Kurzbeschreibung
Trauer ist universell, aber die Orte, an denen wir trauern, verschwinden. Menschen ziehen weg, Familienstrukturen lösen sich auf, Friedhöfe werden seltener besucht. Soziologe Thorsten Benkel nennt dieses Phänomen die „Delokalisierung der Trauer”. Vor diesem Hintergrund fragt die Arbeit, wie digitale Räume neue Formen des Erinnerns, Trauerns und der Verbindung ermöglichen können.
Psychologisch wird Trauer als dynamischer Prozess zwischen Verlust- und Wiederherstellungsorientierung verstanden (Dual-Prozess-Modell, Stroebe & Schut, 1999).
Die Arbeit folgt methodisch einem theoriegeleiteten HCI-Designansatz an der Schnittstelle von Psychologie, Anthropologie und Human-Computer Interaction und resultiert in einem konzeptionellen Prototyp mit drei Funktionen: ein nichtlineares Erinnerungsarchiv, ein weiches haptisches Kissen das Atemübungen körperlich erfahrbar macht, und regenerative Impulse für Offline-Rituale – ein Entwurf dafür, wie Trauer im digitalen Zeitalter aussehen könnte.