CLAYO

Clayo ist ein Verdunstungskühler, der für die Lagerung von temperaturempfindlichen Obst- und Gemüsesorten entwickelt wurde, die sich nicht für die herkömmliche Kühlung eignen. Das System besteht aus einem äußeren Gefäß aus porösem Ton, in dessen Boden eine begrenzte Menge Wasser eingefüllt wird. Ein glasierter Innenbehälter wird eingesetzt und am Rand gehalten. Während das Wasser durch die Tonoberfläche verdunstet, wird Wärme aus dem Inneren abgeleitet – so entsteht ein kühleres Klima, das die Frische und Haltbarkeit der gelagerten Lebensmittel deutlich verlängert. Die abgerundete Form wurde gewählt, um die Oberfläche zu vergrößern, was wiederum die Verdunstungsrate erhöht. Der Korkdeckel dient als zusätzliche Ablagefläche und hilft dank seiner natürlichen Gerbstoffe, Fruchtfliegen fernzuhalten. Clayo bietet eine stromfreie, nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kühlsystemen und fördert einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln und Ressourcen.

Anthroporosities

Das Projekt „Anthroporosities“ beschäftigt sich mit der Rückkehr zu archaischen Materialien und Herstellungsprozessen, mit Nachhaltigkeit und der Verbindung zur Natur. Die Fliesen für dieses Projekt werden aus wild gewonnenem Ton gefertigt, in einem holzbefeuerten Ofen gebrannt und ausschließlich mit lokalen und natürlichen Ressourcen hergestellt.

Die porösen Fliesen tragen nicht nur durch die Ästhetik der lokalen Böden zur optischen Aufwertung des Raumes bei, sondern wirken sich auch aktiv auf das Raumklima aus. Dank ihrer Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, helfen sie, die Luftfeuchtigkeit im Innenraum zu regulieren. Zusätzlich erhöhen integrierte Pflanztöpfe den Sauerstoffgehalt der Luft und schaffen Lebensräume für nützliche Mikroorganismen.

„Anthroporosities“ hat zum Ziel, den Kontakt mit der Natur und natürlichen Materialien wieder in unsere modernen, oft sterilen Wohnräume zurückzubringen. Der Einsatz von Fliesen aus poröser Keramik ermöglicht es, die Vorteile natürlicher Materialien einfach und modular in den urbanen Alltag zu integrieren.

Queering Bathrooms

Gemeinschaftstoiletten gelten oft als neutrale Infrastrukturen, sind jedoch umkämpfte Räume und Sinnbild aktueller Debatten um queere Inklusion. Standardisierte, binäre Gestaltungsnormen erscheinen unveränderlich und privilegieren bestimmte Geschlechterrollen, während andere Identitäten ausgeschlossen werden. Sowohl Gegner*innen als auch Befürworter*innen genderneutraler Toiletten argumentieren mit dem Wunsch nach mehr Sicherheit – was Umgestaltungen erschwert und häufig zu emotionalen Auseinandersetzungen führt.

Das Projekt Queering Bathrooms thematisiert die marginalisierte Position queeren Lebens, besonders angesichts wachsender Anfeindungen von rechts, und beleuchtet die Toilettenfrage gestalterisch und theoretisch. Die pinke Toilette mit ausgestreckter Zunge reagiert mit Selbstironie und ästhetischem Bruch auf den erhitzten Diskurs und signalisiert einen Perspektivwechsel zugunsten queerer Individuen.

Green Facades

Green Facades ist ein modulares Fassadensystem zur urbanen Begrünung, das aus einer Mischung von recyceltem Ziegelmehl und natürlichem Ton im keramischen 3D-Druck gefertigt wird. Ziel ist es, ökologische, funktionale und gestalterische Qualitäten in einem System zu vereinen. Die poröse Struktur der Module speichert Regenwasser und verteilt es passiv, wodurch keine externe Technik benötigt wird. Die Fassadenelemente fördern Biodiversität, kühlen das Stadtklima, binden Feinstaub und verbessern das Mikroklima. Ihr parametrisches Design erzeugt ein lebendiges Erscheinungsbild und ermöglicht eine flexible Kombination. Durch die modulare Bauweise können einzelne Teile leicht ausgetauscht oder wiederverwendet werden. Das System ist sowohl für Neubauten als auch für die Nachrüstung im Bestand geeignet. Green Facades schafft einen nachhaltigen Mehrwert für Architektur und Stadt und leistet einen Beitrag zur klimafreundlichen Transformation urbaner Räume.

Clima hortus

Etwa ein Drittel aller Lebensmittel wird u. a. aufgrund fehlenden Wissens zur Lagerung weggeworfen – besonders Obst und Gemüse verlieren dabei schnell an Haltbarkeit und Nährwert.

Clima Hortus setzt genau hier an und stellt einen alltagstauglichen, nutzerfreundlichen Ansatz zur fachgerechten Lagerung von Gemüse und Obst im Haushalt dar. Basierend auf dem „Lagerungs-ABC“ von Marina Klein wurden sechs Gefäße mit unterschiedlichen Klimazonen entwickelt, die gezielt Temperatur, Feuchtigkeit, Licht und Ethylen berücksichtigen.

Die Gefäße nutzen die traditionelle Kühlmethode der Verdunstungskälte mittels Ton und dessen Eigenschaften in geschrühter oder glasierter Form. Dadurch stellen die Gefäße selbst unterschiedliche Klimazonen im Inneren her. Der modulare Aufbau und verschiedene Größen erlauben eine flexible Integration in unterschiedliche Kontexte, und das Farbsystem ermöglicht eine einfache Zuordnung von Gemüse und Obst zum jeweiligen Gefäß und erleichtert so die fachgerechte Lagerung ohne Vorkenntnisse.

ne(s)t

Das modulare Produktsystem „ne(s)t“ schafft auf versiegelten Flächen neue Lebensräume für Fluginsekten und Vögel, indem es Nistplätze und Nahrungsquellen in einer flexiblen, stapelbaren Struktur vereint.
Vier kombinierbare Module aus recycelbarer Keramik lassen sich standortspezifisch anpassen und kombinieren. Durch gezielte Bepflanzung und variable Nisteinsätze entstehen artgerechte Lebensräume, die isolierte Biotope verbinden und den genetischen Austausch fördern.
Das autarke, wartungsarme System benötigt keine zusätzliche Bewässerung und ist vollständig kreislauffähig. Die Kombination aus Habitat und Nahrung, nachhaltigem Materialeinsatz und funktionalem Design macht „ne(s)t“ zu einem innovativen Beitrag für urbane Artenvielfalt.
Der Fokus liegt nicht auf menschlicher Nutzung, sondern auf dem Wohl anderer Lebewesen – ein Beispiel für zukunftsweisendes, environment-centered Design und ökologisches Bewusstsein im Stadtraum.

Fragments

Mit experimentellen Ansätzen im traditionellen keramischen Gießen erkundet die Serie FRAGMENTS die faszinierende Ästhetik von Zerstörung und Erneuerung. Jedes Gefäß fängt das fragile Gleichgewicht zwischen Enden und Neuanfängen ein – wie ein Phönix, der aus der Asche steigt.
Das Zusammenspiel unregelmäßiger Oberflächen, scharfer Kanten und markanter Ecken verleiht jedem Stück seine charakteristische rohe Schönheit. Formen und Texturen entstehen durch die gezielte Zerstörung fester Gipsformen und vereinen dabei sowohl Gewalt als auch Zufall.
Geleitet von einem stark taktilen und experimentellen Ansatz wird jede Oberfläche individuell gestaltet, sodass unverwechselbare skulpturale Unikate entstehen.
Die Gefäße werden mittels eines modularen Systems gefertigt, bei dem einzelne Formelemente zu unzähligen einzigartigen Konstellationen gestapelt werden – so zahlreich und vielfältig wie die Sterne am Himmel.
FRAGMENTS spiegelt einen Prozess wider, der im Machen, Berühren und Erleben verwurzelt ist – ein Dialog zwischen Hand, Material und Transformation.

Nora

Das Porzellanservice „Nora“ verbindet auf außergewöhnliche Weise Funktionalität, Stabilität und Komfort. Kein Element ist auf nur eine Funktion beschränkt. So können die Teller sowohl als Unterteller oder Untertassen wie auch als Deckel verwendet werden, was das Servieren und Aufbewahren von Speisen erleichtert.
„Nora“ bietet durch seine Einfachheit eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Ob im Alltag, vor dem Fernseher oder zu besonderen Anlässen – das Service kann in den unterschiedlichsten Situationen eingesetzt werden.
Jedes Teil ist durchdacht gestaltet und besticht durch ein feines Relief am oberen Rand, welches das Ess- und Trinkerlebnis zusätzlich bereichert und zu einer haptischen Erfahrung einlädt. Der feine Reliefrand hebt das Service von gewöhnlichem Geschirr ab und macht es zu einem besonderen Blickfang auf jedem Tisch. Durch seine Einzigartigkeit soll es zum Entdecken einladen, Menschen spielerisch zusammenbringen und zum gemeinsamen Austausch anregen.

Leuchtfliese

Seit Jahrhunderten prägen Fliesen als schützende und schmückende Elemente unsere Wohnräume.
In meinem Projekt wird dieses traditionsreiche Objekt in einen zeitgenössischen Kontext überführt und um eine neue Funktion erweitert. Die Leuchtfliese vereint Oberfläche und Licht in einem interaktiven, raumbezogenen Gestaltungselement aus Porzellan. Ein Ultraschallsensor erfasst die Distanz von Personen und steuert die Reaktion der Fliese. Sie dimmt sich sanft auf, fährt leicht aus ihrer Fassung, dimmt sich bei Entfernung ab und fährt zurück. So entsteht eine physisch erfahrbare Beziehung zwischen Mensch und Raum.
Die Leuchtwirkung bricht mit dem statischen Strahlen herkömmlicher Lichtquellen und formt eine lebendige Atmosphäre.
Im Zusammenspiel von Handwerk und Technologie entstand eine spezielle Porzellanmasse, die Transluzenz und Robustheit vereint. Die Fliese wird so zu einem Ausdruck gelebter Materialkultur und verbindet technologische Innovation mit gestalterischer Kontinuität.

Schein Allein

Das Trompe-L’œil ist eine wichtige Stilrichtung der bildenden Kunst, die die menschliche Faszination mit Illusionen verbildlicht. Aus der Bedeutungsschwere, die die Darstellung von Materialien in dieser Technik erzeugt, können Möglichkeiten für die Anwendung in der Produktgestaltung entstehen. Diese Möglichkeiten soll Schein Allein untersuchen und in Gestalt bringen.