Imagine the most yellowish green

Die Diplomarbeit “Imagine the most yellowish green” widmet sich dem Phänomen der Farbe, als Spannungsfeld zwischen gestalterischem Mittel und sinnlich-sensorischem Phänomen.

Ausgehend von Modellen, die Farbe versuchen zu systematisieren und der gleichzeitigen Beobachtung, dass die Wahrnehmung von Farben immer auch in Abhängigkeit verschiedenster Faktoren erfolgt, stellt sich die Frage, welche Auswirkungen das auf die Art und Weise hat, wie Gestalter*innen sie als Mittel verstehen und einsetzen.

Über die Konzeption installativer Arbeiten sowie die Auseinandersetzung mit druckspezifischen Farbeigenschaften soll diese Spannung erfahrbar gemacht werden. Die experimentellen Arbeiten stellen dabei die Fragilität von Farbeindrücken in den Vordergrund und zeigen, wie sich die Logik digitaler Entwurfsprozesse von den Bedingungen physischer Materialien unterscheidet.

blau – Alkohol hinterlässt Spuren

Deutschland ist Hochkonsumland und die Folgen sind gravierend. Trotzdem ist Alkohol fest in unserer Gesellschaft verankert – kaum hinterfragt oder reguliert.

blau nimmt den Zustand des „blau seins“ wörtlich, nutzt die Farbe als Störfaktor und macht so die versteckten Spuren des Alkohols sichtbar. Ein manipuliertes Weinglas entlarvt den Mythos vom harmlosen Konsum: Sanduhrenförmig gestaltet, lässt es seinen Inhalt auslaufen. Ein Verweis auf die neuesten Warnungen von WHO und DGE: Es existiert kein risikofreier Alkoholkonsum.

Ein begleitendes Video zeigt die Allgegenwärtigkeit der Droge. Persönliche Kommentare verschiedener Menschen verdeutlichen: Hinter den Zahlen der Statistiken, stecken echte Geschichten.

blau nutzt Critical Design um anzuecken, eine ehrliche Debatte anzustoßen und endlich ein realistisches Bild vom Alkohol zu zeigen.

I II III Geteilte Blicke – Sguardi Condivisi

In meinem Bachelorprojekt habe ich mich mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern Fotografie sozial sein kann. Wie übermitteln Fotos Erlebnisse, Gefühle, Momente und Beziehungen und wie lösen sie neuen Austausch aus? Können Fotos ein gemeinsamer Ort sein? Das Ziel meiner Arbeit war es, die klassische Dokumentarfotografie zu erweitern und den Fotografierten ihre Stimme zurückzugeben, die beim Fotografieren vermeintlich genommen wird.

Dabei gestaltete ich die drei Schritte der Fotografie partizipatorisch und sozial: Das Fotografieren an einem „dritten Ort“ im Sinne des Soziologen Ray Oldenburg, den Prozess der Fotoselektion durch Austausch in einem Kurzfilm sichtbar und die Subjekte zu Mitgestaltenden machen, die Konzeption und Organisation einer partizipatorischen Fotoausstellung.

Flowing Gesture

Inmitten von Krisen, Individualisierung und digitaler Erschöpfung wächst das Bedürfnis nach Orten der Verbundenheit. Als urbanes Möbelstück und Treffpunkt ist der Springbrunnen in unseren Stadtraum verankert. Er filtert Stimmen, sammelt Gedanken, lädt zum Innehalten ein. Der Brunnen antwortet nicht.

Die Installation abstrahiert den klassischen Brunnenraum, seine Symboliken und seine räumliche Wirkweise. Sie lädt zum Nachdenken, verweilen und zuhören ein.

Welche Geschichten bewegen uns? Wie können wir in Aktion treten? Der Brunnen ermöglicht ein Abtauchen in Gedanken über Hoffnung, Solidarität und Wandel.

Gefühlekiste für Grundschulkinder- SINNvoll Fühlen // Make feelings make SENSE

Die Gefühlekiste für Grundschulklassen enthält Tools zur Sinneswahrnehmung und unterstützt Kinder bei der Emotionswahrnehmung und -regulation.

Make it make SENSE. Die Erfahrung der eigenen SINNE führt zu dem SINN, dass die Kinder sich ihrer eigenen Bedürfnisse und Emotionen bewusster werden, um diese in den Ausdruck zu bringen und danach zu handeln. Der methodische Ablauf beginnt am Whiteboard-Deckel: Mit Magneten und Stiften reflektieren die Kinder ihren Zustand, bevor sie ein passendes Tool aus der Kiste wählen.

Leitmotiv ist das Gefühletier „GeTi”: mit langen Armen zum Umarmen, großen Ohren zum Zuhören und einem Mund zum „Sorgenfressen” schafft es einen spielerischen Zugang zu komplexen Gefühlen.

Das Konzept beinhaltet für die Lehrkräfte thematisch passende Übungsblätter und Ideen, wie die Kiste in den Unterricht eingebracht werden kann. So können Lehrkräfte dabei entlastet und bestenfalls angeregt werden, Emotionen im Unterricht SINNvoll zu integrieren.

Vertraute Fremde – Begegnung mit Muscheln

Der live-Herzschlag von lebenden Miesmuscheln aus der Kieler Förde steht im Zentrum einer narrativen multimedialen Raumerfahrung. Ihre damit sicht-, hör- und spürbare Lebensaktivität stellt unser Verhältnis zu nicht-menschlichen, fremdartigen Lebensformen in Frage. Die interaktive Projektion schafft eine berührbare Schnittstelle zwischen dem ungestörten Organismus und dem Menschen, der direkte Konsequenzen seines Handelns erfährt und über die Bedürfnisse von Muscheln und ihre Rolle im Ökosystem informiert wird.

Die Inszenierung ist eine Einladung zur achtsamen Begegnung mit der unterschätzen Lebensform auf Augenhöhe, indem ein Tier, das meist als Nahrung oder „Ding“ wahrgenommen wird, als lebendiges Individuum auftritt. Die „Fremden“ werden zum Gegenüber, deren fragiler Herzschlag etwas über Verletzlichkeit, Anpassung und die geteilte Abhängigkeit von Wasser, Sauerstoff und Zeit erzählt.

,,Ich bin…ein Gefühl!” – Ein multisensorisches Lern-Set für emotionale Entwicklung, Wahrnehmung und Regulation

Kinder erleben Gefühle, lange bevor sie sie verstehen oder benennen können. „Ich bin…ein Gefühl!“ setzt genau dort an und macht Emotionen für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren sichtbar, greifbar und verständlich.

Das multisensorische Lern-Set übersetzt abstrakte emotionale Erfahrungen in konkrete Erlebnisse: Ein Buch, ein Kartenset, ein Spiel mit Texturen und Düften sowie digitale Inhalte laden dazu ein, Gefühle mit allen Sinnen zu entdecken. Statt vorgegebener Lösungen stehen individuelle Wahrnehmung, Austausch und Selbstreflexion im Mittelpunkt: ohne Leistungsdruck und ohne „richtige“ oder „falsche“ Antworten.

Besonders berücksichtigt werden die Bedürfnisse von Kindern mit ADHS und im Autismus-Spektrum durch klare Gestaltung, reduzierte Reize und unterschiedliche Zugänge zum Lernen. Das Projekt verbindet Kommunikationsdesign, Spiel und Pädagogik und macht emotionale Bildung zu einer gemeinsamen Erfahrung für Kinder und ihre Bezugspersonen: ganz im Sinne von „Make it Make Sense“.

Augenschutz im Arbeitsschutz als Helmmodul

In Kooperation mit der Schuberth GmbH entstand ein neuartiges Augenschutzkonzept für Industrie und Feuerwehr. Ausgangspunkt waren eigene Erfahrungen mit bestehenden Korbbrillen, deren Tragekomfort, Bedienung und Alltagstauglichkeit Optimierungspotenzial zeigten.

Das Ergebnis ist eine Korbbrille mit charakteristischer Doppelscheibe, die mehr Raum für Korrekturbrillen bietet und gleichzeitig Schutz vor Beschlag, Hitze und Partikeln gewährleistet. Eine besondere Innovation ist das ergonomisch geformte Polster aus gegossenem PU-Schaum – eine in diesem Produktsegment bislang einzigartige Lösung. Im Vergleich zu herkömmlichen Gummiabdichtungen passt es sich besser an das Gesicht an und erhöht Komfort sowie Dichtigkeit. Ein modularer Klick-Mechanismus ermöglicht die schnelle Befestigung an unterschiedlichen Helmsystemen.

Die Gestaltung verbindet sportliche Dynamik mit einer freundlichen Formsprache zu einem funktionalen „Hero Design“.

Orte ohne Eile – Verweilstrukturen im öffentlichen Raum

„Orte ohne Eile“ ist eine Verweilstruktur für den öffentlichen Raum, die neue Aufenthaltsorte erschließt und soziale Interaktion im urbanen Kontext fördert. Die Stadtmöbel basieren auf einem modularen System, das aus Sitz- und Stehbänken sowie ergänzbaren Add-ons wie Rückenlehnen oder Tischen besteht. Durch drehbare Verbindungspunkte lassen sich unterschiedliche Geometrien realisieren, von anonym konvexen Anordnungen bis hin zu konkaven Formen, die zum gemeinsamen Verweilen einladen.

Die Möbel werden als geschlossene Strukturen um Bäume oder städtische Infrastrukturen herum installiert, wodurch sie sich flexibel an verschiedene räumliche Gegebenheiten anpassen.

Das Ziel besteht in der Förderung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum sowie der Stärkung des sozialen und ökologischen Werts urbaner Räume.

Inflow Orientierungsobelisk

Die acht Meter hohe Mobilitäts-Infostele überführt das klassische Bushaltestellenschild in ein mehrstufiges urbanes Wegeleit- und Informationssystem. Die Stele bündelt ÖPNV Daten, verweist auf Sharing-Angebote, relevanten öffentlichen Einrichtungen und weiter öffentliche Angebote in unmittelbar Umgebung.

Als markantes Raumzeichen verortet die Stele den Halte- und Informationspunkt. Sie verankert den ÖPNV selbstbewusst im Stadtbild und dient als Orientierung über den Haltestellenkontext hinaus.