Der oder die Löffel

Diese Arbeit untersucht den Löffel durch handwerkliche Praxis als kulturell und symbolisch aufgeladenen Alltagsgegenstand. Ausgangspunkt ist das experimentelle Arbeiten in unterschiedlichen Materialien und Werkstätten. Entwurf und Herstellung sind dabei untrennbar miteinander verschränkt; Erkenntnisse entstehen im direkten Umgang mit Material, Werkzeug und Prozess.

Im Verlauf der Arbeit entsteht eine Sammlung handgefertigter Löffel, die nicht als Produktserie, sondern als offenes Forschungsensemble verstanden wird. Erst durch begleitende Recherche verdichtet sich die Sammlung zu einem kuratorischen Konzept: Sprachliche Redewendungen und metaphorische Ausdrücke rund um den Löffel werden zum ordnenden Prinzip der Arbeit. Jeder Löffel steht in Beziehung zu einer Redewendung und übersetzt deren immaterielle Bedeutung in Material, Form und handwerkliche Geste.

Die Arbeit mündet in einem Ausstellungskonzept, in dem Objekt, Sprache und Handlung zusammengeführt werden.

Proving Presence

Identität begleitet uns ein Leben lang und verändert sich mit jeder Erfahrung. Doch wie lässt sich etwas so fluides wirklich erfassen? Können Menschen durch feste Kategorien, wie Name und Geschlecht, definiert werden? Wie könnten Identitätssysteme in Zukunft Vielfalt und Wandel abbilden?

Gemeinsam mit der Bundesagentur für Sprunginnovationen haben wir uns diesen Fragen gestellt. SPRIND entwickelt derzeit Deutschlands EUDI Wallet – den digitalen Personalausweis, der den nächsten Schritt in der Entwicklung moderner Identifizierung darstellt.

Proving Presence erforscht die Zukunft unserer Identität und deren Feststellung anhand von zwei spekulativen Szenarien. Eine multimediale, interaktive Ausstellung regt zur Auseinandersetzung mit Fragen zu Datenschutz, Recht, Gemeinschaft, KI und Vertrauen an.

Haptische Diskursobjekte laden zur Reflexion ein und über Fragebögen haben BesucherInnen die Möglichkeit, ihre Perspektiven in die Entwicklung der EUDI Wallet einzubringen.

Forest Tales

Forest Tales untersucht dokumentarisch und objekthaft unterschiedliche Perspektiven auf den Wald. Im Fokus stehen alternative Formen der Waldnutzung, die über die herkömmliche, holzfokussierte Bewirtschaftung hinausgehen und das Potenzial einer diversifizierten Nutzung aufzeigen. Anhand von Nichtholzprodukten wie Wildbret und Zeidlerei erforscht das Projekt die sozialen, kulturellen und ökologischen Beziehungen, die den Wald prägen. Die daraus hervorgehenden Lebensmittel werden als Ausdruck kultureller Praxis und als Träger ökologischen Wissens verstanden.

Recherchereisen und Interviews mit Expert*innen bilden die Grundlage für die Entwicklung eines Räucherofens und einer Klotzbeute. Die Objekte übersetzen die gewonnenen Erkenntnisse in erfahrbare Situationen und machen Praktiken sichtbar, die häufig verborgen bleiben. Sichtbarmachung wird dabei zum gestalterischen Prinzip.

Klolympia- Eine kritische Handreichung zur Nutzung der öffentlichen Toilette

Klolympia setzt sich kritisch mit der Gestaltung und Nutzung öffentlicher Toiletten in Berlin auseinander. Statt eine gestalterische Lösung zu präsentieren, macht diese spielerische Intervention soziale Ungleichheiten, Barrieren und etablierte Nutzungsrituale sichtbar. Im Rahmen einer fiktiven Olympiade werden alltägliche Toilettengänge zu performativen Disziplinen, die Humor, Bewegung und Kritik verbinden.

Phi verwandelt die Sitztoilette in eine akrobatische Höchstleistung und verweist auf erzwungene Fehl- oder Umnutzungen. Chi eröffnet durch eine Kletterkonstruktion neue Zugänge zum Pissoir und hinterfragt geschlechtsspezifische Ungleichheiten. Psi inszeniert den Toilettengang als öffentliche Performance und regt zur Auseinandersetzung mit Scham, Privatsphäre und sozialen Normen an.

Diese Handreichung lädt dazu ein, bestehende Vorstellungen von öffentlicher Toilettennutzung neu zu betrachten und weiterzudenken.

black aesthetics: decentering white aesthetics

Black Aesthetics im Design sichtbar zu machen bedeutet, bestehende Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen und neue Perspektiven zu eröffnen. Der westliche Designkanon ist geprägt von eurozentrischen, modernistischen und minimalistischen Normen, die oft alles ausschließen, was außerhalb dieses Rahmens existiert. Doch Design ist nicht universell – es ist geprägt von Kultur, Geschlecht, Umwelt und ‚Race‘. In meinem Projekt verfolgte ich einen dekolonialen, pluralistischen Ansatz: Ich arbeitete autoethnografisch, mit eigenen Erfahrungen und Positionierungen als Erkenntnisquelle und paarte dies mit einer Archivrecherche zu schwarzen Designer*innen und Künstler*innen als Referenzbibliothek.

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in einer Publikation wissenschaftlich aufgearbeitet. Begleitet wird diese von einer Serie von Aluminium-Hockern namens Y3N, deren collagierte Oberflächen im Laserverfahren individuell bearbeitet wurden und jeweils eine eigene visuelle Sprache tragen.

networked

Das Festival „Jenseits von Millionen“ findet einmal jährlich in Friedland, Brandenburg, statt. Es fördert Solidarität und setzt sich gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminierung ein. Jedes Jahr zieht es zahlreiche junge Menschen aus Berlin und Leipzig aufs Land, um Musik zu genießen, eine Auszeit vom Stadtleben zu nehmen und Kontakte zu knüpfen. Die meisten Begegnungen finden jedoch unter den Besucher:innen selbst statt, während es kaum Austausch zwischen ihnen und den Menschen vor Ort gibt.

Um soziale Interaktion anzuregen, wurde das modulare System „networked“ entwickelt. Die einzelnen Komponenten lassen sich einfach auf- und abbauen und werden mit Bauzaunfüßen stabilisiert. Verschiedene Module laden je nach Bedarf auf unterschiedliche Weise zum Verweilen ein, beispielsweise im Stehen, Sitzen oder Liegen. Ein Dach spendet Schatten und erhöht den Komfort.

Dank seiner flexiblen Struktur kann sich das System an unterschiedliche Orte und Veranstaltungsformate anpassen und dazu beitragen, einen Raum zu schaffen, in dem Gemeinschaft gefeiert und Dialog gefördert wird.

Companion

Viele von uns sind mit Krankheiten und/oder Behinderungen konfrontiert. Sie begleiten uns Tag für Tag. Diese Serie von Objekten mit dem Titel „Companion“ ist das Ergebnis eines Dialogs zwischen mir und den Expert*innen/Nutzer*innen, die mit Hörverlust, Epilepsie und Migräne leben.

Die Expert*innen/Nutzer*innen teilten mir ihre täglichen Erfahrungen mit ihrer Krankheit und/oder Behinderung mit und mithilfe eines inklusiven Designansatzes entwickelten wir eine Reihe von Kapseln, die individuell auf die Bedürfnisse jedes Anwenders zugeschnitten sind.

SAVEIT : A Behaviour-Driven Food Storage System

Lebensmittelverschwendung(LV) ist ein großes globales Problem, wobei über 60 % davon in Haushalten anfallen. SAVEIT ist ein innovatives Aufbewahrungssystem, das Lebensmittel effizient organisiert und Abfall reduziert. Diese drehbare Zwei-Wege-Struktur setzt auf natürliche Weise das „First In, First Out“-Prinzip durch, verbessern die Übersichtlichkeit und Zugänglichkeit und reduzieren so unnötigen Abfall.

Sein modularer Aufbau passt sich flexibel an verschiedene Lebensmittel und Familiengrößen an und ermöglicht gleichzeitig den Austausch einzelner Komponenten bei Beschädigung, wodurch Nachhaltigkeit und Langlebigkeit maximiert werden. Darüber hinaus sorgt die intuitive interne Schiebefachstruktur für eine optimale Lagerung entsprechend den Eigenschaften der Lebensmittel und erleichtert die Reinigung und Pflege.

SAVEIT stellt ein neues Küchenkonzept dar, das die Wahrnehmung und das Verhalten der Verbraucher verändert, um LV zu reduzieren und einen bewussteren Konsumkultur zu fördern.

DOTS

„Ordnung in Bewegung – Ein modularer Rollwagen für wandelnde Bedürfnisse“

Dieser Rollwagen ist kein Möbel für einen bestimmten Raum oder eine festgelegte Nutzung. Stattdessen wurde er als offenes System entwickelt, das sich an unterschiedliche Situationen und Bedürfnisse anpassen kann. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass sich Arbeits- und Lebensumstände ständig verändern, während viele Produkte starr bleiben. Der Rollwagen reagiert darauf mit einem modularen Aufbau: Ein durchgängiges Lochraster bildet die Grundlage für flexibel positionierbare Elemente im Innen- und Außenbereich. Böden und Schubladen lassen sich beliebig anordnen und kombinieren. Auch Add-ons können erweitert oder selbst entwickelt werden. So entsteht ein Objekt, das nicht vorgibt, wie es genutzt werden soll, sondern Raum für individuelle Nutzung lässt.

Multipack – Transportieren mit dem Fahrrad

Multipack ist eine universelle Erweiterung für Fahrradgepäckträger, die die Transportmöglichkeiten herkömmlicher Fahrräder erheblich vergrößert. Fahrräder leisten als umweltfreundliche, gesundheitsfördernde und effiziente Verkehrsmittel für Jung und Alt einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Mobilität. Der Lastentransport stößt im Alltag jedoch oft an Grenzen. Einkäufe, Rucksäcke oder größere Gegenstände erfordern häufig Vorausplanung oder sogar ein zusätzliches Lastenrad.

Multipack schafft hier Abhilfe: Durch drei variable Klappeinstellungen erweitert das System den Gepäckträger flexibel für unterschiedliche Transportbedürfnisse. Fahrradtaschen können weiterhin genutzt werden, während sich zugleich Rucksäcke, Taschen oder größere Pakete sicher transportieren lassen. Lediglich Spanngurte müssen dafür mitgenommen werden. Die Erweiterung ist universell montierbar, bleibt platzsparend am Fahrrad und macht dieses so als alltagstaugliches Verkehrsmittel noch vielseitiger und attraktiver.