Olympia 2036 in Berlin

Die Kinderbuchreihe “Wer zuerst lacht” verbindet kurze Geschichten im Comic-Format mit wissenschaftlich basierten Erklaerungen. Die Buecher richten sich an Kinder von 6 bis 12 Jahren, am Anfang zum zusammen lesen, spaeter auch alleine.

In Teil 1 “Lachen und Entwicklung” picknicken eine Familie und Freunde zusammen. In den Erklaerungen geht es darum, wie sich das Lachen im Laufe des Lebens veraendert: bei Babys, Kindern, in der Pubertaet, bei Erwachsenen und aelteren Menschen.

In Teil 2 “Lachen und Gefuehle”, geht es darum, wann und warum wir lachen. Eine Gruppe von Kindern geht mit zwei Erwachsenen auf eine Wanderung und erlebt dabei schoene, komische, traurige und erschreckende Dinge. Die Erklaerungen thematisieren Freude, ansteckendes Lachen, Peinlichkeit, Lachen als Coping-Mechanismus (Schlimme Dinge), Erschoepfung, Ironie, und Auslachen.

I want to unzip myself and tuck you inside

Was passiert, wenn Niedlichkeit die Rollen tauscht? Das niedliche Objekt ist nicht mehr passiv, sondern handelt, blickt und begehrt. Es findet uns niedlich, will uns umarmen, drücken und in sich aufsaugen. Vergrößert und dominant spricht es zu uns, zieht uns in seinen Körper. Das Verschlungenwerden wird zu einer Hyper-Umarmung: Liebe und Kontrolle miteinander verschlungen. Grenzen lösen sich auf, während Zärtlichkeit invasiv wird. Das Niedliche verschlingt uns und inszeniert die gewaltsame Zuneigung, die wir normalerweise darauf projizieren.

„Du bist so süß, ich könnte dich einfach auffressen!“ als gewaltsame Zärtlichkeit. Eine Umarmung, die zu weit geht.

Formalästhetische Stigmatisierung?

„Formalästhetische Stigmatisierung?“ befasst sich damit, wie assistive Produkte Menschen im Alltag unterstützen, jedoch gleichzeitig körperliche Einschränkungen sichtbar machen. Das sanitäre, klinische Design von Standardprodukten macht sie oft zu Symbolen für Alter und Schwäche, weshalb viele Nutzer sie aus Angst vor Stigmatisierung ablehnen.

Drei spekulative Narrative untersuchen, inwieweit diese Produkte durch eine Neuinterpretation in neue Bedeutungskontexte überführt werden können, um zu ihrer Entstigmatisierung beizutragen.

Companion

Viele von uns sind mit Krankheiten und/oder Behinderungen konfrontiert. Sie begleiten uns Tag für Tag. Diese Serie von Objekten mit dem Titel „Companion“ ist das Ergebnis eines Dialogs zwischen mir und den Expert*innen/Nutzer*innen, die mit Hörverlust, Epilepsie und Migräne leben.

Die Expert*innen/Nutzer*innen teilten mir ihre täglichen Erfahrungen mit ihrer Krankheit und/oder Behinderung mit und mithilfe eines inklusiven Designansatzes entwickelten wir eine Reihe von Kapseln, die individuell auf die Bedürfnisse jedes Anwenders zugeschnitten sind.

Wert-Stoff-Hof

Wir Menschen brauchen Dinge und haben Dinge, die wir nicht brauchen. In unserer Welt, die von Konsum und medialer Inszenierung geprägt ist, stellt sich die Frage, wodurch der Wert von Objekten bestimmt wird. Die Art und Weise der Präsentation, der Verpackung, der Inszenierung in Zusammenhang mit einer Marke oder Person, das Konzept, die Aura (vgl. Walter Benjamin) oder persönliche Geschichten bestimmen den Wert des Gegenstandes für den Betrachtenden ausschlaggebend mit. Was ist dann aber der Wert eines Objekts ohne einen Betrachter, der es bewertet? Hat der Gegenstand Gedanken oder Gefühle? Eher nicht … dann ist da nur noch Material? Der Wert des Materials wird von der Gesellschaft bestimmt … 

Also macht das Sich-Spiegeln des Betrachtenden im Objekt doch den Wert des Gegenstandes aus.

Diese These ist in dem Modell aus einem Zwieback übersetzt, der von hinten beleuchtet wird, wodurch das Innere, die „Seele”, zusehen ist. Im Spiegel drumherum ist die Kontur des Betrachtenden zu sehen.

Bioreaktoren: Modulare, zellbasierte Landwirtschaft im urbanen Raum

Gestaltet wurde ein Bioreaktor mit größerem Volumen zur Produktion von Pflanzenzellen als Nahrungsmittel. Integriert in einen 40‑Fuß‑ISO‑Container, bietet er ein maximales Produktionsvolumen und bleibt leicht transportierbar. Vor Ort kann er platzsparend gestapelt werden, sodass sich das Produktionsvolumen durch zusätzliche Module erweitern lässt. Um die Kosten niedrig zu halten, wird er zentral in Serie gefertigt. Dadurch ist die Vorbereitung des Produktionsortes weniger komplex und kann auch in alten Industriehallen erfolgen.

Der Vorteil liegt darin, dass nur die gewünschten Pflanzenzellen erzeugt werden, was Ressourcen schont und Abfälle reduziert. Zudem ist der Prozess klimaunabhängig, ermöglicht häufigere Ernten und funktioniert auch ohne fruchtbares Ackerland. Gesteuert wird der Bioreaktor über einen digitalen Zwilling, überwacht von bioprozesstechnisch geschultem Personal. Die Wartung übernehmen technische Fachkräfte. Der Einsatz erfolgt am Rand urbaner Bereiche.

GESCHMACK DENKEN: Eine systemische Analyse zur kognitiven, kulturellen und technologischen Konstruktion von Essen im Wandel

Geschmack denken (Thinking Taste) untersucht Geschmack nicht als bloßen Sinneseindruck, sondern als kulturell, kognitiv und technologisch geformtes System. Ausgehend von einer systemischen Analyse des Ernährungssystems fragt die Arbeit, wie Vorlieben entstehen, manipuliert werden und gesellschaftliche Strukturen stabilisieren oder verändern können.

Mit dem entwickelten Tool „Fraktal Kiosk“ werden persönliche Geschmackserfahrungen als Spiegel größerer ökologischer, ökonomischer und politischer Dynamiken lesbar. Die daraus entstandene interaktive Ausstellung macht Geschmack körperlich erfahrbar als Erinnerung, Prägung, Norm und möglicher Hebel für Transformation.

Zwischen Design Research, spekulativer Zukunft und multisensorischer Intervention eröffnet die Arbeit einen neuen Blick auf das, was wir täglich tun – schmecken.

friedhof +

friedhof + ist ein Konzept zur Aktivierung von Friedhofsüberhangflächen in deutschen Städten. Es reagiert auf den Wandel der Bestattungskultur und die damit einhergehenden sinkenden Belegungszahlen und schützt Friedhöfe als bedeutende Stadträume für Kultur, Klima und Biodiversität vor Entwidmung und Bebauung. friedhof + bietet einen Vorschlag wie diese Räume, in einem sonst gemiedenen und stigmatisierten Ort, erhalten und für neue Nutzungen aktiviert werden können, insbesondere als Interimsnutzung während teils jahrzehntelanger Ruhefristen.

Für das Bespielen wurde ein modulares, reversibles Gestaltungssystem entwickelt. Grenzsteine markieren Flächen und dienen als Befestigungspunkte. Stangen, Böden, Dächer und textile Wände sowie Vorhänge bilden flexibel offene Aufenthaltsangebote oder gefasste Räume. So können je nach Bedarf temporäre oder längerfristige Nutzungen entstehen, etwa Trauer- und Rückzugsräume, Grüne Klassenzimmer, Kulturformate oder niedrigschwellige Begegnungsangebote.

Schlaglicht

Schlaglicht verbindet Illustration, Druckgrafik und urbane Beobachtung zu einem Künstlerbuch über die Beziehung zwischen Mensch und Stadt. Das Buch umfasst 66 Linolschnitte, die Menschen, Straßen und architektonische Räume Berlins zeigen. Die kontrastreiche Schwarz-Weiß-Sprache reduziert die Szenen auf klare Formen und lenkt den Blick auf urbane Strukturen und alltägliche Situationen des Berliner Stadtlebens.

Jeder Linolschnitt wird von einer im Bleisatz gedruckten Schlagzeile aus Berliner Nachrichtenmedien begleitet. Diese greifen politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen der Stadt auf. Bild und Text erzeugen offene Assoziationen und Raum für individuelle Interpretationen. So entsteht ein subjektives Gesellschaftsbild Berlins.

Das Buch wurde vollständig in analogen Druckverfahren produziert, von Hand gedruckt und in einer limitierten Auflage von 15 Exemplaren handgebunden. Schlaglicht versteht sich als Gegenpol zur schnelllebigen Bild- und Nachrichtenkultur.

Malía – Impulse. Wahrnehmen. Bewegen.

Bewegungsmangel und eine verringerte Körperwahrnehmung gehören inzwischen im Büro- und Homeoffice-Alltag zu den größten Gesundheitsrisiken unserer modernen, sitzenden Gesellschaft. Herkömmliche ergonomische Sitzmöbel fordern körperliche Aktivität jedoch meist nicht ausreichend ein.

“Malía” dient dazu, präventive gesundheitsfördernde Bewegung ohne bewusste Anstrengung oder technische Barrieren als intuitiven, permanenten Bestandteil direkt in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Das Sitzmöbel nutzt hierfür ein innovatives, komplett stromloses Luftkissensystem mit einem mechanischen Drosselrückschlagventil. Beim Hinsetzen gleicht die Sitzfläche einem instabilen Gymnastikball und wirkt bewegungsfördernd. Über den Zeitraum von 20 bis 30 Minuten entweicht die Luft leise und lässt das Kissen spürbar fester werden. Dieser taktile Reiz fungiert als subtiler Impuls für einen Haltungswechsel oder eine kurze Pause. Beim Aufstehen füllt sich das Kissen automatisch wieder mit Luft.