AERIS – Zwischen Sicherheit und Akzeptanz – Gestaltung einer Drohne zur Überwachung gefährdeter Infrastruktur

AERIS ist ein hybrides ISR-UAV zur Überwachung weitläufiger und linearer Infrastrukturen wie Stromleitungen, Pipelines, Bahntrassen und Industrieanlagen. Das Projekt untersucht, wie ein unbemanntes Luftfahrtsystem funktionale Anforderungen an Überwachung, Sensorintegration, Reichweite und Flugstabilität erfüllen kann, ohne im öffentlichen Raum militärisch oder bedrohlich zu wirken.

Die Kombination aus vertikalem Start und effizientem Vorwärtsflug ermöglicht den flexiblen Einsatz über lange Strecken sowie in Bereichen ohne klassische Start- und Landebahn. Der Entwicklungsprozess verbindet Markt- und Kontextrecherche, die Analyse bestehender UAV-Systeme, funktionales Prototyping, Flugtests, CAD-Entwicklung und iterative Formstudien.

Ergebnis ist ein ausgearbeitetes Drohnenkonzept mit physischem Prototyp, das technische Leistungsfähigkeit, sichtbare Sicherheit und gesellschaftliche Akzeptanz gestalterisch miteinander verbindet.

eMotion

Was passiert, wenn sich nicht die Welt verändert, sondern die Art, wie wir sie betrachten? „eMotion“ ist eine interaktive Ausstellung, die die Transformation von Unzufriedenheit und innerer Leere hin zu Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit erfahrbar macht. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Menschen Phasen erleben, in denen Orientierung, Perspektive und innere Stabilität verloren gehen.

Im Zentrum steht eine abstrakte Skulptur, die zunächst chaotisch und unverständlich wirkt. Erst durch einen bewussten Perspektivwechsel offenbart sich ihre eigentliche Form. Begleitet von generativen Visualisierungen und emotionalem Sounddesign entsteht ein immersiver Erfahrungsraum, der zeigt, wie Wahrnehmung unsere Realität prägt und Veränderung neue Perspektiven eröffnen kann.

Lebenswelten, künstlerisch reflektiert: Kinder aus herausfordernden Lebenssituationen an den Hope Schools in Südafrika

Meine Bachelorarbeit entstand während eines dreimonatigen Aufenthalts an den Hope Schools in East London, Südafrika, einer Schule, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert und ursprünglich für Kinder gegründet wurde, die von HIV und AIDS betroffen sind. Gemeinsam mit den Kindern entwickelte ich Kunst- und Fotoprojekte, die ihnen Raum für Ausdruck und Selbstrepräsentation gaben.

Daraus entstanden zwei Bücher: „Personal Insights“, ein dokumentarisches Buch über meine persönlichen Erfahrungen vor Ort, sowie „Unseen Stories“, das den Alltag der Kinder durch ihre eigenen Fotografien zeigt.

Ziel der Arbeit ist es, durch Gestaltung emotionale Nähe, Verständnis und Aufmerksamkeit für die Hope Schools zu schaffen.

PRIME — Accessible Motion

PRIME ist eine erschwingliche, vollmechanische transradiale Armprothese, die als Alternative zu elektronisch gesteuerten Systemen entwickelt wurde. Sie nutzt die eigene Körperkraft, um die Ellbogenbeugung über einen rein mechanischen Koppelmechanismus in eine kontrollierte Handbewegung zu übersetzen. Durch den Verzicht auf elektronische Komponenten reduziert PRIME Kosten, technische Komplexität sowie Wartungsaufwand und erhöht gleichzeitig die Zuverlässigkeit und Reparierbarkeit.

Die modulare Architektur ermöglicht die Anpassung an verschiedene Nutzer und Nutzungskontexte, zudem sind die Komponenten für die digitale Fertigung und dezentrale Produktion optimiert.

PRIME zielt darauf ab, den Zugang zu funktionalen Prothesen der oberen Gliedmaßen insbesondere in ressourcenarmen Umgebungen zu verbessern, indem nutzerzentrierte Designprinzipien mit robusten maschinenbaulichen Lösungen kombiniert werden.

Personalised chest protector for women in contact sports

Sportausrüstung für Frauen wurde traditionell nach männlichen Standards entwickelt, wobei die anatomische Vielfalt und die spezifischen Bedürfnisse weiblicher Körper oft vernachlässigt werden. Dies wird besonders bei Kontaktsportarten deutlich, bei denen bestehende Brustschützer häufig unbequem und einschränkend sind sowie schlecht an unterschiedliche Brustformen und -größen angepasst sind.

Diese Abschlussarbeit befasst sich mit dieser Ungleichheit durch die Entwicklung eines personalisierten Brustschützers für Frauen, der auf einem parametrischen Designansatz in Grasshopper basiert und mittels 3D-Druck hergestellt wird. Einstellbare Parameter ermöglichen es dem Protektor, sich an verschiedene Körpertypen, Brustgrößen und Asymmetrien anzupassen, wodurch eine inklusivere und anatomisch orientierte Lösung entsteht.

Das Design besteht aus einem separaten Brustschutz, der in einem Sport-BH getragen wird. Dies ermöglicht es den Nutzerinnen, angemessenen Halt, Komfort, Bewegungsfreiheit und effektiven Aufprallschutz zu kombinieren, insbesondere bei Sportarten wie Boxen. Das Projekt unterstützt eine inklusivere Sportausrüstung für Frauen.

Das Abenteuer-ABC: Mitmachen, Basteln, Entdecken. Gestalterisches Konzept und illustrative Umsetzung eines multifunktionalen Buchprojekts für Kinder

Das Abschlussprojekt “Das Abenteuer-ABC” zeigt das gestalterische und illustrative Konzept eines multifunktionalen Aktivitätenbuchs für Grundschulkinder. Für die Präsentation und als Dummy der Masterarbeit wurde der Ordner „Frühling“ in einem Schuber ausgearbeitet. Gleichzeitig wird ein Konzept für alle vier Jahreszeiten vorgestellt.

Das Buchkonzept verbindet Naturerleben, Kreativität und spielerisches Lernen. Jeder Buchstabe erscheint als entnehmbares Leporello mit zwei Aktivitäten, die durch illustrierte Doppelseiten und kurze Geschichten mit drei Protagonisten eingeführt werden. Ergänzt wird das Konzept durch ein Skizzenbuch für Beobachtungen und eigene Ideen.

Die flexible Gestaltung ermöglicht mobiles und nicht lineares Lesen für drinnen und draußen. Die barrierefreie Schrift Lexend Regular unterstützt einen einfachen Zugang. Der analoge Illustrationsstil mit Polychromos-Farbstiften wirkt ruhig, detailreich und offen für eigene Interpretationen.

die Schlange – gemeinsam miteinander leben

„die Schlange“ ist eine fotografische Annäherung an den Wohnkomplex Schlangenbader Straße in Berlin. Im Zentrum steht die Untersuchung von Raum als atmosphärisches Gefüge und die Frage, wie ein Gebäude Wahrnehmung und Zusammenleben prägt. Wohnungen über einer Autobahn, Innenhöfe, Flure und ein stillgelegter Tunnel bilden einen vielschichtigen Raum. Das Buch macht die Ebenen dieses Ortes erfahrbar.

Licht, Materialität und Wiederholung formen dabei Atmosphären, die zwischen Offenheit und Rückzug, Nähe und Distanz wechseln. Die Fotografien zeigen alltägliche Situationen und Spuren von Anwesenheit, ohne Menschen direkt zu porträtieren. Stattdessen werden Bewohner über ihre Räume und Geschichten erfahrbar.

Atmosphäre entsteht als etwas, das zwischen Räumen und Menschen liegt und sich im Erleben entfaltet. „die Schlange“ verbindet dokumentarische Fotografie mit einer künstlerischen Perspektive und eröffnet einen sensiblen Blick auf Gemeinschaft, Anonymität und das Leben im urbanen Raum.

Perspektiven auf Windräder

Die Bachelorarbeit „Perspektiven auf Windräder“ untersucht fotografisch, wie Menschen Windkraftanlagen wahrnehmen. Technische Daten wie Höhe, Leistung und Standort werden mit persönlichen Meinungen von Bürger:innen verbunden, unabhängig davon, ob sie Windkraft befürworten oder ablehnen.

Im Zentrum steht eine Reise durch Nordrhein-Westfalen zu ausgewählten Windrädern mit besonderen technischen Merkmalen. Das daraus entstandene Buch kombiniert eigens erstellte Karten, Fotografien, Interviews und recherchierte Daten. Ergänzend zeigen Reisefotografien die Wege zwischen den Standorten und setzen einen bewussten Kontrast zu den sachlich aufgebauten, datenbasierten Seiten.

So verbindet die Arbeit objektive Informationen mit subjektiven Erfahrungen und macht die Vielfalt der Perspektiven auf Windkraftanlagen visuell und inhaltlich nachvollziehbar.

Was zum Geier

Es sind die Momente des Dialogs zwischen Designer und Modell im Gestaltungsprozess, die im iterativen Aufeinander-Reagieren zu der Entstehung eines Produkts führen. Sie sind improvisatorischer Natur. Mit einer designth./philos. Perspektive habe ich mich der improvisatorischen Identität genähert. Dies geschah durch einen theor. Einstieg, Interviews mit Impro-Experten und einem Essay, wobei ich Improvisation als Tugend des Designers bezeichne.

Mit meinen praktischen Entwürfen haben wir es zum einen mit dem Freien Spiel: Fragments of Aka zu tun. Ziel ist es, Improvis.-Methoden aus den Künsten ins Produktdesign zu übertragen. Ich lasse mich von gefundenen Fragmenten, Reststücken oder Objekten auf dem Gelände der Kunstakademie ansprechen. Diese dienen als Ausgangspunkt für ein offenes, formales Spiel.

Im zweiten Teil meiner praktischen Entwürfe, einer Stromschienensystemerweiterung, untersuche ich, wie improvis. Momente im Gestaltungsprozess stattfinden und im fertigen Modell nachhallen.

Leitfaden Reisendeninformation

Reisendeninformation hält das Verkehrssystem zusammen, doch dort, wo Menschen umsteigen, scheitert sie oft. Wer heute europäische Bahnhöfe durchquert, trifft auf einen Flickenteppich aus Farben, Schriften, Symbolen und Systemen. Diese Vielfalt verdeckt ein zentrales Problem, die fehlende Kohärenz in der Informationsvermittlung.

Der Leitfaden Reisendeninformation versteht sich als gestalterisches Werkzeug, das Ordnung in die visuelle Kommunikation öffentlicher Verkehrssysteme bringt. Nicht als Einheitslösung, sondern als systematische Herangehensweise für konsistente, verständliche und intermodal anschlussfähige Leitsysteme. Im Zentrum steht das Konzept des Sign Flow, ein medienübergreifender Informationsfluss, der Übergänge zwischen Systemen gestaltet und zugänglich macht.

So entsteht ein Werkzeug für Städte, Verkehrsunternehmen, Planer:innen und Gestalter:innen, ein Plädoyer für einen öffentlichen Raum, in dem Orientierung selbstverständlich ist, kein Privileg.