SHIFT

SHIFT entstand aus der Beobachtung der Arbeitsräume an der Kunsthochschule. In diesen kreativen Arbeitsräumen finden Arbeit, Gespräche, Recherche und Pausen gleichzeitig statt. Organisationen, Anforderungen und Arbeitszustände existieren nebeneinander und gehen kontinuierlich ineinander über. Die Grenzen zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit werden dadurch zunehmend unscharf. Kreative Prozesse entstehen nicht nur in Phasen hoher Konzentration, sondern ebenso in offenen Situationen.

Das Projekt untersucht, wie Licht auf diese Dynamik reagieren kann und wie unterschiedliche Arbeitsweisen in kreativen, gemeinsam genutzten Arbeitsräumen unterstützt werden können.

Das Ergebnis ist eine offen konzipierte Arbeitsleuchte für geteilte Arbeitsplätze. Sie ermöglicht einen flexiblen Wechsel zwischen direktem und diffusem Licht und passt sich unterschiedlichen Tätigkeiten an. SHIFT versteht Licht als Werkzeug, das Übergänge unterstützt und kreative Arbeit in gemeinsamen Räumen begleitet.

2.5

Dieses Projekt hinterfragt die toxische Beschleunigung der Serienproduktion und den damit einhergehenden Verlust emotionaler Werte. Als direkte Reaktion fusioniert es die industrielle Logik des CNC-Fräsens mit der unnachgiebigen Natur von 18 mm Birkensperrholz. Unter Anwendung der Prinzipien des Kirigami, der Kunst des Schneidens und Faltens einer einzigen Ebene, transformiert die Arbeit zweidimensionale Oberflächen in komplexe, hybride Formen, die sich einer sofortigen Kategorisierung entziehen. Eine erzwungene Entschleunigung in einer von Effizienz besessenen Kultur.

Während digitale Werkzeuge Schnelligkeit versprechen, verlangt das Material radikale Geduld; jeder Akt der Hast brennt sich unwiderruflich in das Holz ein. Die daraus resultierenden Objekte dienen als stummer Protest gegen geplante Obsoleszenz und den Neu-Reflex: die zeitgenössische Angewohnheit, Dinge zu ersetzen, bevor sie überhaupt abgenutzt sind.

Die endgültige Form des Objekts ist keine fertige Lösung, sondern eine Einladung zu einem physischen und mentalen Perspektivenwechsel. Durch die Untergrabung funktionaler Erwartungen fordert das Werk den Nutzer heraus, zu einem aktiven Teilnehmer zu werden.

testnest

testnest ist ein haptisches Baukastensystem zur Gestaltung von physischen Userinterfaces. Der kompakte Koffer enthält verschiedene Bedienelemente in Modulform, CAD-kompatible Verbindungselemente sowie ein Kartenset mit visuellen Anleitungen und Maßvorgaben für die Detailgestaltung. Designer*innen können die Module direkt am z. B. 3D-gedruckten Prototyp durch einen LEGO-ähnlichen Steckmechanismus ausprobieren, Varianten vergleichen und Nutzerfeedback einholen. Durch integriertes haptisches Feedback vermitteln die Module ein realistisches Bediengefühl. Dank modularem Aufbau ist das testnest in Designstudios, Hochschulen oder durch spezialisierte Toolkits für die jeweilige Branche einsetzbar. Das verspielte Branding mit Vogelmotiv und der Name verbinden Testen mit Kreativität, Spaß und Technik. testnest macht haptische Interfaces anschaulich erlebbar, verkürzt den Zugriff auf Fachwissen und gibt dem physischen Gestalten im digitalen Zeitalter neuen Raum.

beat the heat

Zunehmende Hitzewellen verlangen nach neuen Antworten. Beat the Heat ist ein modulares, körpernahes Kühlset, das speziell für den urbanen Alltag und körperlich fordernde Situationen bei Hitzeperioden entwickelt wurde. Es umfasst Cap, Weste sowie Arm- und Fußelemente und funktioniert passiv, ganz ohne Strom, nur durch Verdunstungskühlung.

Feuchte Pads und offenporige Keramikelemente geben Wasser langsam ab und kühlen den Körper durch natürliche Verdunstung. Ein kleines Feld mit thermochromer Farbe signalisiert, wann die Elemente erneut befeuchtet werden müssen.

Die Prototypen wurden im Sense Lab der TU München unter Hitzebedingungen getestet und mit Infrarotkameras ausgewertet. Das Ergebnis: ein nachhaltiges, energieunabhängiges System für eine resiliente Zukunft im Zeichen des Klimawandels.

Ula

Die Arbeit entspringt der Auseinandersetzung mit dem Hormon Dopamin und seinen Wechselwirkungen im Design und untersucht, inwiefern das Motivationshormon den kreativen Gestaltungsprozess beeinflussen kann.
Der Fokus liegt dabei auf dem narrativen Entwurfsprozess: Wie können Motivation und Freude die Gestaltung prägen?
Die Objektserie „Ula“ ist das Ergebnis eines intuitiven Gestaltungsprozesses. Charakteristisch für die aus Aluminium gefertigten Kistenobjekte sind ihre Griffe. Sie resultieren aus einer gezielten Verformung der Frontseiten in entgegengesetzte Richtungen und überführen eine Fläche in eine dreidimensionale Form.
Die Kisten lassen sich flexibel stapeln, schaffen Stauraum und Ablageflächen. Ergänzt durch ein Tablett bewegt sich die Serie mühelos zwischen funktionalen Aufbewahrungsobjekten und skulpturalem Akzent im Wohnraum.
Als formgebendes Konzept bietet die Objektserie über den aktuellen Ergebnisstand hinaus Potenzial für weitere gestalterische Erkundungen.

Applikation von Fengshui im Produktdesign

Mit der Applikation der traditionellen chinesischen Harmonielehre Fengshui im Produktdesign wird auf innovative Weise Raumqualität verbessert und ein Produktmehrwert erschaffen. Durch die Gestaltung des gezeigten Haushalts-Luftfilters ist eine Personalisierung des Produkts möglich, und es kann an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden – so werden im persönlichen Umfeld Harmonie und Ausgleich erzielt, was zu einer besseren Raum- und Lebensqualität führt. Diese Anpassungsfähigkeit wird durch eine reduzierte, jedoch modulare Gestaltung des Produkts ermöglicht. Dabei dient der Korpus als Leinwand, um die ausgewählten Materialien (Fünf-Elemente-Lehre) hervorzuheben, sodass sie sich in der Umgebung entfalten können. Die Anpassungsfähigkeit ist durch den Einsatz verschiedener Filtermaterialien auch im Inneren vorhanden. Das Ziel dieser Arbeit ist es, neue Wege in der Gestaltung von Alltagsprodukten aufzuzeigen – mit Fokus auf der Wirkung des Produkts auf den Menschen und dessen Umfeld.

Mut zur Ecke

Im Rahmen dieses Projekts entstand ein modulares Sideboard, das gezielt um ein innovatives Eckmodul erweitert wurde. Der Entwurf reagiert auf die Anforderungen moderner Wohnsituationen, in denen Raum oft knapp bemessen ist. Ziel war es, eine flexible und ästhetisch überzeugende Lösung für ungenutzte Ecken im Wohnbereich zu schaffen.

Das Systemmöbel passt sich dank seines modularen Aufbaus verschiedensten Raumsituationen an – sowohl in seiner Form als auch in der Fläche erweiterbar. Besonderes Augenmerk lag auf der effizienten Nutzung von Zimmerecken, die durch das integrierte Eckmodul funktional erschlossen und gestalterisch aufgewertet werden.

Klarheit in der Formensprache, zeitgemäßes Design und eine hohe Alltagstauglichkeit zeichnen das Möbel aus. Es verbindet Gestaltungsanspruch mit Funktionalität und ermöglicht eine individuelle Anpassung an sich wandelnde Lebensumstände – langlebig, wandelbar und raumoptimierend.

Konzept eines emissionsfreien Krabbenkutters

Das Krabbenfischen ist von der norddeutschen Küste nicht mehr wegzudenken, schon seit Jahrzehnten ist es ein Grundpfeiler der Wirtschaft und Nahrungsversorgung vieler Küstenstädte. Durch Faktoren wie die Großfischerei wurde jedoch die Krabbe zu einem reinen Konsumprodukt. Steigende Nachfrage und immer größere Fangschiffe hatten sinkende Bestände und ein stärker bedrohtes Ökosystem zur Folge. Des Weiteren verlor die private und familiäre Kleinfischerei an Bedeutung.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, gibt es das Eco-Kutter-Konzept. Dieser knapp 20 Meter lange Kutter setzt neue Technologien ein, um das Krabbenfischen nachhaltiger und zukunftssicherer zu machen. Durch eine Hybridlösung mit einem elektrischen Azi-Pod-Antrieb und einer modularen Energieversorgung, bestehend aus einem mit E-Fuels betriebenen Generator und Batterien, können verschiedene schädliche Umwelteinflüsse reduziert werden.

Materialmanipulation durch Biegeschnittgeometrien

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem alternativen Verfahren zur Verformung von Plattenwerkstoffen, bei dem durch gezielte Materialentfernung das Biegeverhalten beeinflusst wird, um diese schließlich in eine komplexe dreidimensionale Form zu überführen.

Dazu wurden im Rahmen des Projekts systematische Versuche mit variierenden Parametern durchgeführt, um deren Einfluss auf die Biegefestigkeit verschiedener Materialien zu untersuchen. Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für ein praktisches Anwendungsbeispiel in der Gestaltung eines Stuhls.

Das daraus entwickelte Konzept zeichnet sich durch ein hohes Gestaltungspotenzial aus und bietet die Möglichkeit, auf konventionelle Biegeverfahren, die in der Regel den Einsatz spezieller und zweckgebundener Formwerkzeuge erfordern, zu verzichten. Dieser Verzicht stellt dabei eine parametrisierbare freie Anpassbarkeit des Entwurfs in Aussicht, die wiederum eine flexible Plattform für die Generierung verschiedener Sitzmöbel bietet.

KippCart

Das KippCart ist eine modulare Transporthilfe, die den intermodalen Transport im urbanen Raum ermöglicht. Es ist für die Bedürfnisse von urbanen Kleingärtnern konzipiert und erleichtert stadtweite Transporte, unabhängig vom Auto, indem es im ÖPNV mitgeführt werden kann. Die universelle Handhabung und intuitive Bedienung in Kombination mit einer kompakten, robusten und krafteffizienten Bauweise sorgen für die nötige Akzeptanz und Sicherheit im ÖPNV. Die Anpassung an verschiedene Transportbedürfnisse wird durch austauschbare Module ermöglicht. Eine gemeinschaftliche Nutzung bietet zudem einen günstigen Zugang für umweltschonende Transporte.