/DA UNTEN

Ein großformatiges Forschungsarchiv zur Vielfältigkeit von Scham.

Scham ist ein Gefühl. Es ist still und individuell. Es ist das ungute Empfinden, falsch zu sein. Ein Blick in die Extreme zeigt: Scham baut Systeme, schreibt Gesetze, formt Worte, erfindet Produkte, zensiert Bilder und krümmt Körper.

Neben dem eigenen narrativen Zugang wurden weitere Gestalter*innen eingeladen, ihre persönlichen Assoziationen mit dem Thema visuell zu übersetzen. In einem Archiv werden diese Perspektiven gesammelt, eingeordnet und neu betrachtet. Entstanden ist ein vielstimmiger, fragmentarischer Raum über die Instrumentalisierung einer Emotion.

empath – Gestaltung beginnt mit Empathie

„empath – Gestaltung beginnt mit Empathie“ ist ein Bildungsformat, das Empathie als gestalterische Schlüsselkompetenz im Gestaltungsstudium verankert. Gestalter:innen arbeiten zunehmend in komplexen sozialen, kulturellen und emotionalen Kontexten. Empathie ist dabei zentral für verantwortungsvolle Gestaltung, wird in der Lehre jedoch oft unsystematisch vermittelt.

Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass Empathie trainier- und lehrbar ist, wurde ein modulares Konzept entwickelt, das Empathie fördert, indem Studierende empathisch wahrnehmen, reflektieren und gestalten.

Grundlage sind praxisorientierte Workshops, ergänzt durch ein begleitendes Workbook, ein Identity Journal und einen KI-gestützten Coach. Gemeinsam bilden sie ein ganzheitliches System, das Empathie nachhaltig im Studium und darüber hinaus im Alltag fördert.

Hyperculture – Cultural practices across East and West

Im Alltag wird immer deutlicher, dass sich kulturelle Grenzen auflösen und nicht mehr klar als „östlich“ oder „westlich“ einzuordnen sind. Hyperculture beschreibt dieses Verschwimmen kultureller Grenzen und ermöglicht das Nebeneinander unterschiedlicher Kulturen in einer globalisierten Welt. Das Thema “Hyperculture – Cultural practices across East and West” wird anhand von 3 Arbeiten umgesetzt:1. Publikation: Die Wendepublikation setzt sich mit kulturellen Praktiken im Osten und Westen auseinander und kann aus beiden jeweiligen Perspektiven gelesen werden. Verdeutlicht wird dies durch Interviews, Zitate, Artikel, Bilder und eigene visuelle Darstellungen.

2. Plakat: Das Lentikularplakat mit Morphing-Effekt basiert sich auf die zwei Cover der Wendepublikation.

3. Vase: Die Vase verkörpert eine hybride Identität in Objektform, da sie blaue Porzellanmalerei mit östlichen und westlichen Motiven verbindet.

Verantwortungsvolles Produktdesign am Beispiel der nachhaltigen und nutzerzentrierten Neugestaltung des Asthma-Inhalators

Das Inhalator-System „INSPIRE“ fokussiert sich auf Zirkularität, nutzerspezifische Bedürfnisse und das Schließen von Informationslücken bei Patient*innen. In Zusammenarbeit mit Asthmatiker*innen und medizinischem Fachpersonal wurden Kernprobleme der meistgenutzten Inhalatoren identifiziert: Fehlende Recycling-Angebote führen dazu, dass Gehäuse und treibgashaltige Kartuschen im Hausmüll landen, während repetitive Anwendungsfehler beim Inhalieren durch mangelnde Aufklärung die Therapie behindern.

Als Lösung wurde im Rahmen einer Bachelorthesis ein neues Inhalator- und App-Design entwickelt. Beide Komponenten funktionieren als Services, die eine nachhaltige, ergonomische und visuell ansprechende Erfahrung bieten.

Die App schließt Wissenslücken zur Nutzung und Entsorgung, während der Inhalator kreislauffähig optimiert wurde. Als Sustainable Product-Service System verbleibt die Entsorgungsverantwortung so bei den Herstellenden statt bei den Nutzer*innen.

ANGRY WOMEN

ANGRY WOMEN untersucht die gesellschaftliche Stigmatisierung und historische Pathologisierung weiblicher Wut und zeigt zugleich ihr emanzipatorisches Potenzial. Ihre Tabuisierung und Entwertung sind keine individuellen Probleme, sondern basieren auf patriarchalen Strukturen. Dabei wird die Vielschichtigkeit von Wut verkannt, die auf bestehende Machtverhältnisse und Ungleichheiten aufmerksam macht, selbstermächtigend wirkt und gesellschaftliche Veränderung initiiert.

Methodisch verbindet die Arbeit theoretische Perspektiven aus feministischer Forschung mit der Analyse visueller Mittel verschiedener künstlerischer Positionen und gesellschaftlichen Diskursen. Die gestalterische Haltung wird durch bewusste Regelbrüche und Spannungen erfahrbar.

DEMENZ RAUM GEBEN

Das Masterprojekt „DEMENZ RAUM GEBEN – Ein Handbuch für ein demenzgerechtes Zuhause“ klärt pflegende Angehörige über die Möglichkeiten einer demenzgerechten Raumgestaltung auf. Viele Angehörige wissen nicht, dass eine angepasste Raumgestaltung die Selbstständigkeit der Betroffenen fördern und so den Pflegealltag erleichtern kann. Allerdings stellt die Individualität der Erkrankung eine große Herausforderung dar, denn es gibt keine Musterlösungen, sondern es bedarf einer Lösung, die stark auf die Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Das Ziel des Handbuchs besteht nicht darin, Lösungen vorzugeben, sondern die Angehörigen zu lehren, wie sie eigenständig Probleme erkennen und selbst individuelle Lösungen entwickeln können. So leitet das Handbuch die Angehörigen von der Theorie über die Praxis bis hin zum Platz für eigene Anpassungen und Notizen. Dabei immer im Fokus, nicht ein trockenes Lehrbuch zu sein, sondern den Angehörigen mit charmanten Illustrationen die Welt der Betroffenen zu zeigen.

Change is_

Städte breiten sich aus, Gletscher schmelzen, die biologische Vielfalt verändert sich und die Weltbevölkerung wächst stetig weiter. Diese Veränderungen sind sichtbar, messbar und unbestreitbar. Doch hinter diesen großflächigen Transformationen verbergen sich persönliche Geschichten von Verlust, Resilienz, Anpassung und Hoffnung, die oft unbemerkt bleiben. Wir messen Wandel in Zahlen. Aber wir haben die Menschen dahinter vergessen.

Dieses Projekt untersucht, wie Design komplexe Transformationen in zugängliche visuelle Narrative übersetzen kann. Es erforscht zwölf verschiedene Formen des Wandels, eine für jeden Monat des Jahres, und stellt dabei zwei Fragen: Was zeigen die Fakten? Und wie erleben Menschen dies tatsächlich? Für jedes Thema präsentiert ein Buch messbare Fakten durch Informationsdesign, während eine Website persönliche Geschichten teilt. Zusammen bilden sie ein konzeptionelles System, das beide Dimensionen im Spannungsfeld hält. Wie Schwarz und Weiß. Wie Daten und Gefühle. Wandel ist beides.

Kein Holzstück mehr

»Kein Holzstück mehr« ist ein Designobjekt aus 318 Fotografien und ausgewählten Zitaten, das sich mit Prothesen und verwandten Formen der Körpererweiterung auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist die technische Entwicklung künstlicher Körperteile und deren Weiterentwicklung bis hin zu heutigen, technisch komplexen Systemen. Die Arbeit zeigt die Vielfalt unterschiedlicher Prothesenmodelle und macht sichtbar, wie eng Körper, Technik und gesellschaftliche Vorstellungen miteinander verwoben sind.

Basis dieses Projektes waren Interviews mit Personen, die selbst Prothesen tragen. Der Titel »Kein Holzstück mehr« ist ein Zitat aus einem dieser Gespräche und plays auf den Entwicklungsprozess von Prothesen an.

AKTE BAB620

Meine Masterarbeit, die 2025 unter der Betreuung von Professor Stefan Hauser entstand, beschäftigt sich mit der Stadtautobahn in Saarbrücken und den Konflikten, die sie auslöst. Ausgangspunkt ist eine Spurensuche in der Vergangenheit, die bis zu möglichen Zukunftsszenarien weitergeführt wird. Im Rahmen des Projekts entstand ein 240-seitiges Buch mit Fotografien, Texten, Interviews und Grafiken, gegliedert in die Kapitel „1963“, „Phänomen Stadtautobahn“ und „Veränderung“.

Zunächst werden die Zukunftsvisionen der 1960er-Jahre im Saarland beleuchtet. Anschließend analysiert das Kapitel „Phänomen Stadtautobahn“ mithilfe von Archivmaterial, Daten und Informationen die Geschichte und Wirkung des Bauwerks. Im Kapitel „Veränderung“ kommen Menschen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zu Wort, die neue Perspektiven für die Stadtautobahn entwickeln. Ziel des Buches ist es, Denkanstöße für die zukünftige Auseinandersetzung mit dem Thema zu geben.

Körperliche Literalität

Körperliche Literalität verweist auf die körperliche Dimension von Wahrnehmung und Sinngebung und lenkt die Aufmerksamkeit darauf, wie sich Fähigkeiten, die durch die Interaktion mit Schrift und Druck erworben werden, in den Körper einschreiben. Technologien affizieren unsere Vorstellungs- und Denkweisen und vermitteln die Entwicklung neuer kognitiver Wahrnehmungsfähigkeiten. Literalität, so verstanden, beschreibt ebenso kulturspezifische Formen der Informationsverarbeitung. Diese Arbeit denkt darüber nach, welche Wege das Buch bietet, sich auf Wissen einzulassen, die dem Potential der Körper für Wahrnehmung und Verständnis entsprechen.