friedhof +

friedhof + ist ein Konzept zur Aktivierung von Friedhofsüberhangflächen in deutschen Städten. Es reagiert auf den Wandel der Bestattungskultur und die damit einhergehenden sinkenden Belegungszahlen und schützt Friedhöfe als bedeutende Stadträume für Kultur, Klima und Biodiversität vor Entwidmung und Bebauung. friedhof + bietet einen Vorschlag wie diese Räume, in einem sonst gemiedenen und stigmatisierten Ort, erhalten und für neue Nutzungen aktiviert werden können, insbesondere als Interimsnutzung während teils jahrzehntelanger Ruhefristen.

Für das Bespielen wurde ein modulares, reversibles Gestaltungssystem entwickelt. Grenzsteine markieren Flächen und dienen als Befestigungspunkte. Stangen, Böden, Dächer und textile Wände sowie Vorhänge bilden flexibel offene Aufenthaltsangebote oder gefasste Räume. So können je nach Bedarf temporäre oder längerfristige Nutzungen entstehen, etwa Trauer- und Rückzugsräume, Grüne Klassenzimmer, Kulturformate oder niedrigschwellige Begegnungsangebote.

KINETIC AID; More than just a crutch.

Die entwickelte Mobilitätshilfe verfolgt das Ziel, klassische Krücken, die bislang kaum an den natürlichen menschlichen Bewegungsablauf angepasst sind, durch ein biomechanisch optimiertes System zu ersetzen, das sich funktional am menschlichen Fuß orientiert und den Nutzer aktiv bei der Fortbewegung unterstützt.

Durch eine mechanische Achse und frei gelagerte Carbon-Blattfedern kann die Krücke Energie beim Auftreten aufnehmen, speichern und gezielt wieder abgeben. Dadurch entsteht eine dynamische, vorwärtsunterstützende Bewegung, die den Energieaufwand reduziert und gleichzeitig Stoßbelastungen auf Hände, Schultern und Rücken abfedert.

Die progressive Federstruktur passt sich kontrolliert an unterschiedliche Belastungen an und ermöglicht ein natürlicheres und komfortableres Laufgefühl. Zusätzlich kann das modulare System individuell an verschiedene Nutzer, Körpergewichte und Rehabilitationsphasen angepasst werden.

to be continued

„to be continued“ steht für eine Unterbrechung, die bereits eine Fortsetzung mitdenkt. Das Projekt überträgt dieses Prinzip auf das Produktdesign und versteht Gestaltung als offenen Prozess, der im Gebrauch fortgesetzt wird. Auf dieser Grundlage wurden zwei Entwürfe entwickelt, die gezielt mit Unvollendung bzw. Mehrdeutigkeit arbeiten.

Klappstuhl Ø13: Die Aneignung des Stuhls und das Ausfüllen der offenen Lehne sind wesentlicher Bestandteil seiner Funktion. Nutzer:innen benötigen keine besonderen Kenntnisse oder Werkzeuge, um das Produkt im Gebrauch nach ihren Vorstellungen zu verändern.

Aufhänger: Die Struktur ist formal ausgearbeitet, die Funktion bleibt jedoch bewusst offen und mehrdeutig. Anstelle einer optimierten Einzelfunktion setzt der Entwurf auf Flexibilität. Die Aneignung und der Gebrauch werden so zum zentralen Ort für Veränderung: Wie der Aufhänger im Raum platziert wird, was daran gehängt wird und wie er genutzt wird, bleibt offen.

Login_Sanctuary_

Data Centers werden von großen Tech-Konzernen weltweit in einer Geschwindigkeit eines Wettrennens gebaut, um massive Infrastrukturen für KI und Cloud-Computing zu schaffen. Dort laufen unsere alltäglichen Daten zusammen, um schließlich als reizvolle, auf unsere Interessen und unseren Geschmack zugeschnittene Inhalte zu uns zurückzukehren und wiederum eine KI zu füttern, die immer tiefer in unser Leben eindringt.

Login_Sanctuary_ stellt ein fiktives Szenario dar, in dem der Mensch als Datenproduzent existiert. Als die ihn konditionierende, in geregelten Portionen kommende ‚tägliche Nahrung‘ plötzlich unkontrolliert hereinbricht, verliert der Mensch zunehmend seine Autonomie und Selbstkontrolle. Dabei synchronisieren sich der reale Alltag und die Datenwelt so weit, dass ihre Grenzen unaufhaltsam verschwinden.

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen menschlicher Körperlichkeit und digitaler Abhängigkeit—und stellt die Frage: Wo befinde ich mich wirklich?

To Brick or Not to Brick

To Brick or Not To Brick untersucht, wie Design demokratisiert und für alle zugänglich gemacht werden kann. Im Zentrum steht ein modulares Möbelsystem, das Nutzer ermöglicht, Möbel selbst zu gestalten, anzupassen und weiterzuentwickeln. Grundlage ist ein eigens entwickeltes Verbindungssystem, inspiriert vom LEGO-Technic. Vier Pins sorgen für stabile und zugleich flexible Verbindungen von sogenannten Bircks. Ergänzt wird das System durch zwei Werkzeuge, die den Auf- und Abbau ermöglichen.

Ein dreidimensionales Raster gewährleistet die Kompatibilität aller Möbelmodule. So können unterschiedliche Möbelstücke miteinander kombiniert und erweitert werden. Über einen webbasierten Konfigurator lassen sich Möbel intensiv entwerfen. Entwürfe werden automatisch in 3D-Daten übersetzt, gespeichert und mit anderen geteilt.

To Brick or Not To Brick versteht sich als offene Plattform für partizipatives Design und verbindet digitale Werkzeuge mit analoger Produktion.

Gestaltung als Weltbeziehung – Über Intuition als Erkenntnisform

Gestaltung beeinflusst, wie Menschen Welt wahrnehmen, deuten und erleben. Viele ihrer Wirkungen – etwa Atmosphäre, Zugehörigkeit oder Stimmigkeit – gelten jedoch als subjektiv oder schwer greifbar. Die Arbeit untersucht Intuition als jene Erkenntnisform, über die solche komplexen Bedeutungen erfahrbar werden.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass ästhetische und atmosphärische Qualitäten nicht objektiv messbar sind. Wahrnehmung entsteht vielmehr im Zusammenspiel situativer Bedingungen, individueller Zustände und der Weise, in der Bedeutung erscheint. Ziel der Arbeit ist es, diese impliziten Dynamiken sichtbar und beschreibbar zu machen.

Auf Grundlage des SCOP-Modells wurde dafür ein theoretisch fundiertes Modell entwickelt, das intuitive Wahrnehmung strukturiert und gestalterisch nutzbar macht. Das Ergebnis ist ein neuer Zugang zu Intuition als strukturierbarer Erkenntnisform und ein Verständnis von Gestaltung, das über reine Problemlösung hinausgeht: Gestaltung als Weltbeziehung.

BeiStand – ein Möbelstück für den letzten Lebensraum

Die Arbeit untersuchte das Lebensende als bislang weitgehend unbeachteten Gestaltungsraum. Obwohl die Mehrheit der Menschen in Institutionen wie Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Hospizen verstirbt, fehlen dort häufig räumliche und produktspezifische Angebote, die Autonomie, Würde und persönliche Identität bewahren.

Auf Grundlage designethnografischer Forschung wurde „BeiStand“ entwickelt – ein Möbelstück für den letzten Lebensraum. Im Fokus steht die Neuinterpretation des Beistelltisches am Pflegebett als Schnittstellenobjekt zwischen Patient:innen, Angehörigen und Pflegepersonen. Das Möbel integriert pflegerische Anforderungen und schafft zugleich Raum für individuelle Bedürfnisse, Rückzug und soziale Interaktion.

Als niedrigschwellige Intervention stärkt „BeiStand“ Selbstwirksamkeit und Lebensqualität im institutionellen Alltag und macht das Lebensende als relevante Gestaltungsaufgabe sichtbar.

Design Beyond Intention

„Design Beyond Intention“ untersucht, wie die Bedingungen und Parameter der Gestaltung für die Serienproduktion in der Praxis angewendet werden können. Anstatt einen vollständigen Designansatz zu formulieren, konzentriert sich das Projekt auf die Validierung der Machbarkeit anhand des Aluminiumstrangpressens als Herstellungsverfahren und des daraus resultierenden Entwurfs der Sori Bench als Fallstudie. Das Projekt untersucht, wie frühe Designentscheidungen Konstruktion, Fertigung und Serienproduktion beeinflussen können.

„Design Beyond Intention“ ist als experimenteller Rahmen zur Bewertung und Anwendung produktionsbezogener Anforderungen, Material- und Fertigungsentscheidungen sowie von Fragen der Optimierung, des Transports, der Montage, Skalierung und Reproduzierbarkeit zu verstehen.

Die Sori Bench bildet das zentrale Ergebnis des Projekts, ein Sitzkonzept, das aus einem einzigen, maßgeschneiderten Aluminium-Strangpressprofil entwickelt wurde. Die Profilgeometrie, die integrierten T-Nut-Schienen und die demontierbare Konstruktion vereinen formale, strukturelle und produktionstechnische Überlegungen in einem Objekt.

Nulo – mobile Leuchte für den nächtlichen urbanen Raum

Wem gehört das Licht? Wem gehört die Stadt? Der urbane Raum ist sehr komplex. Besonders nachts zeigt sich diese Vielschichtigkeit von Stadtleben und künstlicher Beleuchtung. Auffällig ist dabei die räumliche Trennung von beleuchteten Flächen und sozialen Begegnungsorten. Diese Diskrepanz eröffnet Möglichkeiten: Untersucht wurde der Park als exemplarischer Ort, an dem Öffentlichkeit und individuelle Bedürfnisse aufeinandertreffen.

Hier setzt Nulo an: eine Leuchte, die Licht gezielt in soziale Räume bringt. Ihre Gestaltung lädt zur Interaktion ein, ermöglicht flexible Platzierung und schafft mit warmem Licht eine angenehme Atmosphäre bei minimaler Lichtemission.

Die Leuchte ist autonom, nicht im Boden verankert und vandalismussicher konzipiert. Nulo versteht sich als Stadtmobiliar, das soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt und sich deutlich von konventioneller Straßenbeleuchtung abhebt. Durch ihre Autonomie und Lichtqualität schafft sie neue Ankerpunkte im nächtlichen Stadtraum.

Slit shelving system

Das Slit Shelving System ist ein modulares Regalsystem, das um den Zwischenraum zwischen zwei Paneelen herum aufgebaut ist. Ein durchgehender zentraler Schlitz wird zu einer aktiven strukturellen Nut, in die Zusatzmodule von oben oder unten eingesetzt werden können. Kleine Plättchen verriegeln die Module im Schlitz ohne sichtbare Schrauben oder Beschläge.

Anstatt das Regal und sein Zubehör separat zu betrachten, wurde das System von Anfang an als eine integrierte Struktur konzipiert. Module wie ein Minitisch, eine Leuchte, ein magnetischer Display-Clip, ein Poster-Clip, eine Steckdosenhalterung und eine Buchstütze unterstützen Präsentation, Arbeit, Beleuchtung, Aufbewahrung und Kabelorganisation.

Vertikale Elemente aus Metall sorgen für Stabilität, während horizontale Holzoberflächen eine wärmere Kontaktfläche für Gegenstände und den täglichen Gebrauch bieten. Durch einheitliche Materialien, Radien und Verbindungsdetails schafft das System flexible Funktionen bei gleichzeitig ruhiger und einheitlicher visueller Ordnung.