Ha An Su Um

„Ha An Su Um“ ist ein 3D-gedrucktes Kissen mit variabler Höhe. „Ha An Su Um“ kommt vom koreanischen Wort „한숨 (Hansum)“, das einen Seufzer nach einem langen Tag beschreibt. Das Projekt zielt darauf ab, Beschwerden durch schlechte Körperhaltung zu reduzieren und den Schlaf als Erholungszeit für den Körper zu nutzen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kissen mit fester Höhe bietet Ha An Su Um unterschiedliche Höhen in einem einzigen Objekt. Durch einfaches Drehen kann der Nutzer die passende Position für seinen Kopf finden. Die Torus-Form verbindet diese Bereiche zu einer klaren und stabilen Struktur.

Das Objekt wird mittels 3D-Druck und einer von Fluorit inspirierten Gitterstruktur hergestellt. Dadurch wird Material eingespart, während Stabilität und gute Belüftung erhalten bleiben.

TPU als Material sorgt für Flexibilität, Langlebigkeit und einfache Reinigung. Ha An Su Um verbindet so technisches Design mit funktionaler Unterstützung.

Der Führerraum im Wandel

Der Führerraum wird heute meist als Einsparpotenzial betrachtet und oft nur unter normativen Anforderungen eines Arbeitsplatzes gestaltet. Dadurch wird der Innenraum nicht optimal ausgenutzt und wertvolle Kapazitäten im Zug gehen verloren.

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den Führerraum nicht länger allein als Arbeitsplatz zu betrachten. Sie soll die Stakeholder der Eisenbahnbranche ermutigen, flexible und effiziente Lösungen in Ausschreibungen einzufordern, die auf die Steigerung der Fahrgastkapazitäten und die Entwicklung hin zum fahrerlosen Betrieb reagieren können.

Die Arbeit wurde detailliert in einem 3D-Modell ausformuliert und mithilfe von Renderings visualisiert. Das Ergebnis ist das Konzept eines Führerraums, das für den manuellen Fahrbetrieb nutzbar ist und sich gleichzeitig an die Entwicklungsstufen des automatisierten Betriebs anpassen lässt. Zudem können ungenutzte Führerräume in weiteren Fahrgastraum verwandelt werden, was die Innenraumkapazitäten enorm steigert.

FREIDREHER

FREIDREHER ist ein Regalsystem, das nicht mit einem festen Plan beginnt, sondern mit einem Moment des Erkundens. Starke magnetische Halterungen finden auf einer Stahloberfläche fast intuitiv ihren Platz, haften sicher und lassen sich zugleich leicht neu positionieren.

Schicht für Schicht entsteht eine Struktur, die nicht vorgegeben ist, sondern sich im Gebrauch entwickelt. Jedes Element kann bewegt, gedreht und neu kombiniert werden – in Reaktion auf die Objekte, die es trägt. Das Regal wird weniger montiert als komponiert. Ordnung entsteht nicht auf einen Schlag; sie entwickelt sich allmählich in einem fortlaufenden Dialog zwischen Hand, Material und Inhalt.

Die aus transluzentem Acryl gefertigten Halterungen verleihen der Struktur eine leichte Erscheinung und geben zugleich das Dahinterliegende sanft preis oder verbergen es. Durch Drehen und Neukonfigurieren kann FREIDREHER Objekte hervorheben, organisieren oder verbergen. Auf diese Weise wird das Bauen selbst Teil des Ordnens: offen, anpassungsfähig und persönlich, reagierend auf Veränderung, ohne eine dauerhafte Struktur aufzuzwingen.

(Im)Perfekt

[Im]Perfekt untersucht, wie Imperfektion gezielt im Möbeldesign und in industriellen Fertigungsprozessen eingesetzt werden kann. Während standardisierte Herstellungsverfahren perfekte Oberflächen und eine Wiederholbarkeit ermöglichen, führen sie zugleich dazu, dass Abweichungen kaum mehr akzeptiert werden. Zudem bleibt der Entstehungsprozess oft unsichtbar. Bewusst eingesetzte Imperfektion eröffnet hingegen einen transparenten Blick auf Material, Fertigungstechnologie und Herstellungsprozess und hinterfragt gleichzeitig die Erwartungen an industriell gefertigte Objekte.

Die Arbeit basiert auf dem CNC-Fräsen, das zwei Schritte umfasst: Das Schruppen (grobe Fräsung) und das Schlichten (Perfektionierung). In diesem Projekt wird auf das Schlichten verzichtet. Die raue Oberfläche des Schruppens wird zum endgültigen Erscheinungsbild. Dadurch entsteht eine prozesstypische Imperfektion, die ästhetische Qualitäten mit praktischen Vorteilen wie Zeit- und Energieeinsparungen verbindet.

MOD – Anti-Seasickness Wearable

MOD ist ein tragbares System zur Reduktion von Seekrankheit, das speziell für den maritimen Einsatz entwickelt wurde. Seekrankheit zählt nach wie vor zu den häufigsten und einschränkendsten Problemen auf See und beeinträchtigt Komfort, Leistungsfähigkeit und Sicherheit sowohl von Freizeitsegler:innen als auch von professionellen Besatzungen.

MOD begegnet diesem Problem durch eine subtile Stimulation des vestibulären Systems mittels synchronisierter Mikrovibrationen und lokaler thermischer Modulation. Dadurch sollen sensorische Konflikte reduziert werden, ohne die Aufmerksamkeit der Nutzenden zu beanspruchen.

Das System integriert sich ergonomisch um das dominante Ohr und arbeitet unauffällig im Hintergrund. So positioniert sich MOD als ruhiges, menschenzentriertes Werkzeug, das Stabilität und Wohlbefinden in dynamischen maritimen Umgebungen unterstützt.

Knoten. Eine Auseinandersetzung in Theorie, Experiment und Gestaltung.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Knoten als kulturhistorisches, technisches und gestalterisches Phänomen. Die multidisziplinäre Methodik der Arbeit macht es möglich, den Knoten nicht nur als technisches Hilfsmittel zu betrachten, sondern als universelles Strukturmodell, das funktionale, symbolische und soziale Dimensionen in sich vereint. Durch die Verbindung von Theorie, Experiment und Gestaltung gelingt ein transdisziplinärer Zugang, der den Knoten auf verschiedenen Ebenen als Prinzip erfahrbar macht.

Es entsteht eine Schmuckkollektion im Baukastensystem in 925er Silber, wobei alle Einzelteile miteinander kompatibel sind, und Wandhaken, nach dem Lasersinter-Verfahren 3D-gedruckt in Aluminium, mit austauschbaren Einhängern, jeweils inspiriert vom funktionalen und formalen Grundsatz des Kreuzknotens.

Empowerment durch Design – Neuentwicklung eines BHs unter feministischen Gesichtspunkten

Da sich das Konzept des klassischen BHs in den letzten 50 Jahren nicht wirklich verändert hat, wird in dieser Arbeit ein neuer Ansatz gesucht: weg vom Brüste-Heben, um Männern zu gefallen, oder Brüste-Verstecken, um sich vor ihnen zu schützen, hin – und teils zurück – zum entlastenden Kleidungsstück, das Frauen das Leben und die Arbeit erleichtert.

Weg von einem männlichen, objektivierenden hin zu einem neuen, emanzipatorischen und bedürfnisorientierten Blickwinkel, ausgerichtet an den Bedürfnissen der Trägerinnen. Hierbei wurde eine feministisch motivierte Neugestaltung durch die Betrachtung der Entwicklung des BHs und seiner Vorläufer, seiner kulturellen Bedeutung, Materialrecherchen und gezielten Umfragen angestrebt.

In verschiedenen angewandten Versuchen wurde schließlich ein Prototyp angefertigt.

Das Produkt macht den BH zu einem entlastenden Kleidungsstück, das Menschen mit Brüsten das Wohlbefinden in ihrem Körper fern von patriarchal geprägten Designtraditionen ermöglicht.

The Fabric of Things

Das Projekt erforscht das transformative Potenzial von Textilien im Zusammenspiel mit additiver Fertigung. Im Zentrum steht ein experimenteller Designprozess, bei dem Kunststoff gezielt auf vorgespannte Textilien aufgebracht wird. Nach dem Lösen der Spannung bilden diese eigenständig dreidimensionale Formen aus. Die daraus hervorgehenden Objekte bewegen sich zwischen Weichheit und Festigkeit und hinterfragen etablierte Vorstellungen von Materialität und Form.

Die entstandenen Objekte sind nicht das Ergebnis eines vorab festgelegten Entwurfs, sondern haben sich in einem offenen Prozess im direkten Dialog mit dem Material herausgebildet. Zwischen Materialexperiment und gestalteter Form entziehen sie sich eindeutigen Zuordnungen und existieren in einem Spannungsfeld zwischen Vertrautem und Unbekanntem. Sie laden dazu ein, gewohnte Wahrnehmungs- und Deutungsmuster zu hinterfragen.

Zwischen Offenheit und Ordnung: Ein Regalsystem zur Strukturierung von Räumen

Wohn- und Arbeitsräume erfüllen heute selten nur eine Funktion. Das Wohnzimmer wird zum Homeoffice, die Einraumwohnung vereint Kochen, Schlafen und Arbeiten. Diese Bachelorarbeit untersucht, wie ein modulares Raumtrenner-Regalsystem gestaltet sein muss, um offene Räume flexibel zu strukturieren, ohne sie zu schließen.

Kern des Entwurfs ist ein modulares System aus Edelstahlrohr-Rahmen in drei unterschiedlichen Höhen. Diese werden zickzackartig angeordnet und lassen sich beliebig kombinieren, erweitern und in der Höhe ergänzen. Textile Abhängungen ergänzen die klare Metallstruktur und bringen Leichtigkeit in den Entwurf, sie lassen sich einfach austauschen und verändern die räumliche Wirkung des Systems grundlegend.

So entsteht ein Möbel, das je nach Konfiguration als Stauraum, Raumtrenner oder Präsentationsfläche fungiert, auch über Eck aufbaubar. Vom Wohnraum über Büro bis hin zu Laden- und Ausstellungskontexten bleibt das System offen für unterschiedlichste räumliche Anforderungen.

corda

Eine Orchesterbühne ist ein besonderer Ort, ein Sinfonieorchester ein beeindruckender Klangkörper. Doch nicht nur glänzende Instrumente und festlich gekleidete Musiker*innen prägen das Bild, sondern auch zahlreiches, weniger ästhetisches und konzeptlos wirkendes Bühnenequipment. Ein groß besetztes Sinfonieorchester mit über 100 Musiker*innen und deren Instrumente, mehr als 40 Pulten und individuelle Gerätschaften, bilden eine stattliche Masse. Müssen zusätzlich Pultleuchten, Mikrofone und Kabel eingerichtet werden, kann zunehmende Unübersichtlichkeit zum Problem werden.

Es stellt sich die Frage nach Funktionalität, Effizienz, Logik und Kontext. Benutzen alle dasselbe Equipment? Was ist, wenn von einem Tablet statt aus Papiernoten gespielt wird? Welche Tücken ergeben sich bei einem Bühnenpodest?

Ziel dieser Arbeit ist die Auseinandersetzung mit jener Thematik und umfasst die Ausarbeitung einer Strategie zur Gestaltung eines entsprechenden Produktes.