Urban Komorebi

Mystery bietet eine neue Perspektive auf die Förderung von Kreativität und kann ein wertvolles Instrument bei der Gestaltung kreativer Arbeitsräume sein. Forschungsergebnisse zeigen, dass auf Mystery basierende Designstrategien Neugier wecken, zum Erkunden anregen und neue Denkweisen fördern können.

Urban Komorebi zeigt, wie Mystery in die Gestaltung von Arbeitsräumen integriert werden kann. Das Konzept basiert auf der „Verheißung neuer Informationen“: Ein visueller Hinweis suggeriert das Vorhandensein eines nahe gelegenen Fensters, obwohl tatsächlich kein Fenster existiert.

Das Produkt kombiniert eine Lichtinstallation mit Wanddekoration und besteht aus mehreren geschichteten Komponenten, darunter Faserplatten, ein LED-Streifen, opales Acrylglas, eine visuelle Ebene mit Schattenausschnitten, die während der Produktionsphase individuell angepasst werden können, sowie eine äußere Hülle aus Leinwand. Das dimmbare Licht bietet drei Farbtemperatureinstellungen, sodass Nutzer:innen die Atmosphäre an unterschiedliche Bedürfnisse und Vorlieben anpassen können. Mögliche Einsatzszenarien sind Übergangsräume, Bereiche in der Nähe individueller Arbeitsplätze sowie gemeinsam genutzte Gemeinschaftsbereiche.

OIKOPHORIA

OIKOPHORIA ist eine experimentelle Forschungsarbeit zur Bedeutung des Zuhauses in einer zunehmend mobilen Gesellschaft. Im Zentrum steht der Kontrast zwischen stationären und transienten Lebensweisen sowie die Frage, wie Heimat, Schutz und Zugehörigkeit entstehen, wenn der feste Wohnort an Bedeutung verliert.

Ausgehend von Möbeln und skulpturalen Objekten untersucht die Arbeit die Beziehung zwischen Körper, Raum und Identität. Durch Dekonstruktion und Rekonstruktion, mittels experimenteller Schnittentwicklung, traditioneller Handwerkstechniken und KI-gestützter Bildgenerierung, werden Fragmente des Zuhauses auf den Körper übertragen.

Die entstandenen Arbeiten machen die Spannungsfelder zwischen Beständigkeit und Mobilität, Tradition und Technologie sowie physischem und emotionalem Zuhause sichtbar. Gestaltung wird dabei zum Werkzeug, um die Vielschichtigkeit moderner Lebensentwürfe zu reflektieren und erfahrbar zu machen.

eMotion

Was passiert, wenn sich nicht die Welt verändert, sondern die Art, wie wir sie betrachten? „eMotion“ ist eine interaktive Ausstellung, die die Transformation von Unzufriedenheit und innerer Leere hin zu Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit erfahrbar macht. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Menschen Phasen erleben, in denen Orientierung, Perspektive und innere Stabilität verloren gehen.

Im Zentrum steht eine abstrakte Skulptur, die zunächst chaotisch und unverständlich wirkt. Erst durch einen bewussten Perspektivwechsel offenbart sich ihre eigentliche Form. Begleitet von generativen Visualisierungen und emotionalem Sounddesign entsteht ein immersiver Erfahrungsraum, der zeigt, wie Wahrnehmung unsere Realität prägt und Veränderung neue Perspektiven eröffnen kann.

Deine Zukunftsvision: Das Handwerk

Das Handwerk hat ein Imageproblem: Vorurteile, Stigmata und Hemmschwellen prägen weiterhin die Wahrnehmung, besonders bei Jugendlichen in der Berufsorientierung.

„Zukunftsvision: Handwerk“ setzt genau hier an und lädt 13- bis 20-Jährige zu einem interaktiven Erlebnis ein, das neue Perspektiven eröffnet. Analoge und digitale Module führen zu einem persönlichen Visionboard, das Werte, Fähigkeiten und Wünsche mit passenden Handwerksberufen verknüpft. Hands-on-Stationen fördern aktives Entdecken, während immersive Interaktionen individuelle Fragen und Zukunftsbilder aufgreifen.

So wird die Vielfalt des Handwerks sichtbar – modern, überraschend und inspirierend. Berufsorientierung wird erlebbar, Jugendliche erkennen neue Chancen und sehen im Handwerk eine echte Zukunftsperspektive. Gleichzeitig gewinnt das Handwerk an Sichtbarkeit und Attraktivität – mit dem Potenzial, neue Generationen zu begeistern.

Tag des menschlichen Geistes. Ein spekulativer Ritualentwurf im Zeitalter der KI.

Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags. Trotzdem gibt es kaum Momente, in denen wir gemeinsam innehalten und darüber nachdenken, wie sie unser Verständnis vom Menschsein verändert.

„Tag des menschlichen Geistes“ ist ein spekulativer Feiertag, der genau dort ansetzt. Das Projekt entwirft eine neue rituelle Praxis für den Umgang mit KI. Während künstliche Intelligenz zunehmend Arbeit, Kreativität und Entscheidungen beeinflusst, erleben viele Menschen Verunsicherung, Kontrollverlust oder die Angst, ersetzbar zu werden.

Im Mittelpunkt steht das Gehirn als Symbol für Denken, Fühlen, Kreativität, Zweifel und Widersprüchlichkeit. Eine rosa-pinke Farbwelt setzt einen Gegenpol zu den kühlen Bildern technologischer Zukunft.

Zentrales Element ist das Ritual „Kaffee und KI“: Ein KI-Kuchen wird gemeinschaftlich mit den Händen gegessen. Der absurde Regelbruch macht Ängste und Spannungen sichtbar und lädt dazu ein, neu über das Verhältnis von Mensch und Technologie nachzudenken.

In und Durch. Improvisation und Design

Es sind die Momente des Dialogs zwischen Designer und Modell im Gestaltungsprozess, die im iterativen Aufeinander-Reagieren zu der Entstehung eines Produkts führen. Sie sind improvisatorischer Natur. Mit einer designth./philos. Perspektive habe ich mich der improvisatorischen Identität genähert. Dies geschah durch einen theor. Einstieg, Interviews mit Impro-Experten und einem Essay, wobei ich Improvisation als Tugend des Designers bezeichne.

Mit meinen praktischen Entwürfen haben wir es zum einen mit dem Freien Spiel: Fragments of Aka zu tun. Ziel ist es, Improvis.-Methoden aus den Künsten ins Produktdesign zu übertragen. Ich lasse mich von gefundenen Fragmenten, Reststücken oder Objekten auf dem Gelände der Kunstakademie ansprechen. Diese dienen als Ausgangspunkt für ein offenes, formales Spiel.

Im zweiten Teil meiner praktischen Entwürfe, einer Stromschienensystemerweiterung, untersuche ich, wie improvis. Momente im Gestaltungsprozess stattfinden und im fertigen Modell nachhallen.

Kreadom: The Pop Up Museum of Consciousness

Das Pop-up Museum Kreadom lädt seine Gäste auf eine Reise zur Spekulation ein: Warum fühlt es sich nach etwas an, du zu sein? Im Kreadom können Gäste die Bewusstseinstheorie Integrierte Informationstheorie (IIT) nach Giulio Tononi mit allen Sinnen entdecken.

In einer begehbaren, interaktiven Installation mit Real Time Visuals können Besucher*innen Bewusstsein nach den Prinzipien der IIT erschaffen, indem sie neuronale Netze gestalten. Bei der korrekten Vernetzung erwacht das Bewusstsein – und mit ihm die Kuppel des Kreadoms – zum Leben.

Das nötige Hintergrundwissen wird vorher über interaktive Videos erlernt, die an der Domfassade mit NFC-Tags verlinkt sind. So können komplexe, wissenschaftliche Inhalte spielerisch in eigenem Tempo erlernt und verschiedene Lerntypen bedient werden.

SEIT 19/02/20 HANAU

Die Website seit-hanau.de ist die Basis des Projekts SEIT 19/02/20 HANAU. Sie dient als lebendiges Archiv für Texte, die seit dem rechtsterroristischen Anschlag am 19. Februar 2020 in Hanau entstanden sind. Ziel ist es die Stimmen von Betroffenen sichtbar zu machen, gesellschaftlichen Austausch zu fördern und die kritische Auseinandersetzung mit Rassismus zu stärken.

Aus den auf der Webseite gesammelten Texten entstehen Plakate, die modular eine kollektive Plakatwand bilden. Jede Stimme wird so Teil eines gemeinsamen Diskurses. Zusätzlich können interaktiv eigene Plakate erstellt und im Stadtraum plakatiert werden.

SEIT 19/02/20 HANAU verbindet digitale Plattform, interaktives Tool und physische Plakate zu einem medienübergreifenden System, in dem Design als Werkzeug demokratischer und gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse dient. Dabei wird aus individuellen Beiträgen ein kollektives Erinnerungswerk, das digitale Inhalte in den öffentlichen Raum überträgt.

Link & Align – Safety through connection

Das Raumkonzept verwandelt den Eingangsbereich der Dräger Safety AG & Co. KGaA zu einem interaktiven Erlebnis. Stakeholder erfahren dort, welchen Einfluss Kommunikation auf die Entwicklung von Sicherheitsprodukten hat. Grundlage hierfür sind ethnografische Methoden.

An Einzelstationen können Regler wie Sicherheit, Innovation oder Kosten verändert werden. Am Beispiel einer Atemschutzmaske entstehen morphende Bildvarianten, die die Zusammenhänge zwischen Anforderungen und Auswirkungen veranschaulichen. Verknüpfte Parameter reagieren aufeinander. Nicht realisierbare Kombinationen bleiben diffus.

Die Kommunikationsstationen erweitern die Interaktionsweise um kollaborative Prozesse. Anforderungen werden verteilt, gemeinsam bearbeitet und zentral projiziert. Licht-, Sound- und Rauchanimationen unterstützen die Nutzung und schaffen emotionale Bezüge zur Nutzerperspektive. Klare Kommunikation ist sowohl im Einsatz als auch in der Entwicklung von entscheidender Bedeutung.

TEACH HER: Holistic strategies on being creative, female and furious in dynamic times of static structures

Weiblich, wütend, wirkungsvoll – strategische Navigation zwischen statischen und dynamischen Kräften.

Was brauchen Designstudentinnen, um in einem von institutionellen, strukturellen und gesellschaftlichen Kräften und Dynamiken geprägten Rahmen – wie dem universitären Umfeld – eigene Handlungs- und Einflussräume zu schaffen und ihren akademischen und beruflichen Weg unabhängig und mit einem Gefühl der Selbstwirksamkeit zu gehen?

TEACH HER verbindet ganzheitliche Strategien in Text und Tool, berücksichtigt dabei unterschiedliche Lebensrealitäten, verkörpert Empowerment und betont das Fundament von Autonomie und Zukunftsfähigkeit.

Das Projekt basiert auf Forschungs- und Workshopergebnissen und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, indem es reale Menschen und ihre Emotionen einbezieht. Es profitiert von Authentizität und feministischen Ansichten, um etwas zu verändern und Designerinnen zu ermutigen, den Sprung zu wagen und sich selbst das beizubringen, was niemand sonst tut: die Kontrolle zu behalten und alle zur Verfügung stehenden Ressourcen zu nutzen, um ihre eigene TEACHHER zu werden.