester ein beeindruckender Klangkörper. Doch nicht nur glänzende Instrumente und festlich gekleidete Musiker*innen prägen das Bild, sondern auch zahlreiches, weniger ästhetisches und konzeptlos wirkendes Bühnenequipment. Ein groß besetztes Sinfonieorchester mit über 100 Musiker*innen und deren Instrumente, mehr als 40 Pulten und individuelle Gerätschaften, bilden eine stattliche Masse. Müssen zusätzlich Pultleuchten, Mikrofone und Kabel eingerichtet werden, kann zunehmende Unübersichtlichkeit zum Problem werden.

Es stellt sich die Frage nach Funktionalität, Effizienz, Logik und Kontext. Benutzen alle dasselbe Equipment? Was ist, wenn von einem Tablet statt aus Papiernoten gespielt wird? Welche Tücken ergeben sich bei einem Bühnenpodest?

Ziel dieser Arbeit ist die Auseinandersetzung mit jener Thematik und umfasst die Ausarbeitung einer Strategie zur Gestaltung eines entsprechenden Produktes.

SHIFT

SHIFT entstand aus der Beobachtung der Arbeitsräume an der Kunsthochschule. In diesen kreativen Arbeitsräumen finden Arbeit, Gespräche, Recherche und Pausen gleichzeitig statt. Organisationen, Anforderungen und Arbeitszustände existieren nebeneinander und gehen kontinuierlich ineinander über. Die Grenzen zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit werden dadurch zunehmend unscharf. Kreative Prozesse entstehen nicht nur in Phasen hoher Konzentration, sondern ebenso in offenen Situationen.

Das Projekt untersucht, wie Licht auf diese Dynamik reagieren kann und wie unterschiedliche Arbeitsweisen in kreativen, gemeinsam genutzten Arbeitsräumen unterstützt werden können.

Das Ergebnis ist eine offen konzipierte Arbeitsleuchte für geteilte Arbeitsplätze. Sie ermöglicht einen flexiblen Wechsel zwischen direktem und diffusem Licht und passt sich unterschiedlichen Tätigkeiten an. SHIFT versteht Licht als Werkzeug, das Übergänge unterstützt und kreative Arbeit in gemeinsamen Räumen begleitet.