Wesentliches- sein was man nicht ist

Vladimir Bessonov

Januar / January - 2018

Hochschule der Bildenden Künste Saar

Was ist es?

Das Objekt, welches die Thematik der Arbeit praesentiert ist ein Schalengefaess. Die Typologie traditioneller Russischer Handwerkst, der sogenannten “Chochloma“, wurde hierbei neu interpretiert und traegt die eigentliche Aussage der Arbeit in die analoge Form.

Was ist das Thema?

Die digale Revolution stellt neue Herrausforderungen an die Gestalung und die Wahrnehmung unserer Umgebung. Waehrend digitale Gestaltungs- und Fertigungsmethoden unseren Horizont des Moeglichen oft ueberwaeltigen haben wir zeitgleich eine sehr deutliche Vorstellung davon was unsere Ansprueche an analoge Formen befriedigt. In meiner Arbeit thematisiere ich dieses Spannungsfeld und kommentiere gleichzeitig die Entwicklung und die Aufgame des Produktgestalters in der Moderne.

Warum sieht es so aus?

Nach einer eindringlichen Auseinandersetzung mit den Herstellungsverfahren der traditionellen ''Chochloma''- Handwekskunst und der Geschichte und der Bedeutung der Schalentasse in der asiatischen Kultur, kombiniere ich die in meinem im Studium gesammelten Erfahrungen der Produktgestaltung und der digitalen Fertigung. Einem klassischen Entwurfsprozess mit Versuchsreihen und systematischer Formgebung folgt eine digitalisierung des Objektes. Das Material fuer das Objekt, Eiche- Vollholz ist Regional bezogen und wird fuer die CNC- Fraesen- Bearbeitung manuel vorbereitet. Der Fertigungsprozess an der CNC Fraese wird in der Vorbereitung manipuliert und gezielt unterbrochen. Hierbei werden die charakteristischen Merkmale des Werkzeuges zu einem wesentlichen Gestaltungselement.

Was ist das Besondere?

Eine funktional optimierte Form des Objektes als Gefaess vereint mit einer alternativen Herstellungsmethode die, die Vorteile der digitalen und analogen Feritung und Gestaltung in einem Objekt vereint. So ensteht eine einzigartige Oberflaechenstruktur die eine neue Aesthetik definiert, welche den aktiven Umgang mit dem Objekt provoziert und somit das Wesentliche in der Beziehung zwischen Mensch und Gegenstand fordert.

Was ist neu?

Die Verwendung gezielter Manipulation und Unterbrechung digitaler Fertigungsmethoden steht im Kontrast zur handwekrlicher Perfektion. Waehrend die digitalisierung den ''Fehler'' auszumerzen versucht um Vollkommenheit jederzeit garantieren zu koennen, wird das Handwerkliche gerade durch die Spuren der Herstellung zu einem Wert erhoben. Das Objekt kehrt diese Methoden um und stellt sie in seinem Inneren und Ausseren gegenueber.